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Gewinnerbranchen der Jahre 2006 bis 2040 (Seite 4555)



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Antwort auf Beitrag Nr.: 39.526.749 von Simonswald am 15.05.10 18:50:48Bevor ich wieder bis zur nächsten Mammunteingabe entschwinde, *g*:

>> Frage bleibt die Nachaltigkeit der Dividendenfähigkeit oder sogar -steigerungsfähigkeit, wenn dereinst die 45Mrd Schulden abgetragen werden müss(t)en. <<
Mir wären gerade an Deiner Stelle Firmen lieber, die wenigstens schonmal könnten (was gemeinhin eher in allgemein besseren Zeiten funktioniert, wo TEF und Konsorten indes diametral verfuhren). Bei hoch verschuldeten Firmen kommt es erstmal auf die - unsicheren; wahrscheinlich ungünstigeren - künftigen Refi-Konditionen an, was in punkto Zeitnäherelevanz wiederum von der jeweiligen FK-Fristenstruktur abhängt. Ich denke zudem nicht, dass sensibel gewordene Gläubiger goodwill-Unterdeckungen als harmlos abtun; auch nicht mehr bei CF-sicheren Firmen, solange deren CFs nicht nachhaltig wachsen, was bei solchen Konzernen organisch per se schon schwierig ist (und anorganisch sind TEFs Spielräume nun wohl sehr begrenzt).
TEF wird darüber frelich nicht zugrunde gehen und vl. auch, auf Kosten restlicher Solidität, hohe Div. zahlen, aber outperformen (dann) wohl kaum.
Falls TEF eine sehr günstige Reichweite niedrigst verzinster Kredite hat bzw. hätte könnte man wie bedeutet die Bedenken etwas relativieren - hat sie?

>> Macht es für die Aktionärsrendite einen Unterschied, ob Gewinne im Unternehmen einbehalten werden oder als Divi ausgeschüttet werden? <<
Aber sicher! Es gibt immerhin einige wenn nicht sehr viele div.orientierte Anleger (auch große), die das Risiko zu teurer Aquisitionen resp. Aktienrückkäufe scheuen, "dafür" erstmal eine nachhaltig sichere wenn nicht -steigerungsfähige Div. sehen wollen; Pontius, florian und ich sind da nicht die einzigen auf der Welt, die das zum Schwerpunkt ihrer Investphilosophie mach(t)en, ;) Auch wenn die zzt. noch in Anleihen involvierten Defensivadressen wie Versicherer das Inflationsrisiko mal hedgen, sollten[sic!] sie eher an solchen Div.werten hängen bleiben.

>> Noch zu erwähnen: pontis richtige Prognose, dass sich peak oil Theorie als Blase entpuppen und der Ölpreis auf <50 zurückfallen wird
Ähnlich beim Dünger.
<<
Ponti's gute Intuition sei unbestritten.
Peak oil war und ist keine 'Blase', sondern ziemlich wahrscheinlich real. Eine Blase waren die Ölpreise, aus vorheriger Deflation getrieben va. durch emma-Nachfrage und auf die Spitze getrieben durch gierige Terminmarktteilnehmer, in (medialer) Exponierung der emma-Trends. Dass sich die Kosten für künftige Ölförderugnen erhöhen werden, kann indes wohl nur ein simonischer Ölaktienaktionär leugnen, *g* - deshalb kommt das aber nicht aus der Welt.

>> Deren manche (RMD, QSII) sogar ich hier erst erwähnte. <<
Als erster? Hut ab. - Warum kauftest Du dann nicht nach positiven feedbacks zu diesen Werten :confused:

>> wollte nur einen weiteren Beleg meines Theorems zeigen. Zwinkern <<
:laugh: ... - Es kommt auch auf's timing an; das bedeuteten hier sowohl Pontius von Beginn an als auch andere; x-mal.

>> Kauf ich nicht, ist es falsch, kauf ich, ist es das auch. verwirrt <<
- Dein timing lässt zu wünschen übrig, ;)

>> Was macht APOL denn so viel schlechter als die Konkurrenz STRA, DV oder ESI??? <<
Falls Du da keine Antwort ergründen kannst [?], liegt es wohl nur an der Effizienz des Marktes, :D

>> Relative Stärke Monster kaufen als Erfolgsrezept? Die so teuer sind wie Novo & Co??? <<
Zu Beginn jeweiliger relativer Stärke durchaus: DLB, RMD, NVO ...

