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    Am Sterbebett eines Systems - 500 Beiträge pro Seite (Seite 11)

    eröffnet am 21.01.09 17:19:56 von
    neuester Beitrag 21.01.14 17:41:49 von
    Beiträge: 43.781
    ID: 1.147.722
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      schrieb am 19.05.09 11:23:53
      Beitrag Nr. 5.001 ()
      19.05.2009 11:16
      Eilmeldung: ZEW-Index steigt auf 31,1 Punkte
      Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Mai unerwartet deutlich auf 31,1 Punkte (April: 13,0 Punkte) gestiegen. Die Volkswirte hatten im Mittel nur mit einem Anstieg auf 19,5 Punkte gerechnet.
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 13:07:09
      Beitrag Nr. 5.002 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.205.187 von kiska am 19.05.09 08:44:48kiska,
      danke, daß Du noch einmal darauf kommst. Ich befürchte aber, daß Du (wir) gegen die Wand reden!
      siehe auch: Beitrag #4973 von Maraho am 18.05.09 um 21:21:08 Seite 498

      Gruß von Maraho
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 13:15:23
      Beitrag Nr. 5.003 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.205.179 von Maraho am 19.05.09 08:43:29Etwas hierzu.
      Entweder halten die das Publikum für total unterbelichtet, oder dasselbe ist es.

      Wo sind die 9 Billionen Dollar an außerbilanziellen Zahlungen der FED hingeflossen? Darauf gibt es keine Antwort. Es muß erst nachgesehen werden!

      Siehe Beitrag #4671 von Maraho am 12.05.09 um 06:18:53 auf Seie 468. Hier noch einmal das Video dazu!
      banana republic at work
      http://www.youtube.com/watch?v=PXlxBeAvsB8&eurl=http%3A%2F%…

      Aber jetzt ein Untersuchungsauschuß über die Ursachen der Finanzkrise! Sch....
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 13:18:24
      Beitrag Nr. 5.004 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.207.769 von Maraho am 19.05.09 13:15:23Und da wir gerade dabei sind (und ich auf 180) noch etwas dazu von Kuchentester (leider auf englisch) ...

      Perfekter Sturm oder perfekter Betrug an der Wall Street?

      Heute mal wieder ein Video von William K. Black, den die Leser dieses Blogs bereits kennengelernt haben (Wall Street ist ein Ponzi-scheme). Er hielt am 11.05.2009 einen Vortrag in Island. Darin beschreibt er, wie das US-Finanzsystem durch systematischen Betrug ausgehöhlt wurde:

      Weiterführend ... http://kuchentester.blogspot.com/2009/05/perfekter-sturm-o…
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 13:28:22
      Beitrag Nr. 5.005 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.206.672 von kiska am 19.05.09 11:23:53Dazu kann man nur folgendes sagen.
      Diejenigen, die sich in der Vergangenheit total verhauen haben, prognostizieren schon wieder. Natürlich vollkommen uneigennützig!

      Und wieder "unerwartet", "überraschend", "hellt sich auf" ...

      "unerwartet": http://de.search.news.yahoo.com/search/fin_de?p=unerwartet&d…

      "überraschend": http://de.search.news.yahoo.com/search/fin_de/?p=%FCberras…

      "hellt sich auf": http://de.search.news.yahoo.com/search/fin_de/?p=hellt+si…

      Und so weiter. Gebt all` euer Geld! Dazu dies hier noch einmal!

      Verkaufen!!!!
      http://www.youtube.com/watch?v=GHWvMhct0Ts

      Aber jeder, wie er mag! ;)

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      schrieb am 19.05.09 13:35:17
      Beitrag Nr. 5.006 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.202.185 von Maraho am 18.05.09 19:28:25Ein Kommentar hierzu ...

      Plopp! Heute ist Bankfeiertag

      Mitten in der Finanzkrise, oder ist die schon vorbei, gibt es erfreuliche, erheiternde und vor allem bullische Nachrichten für alle Banken. Die Finanzaufsicht BaFin fährt ihre Überwachung der Geldinstitute deutlich zurück. Plopp! Plopp! Es klang eben nach Sektkorken in der Innenstadt von Frankfurt...


      Dem Handelsblatt liegt ein Schreiben des Bundesfinanzministerium vor, aus dem hervorgeht, dass die BaFin umfangreiche Unterlagen für den Untersuchungsausschuss zur Schieflage der Hypo Real Estate zusammensuchen muss, was höchste Priorität hat. Deshalb werde man...

      „in einer für die deutsche Kreditwirtschaft äußerst schwierigen Zeit die Aufsicht in etlichen Bereichen fast vollständig einstellen, um den berechtigten Anforderungen des Untersuchungsausschusses fristgerecht nachzukommen.“

      Plopp! Plopp! Der HRE-Untersuchungsausschuss legt die nationale Bankenaufsicht fast vollständig lahm. 300 der 1700 BaFin Mitarbeiter sind derzeit für die Bankenaufsicht zuständig. Künftig nur noch die Hälfte. Im Pfandbriefmarkt findet keine Aufsicht über die Pfandbriefbanken mehr statt“, heißt es in dem BaFin-Schreiben.

      Plopp! Dem Verfasser dieser Zeilen werden gerade Nachrichten zugespielt, dass diese Plopp-Geräusche auch in Berlin, Köln, München und Stuttgart zu hören wären. Jungs! Es ist gerade mal 8:13 Uhr...

      Betroffen sei vor allem der Pfandbriefmarkt. „Es findet keine Aufsicht über Pfandbriefbanken mehr statt“, heißt es in dem BaFin-Schreiben. Die laufende Aufarbeitung von Deckungsprüfungen sowie die Grundsatzarbeit mit Pfandbriefbezug würden derzeit suspendiert. Ähnlich sei die Situation bei der Aufsicht über die Hypo-Vereinsbank, die SEB Bank und ING. Zudem werde „die Aufsicht über die Großbanken, Landesbanken und Sparkassen nur noch mit rund der Hälfte der dafür vorgesehenen Kollegen ausgeübt“, heißt es in dem Brief weiter. (Quelle: Handelsblatt)

      Plopp! Plopp! Das hat einen kleinen, für Banken angenehmen Nebeneffekt, denn der vom IWF geforderte europäische Banken-Stresstest kommt wohl auch so schnell nicht zustande, was unseren Finanzpeer freuen wird. Er ist gegen einen solchen Stresstest. Es könnte negative Ergebnisse geben, sagte er.

      Der IWF vermutet weit höhere Risiken in den Bilanzen als bislang ausgewiesen. Aufgedeckt ist da bislang zu wenig, heißt es vom IWF. Doch was bringt so ein Stresstest wie in Amerika? Dort haben sich die Banken untereinander abgesprochen, sozusagen gekungelt. Zudem konnte von Stress gar keine Rede sein, denn er basierte auf Berechnungen, die abenteuerlich freundlich anmuten, schrieb Bloomberg.

      Sollten Ihnen heute im Verlaufe des Tages einige torkelnde Leute mit schlecht gebundenen Krawatten im Weg stehen oder selbigen kreuzen, wundern Sie sich nicht. Heute ist nämlich Bank-Feiertag. Plopp! Ich lasse vorsorglich mein Fahrrad heute stehen und nehme die Bahn.

      Quelle: http://frank-meyer.eu/blog/index.php?p=752&more=1&c=1&tb…
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      schrieb am 19.05.09 13:44:45
      Beitrag Nr. 5.007 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.207.933 von Maraho am 19.05.09 13:35:17In Bezug.

      Sanio warnt vor "brutalen Abstufungen"

      11.50 Uhr: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fordert von den Banken die größtmögliche Eigenkapitalstärke. Nur wenn die Finanzinstitute mit ausreichend Eigenkapital ausgestattet seien, könnten sie sich ihre Kreditvergabespielräume bewahren, worauf die deutsche Wirtschaft angewiesen sei, sagte BaFin-Präsident Jochen Sanio am Dienstag in Bonn. Zugleich warnte er davor, das Banken hinsichtlich ihres Eigenkapitals trotzdem unvermittelt unter Druck geraten könnten, selbst wenn sie glaubten, bei den Abschreibungen erst einmal genug getan zu haben.

      "Es besteht die sehr konkrete Gefahr, dass die Rating-Agenturen auch den Verbriefungspapieren, die Noten im A-Bereich aufweisen, plötzlich ein hartes Downgrading verpassen", sagte der BaFin-Präsident. Die Ratingagenturen hätten wieder Anschluss an die Realität des amerikanischen Häusermarktes gefunden, "denn sie verwenden nun wirklichkeitsnahe Modelle". Dies führe dazu, dass es flächendeckend brutale Abstufungen hagele, sagte Sanio. Diese Herabstufungen könnten zu einem so hohen Eigenkapitalverzehr führen, dass die Kreditvergabemöglichkeiten der betroffenen Banken entscheidend eingeengt werden.

      Quelle und weiteres ... http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,282…
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      Avatar
      schrieb am 19.05.09 13:50:35
      Beitrag Nr. 5.008 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.206.672 von kiska am 19.05.09 11:23:53Noch etwas hierzu ...
      Daß die Lage nicht schlimmer werden kann, sei einmal dahingestellt!

      Analyse
      Der gute ZEW-Index ist kein Signal für Entwarnung
      Von Martin Greive

      Der Optimismus der professionellen Anleger nimmt wieder zu. Das zeigt das ZEW-Barometer, das zum siebten Mal in Folge gestiegen ist – und zwar deutlich mehr als erwartet. Auch wenn Aktionäre von dem Ergebnis profitieren, ist es noch viel zu früh, um von ersten Zeichen eines Aufschwungs zu sprechen.

      Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellt sich weiter deutlich auf. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen von Anlegern legte im Mai zum siebten Mal in Folge zu – und das deutlich: Um ganze 13 Punkte stieg der Indikator im Vergleich zum April und liegt nun mit 31,1 Punkten auf dem höchsten Stand seit Juni 2006. Experten hatten nur mit einem Anstieg auf 20,0 Punkte gerechnet.

      Der Optimismus nimmt zu, weil zuletzt nicht nur Stimmungsindikatoren nach oben zeigten, sondern auch erste, zarte Lichtblicke aus der Realwirtschaft kommen: Die Auftragseingänge im März haben sich etwas erholt und auch aus China oder den USA kam die ein oder andere positive Meldung. Viele Ökonomen erwarten, dass nach dem desaströsen 1. Quartal, in der die deutsche Wirtschaft um 3,8 Prozent stärker einbrach als erwartet, das 2. Quartal nun besser verlaufen könnte als prognostiziert – und die Wirtschaft nur noch leicht schrumpft.

      Einige Konjunkturforscher interpretieren den deutlichen Anstieg des ZEW-Index sogar so positiv, dass sie für die zweite Jahreshälfte mit einem so genannten „V-Aufschwung“ rechnen. Die Konjunktur verläuft demnach wie der fünftletzte Buchstabe im Alphabet: Nach einem kräftigen Abschwung geht es wieder steiler bergauf.

      Richtig ist, dass in der deutschen Wirtschaftsgeschichte dieser Zyklus häufig zu beobachten war und entstehende Produktionsverluste etwa in der gleichen Zeit aufgeholt wurden, wie auch die Rezession zuvor gedauert hat. Diese Krise ist allerdings anders als alle vorigen. Nach wie vor gibt es erhebliche Risiken im Finanzsektor. Und nach wir vor gibt es in der Realwirtschaft neben einigen positiven Anzeichen eine Reihe negativer Meldungen, etwa der Einbruch der Stahlproduktion.

      Und vor allem sollte der zweite Teil der ZEW-Umfrage nicht außer Acht gelassen werden: Die Finanzanalysten beurteilen die aktuelle konjunkturelle Lage so schlecht, dass sich dieser Indikator mit minus 92,8 Punkten langsam dem theoretischen Tiefpunkt von minus 100 Punkten annähert. Da die Lage also kaum noch schlimmer werden kann, liegt es auf der Hand, dass Analysten in den kommenden Monaten mit einer Besserung rechnen.

      Es ist also zu früh, den ZEW-Index als Signal für einen baldigen bevorstehenden echten Aufschwung zu interpretieren. Freuen dürfen sich aber Aktienbesitzer: Denn optimistische Finanzanalysten dürften die Kurse weiter nach oben treiben.

      Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article3767264/Der-gute-ZE…
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 13:54:52
      Beitrag Nr. 5.009 ()
      Bis später ...
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 14:04:54
      Beitrag Nr. 5.010 ()
      Der "too big to fail"-Börsenaufschwung
      Dienstag, 19. Mai 2009
      Die Börse ist dank dem Staat in Partylaune und die Motivation ist offensichtlich. Gekauft wird alles, was der Staat nicht fallen lassen kann und was er nicht fallen lassen will, lässt sich an den Interventionen erkennen. Das Risiko scheint somit klein zu sein und somit steigt auch die Euphorie. Zumindest für Anleihekäufer von Risikopapieren dürfte die Rechnung aufgehen. Bei Aktien wäre ich mir nicht so sicher.

      Nachdem die Rettungsmassnahmen immer weitere Kreise ziehen, gibt es für die Investoren kein Halten mehr, denn das Scheitern wurde ad absurdum geführt. Es ist völlig egal, ob ein system relevantes Unternehmen die richtigen Entscheide trifft. Geht es gut, gewinnen die Eigentümer, geht es schlecht, zahlt der Steuerzahler. Von Risiko kann somit keine Rede mehr sein.

      Statt diesen falschen Anreizen Paroli zu bieten, in dem man zu grosse Unternehmen per Gesetz zerschlägt, wie das in der Vergangenheit schon praktiziert wurde, werden jetzt Unternehmen dazu animiert Fusionen einzugehen. Die Motivation ist klar, je grösser ein Unternehmen ist, desto sicherer kommt der Staat zu Hilfe.

      Doch Achtung: Schon bei Fannie Mae und Freddie Mac hiess es, dass dort nichts passieren könne, weil der Staat eingreifen müsse. Tatsächlich kam der Staat, den Aktionären hatte es aber dennoch nicht geholfen. Der Grund ist klar. Wenn ein Unternehmen nicht genügend Gewinn generieren kann, nützen auch Kapitalspritzen von der öffentlichen Hand nichts mehr. Die Anleihekäufer konnten sich hingegen ruhig auf die Rückzahlung freuen.

      Aus diesem Grund dürften die immer noch mit grossen Risikoaufschlägen gehandelten Anleihen multinationaler Unternehmen das sicherste Geschäft sein. Aktien hingegen sind auf eine Aufhellung am Konjunkturhorizont angewiesen. Doch auf diese Morgenröte werden die Investoren noch lange warten müssen. Die Taschen der Konsumenten sind und bleiben leer, das zeigen auch die verfügbaren Zahlen rund um den Globus.
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 14:38:04
      Beitrag Nr. 5.011 ()
      19.05.2009 14:34
      Eilmeldung - US-Baubeginne-und Genehmigungen unerwartet gesunken
      In den USA sind die Baubeginne im April von revidiert 525.000 im März auf 458.000 gesunken. Der von Bloomberg erhobene Konsens sieht 520.000 vor. Die Baugenehmigungen fielen von revidiert 511.000 auf 494.000. Hier geht der Konsens von einer Steigerung auf 530.000 aus.

      (© BörseGo AG 2007 - http://www.boerse-go.de, Autor: Huber Christoph, Redakteur)
      Was macht die Börse daraus? In amerika werden dank derer Gene die Aktienkurse steigen. Die haben das stei(gen) in sich.
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 17:38:23
      Beitrag Nr. 5.012 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.205.919 von kiska am 19.05.09 10:06:36Guten Abend,
      näheres hierzu ...

      "Die Kreditausfälle bei US-Geschäftsbanken steigen"

      Gestern veröffentlichte die US-Notenbank in ihrem Federal Reserve Statistical Release die Daten zu den Kreditausfallraten der US-Geschäftsbanken für das 1. Quartal 2009! Die gesamte Delinquency Rate (Schuldner mit über 30 Tagen in Zahlungsverzug) schießt in Q1 um +20,69% auf 5,60% in die Höhe, nach 4,64% im Vorquartal.

      Weiterführend ... http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/05/die-kredi…
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 17:40:50
      Beitrag Nr. 5.013 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.208.534 von kiska am 19.05.09 14:38:04... und hierzu:

      "US-Baubeginne mit Allzeittief"

      Während die weltweiten Aktienmärkte eine erwartete Erholung der Wirtschaft exzessiv vorspielen, dies nur unterlegt mit ein paar ins positiv gedrehten Stimmungsindikatoren, brennt es am ursprünglichen Herd der Finanzkrise, dem US-Immobilienmarkt munter weiter. Denn auch für April 2009 zeigen die heutigen Daten des Census Bureau für die US-Baubeginne (Housing Starts) einen sehr beunruhigenden Stand an, sie markieren mit nur 458'000 Neubaubeginnen den tiefsten Stand seit Beginn der Datenermittlung im Jahr 1959. Damit manifestiert sich weiterhin ein unvorstellbarer Niedergang bei den privaten Wohnungsbauinvestitionen!

      Weiterführend ... http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/05/neues-all…
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 17:51:13
      Beitrag Nr. 5.014 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.210.647 von Maraho am 19.05.09 17:40:50egghat schreibt hierzu:

      US-Neubaubeginne auf Allzeittief

      Ein (kleiner) Dämpfer für die Konjunkturoptimisten. Noch nie wurden weniger Baubeginne für neue Häuser verzeichnet als im letzten April. Die Zahlen werden seit 50 Jahren erhoben.

      Erwartet wurden (für den schlauen Dieter ;-) : annualisiert) über 500.000, es wurden nur gut 450.000. Ich würde die Zahl nicht überbewerten, weil diese monatliche Zahl stark schwankt.

      Außerdem ist die Zahl nicht unbedingt negativ. Sie ist zwar für die Bauwirtschaft kurzfristig nicht positiv, aber sie entlastet mittelfristig den Immobilienmarkt, weil das Angebot sinkt. Für eine Stabilisierung der Hauspreise ist eine sinkende Anzahl neuer Immobilien unerlässlich. Es könnte dem Immobilienmarkt nichts Schlimmeres passieren als viele neue Immobilien, die noch zusätzlich zu den ganzen zwangsvollstreckten "Gebraucht"immobilien den Markt fluten.

      Da die fallenden Immobilienpreise immer noch *der* Auslöser für die Krise sind (auch wenn das scheinbar manchmal vergessen wird), hängt daran die Stabilisierung der Wirtschaft und des Bankensektors. Ohne Stabilisierung der Immobilienpreise wird es auch keine nachhaltige Stabilisierung der Banken und keinen Aufschwung der Konsumausgaben geben.

      Housing starts, permits hit record lows in April
      http://www.marketwatch.com/story/housing-starts-hit-reco…


      Quelle: http://egghat.blogspot.com/2009/05/us-neubaubeginne-auf-…
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 17:57:09
      Beitrag Nr. 5.015 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.207.995 von Maraho am 19.05.09 13:44:45In Bezug.

      Kreditvergabe
      Schwieriger Herbst für deutsche Firmen

      Die Nachfrage nach Bürgschaften aus dem Wirtschaftsfonds Deutschland ist groß - die Probleme mit der Liquiditätsversorgung bestehen fort. Im Herbst sieht das Wirtschaftsministerium eine kritische Phase für die Unternehmen.


      Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung des Wirtschaftsstaatssekretärs Hartmut Schauerte (CDU) in Sachen Kreditversorgung noch nicht über den Berg. "Wir glauben, dass die eigentliche Bewährungsprobe noch kommt", sagte Schauerte. Um größere Probleme zu vermeiden, sei Fortschritte bei den Bad Banks wichtig.

      Ansonsten fehle den Banken Eigenkapital, um die Unternehmen mit Krediten zu versorgen. "Ich glaube, das die Frage der Liquiditätsversorgung im August, September oder Oktober ihre eigentliche Bewährungsprobe haben wird", sagte Schauerte.