>> Financials hab ich eigentlich von meinen Anlageradar gelöscht. <<
Oh, :D ... - ok, als buh-Invest präferiere ich freilich auch nicht den weißen Raben aus einer schwarzen Branche, ;)

>> manchmal helfen detaillierte Betrachtungen auf Bundesstaatenebene dann doch... breites Grinsen <<
Aber wirklich in diesem Fall? Dann sollte SONC ja fundamental besser dastehen ... Oder willst Du nur auf eine demografische Guruprognose (wo nichts dazwischen kommen darf) setzen?

>> Perlen wie MON nur zufällig oder durch systematisches Screenen? <<
Naja, 'Perle' ... :D
Schaut man sich die Agro-Branche mal nur etwas interessiert an, bleibt man zwangsläufig (auch) an MON hängen.

>> ... weil ich sie teils für Quatsch halte. <<
Womit Du Recht hast:
>> (1) D ist der grösste Euro-Profiteur überhaupt (denn sonst wäre der Exportüberschuss ja nicht so gross)
(2) Die Zentralbanken werden die Liquidität schon wieder rechtzeitig einsammeln, Inflation ist darum keine Sorge
(3)Deflation droht, nicht Inflation
(4) CDS verbieten: Problem gelöst!
<<
(1) Quatsch. Dtdl. war auch zu DM-Zeiten überaus exportstark (selbst in Zeiten japanischer Bedrängnis).
(2) Quatsch bzw. Beruhigungspille (um einen Sparer-Exodus zu verhindern, der in der Tat auch ungesund wäre). Sie werden das versuchen, aber sicher nicht auf Gefahr oder gar Kosten einer (erneuten) schweren Rezession. Dann wäre die Systemakzeptanz wohl gänzlich hin; hüben wie drüben.
(3) So gesagt Quatsch. Deflation hatten bzw. haben wir in Teilbereichen infolge der 2008er Exekutionen, und auslaufend infolge der Globalisierung, und infolge Manipulationen via einiger Terminmärkte nach 1987 (darüber 2007/08 in Teilmärkten allerdings auch Inflation).
(4) So banal gesagt Quatsch. Man sollte bzw. muss den Handel ohne eigenes underlying verbieten (und damit auch ungedeckte Leerverkäufe).

> "sichere" dividend achiever <
>> Die dürften in der Regel aus dem Bereich der Staples, Pharma und eingeschränkt der Technologie (vA Software) kommen.
Telecoms, Versorger und Öl schütten sehr viel aus, Erhöhungsfähigkeit ist allerdings fraglich.
Industrials, Materials als Zykliker nicht nachhaltig erhöhungsfähig.
Beim zyklischen Konsum bis auf wenige Ausnahmen ähnlich. Finanzen mal wieder nicht einschätzbar.
<<
Financials sind sehr wohl einschätzbar: als grundsätzlich nicht sicher geschweige denn -erhöhungssischer.
Zykl. Konsum: yo; NKE ist so eine Ausnahme.
Materials, industrials: no - s. BHP, MMM, UTX, AAON uva.
Telekoms, Versorger, Öl: yo, wobei CF-starke Ölkonzerne da trotz zu erwartender Kostensteigerungen vl. am wenigsten fraglich sind.
Staples, softIT und auch pharma: yo. Bei NVS, ABT, JNJ und NVO gibt's wohl die geringsten Erhöhungsrisiken; auch PFE dürfte viel daran setzen, schnell wieder zum erkennbaren dividend achiever zu werden.

>> *wie passt verarmende Arbeiterklasse zur Reindustrialisierung? <<
:D ...
Ich denke, dass die 'Reindustrialisierung' infolge zumal bei Inflation (= höhere Logistikkosten + höhere Löhne in den emmas) auslaufender Globalisierungseffekte (= Kostenvorteile durch regionales outsourcing) einen inflationsprovozierten Verarmungstrend wird relativieren können.