      Aus dem milliardenschweren Wirtschaftsfonds für krisengeschüttelte mittelständische Unternehmen sind bislang 681 Mio. Euro für 304 Firmen bewilligt worden. 174 Anträge wurden abgelehnt. Insgesamt seien für den Fonds 1104 Anträge mit einem Gesamtumfang von 4,5 Mrd. Euro gestellt worden. Darüber hinaus liefen Anfragen über etwa 6 Mrd. Euro, sagte Schauerte.

      Für Großunternehmen, die insgesamt 20 Anträge mit einem Volumen von 6 Mrd. Euro gestellt hätten, liege noch keine Entscheidung vor. Darüber befindet ein Lenkungsausschuss. Namen von Unternehmen oder das Datum der nächsten Ausschusssitzung wollte Schauerte nicht nennen.

      Der Autobauer Opel komme formell eher nicht für den Wirtschaftsfonds infrage, sagte der CDU-Politiker. Trotzdem sei nicht ausgeschlossen, dass die Rüsselsheimer Autobauer Kredite bekämen: "Irgendwann wird es eine politische Entscheidung geben." Er verglich die Lage mit einer Ministererlaubnis bei kartellrechtlich problematischen Firmenzusammenschlüssen. Auch dort kann der Wirtschaftsminister die Entscheidung von administrativen Gremien überstimmen.

      Quelle: http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Kreditvergabe-Schw…
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      Avatar
      schrieb am 19.05.09 19:07:05
      Beitrag Nr. 5.016 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.193.533 von Maraho am 17.05.09 12:44:22Und die Moral von der Geschicht` ...

      Korruption
      Schmieren gegen die Krise
      von Sonia Shinde

      Jeder vierte deutsche Angestellte findet Korruption in Ordnung, um in der derzeitigen Wirtschaftskrise an Aufträge zu kommen, fast jeder fünfte befürwortet dafür auch Geschenke oder teure Einladungen. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie "Wirtschaftskriminalität in Europa" der Unternehmensberatung Ernst & Young (E&Y)


      HB FRANKFURT. . Sie befragte insgesamt 2 200 Mitarbeiter in 22 europäischen Ländern, jeweils hundert pro Land. Allerdings liegen die Schmierwilligen aus Deutschland im europäischen Durchschnitt. Weit höher ist die Bereitschaft in Griechenland, der Türkei oder Tschechien.

      "Wenn 25 Prozent der Befragten in Deutschland bereit sind, Geschäftspartner zu bestechen, dann müssen wir zusätzlich mit einer erheblichen Dunkelziffer rechnen", warnt Steffen Heißner, Forensik-Chef bei Ernst & Young. Experten schätzen diese bei Korruption auf bis zu 95 Prozent, und die jährlichen Schäden beziffert die Weltbank auf bis zu 1 000 Mrd. Dollar pro Jahr.

      "Wie groß der Anteil deutscher Unternehmen daran ist, lässt sich nicht sagen", sagt Uwe Dolata, Korruptionsexperte beim Bund Deutscher Kriminalbeamter. Allerdings bemerkt auch er einen dramatischen Anstieg der Korruptionsneigung hiesiger Unternehmen. "Davon ist unter anderem die Autobranche betroffen, wie der Fall MAN gerade zeigt", sagt er. Das Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität des BKA bezifferte 2007 den Schaden durch Wirtschaftskriminelle in Deutschland auf 4,1 Mrd. Euro, jüngere Zahlen gibt es nicht.

      Laut der E&Y-Studie rechnen fast zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer mit einem Anstieg der Korruption, obwohl 46 Prozent der Befragten berichten, dass ihr Unternehmen in den letzten Jahren stärker gegen Korruption vorgegangen sei. Allerdings bremsen derzeit die Datenskandale von Bahn und Telekom den Elan in Sachen Compliance. "Viele Vorstände sagen, wir machen zurzeit gar nichts, um nicht dieselben Probleme zu bekommen", berichtet E&Y-Mann Heißner.

      Vor allem die Angst vor dem Jobverlust treibt laut Studie die Zahl der Fälle von Wirtschaftskriminalität nach oben. Fast 80 Prozent der Befragten gaben an, dass Entlassungen die Moral der Belegschaft untergrüben, bei Fusionen und Übernahmen waren es 84 Prozent. Das deckt sich mit der jüngsten Erhebung der Association of Certified Fraud Examiners (ACFE).

      Die dort organisierten rund 400 deutschen Forensiker und Unternehmens-Sicherheitschefs berichten von steigenden Fallzahlen seit Beginn der Wirtschaftskrise. "Viele, die wir in letzter Zeit erwischt haben, hatten Angst um ihren Job und wollten mitnehmen, was sie kriegen konnten", berichtet der Sicherheitschef eines europäischen Einzelhandelskonzerns. Mehr "Krisentäter", die durch drohenden Jobverlust und drückende Schulden kriminell werden, prognostiziert auch der Leipziger Strafrechtler Hendrik Schneider.

      Besonders gefährdet sind laut E&Y Vertrieb und Einkauf. Da bucht der Manager der Auslandstochter Aufträge, für die es noch nicht einmal einen Vertrag gibt, da versucht der Zulieferer den Einkaufschef mit Geld und Geschenken gnädig zu stimmen. Und immer stinkt der Fisch vom Kopf: Wenig Vertrauen haben die Beschäftigten zu ihren Vorgesetzten. Jeder vierte fordert stärkere staatliche Kontrollen, fast jeder zweite glaubt, dass es Manager in Krisenzeiten mit Compliance nicht so genau nehmen, 59 Prozent trauen ihren Bossen Betrug am ehesten zu, und mehr als ein Drittel will, dass die Geschäftsleitung bei Wirtschaftkriminalität persönlich haftet.

      Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/schmi…
      1 Antwort?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 19:13:49
      Beitrag Nr. 5.017 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.061.664 von Maraho am 29.04.09 13:19:24Etwas hierzu ...

      Konjunktur
      Krise zwingt Länder zu Haushaltssperren

      Angesichts der Steuerausfälle in Milliardenhöhe und erheblicher Ausgabensteigerungen durch die Wirtschaftskrise sorgen sich die Länder um ihre Haushalte. Der Bremer Senat verhängte am Dienstag mit sofortiger Wirkung eine Haushaltssperre für alle Ressorts. Andere Länder reagieren ähnlich auf die Krise.


      HB BERLIN. Der Bremer Senat verhängte am Dienstag mit sofortiger Wirkung eine Haushaltssperre für alle Ressorts. In Schleswig-Holstein kündigte Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) für Juli einen Nachtragshaushalt an. Am Dienstag erließ der Kieler Minister nach einer Sitzung des schwarz-roten Kabinetts zudem eine Haushaltssperre für Verwaltungsausgaben.

      Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg schlugen trotz der Milliardenlöcher Nachbesserungen bei der Unternehmenssteuerreform vor, um die Krise zu bewältigen. Kleine und mittlere Unternehmen sollten wieder mehr Zinszahlungen bei der Steuer absetzen dürfen, sagte Baden-Württembergs Regierungschef Günther Oettinger (CDU) nach einer gemeinsamen Kabinettssitzung in Düsseldorf. Es gehe nicht um „großartige Steuersenkungen“, sondern um einen „unteren einstelligen Milliardenbetrag“.

      Bis 2013 werden in Schleswig-Holstein nach derzeitigem Stand etwa vier Mrd. Euro weniger an Steuern fließen als noch im November geplant, teilte Finanzminister Wiegard in Kiel mit. „Das ist der schwerste Einbruch bei den Einnahmen in der Landesgeschichte“, sagte er zu den regionalisierten Zahlen aus der Steuerschätzung. Das Minus beträgt dieses Jahr 487 Mio. Euro, 2010 dann 953 Mio. und 2011 rund 982 Mio. - bei einem Jahresetat von gut neun Mrd. Euro. Nun soll die Neuverschuldung steigen.

      In Bremen ist die Situation ähnlich dramatisch. Dem hoch verschuldeten Bundesland machen neben drastisch sinkenden Einnahmen auch Ausgabensteigerungen unter anderem durch den Tarifabschluss im öffentlichen Dienst zu schaffen, teilte der Senat mit. Es fehlten rund 250 Mio. Euro. Von den nötigen Einschnitten nicht betroffen sein werde das Bremer Konjunkturpaket II mit knapp 118 Mio. Euro.

      Berlins Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) forderte angesichts der drastischen Steuerrückgänge, dass Freiberufler ab einer bestimmten Einkommenshöhe auch Gewerbesteuer zahlen. „Es ist nicht einzusehen, dass Freiberufler wie Ärzte, Anwälte oder Steuerberater, die gute Gewinne erwirtschaften, von der Gewerbesteuer befreit sind“, sagte er.

      Einen eigenwilligen Vorschlag zur Entlastung der Haushalte machte in Berlin eine Initiative von 23 Reichen: Sie fordern eine Vermögensabgabe, um die Folgen der Krise abzufedern. Ab einem Gesamtvermögen von mehr als 500 000 Euro sollte eine auf zwei Jahre befristete Vermögensabgabe von je fünf Prozent eingeführt werden, sagte Bruno Haas von der Initiative „Vermögender für eine Vermögensabgabe“ in Berlin.

      Quelle: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/krise-zwi…
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 19:26:31
      Beitrag Nr. 5.018 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.211.644 von Maraho am 19.05.09 19:13:49Wieso eigenwillig? Ist doch in Ordnung.

      INITIATIVE FÜR VERMÖGENSABGABE
      Reiche wollen mehr Steuern zahlen
      Von Severin Weiland

      Die Linke verlangt sie seit langem - aber von wohlhabenden Deutschen hatte man diese Forderung bislang nicht gehört: Eine Gruppe vermögender Bundesbürger will eine Zwangsabgabe für Reiche einführen. So könnten 50 Milliarden Euro für Bildung, Soziales und Ökologie zusammenkommen.


      Berlin - Dieter Lehmkuhl hat zusammengestellt, auf welche Weise er in den vergangenen Jahren von seinem Vermögen profitiert hat. Zwischen 2000 und 2007, sagt der frühere Arzt, sei sein Grundeinkommen "konstant" geblieben, sogar "leicht gesunken". Hingegen habe sich sein Einkommen aus Kapital und sonstigem Vermögen verdoppelt, das zu versteuernde Einkommen um ein Drittel verringert, die zu zahlenden Steuern insgesamt sogar halbiert.

      "Mein Vermögen", sagt der 66-Jährige aus Berlin, "hat um 25 Prozent zugenommen".

      Lehmkuhl findet, das sich das nicht gehört. Einen Teil davon will er der Gesellschaft zurückgeben. Gerade jetzt, in den Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise. Er ist einer von 23 Reichen, die sich in einer ungewöhnlichen Initiative zusammengeschlossen haben. Sie fordern, was sonst nicht im Trend der Wohlhabenden dieser Republik liegt: eine Zwangsabgabe von fünf Prozent ab 500.000 Euro Vermögen - gleichgültig, ob sich dieses nun aus Arbeit, Kapitaleinkünften oder Erbe zusammensetzt.

      Zu zahlen in den Jahren 2009 und 2010. 50 Milliarden Euro könne das erbringen, so die Initiative. Für Betriebsvermögen soll in diesen beiden Jahren nach ihren Vorstellungen ein Freibetrag von drei Millionen Euro gelten, um kleinere und mittelständische Unternehmer nicht zu stark zu belasten. Das Geld dürfe der Staat nur zweckgebunden ausgeben - und in den Bereichen Ökologie, Soziales und Bildung mehr Personal einstellen und Hartz IV und Sozialleistungen erhöhen.

      Reiche, die freiwillig Geld abgeben?

      Nach dem sozialökonomischen Panel - der Längsschnittstudie privater Haushalte - gab es 2002 in Deutschland 2.228.000 Haushalte mit einem Nettovermögen von über 500.000 Euro.

      23 sind also eine überschaubare Zahl.

      "Wir sind keine naiven Spinner", sagt Dieter Lehmkuhl im Hotel "Albrechtshof" in Berlin. Habe nicht Bundespräsident Horst Köhler erst im März Verantwortung und Anstand in der Finanzkrise angemahnt? Lehmkuhl hat sein Vermögen geerbt - schon vor rund hundert Jahren habe sein Großvater das Unternehmen verkauft, das Vermögen wurde weitergegeben.

      Erst im März hat sich die Initiative zusammengefunden. Lehmkuhl spricht vom "Gefühl der Gerechtigkeit", das ihn motiviere, hier mitzumachen. Schließlich würden künftig "diejenigen die Zeche zahlen müssen, die nicht in der Krise profitiert und nichts zu ihr beigetragen haben". Eigentum verpflichtet - diesem Verfassungsgebot sei von weiten Teilen der Politik und der Wirtschaft nicht mehr Rechnung getragen worden.

      Schon einmal gab es einen Appell der Reichen

      "Wir haben mehr als wir zum Leben brauchen", sagt der Koordinator der Kampagne, Bruno Haas. Er ist Anfang 30, Doktor der Philosophie und Erbe eines Unternehmensanteils. Haas hat schon einmal eine Kampagne der Wohlhabenden unterstützt. Damals, 2005, forderte der Reeder und Hamburger Millionär Peter Krämer Angela Merkel und Franz Müntefering auf, Vermögende zu belasten und das "Steuerparadies für wirklich Reiche in Deutschland" abzuschaffen. Dazu ist es durch die Große Koalition nicht gekommen.

      Vermögen zu besteuern - das blieb weitestgehend ein Tabu in der deutschen Politik. In letzter Zeit ist die Forderung wieder populärer geworden - bei den kleineren Parteien. Die Grünen wollen eine zeitlich befristete Vermögensabgabe zur Finanzierung der Krise, die Linkspartei will die alte Vermögensteuer wieder haben. Die SPD-Linke wollte sie eigentlich auch, konnte sich aber damit während der Programmdebatte nicht durchsetzen. Bei Union und FDP wird sie hingegen strikt abgelehnt.

      Haas sagt, Vermögen zu haben sei etwas "Wunderbares, wenn es mit Verantwortung einhergeht". So viel Geld, das gebe Sicherheit, auch ohne Arbeit seinen Lebenstandard zu halten. Ihn ärgert aber, dass Einkommen und Ausgaben der Bürger in den letzten Jahren immer stärker belastet wurden - das Vermögen hingegen nicht. Verschärft wird das Problem in den Augen der Initiatoren noch mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent - damit würde der Grundsatz der progressiven Steuer weitestgehend auf Arbeitseinkommen beschränkt.

      Auch daran erinnern die Initiatoren: Schon einmal gab es in Deutschland eine Vermögensabgabe. Sie wurde ausgerechnet unter dem CDU-Kanzler Konrad Adenauer eingeführt. Im Jahr 1952. Damals ging es um die Finanzierung des Lastenausgleichs. Die Reichen trugen so mit dazu bei, dass die Opfer materieller Kriegsschäden bedacht wurden, vor allem die Vertriebenen. Bis 1976 wurde die Vermögensabgabe erhoben. Die Besteuerung habe damals bei 50 Prozent gelegen, allerdings bei relativ hohen Freibeträgen, so Bernhard Seidel, einst leitender Mitarbeiter beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). "Dagegen sind fünf Prozent moderat", sagt er im Hotel "Albrechtshof".

      Nach der zweijährigen Zwangsabgabe wollen die Initiatoren die 1997 abgeschaffte Vermögenssteuer wieder einführen - in Höhe von "mindestens einem Prozent", wie Lehmkuhl erklärt. Geschätztes Aufkommen: 11 bis 16 Milliarden Euro im Jahr.

      Prominente stehen auf der Liste der Initiative nicht, bislang jedenfalls. "Wir sind normale Vermögende, sozusagen der Vermögende von Nebenan", sagt Haas. "Davon gibt es mehr als man denkt."

      Doch was ist mit den Ängsten der Reichen? "Die Abgabe bedeutet keinen Weltuntergang", sagt Lehmkuhl und verweist - in ironischer Anspielung auf die vergleichbare Hartz-IV-Regelung - auf das "Schonvermögen" von bis zu 500.000 Euro, das ihr Vorschlag den Wohlhabenden zubillige. "Es gibt auch so etwas wie einen Verarmungswahn", sagt der Psychiater und lächelt.

      Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,625749,…
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      schrieb am 19.05.09 19:33:25
      Beitrag Nr. 5.019 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.207.995 von Maraho am 19.05.09 13:44:45Hatten wir heute Mittag schon in der "Kurzversion". Hier ausführlich ...

      BANKEN UNTER DRUCK
      BaFin warnt vor Kreditausfällen

      Die volle Wucht der Rezession trifft die deutschen Banken erst in ein paar Monaten, schätzt die Finanzaufsicht BaFin. Das bringt ihre Kreditwürdigkeit in Gefahr, weshalb die Banken ihre faulen Wertpapiere in Höhe von 200 Milliarden Euro in sogenannten "Bad Banks" entsorgen sollen.


      Bonn - Die Finanzaufsicht BaFin macht sich Sorgen, ob die die deutschen Banken unbeschadet durch die Wirtschaftskrise kommen - und warnt vor zu erwartenden Kreditausfällen. Er sei sich ziemlich sicher, "dass unsere Banken in ein paar Monaten die volle Wucht der schärfsten aller bisherigen Rezessionen in ihren Kreditportfolien spüren werden", sagte BaFin-Präsident Jochen Sanio am Dienstag in Bonn.

      Riskanten Papieren drohe eine neue Welle von Herabstufungen durch die Ratingagenturen, was das Eigenkapital der Institute schwäche und damit ihre Fähigkeit einschränke, Kredite zu vergeben. "Die Rezession ist in den Kreditportfolien der Banken noch nicht angekommen", mahnte er. Die Größenordnung könne er nicht abschätzen, sagte Sanio. Ein schneller Wiederaufstieg nach einem kurzen Höllenritt sei mehr als unwahrscheinlich.

      Nur mit ausreichend Eigenkapital könnten die Banken sich ihre Kreditspielräume bewahren, auf die die deutsche Wirtschaft angewiesen sei, sagte Sanio. Aber auch in Zeiten einer Wirtschaftskrise, in der die Bonität vieler Kreditnehmer sinke gelte: Voraussetzung für die Vergabe oder Verlängerung eines Kredits sei die Kreditwürdigkeit des Kunden. Nach einer Schätzung der BaFin haben die Banken ausfallgefährdeten Wertpapiere mit einem Nennwert von 200 Milliarden Euro in ihren Büchern.

      Banken sollen "Bad Bank" nutzen

      Als Befreiungsschlag bezeichnete Sanio die geplante Schaffung der "Bad Bank". "Die Banken werden danach ihren Giftmüll kontinuierlich in einem geordneten Verfahren entsorgen können", sagte er. Es handele sich um ein legitimes Mittel der Schadensbegrenzung. Die betreffenden Papiere landeten in einem Sondertopf, den die jeweilige Bank aufgrund staatlicher Deckungszusagen nicht konsolidieren müsse. "Sind die Papiere erst einmal dort angekommen, dann können uns ihre Ratings und ihre erwarteten Cash Flows egal sein, denn die Verluste sind so zu bewältigen, wie sie tatsächlich im Zeitverlauf anfallen."

      Bislang wollen nur wenige Banken von der Bad Bank Gebrauch machen. "Niemand braucht sich dafür zu schämen, handelt es sich doch um ein legitimes Mittel der Schadensbegrenzung", appellierte Sanio. Er sprach sich aber gegen eine gesetzliche Verpflichtung der Banken aus, die staatliche Giftmülldeponie zu nutzen. Sie dürften aber nicht warten, bis die BaFin sie dazu zwinge oder sie "von tödlichen Downgradings getroffen" würden. Banken müssen in Folge von Rating-Herabstufungen bei Krediten oder Papieren in ihren Anlageportfolios entsprechende Wertkorrekturen vornehmen.

      Die Bank überträgt risikoreiche sogenannte strukturierte Wertpapiere auf eine von ihr gegründete eigene Bad Bank ("Zweckgesellschaft") zum "Buchwert". Diese Zweckgesellschaft refinanziert die faulen Papiere durch eine Anleihe, die die Mutterbank entgegennimmt. Die Anleihe wiederum wird vom staatlichen Rettungsfonds Soffin garantiert, der dafür von der Bank eine Garantiegebühr erhält.
      Die Mutterbank hat nun anstelle unsicherer Papiere sichere Anleihen in der Bilanz. Diese muss sie zudem nicht mehr mit Eigenkapital hinterlegen. Bei der Ausgliederung der faulen Papiere werden diese nach ihrem tatsächlichen wirtschaftlichen "Verkehrswert" von Experten bewertet. Abzüglich eines Risikoabschlages ergibt das den "Fundamentalwert".
      Der Ausgleichsbetrag zwischen Buchwert und Fundamentalwert der faulen Wertpapiere muss von der Bank in festen Raten, verteilt auf maximal 20 Jahre, an den Soffin gezahlt werden.

      Noch nicht geklärt ist, ob sowohl die faulen Wertpapiere als auch die neuen sicheren Anleihen am Finanzmarkt gehandelt werden können.

      Ergibt sich bei Auflösung der Zweckgesellschaft ein Verlust größer als der schon gezahlte Ausgleichsbetrag, fließt die Dividende der Mutterbank bis zu dieser Höhe an den Soffin. Ein Überschuss geht an die Mutterbank zurück.

      Sollte eine Bank eine Jahresrate nicht an den Soffin zahlen können, kann der Bund mit Eigenkapital einspringen und im Gegenzug Aktien am Institut erwerben. Auch Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte gesagt, er sehe vorerst keine Notwendigkeit für die teilverstaatlichte Bank, toxische Papiere auszulagern. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sagte der Zeitung "Die Zeit" dazu: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Vorstand vorsätzlich gegen das Wohl seines Unternehmens entscheidet. Jeder wird mit Vernunft abzuwägen haben, wie er die gesetzlichen Regelungen nutzt. Herr Blessing hat das bisher eindrucksvoll unter Beweis gestellt."

      BaFin schränkt Bankenaufsicht ein

      Wegen des Untersuchungsausschusses zu den Problemen bei der Hypo Real Estate Bank reduziert die BaFin zur Zeit ihre Aufsichtstätigkeit. "Tatsächlich haben wir die Aufsicht reduzieren müssen in einigen Bereichen für einen beschränkten Zeitraum, um den berechtigten Anforderungen des Untersuchungsausschusses entgegenzukommen und diese auch zu erfüllen", sagte die für den Bereich Banken zuständige Exekutivdirektorin Sabine Lautenschläger.

      Der Ausschuss habe eine Reihe von Beweisbeschlüssen gefasst, die sich auch auch Unterlagen der BaFin bezögen. Die Akten müssten jetzt zu diesem Zweck aufgearbeitet werden. Das bringe eine Menge Arbeit mit sich und führe zur einer Reduzierung der Aufsicht in einigen Bereichen. Aber natürlich laufe die Risiko orientierte Aufsicht weiter.

      Der Untersuchungsausschuss habe ein Recht darauf, die angeforderten Unterlagen so schnell wie möglich zu erhalten, sagte Sanio. Im Augenblick brenne es nirgendwo und die Behörde könne daher Arbeitskräfte für die Aufarbeitung der angeforderten Akten abziehen.

      ore/dpa/Reuters
      Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,625822,00.html …
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 19:54:20
      Beitrag Nr. 5.020 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.210.614 von Maraho am 19.05.09 17:38:23In direktem Bezug.

      Schärfere Regeln für Kreditkartengesellschaften bringen schärferes Vorgehen gegen Kunden

      New York (BoerseGo.de) - Nach einem Bericht im Wall Street Journal drohen die Kreditkartengesellschaften, die sich mit neuen strengen Regeln für ihre Branche abfinden müssen, mit einer Anhebung der Zinsen für weniger gewinnversprechende Kunden oder sogar damit, diese völlig auszuschließen. Der Senat steht vor der Verabschiedung eines Gesetzes, das die Praktiken des Kreditkartengeschäftes revidiert. Das Repräsentantenhaus wird bald nachziehen, Präsident Obama könnte das Gesetz schon nächste Woche unterzeichnen. Das Gesetz begrenzt Gebühren, bringt neue Beschränkungen in der Frage, wann die Gesellschaften Preise für säumige Kunden anheben können und setzt neue Standards für die Erhebung von Kontogebühren.

      Obwohl einige Details der vorgesehenen Regelungen noch nicht entschieden sind, erklären die Vorstandsetagen in verschiedenen Interviews, dass sie Optionen prüfen, wie in einem eingeschränkteren Umfeld Gewinn gemacht werden kann. Wie einer der Branchenmanager sagte „Jeder muss einen Weg zur Kostensenkung finden und die Profitabilität eines jeden Kunden verbessern“. Zu den erwogenen Möglichkeiten zählt der Ausschluss von Kunden, die ihre Kreditkarte nur selten benutzen, auch wenn sie rechtzeitig zahlen.

      Quelle: http://www.boerse-go.de/nachricht/Schaerfere-Regeln-fuer…
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 20:29:41
      Beitrag Nr. 5.021 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.988.347 von Maraho am 17.04.09 13:25:37Eine etwas längere Ausführung mit vielen Links.
      Deshalb bei Interesse einfach anklicken!

      Leitwährungswatch
      Deflation - langsam wird es ernst
      Von Dieter Wermuth

      Im Economist gibt es hinten immer zwei Seiten mit volkswirtschaftlich relevanten Statistiken und Prognosen. Wenn ich mir die Vorhersagen für die Verbraucherpreise im Jahr 2009 für die 42 Länder plus Euroland ansehe, hat die Deflation in den reicheren Ländern bereits begonnen: In neun von 42 Fällen steht ein Minuszeichen vor der Inflationsrate. Dazu zählen die USA, Japan, Spanien, die Schweiz, Schweden, aber auch die ärmeren Länder China, Malaysia, Thailand und Taiwan. In weiteren 12 Ländern wird eine Inflationsrate von 0% bis 1% erwartet. Im World Economic Outlook vom April sagt der Internationale Währungsfonds für die “advanced economies” in diesem Jahr einen Rückgang der Verbraucherpreise um 0,2% voraus. Für die Schwellenländer und Entwicklungsländer steigen die Preise im (Kaufkraft-)gewogenen Mittel noch um 5,7%, nach 9,3% im Vorjahr (Kap. 1, S. 10). Die Preise für international gehandelte Güter sinken laut IWF auf breiter Front (Anhang A, S. 204).

      Weiterlesen ... http://blog.zeit.de/herdentrieb/2009/05/19/deflation-lan…
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 20:53:50
      Beitrag Nr. 5.022 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.996.146 von Maraho am 18.04.09 20:24:40Ein recht langer Text mit vielen Grafiken.
      In schöner Regelmäßigkeit mal wieder die neue Pressemitteilung von Leap 2020:

      Die umfassende weltweite Krise: Juni 2009 – Die Welt verläßt endültig ihren die letzten 60 Jahre gültigen Bezugsrahmen

      - Pressemitteilung des GEAB vom 18. Mai 2009 -

      Die Entwicklung an den Aktienmärkten und bei den Finanzindizes sowie die Kommentare aus der Politik zur Krise und ihrer Bewältigung während der letzten zwei Monate sind surreal; wir er hören den Schwanengesang des Bezugssystems, in dem die Welt seit 1945 lebt.

      Schon im Januar 2007 hatten wir in der 11. Ausgabe des GEAB eine vergleichbare Situation beschrieben: Zum Jahreswechsel 2006/2007 wurde der Beginn der Rezession von einem „statistischen Nebel“ begleitet, der den Passagieren der Titanic verschleiern sollte, dass ihr Schiff im Sinken begriffen war (1). Heute stellen wir die Behauptung auf: In diesem Frühjahr 2009 hat die Welt das Koordinatensystem verlassen, mit dessen Hilfe sich die Entscheider in Wirtschaft, Finanzen und Politik in einem gegebenen Bezugsrahmen orientieren konnten. Dies gilt insbesondere, weil seit dem Zerfall des Ostblocks 1989 dieses Koordinatensystem ausgedünnt und auf die USA konzentriert wurde. Es war damit schon seit vielen Jahren nur noch bedingt in der Lage, die Wirklichkeit abzubilden. Nun aber, genauer ab dem Sommer 2009, navigieren die Entscheider in terra incognita. Das bedeutet, dass alle Orientierungshilfsmittel, alle Indikatoren, die bisher genutzt wurden, um Entscheidungen zu treffen über Investitionen, Rentabilität, Unternehmensansiedlungen, Eingehen von Joint venture etc., ihre Aussagekraft verloren haben. Sie funktionierten ausschließlich im bisherigen Koordinatensystem. Ab dem Sommer 2009 müssen Entscheidungen auf andere Hilfsmittel und Überlegungen gestützt werden, um schwerwiegende Fehler zu vermeiden.

      Diese Entwicklung hat sich in den letzten Monaten unter der Wirkung von zwei wichtigen Trends verstärkt:

      . Zum einen haben die verzweifelten Versuche zur Rettung des globalen Finanzsystems, und insbs. ihrer britischen und amerikanischen Bestandteile, wesentlich dazu beigetragen, die bisher noch verläßlichen „Navigationsinstrumente“ zu zerschlagen; sie wurden durch die verschiedenartigsten Manipulationen, die die Banken, die Regierungen und die Zentralbanken vornahmen, unbrauchbar und tragen nun mit ihren widersprüchlichen oder inkoheränten „Messergebnissen“ sogar noch zur Verunsicherung bei. Die Aktienmärkte sind dafür das beste Beispiel. Bisher galten sie noch als Indikatoren über den Zustand der Wirtschaft. Heute zweifeln alle, dass die Kurssprünge der letzten Wochen eine verläßliche Aussage über die Wirtschaftsentwicklung vermitteln könnten. Übrigens verfehlten diese Manipulationen auch noch ihr Ziel: Die zwei unten stehenden Schaubilder zeigen eindrücklich, dass die Rangliste der weltweit wichtigsten Banken ganz neu gemischt wurde. Im Jahr 2007 ging insoweit die britische und amerikanische Dominanz verloren.

      . Zum anderen haben die astronomischen Summen, die in nur einem Jahr in das globale Finanzsystem und insbesondere in die US-Banken gepumpt wurden, dazu geführt, dass die Banker und Politiker den Bezug zur Realität vollständig verloren haben. Man hat den Eindruck, dass sie alle von der Taucherkrankheit befallen sind, bei der der Taucher das Gefühl für oben und unten verliert und statt, wie beabsichtigt, aufzusteigen, immer tiefer abtaucht. Die Geldkrankheit scheint identisch auf das Gehirn und den Organismus zu wirken.

      Weiterlesen ... http://www.leap2020.eu/GEAB-N-35-ist-angekommen!-Die-um…
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 21:04:05
      Beitrag Nr. 5.023 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.882.052 von Maraho am 30.03.09 18:36:54Mal ein Blick auf Brasilien ...

      Wirtschaft
      Brasilien wird Erdöl-Nation

      2009 wird voraussichtlich Rekordjahr 2008 wiederholen

      Von Karl Weiss

      Gerade erst am 1. Mai dieses Jahres hatte Präsident Lula in einer kleinen Feierstunde das erste Erdöl aus dem „Pre-Sal“ vor der brasilianischen Küste in die Leitung strömen lassen, schon kommt bereits die dritte Meldung über ein neu gefundenes Ölfeld in der Bucht von Santos seit Februar 2009.

      Der spanisch-argentinische Ölkonzern Repsol hat eine Anzahl von Lizenzen zur Erforschung nach Ölhaltigkeit für Gebiete vor der brasilianischen Küste erworben, die er zusammen mit der brasilianischen Petrobras und anderen betreibt. Im Februar hatte Repsol bereits Ölfunde in den Feldern „Piracucá“ und „Iguaçú“, beide vor der Küste von Santos, bekannt gegeben. Jetzt kommt der neue Fund dazu. Damit sind in den dortigen Feldern nun bereits 6 Bohrungen fündig geworden

      Der neue Fund, bekannt geworden am 11. Mai, erhielt den Namen Panoramix und wurde in nur 170 Meter Wassertiefe erschlossen, was die Ausbeutung beachtlich erleichtert und mit einer fest auf dem Meeresgrund verankerten Plattform ausgebeutet werden kann. Allerdings wird dort auch nur eine Ausbeute von etwa 400.000 Kubikmetern Erdgas pro Tag und von etwa 1.500.000 Barril (Fässer) Erdöl täglich erwartet – das ist mittlere Grösse.

      Brasilien hat seit letztem Jahr angefangen, auch das Erdgas aus den Ölfeldern zu nutzen und nicht mehr abzufackeln. Innerhalb der nächsten zehn Jahre soll der gesamte Bedarf von Erdgas aus eigenen Quellen gewonnen werden, was Brasilien vom bolivianischen Erdgas unabhängig macht.

      Auch die im Kern bereits beschlossene, aber nie zur Realisierung gebrachte grosse Erdgasleitung von Venezuela bis in den Südosten Brasiliens (und weiter nach Argentinien) könnte überflüssig werden.

      Die wirklich bedeutenden der brasilianischen Ölfunde sind allerdings die im „Pre-Sal“ („Vor Salz“). Im Geologen-Chinesisch drückt das aus: Unter dem Salz.

      In verschiedenen Teilen der Weltmeere gibt es Kilometer unter dem Meeresgrund dicke Salzschichten. In vielen Fällen befinden sich noch einmal einen halben oder ein Kilometer darunter Erdölfelder. So ist es mit einer der grössten Ansammlungen von grösseren Ölfeldern, das je gefunden wurde, das sich im Abstand von über hundert Kilometer vor der brasilianischen Küste von Gebieten vor dem Staat São Paulo bis nach Norden in Gebiete vor dem Staat Bahia hinzieht. Sie liegen 5 bis 6 Kilometer unter der Wasseroberfläche und in Wassertiefen von etwa 4 Kilometer . Solche Felder waren bisher nicht zugänglich. Die in Brasilien von verschiedenen, auch ausländischen, Gruppen entwickelte Technik des Bohrens und Förderns von schwimmenden Plattformen aus macht es nun erstmals möglich, solche „Pre Sal“-Ölfelder auszubeuten.

      Es soll bis zum Jahr 2020 an etwa 15 verschiedene Stellen eine Ausbeutung dieser Ölfelder geben. Die Investitionen dafür sind gewaltig und können nicht allein von der Petrobras und dem brasilianischen Staat aufgebracht werden. Es wurden bereits Verträge über Milliarden-Investitionen mit China geschlossen, das später in Erdöl bezahlt werden soll.

      Wenn all dies verwirklicht ist, kann Brasilien zu einem der ganz grossen Erdölexporteure werden, in etwa in der Grössenordnung des Iran.

      Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Brasiliens Brutto-Inlandsprodukt zu etwa 75 % aus internem Konsum besteht. Das hat auch dazu geführt, dass Brasilien weit weniger von der derzeitigen Welt-Wirtschaftskrise betroffen ist als die meisten Industrieländer. Voraussichtlich wird Brasilien im Jahr 2009 ein Null-Wachstum aufweisen. Das bedeutet aber, dass sich das Rekordjahr 2008 wiederholen wird.

      Auch als grosser Erdölexporteur wird also Brasilien nicht zu einem extrem von Exporten abhängigen Land werden - wie Deutschland es war und deshalb jetzt besonders leidet – oder wie es andere Entwicklungsländer zu völlig vom Erdölkonsum und –preis abhängigen Nationen macht, wie Venezuela, Nigeria oder den Iran.

      Im Moment muss Brasilien noch heftige Mengen von Diesel importieren, weil ein grosser Teil der in Brasilien bisher gefundenen Erdölqualitäten extrem dickflüssig ist und von brasilianischen Raffinerien nicht verarbeitet werden kann. Ausser durch den Bau einer neuen grossen Raffinerie versucht Brasilien dies Problem durch Beimischen von Biodiesel zu bekämpfen. Heute hat bereits der gesamte in Brasilien verbrauchte Diesel-Kraftstoff 5% Bio-Diesel beigemischt.

      Der Export von Erdöl dagegen ist bisher nur gering, aber offiziell gilt Brasilien bereits als Erdöl-autark. In brasilianischen Reais ergibt sich aber im Moment noch ein Defizit.

      Wenn Russland und/oder Italien nicht aufpassen, wird Brasilien sie im Brutto-Inlandsprodukt überholen.

      Quelle: http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=d…
      1 Antwort?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 21:24:24
      Beitrag Nr. 5.024 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.212.137 von Maraho am 19.05.09 19:54:20In Zusammenhang.

      USA
      Über 10 Prozent in den USA können Kreditkartenschulden nicht zahlen

      Weil inzwischen über 10 Prozent der Kunden in den USA ihre Kreditkartenschulden nicht mehr zahlen können, streicht American Express weitere 4000 Stellen. Mit der Maßnahme versucht American Express in diesem Jahr 800 Millionen einsparen. Zu schaffen macht dem US-Unternehmen vor allem, die hohe Arbeitslosigkeit in den USA.

      American Express streicht weitere 4000 Arbeitsplätze, weil immer mehr Kunden ihre Kreditkartenschulden nicht mehr bezahlen können. Mit der neuen Runde von Stellenstreichungen will Das Unternehmen sein Ziel erreichen, in diesem Jahr 800 Millionen Dollar einzusparen. Nach jüngsten Angaben wird die Quote der Darlehensausfälle bei dem Kreditkartenanbieter im April auf 10,1 Prozent steigen, nach 8,8 Prozent im März. Der Abbau weiterer 4000 Stellen entspricht sechs Prozent der Belegschaft. Erst im Oktober hatte American Express den Abbau von 7000 Stellen verkündet – dieser ist mittlerweile weitgehend vollzogen.

      Weiterlesen ... http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/usa-ueber-…
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 21:58:17
      Beitrag Nr. 5.025 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.085.086 von Maraho am 03.05.09 15:17:35In Bezug.

      Zum Schluß noch ein kurzes, vielleicht etwas polemisches Filmchen und dann ...

      Du bist Terrorist
      http://vimeo.com/4631958
      80 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 22:04:45
      Beitrag Nr. 5.026 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.213.533 von Maraho am 19.05.09 21:58:17... empfehle ich mich für heute.

      Wieder einmal ganz herzlichen Dank euch allen da draußen für das Interesse an diesem Dienstag.

      Und kiska, Dir ein besonderes Dankeschön für Deine Mühe.

      So wünsche ich nun allerseits eine gute Nacht!

      Maraho
      Avatar
      schrieb am 19.05.09 22:19:21
      Beitrag Nr. 5.027 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.213.621 von Maraho am 19.05.09 22:04:45...Dank DIR + gute Nacht!;)
      (...wie wir das mit den guten Nächten immer noch hinkriegen angesichts dessen,was sich von unserem System gerade so deutlich zeigt....:rolleyes:--der Mensch verdrängt,kompensiert und bagatellisiert eben einfach gut...)
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 05:22:29
      Beitrag Nr. 5.028 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.979.264 von Maraho am 16.04.09 13:20:12Guten Morgen,
      ein erträglicher Tag sei euch gewünscht!

      Beginnen wir damit ...

      Kritik an starkem Außenhandel
      Exportnation auf Heimatsuche
      von Birgit Marschall (Berlin)

      Weltweit renommierte Ökonomen bekräftigen die Kritik an der einseitigen deutschen Exportorientierung. Es müsse künftig sehr viel mehr für die Stabilisierung der Inlandsnachfrage getan werden.


      "Die alte Strategie, Maschinen gegen Lehman-Brothers-Zertifikate zu verkaufen, hat nicht funktioniert. Wir müssen uns ein neues Geschäftsmodell suchen", sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn.