Sicher wirst Du noch Antworten von Pontius, clearasil und Welju erhalten, die Dich dann wieder vom Kaufen abhalten, *g*
Antwort auf Beitrag Nr.: 39.527.560 von investival am 16.05.10 10:07:36> buh-Invest <
Korrekt bah[buy-and-hold]- oder auf deutch Kuh-Invest.
Hört sich beides indes auch nicht besser an, und ist es auch nicht, *g*
Antwort auf Beitrag Nr.: 39.527.560 von investival am 16.05.10 10:07:36> als buh-Invest präferiere ich freilich auch nicht den weißen Raben aus einer schwarzen Branche <
- Wie wäre es denn dann mit der ebenfalls ölpestgebeutelten NE?
Antwort auf Beitrag Nr.: 39.526.749 von Simonswald am 15.05.10 18:50:48Kauf ich nicht, ist es falsch, kauf ich, ist es das auch.

Cost averaging scheint in Deinem Fall wirklich nicht verkehrt zu sein.

Wie laufen die Transfers bspw innerhalb des USD-Raums ab ?

Just the same.
Ein Beispiel: Im Herbst '75 war NY nicht mehr zahlungsfähig und verkündete ein Moratorium auf 1,6 Mrd. $ kurzfristige Schulden. Der Kongress bewilligte – nach einigem Zögern – eine 2,3 Mrd. $-Kreditlinie. Am Ende wurden die kurzfristigen Schulden in MAC-Bonds (Municipal Assistance Corp.) umgetauscht, bei denen künftige sales taxes der Stadt als Sicherheit dienten.
Siehe auch:
http://www.presidentprofiles.com/Kennedy-Bush/Gerald-R-Ford-…

Einige weitverbreitete Thesen derzeit, die ich gerne diskutieren möchte, weil ich sie teils für Quatsch halte.
(1) D ist der grösste Euro-Profiteur überhaupt (denn sonst wäre der Exportüberschuss ja nicht so gross)


"Weitverbreitete These"? Eher aus Kalkül von interessierter Seite gelegentlich ins Spiel gebracht.

(2) Die Zentralbanken werden die Liquidität schon wieder rechtzeitig einsammeln, Inflation ist darum keine Sorge

Da Preisstabilität satzungsmäßiges Ziel von Zentralbanken ist, müssen sie dergleichen immer wieder versprechen, genauso wie derzeit in Brüssel und Frankfurt nur deswegen Euronen aus den südlichen Fenstern geworfen werden, um ... "um den Euro stabil zu halten".

(3)Deflation droht, nicht Inflation

Auf kurze Sicht droht das eine und auf lange Sicht das andere. Gegen Deflation hilft derzeit immerhin eine schwächelnde Währung.
Im Mai letzten Jahres lag die US-Kapazitätsauslastung bei 68,5%, elf Monate später liegt sie nun bei 73,7%. Wenn dies so weiter geht, wird die 2011 die 80 % überschritten. Dies und ein Übermaß an Liquidität (gemessen an Umlaufgeschwindigkeit und BIP) würde dann – auch ohne deutlich steigende Rohstoffpreise – für erhöhte Inflation sorgen.

(4) CDS verbieten: Problem gelöst!

Siehe http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:griechen-anleihen-zweife…
Antwort auf Beitrag Nr.: 39.527.560 von investival am 16.05.10 10:07:36
"Schaut man sich die Agro-Branche mal nur etwas interessiert an, bleibt man zwangsläufig (auch) an MON hängen."


Sorry für den Einwurf -aber das sind doch Läden für Leute, die sonst keine eigenen Ideen haben. :laugh::D ;)


Ist ja nicht wild, aber in Kreativität &Eigeninitiative(beim recherchieren) langt´s da max. für ´ne 5.

Gruß
Popeye
Auch so ein Thema, dass von politischer Seite nun vielleicht wieder aufgegriffen wird:

May 14, 2010 (Jesse Drucker / Bloomberg)
Profit Exports Import U.S. Tax Cuts for Pfizer, Lilly, Oracle
Over the past three years, Pfizer Inc. was an earner without profit in its own country. The maker of the cholesterol medication Lipitor, the world’s top-selling prescription drug, reported almost half its revenues in the U.S. for 2007 through 2009, while booking domestic pretax losses totaling $5.2 billion. Abroad, it was another story. A Dutch subsidiary more than made up for New York-based Pfizer’s American losses. It reported pretax profits totaling $20.4 billion in 2007 and 2008 -- with a tax expense of 5 percent, a seventh of the top U.S. rate. Overseas tax savings increased the drugmaker’s net income by $1 billion last year, according to Robert Willens, a tax consultant in New York. Pfizer is one of thousands of American companies that bolster their profits by attributing income to subsidiaries in countries with lower income tax rates, legally cutting their tax bills. Eli Lilly & Co. and Oracle Corp. were among other big companies that helped drive a 70 percent increase in accumulated earnings abroad that weren’t taxed in the U.S. from 2006 to 2009, according to data compiled by Bloomberg. “An inordinate concentration of profits in a low-tax country, way out of proportion to actual economic activity, is a sure sign of aggressive tax planning,” said Martin Sullivan, a tax economist who formerly worked for the U.S. Treasury and Arthur Andersen LLP.
Earnings Increased
Willens, the president of Robert Willens LLC, a consulting firm in New York that advises investors on tax issues, analyzed financial filings for last year by Pfizer, Lilly and Oracle and found:
-- Pfizer increased net income by 13 percent compared with what it would have been without the tax benefit from foreign earnings. The company’s $8.6 billion in net income would have been $7.6 billion, Willens said.
-- Lilly increased its 2009 net income by 21 percent to $4.3 billion from $3.6 billion, Willens found.
-- Oracle reported $5.6 billion in net income last year, 14 percent more than it would have reported without foreign earnings taxed at lower rates, according to the analysis.
To be sure, each of those companies has actual sales abroad, although often in countries with tax rates similar to the U.S., which has an average combined state and federal corporate income tax rate of about 39 percent. Oracle, which reported 44 percent of its sales in the U.S., had 16 percent in Germany, Japan, Canada and France, countries with rates ranging from 30 percent to 39 percent last year.
Intellectual Property
Dozens of U.S. companies attributed income to foreign subsidiaries in 2008 that exceeded their share of actual sales abroad, according to offshore corporate records and U.S. securities filings compiled by Standard & Poor’s Capital IQ. In some cases, the foreign units employ few or no workers. For pharmaceutical and technology companies it’s relatively easy to shift ownership of patents and other intellectual property abroad, said Sheldon S. Cohen, a former IRS commissioner who is now a director at the investment firm Farr, Miller & Washington LLC in Washington. In a typical arrangement, a company will license the overseas rights for a patent developed in the U.S. to a subsidiary in a low-tax country, said Michael C. Durst, special counsel at Steptoe & Johnson LLP, in Washington. That permits income from foreign sales to be attributed to the low-tax country. Treasury Department regulations require that prices paid between subsidiaries, such as licensing fees, be based on what unaffiliated companies would pay. Payments among Pfizer’s subsidiaries are supported by economic studies of similar third- party transactions, said Joan Campion, a company spokeswoman.
Arm’s Length
“All our transactions satisfy all arm’s-length requirements,” Campion said. Charges related to cost-cutting and mergers helped lower Pfizer’s U.S. income, she said. The company manufactures Lipitor in Ireland, among other countries.
An Irish subsidiary of Oracle that has no employees and paid no income tax in 2006 and 2007 was responsible for roughly a quarter of the parent’s pretax income of $10.8 billion in those years, according to Irish records and Oracle’s U.S. securities filings. The unit distributes products “primarily in the European market” that were developed by the Redwood City, California-based company and “jointly funded under a cost sharing arrangement,” according to its annual report from 2007, the most recent year available.
Following the Laws
Ken Glueck, a senior vice president for Oracle, declined to answer questions about the company’s use of transfer pricing. In an e-mail, he compared transfer pricing to the mortgage-interest deduction that individuals can claim. “Can someone please explain to me how following the tax laws of the United States became a reportable issue for Bloomberg News?” Glueck wrote.
In each of the past seven years, Lilly has reported more than half its sales in the U.S. yet more than half its profits overseas. In 2007, a Swiss subsidiary booked pretax income of $3.2 billion -- more than 80 percent of the $3.9 billion the parent company reported that year. The Swiss holding company has an Irish manufacturing branch that produces drugs and sells them to affiliated companies, according to its annual report. “Lilly takes great care to ensure that we have properly determined our income and assessed our tax obligations to each jurisdiction in which we do business,” said Mark E. Taylor, a company spokesman, in an e-mail. In some years, U.S. profits were reduced by merger-related costs, he said.
Antwort auf Beitrag Nr.: 39.527.560 von investival am 16.05.10 10:07:36Als erster? Hut ab. -

in seinen simonswäldern telefonbücjern standen nun mal alle unternhmen drin ;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 39.527.560 von investival am 16.05.10 10:07:36Peak oil war und ist keine 'Blase', sondern ziemlich wahrscheinlich real.

von mir wurde nie die endlichkeit des öls in frage gestellt ondern nur der zeitpunkt. ale paar jahre spielt der ölmarkt dieses thema.