      Auch Adam Posen, einer der prominentesten Deutschlandexperten in den USA, wies jüngste Versuche von Politikern und Industrievertretern zurück, die bisherige Ausrichtung zu verteidigen. "Ihr müsst mit diesem Exportwahnsinn aufhören. Langfristig bringt eine ausgewogenere Struktur mehr Wohlfahrtsgewinne", sagte Posen der FTD.

      Wegen der hohen Exportabhängigkeit ist die deutsche Wirtschaftsleistung seit dem Zusammenbruch der weltweiten Nachfrage nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers stärker eingebrochen als anderswo. Nach Japan ist Deutschland in der Welt jenes Industrieland, das am stärksten unter der Krise zu leiden hat. Der Rezession waren allerdings erfolgreiche Jahre vorausgegangen: Deutschland feierte sich Jahr für Jahr als Exportweltmeister oder als Vizeweltmeister - was gemessen an seiner im Vergleich zu China geringeren Größe ein fast so großer Erfolg war.

      Doch Experten wie Sinn, Posen oder auch der Wirtschaftssachverständige Peter Bofinger halten die deutsche Wirtschaft langfristig gesehen für zu einseitig auf Exporterfolge ausgerichtet. Ihre Analyse lautet, dass sich Exportüberschusse nicht ewig steigern lassen, weil sie per Definition bei anderen zu gefährlich hohen Defiziten führen.

      Die Ökonomen widersprechen damit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Industrievertretern. "Die deutsche Wirtschaft ist sehr exportabhängig, und das ist nicht etwas, was Sie in zwei Jahren ändern können. Es ist auch nichts, was wir ändern wollen", betonte Merkel im Interview der Financial Times. Ähnlich argumentierte Siemens-Chef Peter Löscher in der Zeitung. "Wir werden als Ergebnis der Krise sicher mehr Industrialisierung und nicht weniger sehen", sagte Löscher diese Woche.

      US-Ökonom Posen hält dagegen, dass eine geradezu manische Ausrichtung auf die Industrie und deren Exportweltmeisterschaft Wohlfahrtsverluste verursacht habe. Die Exporterfolge wurden teuer erkauft, indem die Pro-Kopf-Einkommen so wenig gestiegen seien wie außer in Japan nirgendwo in der Welt. Deutschland habe zwischen 1997 und 2007 einen Pro-Kopf-Einkommenszuwachs von 0,91 Prozent erzielt, in den USA dagegen stiegen die Einkommen um 2,6 Prozent, in Kanada um 3,5 Prozent, in Spanien sogar um 4,5 Prozent. "Das Exportmodell hat nicht funktioniert. Im langfristigen Jahresdurchschnitt gab es in Deutschland kaum Einkommenszuwächse", sagte Posen.

      Die hohen Jobzuwächse 2006 bis 2008 führt der US-Ökonom nicht auf Exporte, sondern auf die Hartz-Reformen zurück. Dadurch sei die Beschäftigungsschwelle gesunken: Dank geringer Lohnansprüche fanden plötzlich auch Menschen mit geringerer Produktivität einen Job.

      Für Ifo-Chef Sinn sind Kapital- und Güterexporte zwei Seiten derselben Medaille: "Wir haben unsere Ersparnisse exportiert und den Amerikanern und anderen den hohen Konsumstandard ermöglicht. Das war ein Fehler", sagte Sinn der "Welt". Künftig müssten die Deutschen ihre Ersparnisse für Investitionen im Inland verwenden, andernfalls sei Wachstum unmöglich.

      Während gewerkschaftsnahe Ökonomen wie Bofinger Lohnsteigerungen empfehlen, setzt US-Ökonom Posen auf das Aufbrechen alter Strukturen. "Deutschland braucht eine Systemveränderung. Es darf nicht weiter sein, dass immer wieder die gleichen Leute in Aufsichtsräten die wichtigsten Unternehmen des Landes steuern." Zudem müsse der Dienstleistungssektor stärker gefördert werden.

      Quelle: http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Kritik-an-starkem-Au%…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 05:33:30
      Beitrag Nr. 5.029 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.210.647 von Maraho am 19.05.09 17:40:50Etwas hierzu.

      Immobilienkrise
      Die verwahrlosten Häuser der Banken
      von Nicholas Casey

      Vor sich hin rottende Immobilien, wuchernde Grünanlagen - Amerikas Banken horten überschuldete Immobilien und lassen sie verkommen. Nicht so in der kalifornischen Kleinstadt Indio, in der ein im vergangenen Jahr verabschiedetes Gesetz die Kreditinstitute dazu verpflichtet, sich um die in ihren Besitz gefallenen Immobilien zu kümmern.

      Weiterlesen ... http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/die-verwa…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 05:45:12
      Beitrag Nr. 5.030 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.198.819 von Maraho am 18.05.09 13:35:42In Bezug.

      Armut in Deutschland: "Die Mittelschicht ist bedroht"

      Der Armutsatlas verzeichnet ein krasses Wohlstandsgefälle in Deutschland. Drohen soziale Zerwürfnisse? Wer muss sich vor Armut fürchten? Was für Folgen hat die Angst vor dem Absturz? Der Soziologe Berthold Vogel gibt Antworten.


      Herr Vogel, laut Paritätischem Gesamtverband leben in manchen Regionen Deutschlands über 25 Prozent der Menschen in Armut. Verarmt nun schon die ehemalige Mittelschicht?

      Die breite Mittelschicht - gut ausgebildete Facharbeiter und Angestellte - gerät immer weiter unter Druck. Die Mitte der Gesellschaft wird immer stärker von Abstiegsängsten erfasst. Durch die Wirtschaftskrise wird sich das verschärfen - eine brisante Entwicklung.

      Welche Folgen ergeben sich aus der Erosion der Mittelschicht?

      Die Leistungsträger verhalten sich immer weniger solidarisch, weil sie selbst Existenzängste haben. Sie grenzen sich stärker von den unteren Schichten ab, Ressentiments gegenüber Menschen am Rande der Gesellschaft werden geschürt. Das sorgt für soziale Konflikte.

      Wodurch konkret sieht sich die Mittelschicht unter Druck gesetzt?

      Durch Leih- und Zeitarbeiter, 1-Euro-Jobber, befristete Verträge. Solche Maßnahmen kamen früher nur in einfachen Beschäftigungsverhältnissen zum Einsatz. Heute sind sie auch in Berufen normal, die eigentlich die qualifizierte Mitte besetzt. Wir nennen das "Prekarisierung der Arbeit". Das Signal für die Beschäftigten: Euer Job ist nicht sicher.

      Ist es im Interesse der Wirtschaft, für soziale Unsicherheit unter den Arbeitnehmern zu sorgen?

      Über Jahrzehnte gab es einen Konsens darüber, dass man Ungleichheiten in der Gesellschaft zumindest abdämpfen sollte. Der Abstand zwischen den sozialen Gruppen sollte möglichst gering gehalten werden. So wurde eine breite Mittelschicht geschaffen. Doch in jüngerer Zeit hat sich der gegenteilige Gedanke durchgesetzt: nämlich dass durch die staatlichen Wohltaten die Menschen passiv und inaktiv geworden seien. Neuerdings forciert die Politik wieder die Ungleichheit, zum Beispiel durch die Förderung von Zeitarbeit. Mehr Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt soll für mehr Leistungsbereitschaft sorgen.

      Und funktioniert das?

      Ich sehe das problematisch. Natürlich sollte man die Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen fördern. Aber es sollte kein Klima der Angst entstehen, weder in der Gesellschaft insgesamt noch in einzelnen Betrieben. Wer ständig in Sorge um seinen Job ist, wer sich immerzu Gedanken darüber machen muss, ob er seine Familie auch morgen noch versorgen kann, der ist nicht glücklich. Aber wer unglücklich und verunsichert ist, wird nicht besonders produktiv arbeiten.

      Welche Gruppen sind am stärksten vom sozialen Abstieg bedroht?

      Sämtliche Statistiken sind eindeutig: Je höher die Qualifikation, desto größer sind die Chancen, sich zu behaupten und aufzusteigen. Allerdings sind die klassischen Karrierewege früherer Tage schwieriger geworden. Eine gute fachliche Qualifikation bedeutet längst nicht mehr einen sicheren Job.

      In welchen Branchen wird die Unsicherheit zunehmen?

      Vor allem dort, wo es globalen Druck gibt: im Maschinenbau, in der Automobilindustrie, in der Chemiebranche, bei Banken und Versicherungen. Aber auch - und das ist neu - in den öffentlichen Diensten.

      Der Armutsatlas des Paritätischen Gesamtverbands zeigt, dass es starke regionale Unterschiede bei der Verteilung der Armut gibt. Muss der Staat stärker eingreifen?

      Die reicheren Regionen werden sich vehement wehren, Transfers für ärmere zu leisten. Außerdem werden in Zeiten der öffentlichen Finanznot und der Wirtschaftskrise die Handlungsspielräume der Politik immer kleiner. Die Substanz wird aufgezehrt. Was die lange Sicht angeht, bin ich mit Blick auf staatliche Gestaltungsspielräume eher pessimistisch.


      Interview: Sönke Wiese
      Quelle: http://www.stern.de/wirtschaft/immobilien/verbraucher/:Armut…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 06:10:01
      Beitrag Nr. 5.031 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.207.769 von Maraho am 19.05.09 13:15:23Etwas zu den kleineren amerikanischen Banken ...

      Finanzbranche
      Kleine US-Banken könnten 200 Milliarden verlieren

      Den kleinen und mittelgroßen US-Banken drohen bei einer Verschlechterung der Wirtschaftslage einem Medienbericht zufolge bis Ende 2010 Verluste in Höhe von 200 Mrd. Dollar.


      HB BANGALORE. Allein ein Verfall der Märkte für gewerbliche Immobilien könnte die Bilanzen von mehr als 900 mittleren und kleinen Institute mit 100 Milliarden Dollar belasten, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf einen eigenen Stress-Test. Bei mehr als 600 Instituten könnte die Kernkapitalquote demnach unter die Maßgaben der Aufsichtsbehörden fallen.

      Die möglichen Verluste könnten bei den meisten von ihnen die Einnahmen übersteigen, hieß es weiter. Die US-Regierung hatte lediglich bei den 19 größten Instituten des Landes einen Stress-Test durchgeführt. Damit wollte sie überprüfen, wie gut die Institute für eine eventuelle Verschärfung der Finanzkrise gewappnet sind.

      Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicher…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 06:13:57
      Beitrag Nr. 5.032 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.214.750 von Maraho am 20.05.09 06:10:01egghat schreibt hierzu ...

      Zahl des Tages (19.05.09): 500.000.000.000

      Mal wieder eine richtig große Zahl. Natürlich aus dem Themenkomplex Finanzkrise.

      Heute hat der Senat einer Erhöhung der Kreditaufnahme des amerikanischen Bankensicherungsvereins FDIC in Höhe von

      500.000.000.000 (500 Mrd.) Dollar

      zugestimmt. Bisher betrug die maximale Höhe der Kreditaufnahme der FDIC nur 30 Mrd. Die Erhöhung ist nur temporär, allerdings ist die langfristige Verschuldungsobergrenze auch auf 100 Mrd. erhöht worden.

      Der Hintergrund ist einfach: Die FDIC muss immer mehr Banken retten. Die Rettungsaktionen werden auch spürbar teurer. Inzwischen fehlen den geretteten Banken nicht 5 oder 10% der Bilanzsumme, sondern eher 30%. (Wie eine so große Lücke bei überwachten Banken überhaupt entstehen kann, frage ich jetzt mal besser nicht). Und die Liste der geretteten (und auch der gefährdeten) Banken wird immer länger. Inzwischen werden Verluste bei den kleineren Banken von bis zu 200 Mrd. Dollar befürchtet (Handelsblatt: Kleine US-Banken könnten 200 Milliarden verlieren). Kein Wunder, dass die FDIC neues Geld benötigt. Und auch kein Wunder, dass US-Finanzminister Geithner den Pool der möglichen Empfänger des Rettungsprogramms TARP auch auf einige weitere kleine Banken ausweiten möchte (Marketwatch: Small banks can apply for TARP funds, Geithner says).

      Naja, ein paar Hundert Milliarden hier, ein paar da ...

      Weiteres ... http://egghat.blogspot.com/2009/05/zahl-des-tages-190509-500…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 06:20:27
      Beitrag Nr. 5.033 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.957.347 von Maraho am 12.04.09 11:49:48Kurz etwas hierzu.

      Nukleare Abrüstung
      Russland will keine US-Raketen in Europa

      Russland hat einen Erfolg bei den Abrüstungsverhandlungen mit den USA von einem Verzicht Washingtons auf die geplante US-Raketenabwehr in Europa abhängig gemacht. "Wenn die Amerikaner weiter auf ihrem Recht einer Raketenabwehr beharren, wird die Abrüstung bei strategischen Waffen sich verzögern oder gar ganz ins Stocken geraten", sagte der Chef des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, Konstantin Kossatschow, am Dienstag dem russischen Staatsfernsehen.

      Am Dienstag sollten in Moskau die ersten Verhandlungen auf Expertenebene für eine Verlängerung des zum Jahresende auslaufenden Vertrags über die Reduzierung strategischer Waffen (START) aufgenommen werden.

      In den START-Abkommen haben Russland und die USA eine nukleare Abrüstung vereinbart. Die Abkürzung START steht für Strategic Arms Reduction Treaty (Vertrag zur Verringerung der strategischen Nuklearwaffen).

      Der START-I-Vertrag wurde 1991 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion geschlossen. Nachdem ihn alle ratifiziert hatten, trat er im Dezember 1994 in Kraft. Die Vertragsparteien vereinbarten, die Bestände der weitreichenden Systeme (über 5000 Kilometer) um durchschnittlich 25 bis 30 Prozent zu verringern - auf etwa 8500 amerikanische und rund 7000 sowjetische Sprengköpfe. Der Vertrag läuft Ende 2009 aus.

      Der START-II-VERTRAG wurde im Januar 1993 unterzeichnet. Das Abkommen sieht eine weitere Verringerung der Bestände und den völligen Verzicht auf bodengestützte Interkontinentalraketen mit Mehrfachsprengköpfen vor. Ursprünglich verpflichteten sich die Seiten, die Gesamtzahl der Atomsprengköpfe an bodengestützten Interkontinentalraketen, U-Boot-Raketen sowie Fernbombern bis Januar 2003 in zwei Stufen auf etwa ein Drittel zu reduzieren.

      Den USA verbleiben danach noch 3500 Sprengköpfe, Russland 3000. In zwei Modifizierungsabkommen vom September 1997 wurde die Frist zur Verschrottung der russischen Trägersysteme bis 2007 verlängert. Die USA dürfen im Gegenzug ihre als "nichtstrategisch" eingestuften Raketenprogramme weiterverfolgen. Russland ratifizierte den Vertrag erst im Jahr 2000. Im Streit um die US-Raketenabwehrpläne wurde er allerdings durch das SORT-Abkommen (Strategic Offensive Reductions Treaty) ersetzt. Nach dem bis 2012 gültigen SORT-Vertrag ist eine Begrenzung auf 1700 bis 2200 Sprengköpfe vorgesehen. (dpa)

      Quelle: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/17618…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 06:56:49
      Beitrag Nr. 5.034 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.870.638 von Maraho am 28.03.09 09:44:49Mal wieder zur Erinnerung ...

      SoFFin
      Vertrauen ist gut, Kontrolle besser

      Es soll alles anders werden, haben die Politiker gelobt: Transparenz und Kontrolle sollen einkehren auf den Finanzmärkten. Als Gegenleistung für hunderte von Milliarden an Hilfen und Bürgerschaften versprach die Regierung, Banken und ihre Rettung streng zu kontrollieren. Soweit die Sonntagsreden. Doch wie sieht die Praxis aus? Anders, ganz anders.

      Machtlose Parlamentarier

      Alexander Bonde sitzt für Bündnis 90/die Grünen im Bundestag und ist Mitglied des einflussreichen Haushaltsausschusses. Immer freitags aber, wenn er an den Sitzungen des parlamentarischen Kontrollgremiums zur Bankenrettung teilnimmt, vollzieht sich eine merkwürdige Verwandlung: Aus dem selbstbewussten Volksvertreter wird ein zahnloser Pseudo-Parlamentarier, denn seine angestammten Rechte als Abgeordneter muss er an der Garderobe abgeben.

      Dabei soll der parlamentarische Ausschuss die milliardenschwere Bankenrettung unter die Lupe nehmen und kontrollieren. Das Problem dabei: Der Ausschuss ist ein reines Informationsgremium und hat keinerlei Entscheidungsbefugnis. An wen das Geld vergeben wird und unter welchen Bedingungen, das entscheidet allein der so genannte "Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung" (SoFFin) und damit die Regierung.

      Alexander Bonde sieht sich und seine Abgeordnetenkollegen damit in der parlamentarischen Kontrolle der entscheidenden Hebel beraubt.

      Alles streng geheim

      Die Parlamentarier dürfen noch nicht einmal Einsicht in die Bücher der Banken nehmen, um zu prüfen, wie es tatsächlich um die Institute steht, die mit den Steuermilliarden gestützt werden. Und schlimmer noch: Über die Fakten, die er hier erfährt, darf er mit niemandem reden, nicht einmal mit seinen Fraktionskollegen. Alles, was die Regierung zur Bankenrettung preisgibt, ist streng geheim. Den neun Parlamentariern in diesem Gremium drohen sogar Gefängnisstrafen. Obwohl es um Milliarden an Steuergeldern geht.

      Insgesamt werden so 480 Milliarden Euro an direkten Hilfen und Bürgschaften vergeben. Das ist mehr als der doppelte Bundeshaushalt. Dort wird jedes Jahr ausgiebig über die Verwendung einzelner Millionenbeträge gestritten. Bei den Milliarden für die Banken dagegen haben die Parlamentarier nicht nur nichts zu sagen - sie werden nicht mal informiert.

      So funktioniert die Bankenrettung

      Der Bund und damit die Bürger und Steuerzahler müssen die Milliarden aufbringen. Das Geld fließt in den "Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung", eine Behörde, kurz "SoFFin" genannt. Der SoFFin bestimmt, wie das Geld verteilt wird.

      Geleitet wird die Anstalt von ehemaligen Bankern und Politikern wie

      Norbert Stratthaus, ehemals Finanzminister in Baden-Württemberg,

      Hannes Rehm, Ex-Vorstandsvorsitzender der Norddeutschen Landesbank und

      Christopher Pleister, langjähriger Präsident des Bundesverbandes der Volks-und Raiffeisenbanken.

      Sie machen Vorschläge , welcher Bank mit welcher Summe geholfen werden soll.

      Die Rettungskonzepte werden dem so genannten Lenkungsausschuss vorgelegt. In dem sitzen Staatssekretäre wie der einflussreiche Ausschussvorsitzende aus dem Finanzminsterium, Jörg Asmussen, Jens Weidmann aus dem Bundeskanzleramt und Walther Otremba aus dem Wirtschaftsministerium. Sie entscheiden, wer welche Hilfe bekommt - oft in direkter geheimer Absprache mit den betroffenen Banken.

      Das letzte Wort hat der Finanzminister. Parlament und Bevölkerung werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Was genau mit dem Geld geschieht, ob die Hilfen mit Auflagen verbunden sind, ob geprüft wurde, ob die Banken selbst über Mittel verfügen oder ob die Banken weiter damit zocken, das erfahren sie nicht. Nur der kleine Unterausschuss des Bundestages wird über Details informiert. Aber er ist eben zum Schweigen vergattert.

      Vorsitzender sieht kein Problem

      Albert Rupprecht von der CSU ist Vorsitzender des parlamentarischen Kontrollgremiums. Er sieht kein Problem in der strengen Geheimhaltung. Es gebe nun mal die Notwendigkeit, dass bestimmte Informationen über einzelne Vertragsbestandteile nicht öffentlich werden, weil das anderenfalls zu einer Destabilisierung der Banken führen könnte.

      Nicht im Einklang mit dem Grundgesetz

      Dass die Geschäftsgeheimnisse aber über den demokratischen Kontrollrechten stehen, stößt bei Verfassungsrechtlern auf Widerspruch. So auch bei Joachim Wieland. Der Professor für Öffentliches Recht und Haushaltsrecht an der Verwaltungshochschule in Speyer hält die weitreichende Beschränkung der Rechte der Abgeordneten in dem Kontrollgremium für verfassungswidrig. Er sagt, die Parlamentarier haben das Recht und die Pflicht, die Regierung zu kontrollieren. Dafür benötigten sie nun einmal Informationen und müssten auch in der Lage sein, mit ihren Kolleginnen im Parlament über das zu diskutieren und zu sprechen, was sie erfahren hätten.

      Aber diese vom Grundgesetz garantierten Rechte gab das Parlament im Oktober 2008 freiwillig auf - unter dem Schock der Finanzkrise. Damals stand die internationale Finanzwelt kurz vor dem Zusammenbruch - mit unabsehbaren Folgen. Der Staat sollte den Kollaps verhindern. Bei der nächtlichen Krisensitzung im Kanzleramt einigte man sich auf gigantische Hilfen für die Finanzinstitute.

      Der Chef der Deutschen Bank saß nach Angaben von Insidern ebenso mit am Tisch wie eine Reihe von Bankanwälten. Die internationale Anwaltskanzlei Freshfields wurde damals beauftragt, ein Gesetz zur Stabilisierung des Finanzmarktes zu entwerfen. Diese Kanzlei arbeitete vorher auch für Banken wie die angeschlagene Hypo Real Estate. Der Gesetzentwurf wurde wenige Tage später dem Parlament vorgelegt. Eine echte Wahl hatte es nicht. Die Bundeskanzlerin ließ wissen, dass die Verabschiedung dieses Pakets von Maßnahmen völlig ohne Alternative sei.

      In nur einer Woche wurde das Gesetz an allen Fristen vorbei durch alle Gremien gepeitscht. CDU, SPD und FDP stimmten für das Rettungspaket von 480 Milliarden Euro - und gleichzeitig dafür, dass die Verantwortung für das gigantische Finanzpaket praktisch komplett bei der Regierung liegen sollte. Das Parlament schaltete sich am 17. Oktober 2008 weitgehend selbst aus. Dem Volk bleibt nur, zu zahlen.

      Bei insgesamt vier Gesetzesvorhaben zur Finanzmarkt-Stabilisierung arbeiteten externe Anwaltskanzleien mit. Das bestätigte die Regierung inzwischen auf Anfrage des FDP-Abgeordneten Frank Schäffler.

      Ein Stück Weltbild breche für ihn zusammen, meinte Schäffler, habe er doch bisher noch in dem guten Glauben gelebt, dass Gesetze in den Ministerien oder in den Fraktionen geschrieben werden - die Praxis lehre nun etwas anderes.

      Die Regierung sieht dagegen keine Interessenkollisionen durch die Vergabe von Beratungsaufträgen an die Kanzlei. Das sei schon aus standesrechtlichen Gründen ausgeschlossen, lässt man Plusminus wissen.

      Offiziell betonten die Spitzen aus Wirtschaft und Politik wie zuletzt Bundespräsident Köhler in seiner vielbeachteten Rede zur Finanzkrise, dass an die Banken kein Geld
      verschenkt werde und dass man von den Instituten Gegenleistungen fordere in Gestalt von Mitsprache, Zinsen und Mitarbeit bei der Krisenbewältigung.

      De facto aber passiert das Gegenteil. Der Bürger und seine Vertreter im Parlament erfahren wenig und haben praktisch nichts mitzubestimmen. Das Parlament hat seine Haushaltsrechte in Sachen Bankenrettung an die Finanzmarktstabilisierungsanstalt, kurz Soffin, abgegeben. Dabei ist das Haushaltsrecht historisch das erste Recht des Parlaments und wird von der Verfassung garantiert. Man kann es nicht einfach aufgeben, auch das Parlament selbst nicht, sagt der Verfassungsrechtler Professor Wieland:

      "Es ist mit dem Grundgesetz nicht zu vereinbaren, dass das Parlament der Regierung eine Generalvollmacht erteilt, eine große Summe Geldes, die höher ist als der gesamte Haushalt des Bundes, nach eigenem Ermessen auszugeben, ohne irgendwelche konkrete Vorgaben darüber zu machen, was mit dem Geld geschehen soll, wer das Geld empfangen soll und ob es etwa und unter welchen Bedingungen zurückgezahlt werden muss."

      Vorbild USA

      Vielleicht wird die Konstruktion des Soffin ja noch ein Fall für das Bundesverfassungsgericht. In den USA jedenfalls verlangt das Parlament Rechenschaft über Milliarden, die der Steuerzahler für die Finanzwelt aufbringt. Das sollte eigentlich auch in Deutschland möglich sein.


      Ein Beitrag von Ingo Blank und Dietrich Krauß
      Quelle: http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,sv4816e7…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 07:03:41
      Beitrag Nr. 5.035 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.625.468 von Maraho am 21.02.09 07:27:55In Bezug.

      Ein Drittel weniger Güter auf Europas Schienen

      Im ersten Quartal 2009 wurden um 36 Prozent weniger Güter auf den Schienen Europas transportiert als im Vorjahr. Vor allem langfristig geplante Güterzüge sind deutlich weniger gefragt. Grund sind auch die billigen Spritpreise.


      Europaweit verzeichnete der Schienengüterverkehr im ersten Quartal ein Minus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus dem "Rail Freight Survey" der Strategieberatung Booz&Company hervor, für den europaweit 250 Industrie- und Logistikunternehmen befragt wurden. Für das heurige Jahr rechnen 60 Prozent der Verantwortlichen mit einem deutlichen Nachfrage-Minus. Fast ein Drittel geht von einem Rückgang von mehr als zehn Prozent aus.

      Spontane Buchungen laufen noch

      Der Rückgang sei aber nicht in allen Bereichen gleich stark. Das Volumenminus und der daraus resultierende Preisdruck schlage sich vor allem im kombinierten Verkehr sowie bei langfristig geplanten Ganzzügen nieder. Weniger stark betroffen seien der Wagenladungsverkehr und kurzfristig georderte Ganzzüge.

      Kapazitätsengpass nach der Krise

      Trotz des Konjunktureinbruchs sei die Hälfte der Kunden besorgt, dass die Schienen-Kapazitäten für die Zeit nach der Krise nicht ausreichen könnten. Tritt dieses Szenario tatsächlich ein, so sagen laut Studie 75 Prozent der Logistikmanager, dass es in der Aufschwung-Phase zu einer Verlagerung der Volumina hin zu anderen Verkehrsträgern - vor allem Straße - kommen wird.

      Vom Konjunktureinbruch ist laut Studie aber nicht nur der Schienengüterverkehr betroffen. Beim Straßentransport (-14 Prozent) und in der Luftfracht (-23 Prozent) hinterließ die Krise ebenfalls Spuren.

      Quelle: http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/48025…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 07:13:47
      Beitrag Nr. 5.036 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.203.268 von Maraho am 18.05.09 21:21:08Noch etwas hierzu ...

      Japans Wirtschaft im Quartal eingebrochen

      Tokio (dpa) - Die japanische Wirtschaft ist im ersten Quartal so stark eingebrochen wie noch nie. Grund ist die globale Wirtschaftskrise. Das Bruttoinlandsprodukt der stark vom Export abhängigen zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt schrumpfte zwischen Januar und März im Vergleich zum Vorquartal um 4,0 Prozent. Auf das Jahr gerechnet ergibt sich demnach ein Rückgang der wirtschaftlichen Leistung in Folge des Nachfrageeinbruchs im In- und Ausland um mehr als 15 Prozent.

      © Die Welt
      erschienen am 20.05.2009 um 02:42 Uhr


      Bis denn ...
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 09:00:47
      Beitrag Nr. 5.037 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.198.967 von Maraho am 18.05.09 13:55:00Ganz kurz etwas hierzu.
      Heute ist ja großes Treffen ...

      Warum China Europa nicht mehr ernst nimmt
      Von Henrik Bork, Peking.

      Wenn sich morgen China und die EU in Prag treffen, ist klar, wer den Ton angibt. Europa wird in China nicht mehr ernst genommen – selbst seine Unternehmen sind inzwischen verpönt.


      Aus Pekinger Sicht ist Brüssel unwichtig geworden. Ausgerechnet vor dem EU-China-Gipfel am Mittwoch in Prag führt an dieser Erkenntnis kein Weg mehr vorbei. Schon das Datum des Gipfels ist dafür ein Beweis: Er war ursprünglich für den vergangenen Dezember in Lyon geplant, doch damals von China ganz kurzfristig abgesagt worden.

      Peking wollte damit den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy dafür bestrafen, dass er den Dalai Lama getroffen hatte. Sarkozy, damals gerade EU-Ratspräsident, sollte öffentlich blamiert werden. Egal wie man über diese Motive denkt, mit seiner Absage hatte Peking erstmals seine Geringschätzung der EU als Gesprächspartner offen demonstriert.

      Vetomacht im Sicherheitsrat, aufstrebende Wirtschaftsmacht

      Nun wird der Gipfel also nachgeholt, aber das heisst nicht, dass er für beide Seiten gleich wichtig wäre. Vielmehr ist da ein grosses Ungleichgewicht zu spüren, das symptomatisch ist für den Gesamtzustand der Beziehungen. Noch nie war das Gewicht Chinas in den Überlegungen der Europäer so gross wie heute. Kein weltpolitisches Thema, das die EU aufgreift, wäre heute noch ohne Dialog mit Peking vorstellbar. Ob Völkermord im Sudan, Klimawandel oder das Weltfinanzsystem – China ist als aufstrebende Wirtschaftsmacht, als Vetomacht im Uno-Sicherheitsrat oder schlicht wegen der enormen Grösse seiner Bevölkerung in keiner Diskussion mehr zu vernachlässigen.

      Ganz anders sieht die Welt aus der Perspektive der Chinesen aus. Peking stehe inzwischen «weltweit bei allen grossen globalen Fragen im Zentrum, während der Einfluss der EU sich bis zu einem Grad abgeschwächt hat, an dem China ihn weitgehend ignorieren zu können glaubt», schreiben die Autoren einer neuen Studie des European Council on Foreign Relations. Schuld daran seien die Europäer selbst, die sich gegenseitig Konkurrenz machten, Chinas «Lieblingspartner» in Europa zu werden. China dagegen sei eine «geschickte und pragmatische Macht, die weiss, wie die EU zu handhaben ist», schreiben die Wissenschaftler.

      Das Versagen der europäischen Diplomatie

      In der Tat ist bei allen wichtigen Themen der vergangenen Jahre ein fast komplettes Versagen der europäischen Diplomatie gegenüber China zu beobachten. Egal wie viele Kommissare die EU auf China-Reise schickt, meistens kommen sie mit leeren Händen zurück. China hat jahrelang die Forderungen der Europäer ignoriert, beim Klimaschutz aktiver zu werden. Erst seit die USA unter Barack Obama ihr Interesse an dem Thema entdeckt haben, gibt es da auch in China Bewegung. Das inzwischen auf 170 Milliarden Euro angewachsene Handelsdefizit der EU mit China verursacht niemandem in Peking schlaflose Nächte, egal wie oft es in Brüssel moniert wird. China schützt befreundete Länder wie den Iran oder den Sudan meist vor schärferen Sanktionen, egal was die Europäer befürworten.

      «Die EU ist schwach, politisch geteilt und militärisch einflusslos. Wirtschaftlich ist sie ein Riese, aber wir fürchten sie nicht länger, weil wir wissen, dass die EU China mehr braucht als China die EU.» So formuliert es der neo-autoritäre chinesische Akademiker Pan Wei, den die Autoren der genannten Studie zitieren. Pekings Spitzenpolitiker sind viel zu diplomatisch, um so etwas öffentlich zu sagen. Dass sie so oder ähnlich denken, ist allerdings inzwischen klar.

      China hoffte auf mehr Gleichgewicht

      Zum Teil spiegelt diese Abkühlung der Beziehungen zwischen der EU und China einfach weltpolitische Realitäten. Vor dem Irak-Krieg, als sich einige Länder in Europa gegen Washington zu stellen wagten, hatten in Peking manche kurzfristig von einem eigenständigeren Europa geträumt. «Damals gab es in China ein gewisses Wunschdenken. Auf einmal sah es so aus, als sei Europa eine sehr eigenständige Macht», sagt Zhu Liqun, die Direktorin des Instituts für Internationale Beziehungen an der Pekinger Universität für Diplomatie. Heute sei da in China «Enttäuschung» eingetreten, so die Professorin.

      Einen grossen Teil ihres aussenpolitischen Gewichtsverlustes aber haben die Mitgliedsstaaten der EU durch ihre nationale Eigenbrötlerei zu verantworten. Egal ob London, Paris oder Berlin – überall ist bilateraler Dialog mit China beliebter als ein gebündeltes Auftreten unter dem Dach der EU. Jeder hofft, die nächsten Milliardenaufträge aus China selbst unterzeichnen zu können. Und fällt eines der europäischen Länder in Peking in Ungnade, so hoffen die anderen klammheimlich, dass ihnen das zum Vorteil gereichen wird. Nach aussen hin aber regiert ein heilloser Opportunismus.

      Jeder denkt zuerst an sein Land

      Franzosen, Engländer, Deutsche, Skandinavier, selten ziehen in Peking alle an einem Strang. Diese anachronistische Strategie der einzelnen EU-Länder gegenüber China stammt aus der Zeit, als China ein Entwicklungsland und die Handelsströme noch überschaubar waren. Nun aber kommt die Europäer ihre Selbstüberschätzung im Umgang mit China teuer zu stehen.

      Denn China verfolgt eine merkantilistische, eiskalt auf seine eigenen Interessen fokussierte und die Eifersüchteleien der Europäer für seine Zwecke instrumentalisierende Interessenpolitik. Als Beispiel seien die allmählich vom Winde verwehten Hoffnungen der Europäer genannt, kräftig am Ausbau der Windenergie in China mitverdienen zu dürfen. Jahrelang haben die Chinesen sämtliche europäischen Unternehmen zum Technologietransfer gezwungen. Nun haben sie begonnen, den Markt selbst zu dominieren. Bei erkennbar gesteuerten «Ausschreibungen» für neue Mega-Windparks in China bekommen die Europäer kein Bein auf den Boden. «Die Chinesen schaufeln ihren heimischen Firmen Referenzaufträge im künftig grössten Energiemarkt der Erde zu und drängen die Ausländer gezielt heraus», sagt Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in Peking.

      Europäische Firmen werden abgewiesen

      Marktzugang für europäische Firmen in China, dessen Ausweitung Peking bei seinem WTO-Beitritt versprochen hatte, ist in vielen Bereichen stagnierend bis rückläufig. Eine zunehmend nationalistische Lobby-Arbeit chinesischer Grossunternehmen bewirkt, dass die Europäer von Geschäften mit Nuklearanlagen, Windparks oder der Stahlproduktion im «Milliardenmarkt» nur mitträumen dürfen, nicht aber mitverdienen. Selbst Firmen, die sich «in China lokal aufstellen», werden abgewiesen.

      In der Wirtschaft wie bei globalen politischen Themen, Europa müsste allmählich lernen, mit einer Stimme zu sprechen, wenn es im sich gerade neu sortierenden Weltgefüge nicht marginalisiert werden will. Dass dies bald geschieht, möglicherweise schon auf dem EU-China-Gipfel in Prag, ist allerdings nicht zu erwarten. So wie es steht, dürfen die Europäer dankbar sein, dass Chinas Ministerpräsident derzeit ausnahmsweise nicht verstimmt ist und gnädigerweise anreist.

      Quelle: http://bazonline.ch/ausland/europa/Warum-China-Europa-nicht…

      Bis denn ...
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 10:16:26
      Beitrag Nr. 5.038 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.215.359 von Maraho am 20.05.09 09:00:47@ Maraho,


      "In der Tat ist bei allen wichtigen Themen der vergangenen Jahre ein fast komplettes Versagen der europäischen Diplomatie gegenüber China zu beobachten. Egal wie viele Kommissare die EU auf China-Reise schickt, meistens kommen sie mit leeren Händen zurück. China hat jahrelang die Forderungen der Europäer ignoriert, beim Klimaschutz aktiver zu werden. Erst seit die USA unter Barack Obama ihr Interesse an dem Thema entdeckt haben, gibt es da auch in China Bewegung. Das inzwischen auf 170 Milliarden Euro angewachsene Handelsdefizit der EU mit China verursacht niemandem in Peking schlaflose Nächte, egal wie oft es in Brüssel moniert wird. China schützt befreundete Länder wie den Iran oder den Sudan meist vor schärferen Sanktionen, egal was die Europäer befürworten."

      Ist doch völlig logisch, dass sich China so verhält.
      Wir Europäer haben schlicht und einfach "Gesicht verloren".

      In den Augen der Chinesen sind die europäischen Regierungen,
      US-Marionetten(Deutschland, Polen, Tschechien, und ,und...)

      Solange überall die sog. Atlantiker das Sagen haben, wird sich daran auch nichts ändern!

      Erst, wenn die US-Besatzungssoldaten aus Europa abgezogen werden,
      wird Europa Gesicht gewinnen. Aber dazu braucht es Regierungen mit
      Rückrat. Die sind weit und breit nicht in Sicht!

      Gruß Windei
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 12:15:35
      Beitrag Nr. 5.039 ()
      Deutsche-Bank-Chefvolkswirt erwartet erst allmählich Besserung
      vor 12 Min.

      Drucken Frankfurt/Main (AP) Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter erwartet nicht eine schnelle Rückkehr der Wirtschaft zu den vor der Krise üblichen Produktionsniveaus. Zwar gebe es Indizien, dass ein Ende des steilen Konjunkturabsturzes anstehe. Walter bezeichnete am Mittwoch in Frankfurt am Main aber die Erwartung einer schnellen Erholung der Konjunktur als euphorisch.Auch die Tiefe des Absturzes müsse in der Betrachtung berücksichtigt werden, mahnte Walter. «Dass sich die Talfahrt nach einem solch tiefen Luftloch nicht fortsetzt, ist Anlass, das Aufschlagen für vermeidbar zu halten, aber noch kein Grund, von einem Aufschwung zu faseln.»

      Wahrscheinlicher sei eine Bodenbildung der wirtschaftlichen Aktivität und eine anschließende Besserung der Konjunktur. Die Konjunkturentwicklung dürfte also eher einem lang gezogenen U gleichen, meinte der Ökonom. Das «derzeitige Aufwärtszucken der Indikatoren» könnte mit einem W beschrieben werden: «Nach dem tiefen 'Ab' sind wir derzeit im kleinen 'Auf', dem bald - wenn Arbeitsmarkt und Konsum schwächeln - das kleine 'Ab' folgt, bevor irgendwann 2011 die wirkliche Besserung folgt», erläuterte er.

      «Hühner aus den Investmentbanken» zu euphorisch
      ;)
      Die Befürchtung eines L-förmigen Konjunkturverlaufs (lange Stagnation nach steilem Absturz) wies Walter als zu pessimistisch zurück, wandte sich aber auch gegen verfrühte Aufschwungssicherheit: «Bei der Frage, welche Buchstaben als Zutaten für die Konjunktursuppe verwendet werden, sollten wir dringend aufpassen, dass insbesondere die Hühner aus den Investmentbanken nicht durch die Zugabe zu vieler Vs erneut die Klarheit der Brühe verderben», meinte er.