öl ist endlich aber endet nicht so schnell als das eine verzehnfachung des kurses binnen weniger jahre gerechtfertigt war.


energiemangel ist und bleibt ein scheinproblem ;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 39.527.560 von investival am 16.05.10 10:07:36Zu Beginn jeweiliger relativer Stärke durchaus: DLB, RMD, NVO

oder am ende der relativen schwäche:D;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 39.527.560 von investival am 16.05.10 10:07:36(2) Die Zentralbanken werden die Liquidität schon wieder rechtzeitig einsammeln, Inflation ist darum keine Sorge

die wollen eben nicht das herr simon morgen auf die bank geht und sein konto plündert ;):kiss:

herr simon sollte daher in weiser voraussicht nach und nach geldwerte in sachwerte umwandeln :D

stichwort crack up boom (wenn das dann gewesen ist ist die finanzkrise vorbei bis dahin wird endlos rumlaviert )



Eigentlich hört sich das Wort „Crack up Boom“ sehr positiv an, jedoch hat dessen Erfinder „Ludwig von Mises (1883-1971) auch das Wort „Katastrophenhausse“ verwendet und dieses klingt dann gar nicht mehr so positiv. Aber was will man mit diesem Wort eigentlich aussagen?

Der „Crack up Boom“ oder die „Katastrophenhausse“ wurde erstmalig von Ludwig von Mises, einem der bedeutendsten Vertreter der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“, beschrieben. Laut ihm steuert eine Volkswirtschaft, die durch das Auseinanderdriften von Finanz- und Realwirtschaft gekennzeichnet ist, auf einen Punkt zu, ab dem die Inflation ausser Kontrolle gerät. In dieser Phase sind der Staat und auch die Notenbank nur mehr damit beschäftigt, die Konjunkturschwäche durch Eingriffe in die Wirtschaft zu bekämpfen. Irgendwann kommt es zu dem Punkt an dem die Bürger bzw. auch die Wirtschaftstreibenden das Vertrauen in die Papierwährung verlieren und sie beginnen das Geld in Sachwerte umzuschichten. Diese Nachfrage nach Sachwerten führt zu einem Boom, der getrieben wird von der Angst, dass das Geld immer weniger Wert wird. Dabei wird jede Art von Sachwerten gekauft, ob dies nun Autos, Lebensmittel, Rohstoffe, Gold, Silber, Schmuck, Immobilien oder auch Aktien sind. Jeder versucht nur so schnell wie möglich sein Geld loszuwerden. Laut von Mises stellt dies die letzte Phase eines Papiergeldsystems dar, in welcher die Preise für Güter und Dienstleistungen durch die Decke gehen. Die dabei auftretende Preisexplosion führt zu einer Hyperinflation von mehr als 50% pro Monat. Am Ende so eines „Crack up Booms“ bleibt nur noch eine Währungsreform übrig.


Der letzte „Crack up Boom“

Der letzte in der mitteleuropäischen Geschichte stattgefundene „Crack up Boom“ war die Hyperinflation in Deutschland zwischen 1920 und 1923. So stieg der Aktienindex in Deutschland von 20 Punkten im Oktober 1922 auf 269.000.000.000 Punkte im Dezember 1923. Im selben Zeitraum stieg der Lebensmittelindex von 220 Punkten auf 1.247.000.000.000 Punkte. Im Durchschnitt lag die Inflation in diesem Zeitraum bei über 300% pro Monat. Die Situation konnte am Ende nur mit der Einführung einer neuen Währung (Rentenmark) Ende 1923 bereinigt werden. Auch wenn die Ausgangslage damals ganz anders lag, waren doch die beiden Hauptursachen hohe Verschuldung und ein Papiergeldsystem.

Das Erschreckende an der Beschreibung des „Crack up Booms“ von „Von Mises“ ist, dass es sich fast wie ein aktueller Wirtschaftsbericht liest.

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