      © 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 13:01:47
      Beitrag Nr. 5.040 ()
      20.05.2009, 12:00

      Bundesbank: Boden bei Industriekonjunktur noch nicht gefunden
      ===
      Von Hans Bentzien
      DOW JONES NEWSWIRES

      ===
      FRANKFURT (Dow Jones)--Die deutsche Industriekonjunktur hat nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank noch nicht ihren Boden gefunden. "Eine Bodenbildung in der Industriekonjunktur dürfte mit Blick auf die im Berichtszeitraum noch ausgeprägte Auftragsschwäche noch nicht erreicht worden sein", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht.

      Die Auftragseingänge im auftragsorientierten Gewerbe Deutschlands waren im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 14,5% gesunken, nachdem sie bereits im Schlussquartal 2008 um 17,1% nachgegeben hatten. Allerdings waren die Bestellungen im März wieder um 3,3% gestiegen. Es war der erste Anstieg seit August 2008 gewesen.

      Die Bundesbank kommentierte diese Entwicklung vorsichtig optimistisch. "Vor dem Hintergrund des weiterhin sehr niedrigen Ordervolumens sollte dieses erstmalige Plus im Hinblick auf die konjunkturelle Perspektive zwar nicht überbewertet werden, gleichwohl gibt es damit nun auch einen ersten Lichtblick von einem harten vorlaufenden Indikator", heißt es in dem Bericht.

      Die Bundesbank verwies in diesem Zusammenhang auch auf den Anstieg des ifo-Geschäftsklimaindex und hob dabei als "bemerkenswert" hervor, dass die Exporterwartungen nach dem abrupten Absturz in der zweiten Jahreshälfte 2008 im April ebenfalls leicht nach oben tendiert hätten. "Dazu passt, dass der Zuwachs der Auftragseingänge im März vorwiegend auf vermehrte Bestellungen ausländischer Geschäftspartner zurückzuführen war."

      Mit Blick auf die Gesamtwirtschaft ist die Bundesbank etwas optimistischer als hinsichtlich der Industrie. Zumindest geht sie davon aus, dass die konjunkturelle Belastung durch den Exportschock und die daraus resultierenden binnenwirtschaftlichen Sekundäreffekte im ersten Quartal ihren Höhepunkt erreicht hat.

      In letzter Zeit mehrten sich Konjunktursignale, die mit der schrittweisen Aufhellung an den internationalen Finanzmärkten und der erwarteten Stabilisierungswirkung der umfangreichen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen auf ein Nachlassen des Abwärtsdrucks in der Weltwirtschaft hindeuteten, analysierte die Bundesbank. "Es scheint, dass das verloren gegangene Vertrauen allmählich zurückkehrt", konstatierte sie.

      Andererseits sind laut Bundesbank die Belastungsfaktoren für die Realwirtschaft, die sich aus der Neuorientierung im internationalen Finanz- und Bankwesen direkt oder auf dem Wege verschärfter Kreditvergabekonditionen, erhöhter Zinsaufschläge an den Geld- und Kapitalmärkten sowie der Umlenkung der Finanzströme ergeben haben, weiterhin in Rechnung zu stellen.

      Die Bundesbank erwartet, dass die außenwirtschaftlichen Bremseffekte in den kommenden Monaten nicht mehr so hoch ausfallen werden wie im Winterhalbjahr 2008/09. "Gleichzeitig wird sich aber die Abwärtsbewegung der Investitionstätigkeit fortsetzen, und der Lagerabbau könnte zunächst noch weiter andauern", kalkulierte die Notenbank.

      Dagegen dürfte die binnenwirtschaftliche Entwicklung ab dem Frühjahr zum einen spürbar von stark steigenden öffentlichen Bauinvestitionen profitieren. Zum anderen rechnet die Bundesbank damit, dass der private Konsum wegen des anhaltend günstigen Preisklimas, der fiskalpolitischen Entlastungen bei den Abgaben sowie höherer Sozialleistungen und - mit Einschränkung - aufgrund der bislang moderaten Reaktion des Arbeitsmarktes weiter einen Stabilisierungsbeitrag leisten wird. Per saldo dürften dabei "die kontraktiven Effekte" aber die Überhand behalten.

      ===

      Webseite: http://www.bundesbank.de
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 13:03:59
      Beitrag Nr. 5.041 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.216.218 von windei am 20.05.09 10:16:26Guten Tag windei,

      In den Augen der Chinesen sind die europäischen Regierungen US-Marionetten

      Das ist Realität. Deutschland der Flugzeugträger, von dem aus der Rest mehr oder weniger kontolliert wird. Dann Länder wie Polen und Tschechien, die zwar die Vorteile der EU in Anspruch nehmen, letztendlich aber über USA und Großbritannien gegen sie agieren.

      War aber auch schon vor 1945 so (nur ohne EU), dafür gegen das Deutsche Reich. Auch mit Unterstützung der Franzosen.

      Du sprichst mir aus der Seele.

      Gruß von Maraho
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 13:08:07
      Beitrag Nr. 5.042 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.217.469 von kiska am 20.05.09 12:15:35Guten Tag kiska,
      wenn es denn auf fruchtbaren Boden fallen würde!
      Aber ich glaube, die Investoren wollen noch einmal richtig eins in die Fr.... . ;)
      Die Mehrheit steht wohl drauf. :laugh:

      Gruß von Maraho
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 13:15:26
      Beitrag Nr. 5.043 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.146.508 von Maraho am 11.05.09 18:03:14Guten Tag zusammen,
      hier etwas vom Terminator und dem kalifornischen Nightmare ...

      Kalifornien
      Arnies letzte große Schlacht
      von Rüdiger Scheidges

      Arnold Schwarzenegger, immer noch Gouverneur von Kalifornien, hat den Volksentscheid über seine Finanzpolitik verloren. Dem bevölkerungsreichsten US-Staat drohen jetzt Bankrott und Chaos.


      SACRAMENTO. Als gelte es, die biblische Apokalypse in düsteren Farben zu übertreffen, hatte Kaliforniens republikanischer Gouverneur, Arnold Schwarzenegger, ein finsteres Schreckensszenario nach dem anderen für den Fall gemalt, dass die Wähler sich im Volksentscheid gegen seine Politik wenden: Hunderte von Schulen würden geschlossen, Lehrer scharenweise entlassen, Unis dezimiert, Straßen geschlossen, Tausende von Schwerverbrechern aus den Knästen des Landes auf die Bevölkerung losgelassen. Da gerade die ersten Waldbrände bei Santa Barbara wüteten, drohte er auch noch damit, die Feuerbrigaden "empfindlich" einzudampfen. Keine Frage: der "Terminator" stand mit dem Rücken zur Wand, sein letzter Trick: "ein horrendes Schreckensszenario für Kalifornien" wie die Zeitungen des Landes schrieben. Ein Kampf um alles, so schien es.

      Und "Arnie" hat ihn verloren. In einem Volksentscheid über die Schulden- und Steuerpolitik des Staates hat eine überwältigende Mehrheit der wahlberechtigten 17,2 Millionen Wähler am Dienstag den in der Beliebtheit abgestürzten Gouverneur in die Stiefel gestellt. Nur einer der sechs Entscheide ging durch: Ausgerechnet der "Entscheid 1F", der den Politiker Kaliforniens Gehaltszuwächse strikt verbietet, solange der Staat in roten Zahlen haushaltet. Denn exorbitante Schuldenpolitik ist seit langen Jahren in Kalifornien an der Tagesordnung. "Jeder, der seine Arbeit nicht hinkriegt, sollte dafür nicht bezahlt werden," meint Larry, 74, in Berkeley. Kurz vor 19 Uhr ist er vom Wahllokal zurück gekehrt - und hat bis auf "1F" gegen alles votiert. "Wir sind alle frustriert. Das ist ja alles nichts Neues. Immer wird auf die Zukunft gepumpt". Das müssen die meisten gedacht haben - und sind zuhause geblieben. Die Wahlbeteiligung war so gering wie nie.

      Jetzt aber ist Kalifornien am Rand der Zahlungsunfähigkeit angelangt. Seit vergangenem Dezember in ein Defizitloch von 42 Milliarden Dollar starrend, malte Schwarzenegger weitere 15 bis 20 Milliarden Schulden an die Wand, die vom kalifornischen Steuerzahler aufgebracht werden müssen. Ein absoluter Negativrekord in der Geschichte des Landes. Doch das Horror-Bild, das Schwarzenegger an die Wand malte und das viele in der Politik spöttisch mit dem Versuch verglichen, Dante?s "Inferno" nachzuahmen, verfing nicht.

      Kein Wunder, denn die Politiker stürzen im Ansehen im "Golden Gate State" ab wie Todeshungrige von einer Brücke. Schwarzenegger hatte bereits kurz vor dem Referendum sein absolutes persönliches Tief mit 67 Prozent Ablehnung in der Bevölkerung erreicht und Sacramentos Politiker sogar eins von 86 Prozent Ablehnung. Wie das schwerste Lot der Welt sinkt die Popularität der Volksvertreter von Volksabstimmung zu Volksabstimmung.

      Das jetzige Votum der gegen radikale Ausgabenschnitte, temporäre, aber rabiate Steuererhöhungen und einen Sparfonds für schlechte Zeiten mit einem effektiven Volumen von alles zusammengenommen 16 Milliarden Dollar kommt daher wie das jüngste und letzte Gericht über den Ex-Hollywood-Star und Gewichtheber aus Österreich. Seine Amtszeit geht in 20 Monaten zu Ende - und er selbst denkt bereits an ein Leben nach der Politik. Womöglich soll das wieder in Hollywood der Fall sein.

      Er wird als einer der erfolglosesten unter vielen erfolglosen Gouverneuren in die Annalen des fast unregierbaren Kaliforniens eingehen. Das ist vor allem seine, aber nicht seine alleinige Schuld. "Arnie" hat zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2003 das Credo seiner Republikanischen Partei radikal umgesetzt und die Steuern bis zur Selbstaufgabe der Öffentlichen Hand gesenkt. Besonders eine Steuer für die Inbetriebnahme von Autos hat er sofort gestrichen und damit den heillosen Untergang der Finanzen seines Staates in die Wege geleitet.

      Schnell den mitunter reaktionärsten Republikanern der USA entfremdet hat er sich alsbald zwischen alle Lager manövriert und die Selbstparalyse des politischen Systems forciert. Den Demokraten blieb er bis auf den heutigen Tag ungeheuer, weil er trotz der grassierende Haushalts-Pleiten die Steuern nicht anhob. Den Republikanern wiederum ging sein Reiten auf der Öko-Welle und das Turteln mit Schwulen und Frauenbewegten, vor allem aber mit den Demokraten gegen den Strich.

      Demokraten und Republikaner einte über die schier grenzenlosen gegenseitigen Antipathien noch etwas: Der Neid auf den früheren Hollywood-Star, der am Anfang seiner politischen Karriere seine "Terminator"-Popularität in die Politik herüberretten konnte und damit im Glamour-Staat Kalifornien alle anderen in den Schatten stellte. Weder die Republikaner noch die Demokraten haben eine Figur, die es früher mir Arnies Hollywood-Glamour aufnehmen konnten. Doch der Heiligenschein des Glitterati ist unwiderruflich verblasst.

      Unterm Strich hinterlässt Schwarzenegger nach diesem Referendum in einer der reichsten Regionen der Welt - mit Silicon Valley, Hollywood, Raumfahrtindustrie, und dem Agrarwunderland Central Valley - ein finanzielles Chaos. Doch das ist zu großen Teilen auch der Verfassung des Landes geschuldet. In allen Finanz- und Steuerangelegenheiten fordert sie eine Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern. Aber in kaum einem anderen Staat der USA sind die Parteien so tief und unversöhnlich verfeindet wie am Rande des Pazifik. Die rechten Republikaner Richard Nixons und Ronald Reagans kommen ebenso aus der hiesigen Landespolitik wie, auf der anderen Seite des Spektrums, die derzeitige Sprecherin der Demokraten im Washingtoner Abgeordnetenhaus, Nancy Pelosi, oder der Ex-Gouverneur Jerry Brown - beides sehr Linke in ihrer Partei.

      Auch der gescheiterte Volksentscheid geht auf die in der Verfassung festgeschriebene "Super Majority", zurück, da der Haushalts-Kompromiss vom Februar frühere Volksentscheide umwarf und neue fiskalische Entscheidungen dem überdrüssigen Volk abverlangen musste. Dieses einzigartige kalifornische Mischsystem aus repräsentativer und direkter Demokratie, in der die Wähler über Finanzdinge entscheiden müssen, die die Politiker dann irgendwie bewältigen sollen, krankt aber auch an der Mentalität vieler im Staat. Immer wieder ergeben Umfragen, dass die Wähler Steuererhöhungen strikt ablehnen, dafür aber immer mehr Leistungen des Staates einklagen. Letztlich ist Schwarzenegger auch daran gescheitert, dass er keinen Mentalitätswechsel unter den Kaliforniern herbeiführen konnte.

      Jetzt klagen alle in Sacramento über die vielen neuen Scherben, die das Referendum hinterlassen habe. Dabei sind in Wahrheit beide Parteien in Sacramento für den Scherbenhaufen verantwortlich. Denn die Rezepte, die Paralyse des mit 40 Millionen registrierten Einwohnern bevölkerungsreichsten 40 Millionen-Staates, aufzuheben sind relativ einfach und allen längst bekannt: Die Verfassung muss geändert werden, damit die "Super-Majority" nicht länger den Status Quo zementiert, die Haushaltsbudgets müssen von derzeit einem Jahr Laufzeit auf mindestens zwei oder gar vier Jahre verlängert werden. Ausserdem müssen den Gemeinde- und Städteparlamenten viel großzügigere Rechte eingeräumt werde, die von ihnen oder in ihrem Bereich aufgebrachten Steuern eigenständiger zu verwalten - statt sie vom Nimmersatt Sacramento auffressen zu lassen.

      Schwarzenegger kannte diese Probleme von Anfang an. Tollkühn wie der Actionhero, der er mal war, tönte er damals noch: "Jeder Gouverneur hat den Leuten bisher versprochen, die Kartons neu zu ordnen. Das will ich nicht. Ich will mehr! Ich will sie in die Luft jagen!". Das war an seinem ersten Arbeitstag im Jahr 2003. Nun, zehn Monate vor dem Ende seiner zahllosen Dienstfahrten in einem seiner fünf Öko-Hummer hat sich der Ex-Gewichtheber an diesen Kartons überhoben. Er muss seine finale Schlappe geahnt haben. Am Wahltag war er in Washington. Seine Mission: Bundesgelder aus dem nationalen Ankurbelungsprogramm der Regierung Obama für Kaliforniens maroden Haushalt locker machen.

      Quelle: http://www.handelsblatt.com/politik/international/arnies-…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 13:19:16
      Beitrag Nr. 5.044 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.214.821 von Maraho am 20.05.09 07:13:47Dies hier genauer aufgearbeitet ...

      "Japan BIP schrumpft dramatisch"

      Die japanische Wirtschaft schrumpft im 1. Quartal 2009 um die höchste jemals gemessene Rate seit dem 2. Weltkrieg! Sie brach im Vergleich zum Vorquartal um -4,0% ein und im Vergleich zum Vorjahresquartal um -9,1%! Saisonbereinigt und auf das Jahr hochgerechnet (SAAR) brach nach Angaben des japanischen Cabinet Office die Wirtschaftsleistung sogar um -15,2% ein!

      Weiterlesen (mit Grafiken etc.)... http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 13:27:40
      Beitrag Nr. 5.045 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.061.401 von Schwabinho am 29.04.09 12:50:01Das ist doch nebensächlich (wie mir scheint ... .
      Es zählt nur noch der Moment.

      Zahl der Erwerbstätigen sinkt unter 40 Millionen

      Wiesbaden (BoerseGo.de) - Die Zahl der Erwerbstätigen ist erstmals seit drei Quartalen wieder unter die Marke von 40 Millionen gefallen. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hatten im ersten Quartal 2009 rund 39,9 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsort in Deutschland.

      Im Vergleich mit dem vierten Quartal 2008 sank die Zahl der Erwerbstätigen damit um 905.000 Personen (minus 2,2 Prozent). Eine Abnahme der Erwerbstätigkeit ist im ersten Quartal eines Jahres zwar üblich. Im Berichtsquartal ist die Erwerbstätigkeit jedoch deutlich stärker zurückgegangen als im Durchschnitt der entsprechenden Quartale der Jahre 2007 und 2008 (minus 525.000 oder minus 1,3 Prozent). Gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres ergab sich noch ein geringer Zuwachs von 48.000 Personen oder 0,1 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die vermehrte Inanspruchnahme von konjunktureller Kurzarbeit die negativen Effekte der Rezession auf die Entwicklung der Erwerbstätigkeit abgemildert hat.

      Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, ergab sich im ersten Quartal 2009, erstmals seit drei Jahren, ein Rückgang der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorquartal um 119.000 Personen (minus 0,3 Prozent).

      Quelle: http://www.boerse-go.de/nachricht/Zahl-der-Erwerbstaetig…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 13:31:29
      Beitrag Nr. 5.046 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.218.091 von Maraho am 20.05.09 13:27:40Da es gut passt ...

      11.30 Uhr: Das Kurzarbeitergeld gilt künftig bis zu zwei Jahre. Das Bundeskabinett beschloss Regierungskreisen zufolge am Mittwoch die Verlängerung der Bezugsdauer von 18 auf 24 Monate. Ziel der Maßnahme ist es, Entlassungen in der Wirtschaftskrise zu vermeiden. Zudem soll die Bundesagentur für Arbeit die Sozialbeiträge für Kurzarbeiter ab dem siebten Monat übernehmen.

      Quelle und weiteres ... http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 13:38:30
      Beitrag Nr. 5.047 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.849.485 von Maraho am 26.03.09 06:19:28Na also, da geht es voran ...

      Bank des Südens formiert sich
      Harald Neuber

      Differenzen für Einrichtung des lateinamerikanischen Kreditinstitutes beigelegt. Gründung muss nun noch von Parlamenten ratifiziert werden.


      Inmitten der Weltwirtschaftskrise könnte in Südamerika ein neues regionales Kreditinstitut seine Arbeit aufnehmen. Die "Bank des Südens" war bereits im Dezember vergangenen Jahres gegründet worden, um den Einfluss von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in der Region zurückzudrängen. Bei einem Treffen in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires einigten sich die Wirtschafts- und Finanzminister der sieben beteiligten Staaten am vergangenen Wochenende nun auf einen Schlüssel zur finanziellen Beteiligung.

      Von den umgerechnet sieben Milliarden US-Dollar Gründungskapital werden demnach je zwei Milliarden von Argentinien, Brasilien und Venezuela getragen. Je 400 Millionen US-Dollar stellen Uruguay und Ecuador zur Verfügung. Paraguay und Bolivien haben sich zu je 100 Millionen US-Dollar Einlagen verpflichtet.

      Nun müssen die Präsidenten der sieben beteiligten Staaten sowie die nationalen Parlamente dem Beschluss zustimmen. Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner, die parallel zu dem Ministertreffen in Buenos Aires mit ihrem venezolanischen Amtskollegen Hugo Chávez zusammenkam, zeigte sich zuversichtlich. Die nun getroffene Übereinkunft sei "akzeptabel" und könne deswegen "rasch angenommen" werden. Auch Brasiliens Finanzminister Guido Mantega hob die Bedeutung der Gründung eines eigenen Kreditinstitutes inmitten der Weltwirtschaftskrise hervor: "Damit ebnen wir den Weg für eine regionale finanzpolitische Integration." Brasilien hatte bis zuletzt Einwände gegen die interne Entscheidungsstruktur gehabt, die jedem Land - unabhängig von der Höhe seiner Beteiligung - eine Stimme zugestanden hätte. In Buenos Aires wurde nun ein Kompromiss erzielt. Das Prinzip "Ein Land, eine Stimme" wird zwar beibehalten. Jedoch müssen Projekte mit einem Volumen von über 70 Millionen US-Dollar von zwei Drittel der Kapitalträger beschlossen werden.

      Die Bank des Südens hat explizit zum Ziel, den wirtschaftspolitischen Einfluss der USA und anderer führender Industriestaaten in der Region zu mindern. Die Einigung der Minister bedeute einen Schritt hin zur finanzpolitischen Autonomie Lateinamerikas, sagte deswegen auch Hugo Chávez nach seinem Treffen mit Cristina Kirchner. "Es ist wie bei Kindern", fügte er an: "Wir lernen nach und nach selbst zu laufen. Und eines Tages wird die Bank des Südens ein Gigant sein."

      Im Interview mit dem lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur zeigte sich auch der argentinische Politikwissenschaftler und Soziologe Atilio Borón zuversichtlich, wenn jeder Staat für eine regionale Entwicklungspolitik die ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen beisteuert. Argentinien habe eine ausgedehnte Nahrungsmittelindustrie, so Borón, Venezuela hingegen weitreichende Erdöl- und Erdgas-Ressourcen. Gerade die Zusammenarbeit zwischen Venezuela und Argentinien habe gezeigt, dass sich die neue Kooperation der Regionalstaaten nicht nur auf hohle Rhetorik beschränke. Besonders in Zeiten der Weltwirtschaftskrise sei das wichtig, so Borón weiter: "Denn die Industriestaaten werden sich weiter abschotten und in einem noch stärkeren Maße protektionistische Maßnahmen durchsetzen." Die Bank des Südens wird angesichts dieser Entwicklung ein Instrument sein, um wichtige Infrastrukturprojekte weiter verfolgen zu können.

      Quelle: http://www.heise.de/tp/blogs/8/138154
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 13:48:15
      Beitrag Nr. 5.048 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.214.798 von Maraho am 20.05.09 06:56:49Noch etwas hierzu (s.o., 6:56:49)...

      Gute Banken, schlechte Banken
      Die tägliche Doku-Soap auf allen Kanälen

      Wie blöd sind wir eigentlich? Wie blöd bin ich? Wie blöd sind Sie?

      Weiterlesen ... http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2009/20.html

      Bis später ...
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 15:18:44
      Beitrag Nr. 5.049 ()
      +++ EILMELDUNG +++
      Gläubiger beschließen Aus für Hertie
      Ende einer deutschen Traditionsmarke: Die Gläubigerversammlung hat die Schließung von Hertie in die Wege geleitet. Alle 54 Filialen und die Konzernzentrale sind betroffen.
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 15:33:36
      Beitrag Nr. 5.050 ()
      Singapur macht mit Merrill-Einstieg 4,6 Mrd USD Verlust
      SINGAPUR (Dow Jones)--Der Staatsfonds Singapurs hat seine Beteiligung an der Bank of America Corp von 3,8% komplett verkauft. Der dabei entstandene Verlust, habe sich auf 4,6 Mrd USD belaufen, teilte der Staatsfonds Temasek am Freitag in seinem Quartalsbericht mit. Singapur war ursprünglich bei der US-Investmentbank Merrill Lynch eingestiegen. Während der Finanzkrise wurde diese jedoch von der Bank of America übernommen, und im Zuge der Transaktion erhielt Temasek eine Beteiligung an diesem Institut.

      Temasek gab die Aktien der Bank of America im ersten Quartal zu einen Durchschnittspreis von 7 USD am Markt ab und erzielte damit einen Nettoerlös von 1,3 Mrd USD. Der Staatsfonds hatte zuvor 14% die Aktien an Merrill Lynch gehalten und dafür insgesamt 5,9 Mrd USD bezahlt. Der Fonds sah den Erwerb des Paketes an Merrill Lynch als langfristiges Investment. Als dann die Bank of America im Januar Merrill Lynch übernahm, wurde dieser Anteil in 189 Mio Aktien der Bank of America umgewandelt. Somit ergibt sich nun durch den Verkauf ein Verlust aus dem Merrill-Lynch-Investment von 4,6 Mrd USD.

      Temasek war über die Fusionsgespräche zwischen Bank of America und Merrill Lynch nicht informiert worden. Der Fonds habe niemals Investor bei der Bank of America werden wollen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

      Die Verluste mit dem Merrill-Engagement sind nicht die einzigen, die der Staatsfonds zu beklagen hat. Der Finanzminister von Singapur, Lim Hwee Hua, hatte früher in diesem Jahr erklärt, dass der Wert des gesamten Investmentportfolios von Temasek in den acht Monaten bis Ende November 2008 um 31% auf 127 Mrd USD gesunken ist.
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 16:04:43
      Beitrag Nr. 5.051 ()
      DB Immobilien meldet Insolvenz an
      Der Deutsche-Bank-Partner DB Immobilien mit Sitz in Heidelberg ist insolvent. Grund ist der vehemente Einbruch am Markt für Gewerbeimmobilien in den Großstädten. Das Insolvenzplanverfahren führt der Sanierungsexperte Markus Ernestus aus Mannheim. Genaue Sanierungspläne sind noch nicht bekannt. Die Gehaltszahlungen für alle 180 Mitarbeiter seien aber laut Ernestus gesichert. Licht am Ende des Tunnels gibt es für das Unternehmen durch die stabile Lage der Märkte im Südwesten. Märkte wie Heidelberg, Freiburg oder Mannheim sind nicht von der Krise getroffen und sollen die Basis für das Sanierungskonzept bieten.
      5 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 17:58:44
      Beitrag Nr. 5.052 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.207.874 von Maraho am 19.05.09 13:28:22Guten Abend zusammen,
      erst einmal Dank an kiska! ;)

      Und nun beginnen wir mit einer gelockerten Abendrunde.
      Dies zur Einstimmung. Soll sich am Tag X bloß keiner beschweren!

      Es darf weiter gezockt werden

      Am Aktienmarkt spielen die Perspektiven für die Konjunkturindikatoren der nächsten Monate weiterhin eine größere Rolle als die wirtschaftlichen Aussichten für die nächsten zehn Jahre. Insofern bleiben die Bullen zunächst im Vorteil.


      Keine Frage, die Aktienmärkte könnten noch mal leicht um zehn Prozent zulegen. Dafür sprechen alleine die zig Milliarden, die die Zentralbanken ins System pumpen - von den Finanzministern ganz zu schweigen. Aber bei aller aufkeimenden Konjunkturhoffnung, die sich mit Blick auf wirklich vorlaufende Indikatoren seit Längerem angekündigt hat, ist man fast schon wieder zu bremsen geneigt.

      Das Problem ist, dass die Wirtschaft zu weit von einem zumindest einigermaßen stabilen Gleichgewicht entfernt scheint, einem, in dem die Unterbeschäftigung nicht weiter zunimmt. In den USA ist die Lohnsumme über die vergangenen sechs Monate mit einer Jahresrate von 2,6 Prozent gefallen. Gleichzeitig spricht einiges für einen weiteren Anstieg der privaten Sparquote (Vermögensverluste, Refinanzierungsprobleme, Arbeitsplatzunsicherheit). Auch die Investitionen dürften aufgrund der ebenfalls hohen Verschuldung vieler Firmen, der satten Kapitalkosten und des Kapazitätsüberhangs mau bleiben. Hingegen scheint die Bewertung wieder knackig.

      Das Verhältnis von US-Marktkapitalisierung zu BIP liegt über dem Mittel seit 1952. Das ficht die Bullen nicht an und ist denen, die die Rally versäumt haben und nachkaufen müssen, egal. Auffallend ist hingegen, dass angesichts der Entspannung am Geldmarkt jüngst nur noch die günstigeren Konjunkturdaten beachtet wurden. Doch gab es ebenso viele nachteilige, ob vom Arbeitsmarkt, aus dem Bau oder dem Einzelhandel. So was geht nicht lange gut. Das bleibt ein Markt für Zocker.

      Quelle: Aus der FTD vom 20.05.2009
      © 2009 Financial Times Deutschland
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 18:09:58
      Beitrag Nr. 5.053 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.219.171 von kiska am 20.05.09 15:18:44Ein Nachruf.

      ROUNDUP: 54 Hertie-Warenhäuser vor dem Aus

      Vier Jahre nach der Übernahme durch eine britische Investorengruppe stehen 54 Hertie-Warenhäuser in ganz Deutschland vor dem Aus. Die Gläubigerversammlung der insolventen Warenhauskette beschloss am Mittwoch in Essen auf Empfehlung des Insolvenzverwalters mit einer Mehrheit von 84,6 Prozent die Einstellung des Geschäftsbetriebs. Betroffen sind rund 2600 Mitarbeiter. "Die Beschäftigten sind schockiert", sagte der Hertie- Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Horn nach der Entscheidung. Die Warenhäuser sollen voraussichtlich bereits im Sommer geschlossen werden.

      Insolvenzverwalter Biner Bähr hatte seinen Antrag zuvor damit begründet, dass er keine Chance mehr auf eine Einigung mit den Hertie-Eigentümern, der britisch-niederländischen Immobiliengesellschaft MABV, sehe. "Wir kommen nicht mehr weiter, so traurig das ist", sagte Bähr. In einer kontrovers geführten Diskussion hatte der Insolvenzverwalter zuvor die Eigentümer für den Misserfolg bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten verantwortlich gemacht.

      Als Vertreter der Hertie-Eigentümer wollte Rechtsanwalt Detlev Stöcker keine Verantwortung für den Verlust der rund 2600 Arbeitsplätze übernehmen. Für viele der künftig leerstehenden Warenhausimmobilien existierten bereits Anfragen von Interessenten, sagte er. Insolvenzverwalter Bähr hatte den Eigentümern zuvor vorgeworfen, nicht am Abschluss langfristiger Mietverträge interessiert zu sein.

      Erst am Vortag hatte eine Investorengruppe vor dem Hintergrund fehlender langfristiger Mietverträge mit den Hertie-Eigentümern ihr Angebot zur Sanierung des Unternehmens zurückgezogen. Die Investoren hatten zuvor angekündigt, mit Investitionen eines "höheren Millionen- Euro-Betrags" die 54 Warenhaus-Standorte und 2600 Arbeitsplätze erhalten zu wollen.

      In einer in London verbreiteten Stellungnahme wiesen die Hertie- Eigentümer die Schuld für den Rückzug der Investorengruppe von sich. Herties Insolvenzverwalter "Dr. Bähr benutzt uns als Sündenbock für sein Scheitern", sagte ein Vertreter der Eigentümer. "Unsere Mieten sind auf demselben Niveau wie 2004, als (der Hertie-Vorgänger) Karstadt kompakt gegründet wurde."

      Die Briten hatten Hertie 2005 von der damaligen KarstadtQuelle AG (heute Arcandor ) übernommen und nach eigenen Angaben 180 Millionen Euro in das verlustreiche Geschäft investiert. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2007/2008 (31.8.) hatte Hertie bei einem Umsatz von 441,3 Millionen Euro einen Verlust von 155,3 Millionen Euro gemacht.

      Quelle: http://www.ftd.de/unternehmen/handel_dienstleister/:ROUND…

      Etwas Geschichte: http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Tietz_(Hertie)
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 18:21:51
      Beitrag Nr. 5.054 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.145.145 von Dorfrichter am 11.05.09 15:58:43Nachtigall, ick hör Dir trapsen ...

      Finanzkrise
      Obama entmachtet US-Börsenaufsicht SEC

      von Robert Schmidt und Jesse Westbrook

      Die Regierung von Präsident Obama plant offenbar, der US-Börsenaufsicht SEC einige ihrer Kompetenzen zu entziehen und der US-Notenbank Fed zu übertragen. Wie es aus unterrichteten Kreisen heißt, soll das Vorhaben im Zuge einer Neuordnung der Finanzaufsicht realisiert werden. Kritiker sprechen bereits von einem "schrecklichen Fehler".


      BLOOMBERG WASHINGTON. Nach dem Entwurf der Regierung würde die US-Notenbank Federal Reserve mehr Befugnisse erhalten, Finanzinstitute zu überwachen, die als zu groß gelten, um bankrott zu gehen, heißt es weiter. Die Fed dürfte zudem einige Funktionen der SEC übernehmen, während ein weiterer Teil an andere Aufsichtsbehörden geht. Diskutiert werde auch, die Aufsicht von Investmentfonds an einen Bankenaufseher oder eine neue, für Verbraucher-Finanzprodukte zuständige Agentur zu übertragen, berichten zwei informierte Personen.

      Die SEC wurde vor 75 Jahren ins Leben gerufen, mit dem Auftrag, der Wall Street auf die Finger zu schauen und die Investoren zu schützen. Sie ist für die Regulierung der Börsen sowie die Überwachung von Wertpapiergeschäften zuständig. Zudem muss sie sicherstellen, dass börsennotierte Gesellschaften die Investoren angemessen über ihre Finanzen informieren. Die SEC- Kommission hat fünf Mitglieder, wobei der Vorsitzende und zwei Kommissare in der Regel von der Partei des Präsidenten und zwei Kommissare von der Opposition ernannt werden.

      Einige Politiker werfen der SEC vor, sie habe die sich abzeichnende Finanzkrise nicht erkannt und auch das betrügerische Schneeballsystem von Bernard Madoff nicht aufgedeckt. Sämtliche Pläne, die Kompetenzen der SEC zu beschneiden, dürften jedoch zu einem Kampf im Kongress führen, der solche Veränderungen absegnen muss. Außerdem würden Pensionsfonds und andere Aktionärsvertreter auf die Barrikaden gehen. “Das wäre ein schrecklicher Fehler”, sagt Stanley Sporkin, früher Ermittlungsleiter bei der SEC. “Was auch immer die SEC getan hat oder nicht getan hat, sie ist immer noch die oberste Behörde zum Schutz der Anleger.”

      Bei den Verhandlungen über die Neuordnung der Finanzmarktaufsicht sei die SEC kaum eingebunden gewesen. Darüber habe sich die SEC-Vorsitzende Mary Schapiro frustriert geäußert, berichten informierte Personen, die mit ihr gesprochen haben. Sie habe angekündigt, jegliche Versuche, die Kompetenzen der SEC zu beschneiden, zu bekämpfen.

      Federführend bei den Plänen seien Finanzminister Timothy Geithner und Lawrence Summers, Leiter des Nationalen Wirtschaftsrates. “Wir müssen viele Änderungen bei den grundlegenden Rahmenbedingungen für die Aufsicht vornehmen, damit diese besser funktioniert”, erklärte Geithner am 18. Mai vor dem nationalen Presseclub in Washington. “Wir müssen die komplizierte und mehrschichtige Struktur vereinfachen und zusammenführen.”

      Präsident Barack Obama hat erklärt, er wolle bis Jahresende die aufsichtsrechtlichen Veränderungen verabschiedet haben. Barney Frank, der Vorsitzende des Finanzdienstleistungsausschusses, plant Anhörungen, um bis Ende Juni einen Gesetzesentwurf zu erstellen. Unter Schapiros Vorgänger Christopher Cox hat die SEC einige Kompetenzen an die Fed übertragen, nachdem die Notenbank auf den Beinahe-Kollaps von Bear Stearns Cos. im vergangenen Jahr reagierte und eigene Inspektoren zur Investmentbank schickte. Im März 2008 drängte der frühere Finanzminister Henry Paulson den Kongress, die Finanzaufsicht neu zu ordnen und der Fed größere Befugnisse einzuräumen.

      Kritisch sehen hingegen der frühere SEC-Vorsitzende Arthur Levitt und andere die Forderung, der Fed mehr Kompetenzen zu übertragen. Sie bemängeln, dass die Notenbank zu stark darauf konzentriert sei, das Finanzsystem liquide zu halten. Das dürfte Versuche torpedieren, Unternehmen bei Verstößen gegen das Wertpapiergesetz zu bestrafen.

      Tatsächlich hat die Agentur noch mächtige Fürsprecher, darunter eine Reihe von Demokraten im Bankenausschuss des Senats, die eine Beschneidung der SEC-Kompetenzen ablehnen dürften. Außerdem haben Pensionsfonds, die ein Anlagevolumen von über 872 Mrd. Dollar verwalten, die Politiker diesen Monat gedrängt, die Befugnisse der SEC bei einer Neuordnung der Aufsicht zu schützen. In einem Brief an Christopher Dodd, den Vorsitzenden des Bankenausschusses, argumentierten 14 Pensionsfonds, darunter Schwergewichte wie Calpers und der New York Retirement Fund, dass die “SEC weiterhin starke Kompetenzen bei der Aufsicht und Ermittlung” in den Bereichen Wertpapierhandel, Broker, Vermögensverwalter, Publizität und Bilanzierungsvorschriften haben müsse.

      Quelle: http://www.handelsblatt.com/politik/international/obama-e…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 18:25:51
      Beitrag Nr. 5.055 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.221.391 von Maraho am 20.05.09 18:21:51Und hier die Original-Meldung:

      U.S. May Strip SEC of Powers in Regulatory Overhaul
      http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=newsarchive&sid=…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 18:26:14
      Beitrag Nr. 5.056 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.221.391 von Maraho am 20.05.09 18:21:51Hallo Maraho, diese Meldung ist mir nicht entgangen!
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 18:30:29
      Beitrag Nr. 5.057 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.221.439 von Dorfrichter am 20.05.09 18:26:14Guten Abend Dorfrichter,

      ich habe sie in Bezug gestellt, in der Hoffnung, daß der eine oder die andere vielleicht auch auf den von Dir hier reingestellten Beitrag geht, um von selbst auf die Zusammenhänge zu kommen. Sozusagen Hilfestellung! ;)

      Daß Du so etwas mitbekommst, setze ich voraus!

      Dir einen schönen Abend!
      Gruß von Maraho
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 18:42:14
      Beitrag Nr. 5.058 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.221.468 von Maraho am 20.05.09 18:30:29Das sieht mir ganz danach aus, als ob die FED nun komplett das Heft in der Hand hat. Wenn die FED die Finanzmärkte kontrolliert, hat sie nicht nur sämtliche Möglichkeiten für Vertuschung/Verschleierung, sondern gewinnt obendrein noch Informationen über die anderen Geschäftsbanken.

      Auf alle Fälle eine hochbrisante Meldung. Hochschwanger, ja hochträchtig.
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 18:47:39
      Beitrag Nr. 5.059 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.221.565 von Dorfrichter am 20.05.09 18:42:14Da rollt was auf uns zu. Und vorher werden die Gierigen noch mal abgezockt. Gut, der eine oder andere wird noch einen Riß machen, wenn er den schnell genug ist!

      Eigentlich leicht durchschaubar. Für intelligente Menschen in gewisser Weise eine Beleidigung vom Anspruch her ...
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 18:51:59
      Beitrag Nr. 5.060 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.214.754 von Maraho am 20.05.09 06:13:57Und noch mal der Geithner ...

      Finanzkrise
      USA starten Bad Bank ohne Steuerzahlerhaftung

      Das krisengeschüttelte amerikanische Finanzsystem ist nach Ansicht von US-Finanzminister Timothy Geithner allmählich auf dem Weg der Erholung. Er äußerte die Erwartung, dass die staatlichen Programme, die Banken von Ramschpapieren befreien sollen, im Sommer an den Start gehen sollen.


      HB WASHINGTON. Die USA wollen offenbar im Juni einen Testballon für ihr Bad-Bank-Modell ohne den direkten Einsatz von Steuergeldern starten. Die US-Einlagensicherung FDIC werde in einem Pilotverkauf problembehaftete Wertpapiere anbieten und den Investoren bei der Finanzierung mit Garantien behilflich sein, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Dienstag. Damit verschonen die Behörden die Investoren von den strengen Auflagen des Bankenrettungspaketes TARP - etwa bei den Managergehältern. Finanzminister Timothy Geithner sagte am Mittwoch, das Programm soll innerhalb von sechs Wochen starten.

      Investoren wie Hedge Fonds hatten sich dagegen gesträubt, sich den TARP-Auflagen zu unterwerfen. Dies hätten sie aber wohl tun müssen, wenn das Finanzministerium wie ursprünglich geplant den Kauf der Wertpapiere mitfinanzieren würde. Die US-Behörden wollten jedoch keine Investoren vergraulen, um den Erfolg des Programms nicht zu gefährden.

      Mit dem Pilotverkauf ohne Steuergelder wollen die Behörden vor dem richtigen Start des Programms bei den Investoren vor allem Vertrauen schaffen. Die in der Finanzkrise unverkäuflichen und damit derzeit faktisch wertlosen Anlagen sind ein Hauptgrund für die Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe, was wiederum die Erholung der Gesamtwirtschaft erschwert.

      Anders als Deutschland wollen die USA die toxischen Papiere in den Bilanzen der Banken nicht in eine „Bad Bank“ auslagern, sondern an private Investoren versteigern. Damit will die US-Regierung eine Kardinalfrage aller Modelle durch einen Marktprozess beantworten: Was sind die Papiere wert, für die es derzeit keinen Markt gibt? Das deutsche Modell sieht dagegen vor, dass die Banken ihre toxischen Papiere in eine Zweckgesellschaft auslagern und dabei gegen sichere Wertpapiere mit staatlicher Garantie tauschen. Den Wert der Papiere sollen dabei Sachverständige ermitteln.

      Bei dem Testverkauf im Juni strebt die US-Regierung ein Volumen von rund eine Milliarde Dollar an. Bei der ursprünglichen Ankündigung war davon die Rede, dass insgesamt zunächst zwischen 75 und 100 Mrd. Dollar aus dem TARP-Topf zur Mit-Finanzierung eingesetzt werden sollen, um damit im Tandem mit privaten Investoren Wertpapiere im Volumen von bis zu 500 Mrd. Dollar zu kaufen - sogar eine Aufstockung auf eine Billion Dollar war im Gespräch.

      Dank der Erholung an den Finanzmärkten dürfte das Programm jedoch nun deutlich kleiner ausfallen. Eine Reihe von Banken hat in den vergangenen Tagen bereits bewiesen, dass sie sich auch direkt am Kapitalmarkt Geld beschaffen können - und zwar ohne staatliche Garantien. Damit hat die Auslagerung der toxischen Papiere etwas an Dringlichkeit verloren. Viele US-Banken sind bereits so zuversichtlich geworden, dass sie Regierungshilfen so schnell wie möglich zurückzahlen wollen, um die TARP-Auflagen abzuschütteln - etwa JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Morgan Stanley und American Express. Auch Geithner betonte am Mittwoch vor dem US-Kongress, dass eine Heilung des US-Finanzsektors bereits begonnen habe.

      Dessen ungeachtet zeigte sich US-Finanzminister optimistisch hinsichtlich einer baldigen Gesundung des US-Finanzsystems. „Es gibt wichtige Anzeichen dafür, dass unser Finanzsystem zu gesunden beginnt“, erläuterte Geithner vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Als Belege führte er gefallene Risikoaufschläge etwa für Unternehmens- und Kommunalanleihen an. Dank der Kreditprogramme der Notenbank kämen auch wieder Neuemissionen auf den Markt.

      Geithner nannte diese positiven Anzeichen „ermutigend“, das „Ausbluten“ der Wirtschaft habe sich verglichen mit dem Höhepunkt der Turbulenzen deutlich verlangsamt. Ein schnelles Ende der Krise erwarte er allerdings nicht. „Der Erholungsprozess und die Reparatur des Finanzsystems wird seine Zeit brauchen.“ Es gebe weiterhin „erhebliche Risiken“. Man sei noch am Anfang.

      Jedoch habe sich das Finanzsystem als Folge der Krise bereits „deutlich“ verändert und angepasst. Geldinstitute finanzierten sich inzwischen konservativer, Schulden seien abgebaut worden und von den anfälligsten Teilen des Finanzwelt außerhalb der Banken gehe nicht mehr dieselbe Gefahr aus wie einst, betonte der Minister.

      Quelle: http://www.handelsblatt.com/politik/international/usa-sta…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 18:57:16
      Beitrag Nr. 5.061 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.221.598 von Maraho am 20.05.09 18:47:39Wir werden Heuer noch Probleme bekommen, was die weitere Verschuldung betrifft in Bezug auf "Gläubiger", die wohl schon jetzt schwer zu finden sind.

      Schönen Abend Dirt und allen anderen Lesern.
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 19:00:28
      Beitrag Nr. 5.062 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.216.218 von windei am 20.05.09 10:16:26windei, das kam dabei heraus.
      Die EU belehrt, unter anderem, China! Ich lach` mich schlapp. Vorher sollten die Herrschaften erst einmal auf unseren "größten Freund" einwirken im Hinblick auf ethisches Verhalten etc. !

      Kooperation
      EU und China gemeinsam gegen die Krise

      Das Treffen der Europäischen Union und China in Prag war ein Neuanfang. Konkrete Ergebnisse gab es zwar nicht, aber immerhin haben sich beide Verhandlungspartner sich zu einer verstärkten Zusammenarbeit bei Finanzmarktreform und Klimaschutz bekannt.

      Weiterlesen ... http://www.wiwo.de/politik/eu-und-china-gemeinsam-gegen-die-…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 19:01:19
      Beitrag Nr. 5.063 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.221.693 von Maraho am 20.05.09 19:00:28... und sich an die eigene Nase fassen!
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 19:19:00
      Beitrag Nr. 5.064 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.221.667 von Dorfrichter am 20.05.09 18:57:16Danke!
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 19:44:34
      Beitrag Nr. 5.065 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.039.594 von Maraho am 25.04.09 08:13:04Hossa. Darf`s noch etwas mehr sein?

      NACHTRAGSHAUSHALT
      Steinbrück macht sich für Rekordverschuldung stark

      Von Christian Reiermann

      Die Wirtschaftskrise frisst immer größere Löcher in den Bundeshaushalt: Finanzminister Steinbrück will nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen in diesem Jahr 47,6 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen - so viel wie noch kein Finanzminister vor ihm.


      Hamburg - Der Bund steht vor der größten Neuverschuldung seit Kriegsende: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück will in diesem Jahr 47,6 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Das geht aus dem Gesetzentwurf für den zweiten Nachtragshaushalt hervor, der SPIEGEL ONLINE vorliegt.

      Bislang hatte der SPD-Mann eine Neuverschuldung von 36,9 Milliarden Euro angepeilt. Mit dem zweiten Nachtragsetat lässt sich der SPD-Mann nun noch einmal einen zusätzlichen Kreditrahmen von 10,7 Milliarden Euro vom Bundestag genehmigen.

      Notwendig wird der Nachschlag, weil wegen der Wirtschaftskrise die Steuereinnahmen wegbrechen und die Ausgaben für höhere Arbeitslosigkeit steigen.

      - So sieht der Nachtragsetat vor, die Mittel für das Arbeitslosengeld II um 1,4 Milliarden Euro aufzustocken.

      - Die Erstattungen für Kosten der Unterkunft und Heizung, die der Bund für Langzeitarbeitslose übernimmt, legen um 200 Millionen Euro zu.

      - Zusätzlich gewährt der Bund dem Gesundheitsfonds ein Darlehen über vier Milliarden Euro. Im Fonds fehlen Einnahmen, weil in der Krise weniger Beitragszahlungen einlaufen als geplant.

      "Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik macht eine nochmalige Erhöhung der Nettokreditaufnahme unvermeidlich", rechtfertigte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums die Maßnahme. Einnahmeausfälle und zusätzliche Ausgaben könnten nicht durch Kürzungen aufgefangen werden. "Das wäre in der jetzigen Situation konjunkturpolitisches Gift."

      21,5 Milliarden Euro großes Steuerloch

      Die Regierung erwartet in diesem Jahr einen Einbruch der deutschen Wirtschaftsleistung um sechs Prozent. Deshalb brechen dem Staat die Steuereinnahmen weg. Gegenüber der bisherigen Schätzung fehlen allein dem Bund 2009 Steuereinnahmen von rund 21,5 Milliarden Euro in den Kassen.

      Der haushaltspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Steffen Kampeter, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Nachtragsetat bestätige, vor welchen großen Schwierigkeiten die Finanzpolitik stehe. Man könne nur hoffen, dass sich die Konjunktur so entwickele, dass bis zum Jahresende kein dritter Nachtrag notwendig werde.

      Sein SPD-Kollege Carsten Schneider forderte ein Ausgabenmoratorium: "Neue Ausgabenprogramme sind ohne Gegenfinanzierung nicht möglich." Sein Appell richte sich an alle Ressorts bei der Aufstellung des Haushalts 2010. Dies gelte auch für neue Subventionen, wie sie etwa die CSU für die Landwirte fordere.

      Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Bundestages, Otto Fricke, sagte, er hoffe, dass die Koalition jetzt endlich einen ehrlichen Nachtragshaushalt vorlege. Ausgaben dürften nicht weiter in Nebenhaushalten versteckt werden.

      Bundeshaushalt erfasst nicht alle Schulden

      Im eigentlichen Bundeshaushalt wird nur ein Teil der Schulden erfasst, die der Bund zur Bewältigung der Krise macht. Hinzu kommen 25,2 Milliarden Euro, die der Bund 2009 und 2010 zur Konjunkturstützung ausgibt. Der Betrag ist in den Investitions- und Tilgungsfonds ausgelagert. Darin enthalten sind etwa die Kosten für die verlängerte Abwrackprämie oder das Milliarden-Investitionsprogramm für die Kommunen.

      Zudem stehen zur Rekapitalisierung von Banken und zur Absicherung von Ausfällen von Bundesgarantien für Geldinstitute 100 Milliarden Euro zur Verfügung. Nach Reuters-Informationen hat der Bankenrettungsfonds Soffin davon bereits vorsorglich 40 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufgenommen und bei der Bundesbank zwischengeparkt.

      Wie viele Schulden der Bund tatsächlich in diesem Jahr machen wird, ist völlig unklar. Wegen der Unsicherheiten über den Verlauf der Wirtschafts- und Finanzkrise heißt es in der Kabinettsvorlage: "Die genaue Höhe der 'Gesamt-Nettokreditaufnahme' des Jahres ist ex ante nicht bestimmbar."

      Haushaltsstaatssekretär Werner Gartzer hatte kürzlich einen Betrag von rund 80 Milliarden Euro als möglich bezeichnet. Andere Schätzungen gehen weit über 100 Milliarden Euro hinaus. Der bisherige Rekord lag bei 40 Milliarden Euro.

      Ab 2010 entwickelt sich dann auch die Bundesagentur für Arbeit zum Problem, deren Etat unter der steigenden Arbeitslosigkeit leidet. Die BA rechnet einer Reuters vorliegenden Planung zufolge bis 2013 mit einem Defizit von 55 Milliarden Euro. Der Fehlbetrag soll durch Darlehen aus dem Bundeshaushalt ausgeglichen werden. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) will erreichen, dass wenigstens dieses Geld von der BA im nächsten Aufschwung an den Bund zurückgezahlt wird.

      Mit Material von Reuters
      Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,626081,00.html …
      34 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 20:01:10
      Beitrag Nr. 5.066 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.214.722 von Maraho am 20.05.09 05:22:29In Bezug.

      Professor Sinn verzeichnet Erkenntnisgewinn
      von weissgarnix

      Was lese ich da heute in der FTD? Völlig unvorbereitet, weil noch ohne die üblichen 2 Tassen schwarzen Kaffee am Morgen?

      “Die alte Strategie, Maschinen gegen Lehman-Brothers-Zertifikate zu verkaufen, hat nicht funktioniert. Wir müssen uns ein neues Geschäftsmodell suchen”, sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn.”

      Wie meinen?

      Der Sinn? Unser Herr Professor Hans-Werner Sinn? Der Oberindianer des ifo-Instituts, der soll das gesagt haben? Unglaublich!

      Nun hatten wir ja letztens in unserem kleinen Blog hohen Besuch aus München, die Freunde der neoklassischen Tauschkultur wollten bekanntlich die “Leser der FAZ, die sich womöglich hierher verirrten” vor meinen kruden, durch und durch sozialistischen (na klar!) Vorstellungen von Wirtschaft warnen, die ich hier und andernorts zum Besten gäbe. Einer der Kernpunkte darin, den ich immer und immer wieder runterspule, ist das Thema “Exportfokussierung”. Zum Beispiel in meinem Opener zur FAZ-Kapitalismusserie:

      ” Ein hoher Außenhandelsüberschuss bedeutet deutsche Gewinne auf Kosten des Auslands, die einseitige Abschöpfung dortiger Kaufkraft und damit automatisch Instabilität - wie wir sie gerade selbst mit voller Wucht zu spüren bekommen, weil sich die globalen Ungleichgewichte im Welthandel gewaltsam auflösen und uns der Export wegbricht.”

      Und was schreibt die FTD heute?

      “Doch Experten wie Sinn, Posen oder auch der Wirtschaftssachverständige Peter Bofinger halten die deutsche Wirtschaft langfristig gesehen für zu einseitig auf Exporterfolge ausgerichtet. Ihre Analyse lautet, dass sich Exportüberschusse nicht ewig steigern lassen, weil sie per Definition bei anderen zu gefährlich hohen Defiziten führen.”

      Na, da haben sie sich aber ganz schön Zeit gelassen, die Experten, bis sie zu dieser tollen Erkenntnis gelangt sind. Aber OK, besser spät also nie. Die Begründung, wonach sich “Exportüberschüsse nicht ewig steigern lassen” finde ich übrigens äußerst putzig: wenn es nicht mehr benötigt als das, um in Deutschland einen Professorentitel abzugreifen, dann werde ich demnächst mal 3-4 tiefergehende Blogbeiträge der letzten 18 Monate raussuchen, um mich damit zu habilitieren. So ein knackiger “Professor” ist für einen Ösi ja bekanntlich das Größte - nach dem “Kommerzialrat” versteht sich, aber für den müßte ich a) echt ackern und b) mindestens 60 Jahre alt sein, da ist in nächster Zukunft also nichts zu machen.

      Quelle und teils interessante Kommentare: http://www.weissgarnix.de/?p=2229#more-2229
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 20:29:24
      Beitrag Nr. 5.067 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.218.279 von Maraho am 20.05.09 13:48:15In gewissem Bezug.
      Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus! Hauptsache, wir Blöden zahlen den Schwindel!

      Ermittlungsverfahren in der Finanzkrise sind Sache der Bundesländer

      Berlin: (hib/BOB) Ermittlungsverfahren gegen verantwortliche Vorstände, Aufsichtsräte und leitende Angestellte von Banken und Kreditinstituten wegen möglicher Untreue, Betrugs, Insolvenzverschleppung, Bilanzfälschung und Bilanzmanipulation sind nach Auffassung der Bundesregierung Aufgabe der Bundesländer. Der Bundesregierung liegen daher keine Informationen zur Anzahl der eingeleiteten Strafverfahren wegen der Finanzkrise vor. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (16/12623) auf eine Kleine Anfrage der Grünen (16/12489) mit. Der Regierung lägen auch "keine belastbaren Informationen" dazu vor, ob sie die Staatsanwaltschaften der Länder personell in der Lage sieht, eine Aufarbeitung - angesichts der Vielzahl der in Not geratenen Banken und der Komplexität der Sachverhalte - personell zu bewältigen.

      Quelle: http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2009/2009_148/10.html
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 20:51:07
      Beitrag Nr. 5.068 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.214.798 von Maraho am 20.05.09 06:56:49Und da es recht gut passt ...

      Finanzkrise
      „Bankenrettungsfonds ist verfassungswidrig“
      von Dietmar Neuerer

      Der Banken-Rettungsfonds Soffin soll die deutsche Finanzbranche stabilisieren, indem die Regierung kriselnden Banken Steuermilliarden gibt. Doch sie muss darüber niemandem Rechenschaft ablegen - nicht einmal dem Deutschen Bundestag. Das verstößt möglicherweise gegen das Grundgesetz.


      DÜSSELDORF. Der staatliche Banken-Rettungsfonds Soffin verstößt möglicherweise gegen das Grundgesetz. Zur Begründung führte der Hans-Peter Schwintowski, Wirtschaftsrechtler an der Berliner Humboldt-Universität, am Mittwoch im Gespräch mit Handelsblatt.com an, dass die Parlamentarier im Deutschen Bundestag derzeit nicht das Recht haben, die Geldflüsse zu kontrollieren. „Die derzeitigen Regelungen im Finanzmarktstabilisierungsgesetz verstoßen nach meiner Überzeugung gegen das verfassungsrechtlich verbürgte Budgetrecht des Parlaments“, sagte Schwintowski.

      Dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) stehen insgesamt 480 Mrd. Euro zur Verfügung, um durch die Finanzkrise angeschlagenen Banken zu helfen - ein Großteil davon sind Liquiditätsgarantien. Davon profitiert insbesondere der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) mit über 52 Milliarden Euro. Ohne die Liquiditätsspritzen wäre das Institut nicht überlebensfähig. Der Bund will die Bank vollständig übernehmen. Ein weiterer Großnutzer der Garantien ist die HSH Nordbank mit einer Summe von über 30 Milliarden Euro bei den Bürgschaften.

      Wer vom Soffin zu welchen Konditionen profitiert, entscheidet ein von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) Minister eingesetzter „Lenkungsausschuss“ unter Leitung des Finanzstaatssekretärs Jörg Asmussen. Der Bundestag selbst, so beschloss es die Große Koalition im vergangenen Oktober, verzichtet bei der Bankensanierung auf sein wichtigstes Recht: die Kontrolle über die Staatsausgaben. Nur ein kleines Gremium von neun Abgeordneten aus dem Haushaltsausschuss wird einmal pro Sitzungswoche über die Entscheidungen des Lenkungsausschusses informiert. Ablehnen oder ändern können die Parlamentarier die Beschlüsse jedoch nicht. Selbst die Unterrichtung ist geheim. Wer dagegen verstößt, dem droht eine Anklage wegen Geheimnisverrats und im schlimmsten Fall eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

      Wirtschaftsrechtler Schwintowski sprach von einem problematischen Vergabeverfahren. Für kleinere Beträge sei es wohl ausreichend, wenn der Finanzminister selbst oder ein Gremium wie der Lenkungsausschuss entscheide. „Von bestimmten Größenordnungen an, nach meiner Meinung ab einer Milliarde Euro, müsste es aber einen Zustimmungsvorbehalt des Parlamentes geben, ähnlich den Zustimmungsvorbehalten im Aktiengesetz für Aufsichtsräte.“ Schwintowski hält daher gesetzgeberische Konsequenzen für unausweichlich: „Im Minimum müsste man über ein Einspruchsrecht des Parlamentes für die Fälle nachdenken, in denen Beträge zur Unterstützung einer einzelnen Bank zur Verfügung gestellt werden, deren Höhe dem Volumen nach dem Haushalt einer mittelgroßen deutschen Stadt entsprechen, also etwa ab fünf Milliarden Euro.“

      Darüber hinaus hat nach Ansicht des Juristen aber auch der Steuerzahler ein Recht, über die Geldflüsse der Banken, die mit seinem Geld unterstützt und teilweise gerettet werden, etwas zu erfahren. Das ergebe sich schon aus den Grundsätzen des Gesellschaftsrechtes, sagte er. Vorbehalte der Geldinstitute, eine Offenlegung der Geldflüsse könne das Bankgeheimnis aushebeln, lässt Schwintowski nicht gelten. „Wenn man über die Geldflüsse informiert, so verletzt man das Bankgeheimnis schon deshalb nicht, weil man ja nicht den Kunden benennt, an den das Geld fließt, und auch nicht den Betrag und den Grund im Einzelnen, sondern nur die Geldflussrichtungen darstellt.“

      Quelle: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bankenrettu…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 20:58:00
      Beitrag Nr. 5.069 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.222.586 von Maraho am 20.05.09 20:51:07... eine weitere Ausführung.

      SoFFin: Steinbrücks Geheimbund

      SoFFin | Der Finanzmarktstabilisierungsfonds des Bundesfinanzministeriums verwaltet 480 Milliarden Euro zur Bankenrettung. Wie er das Geld verteilt, bleibt im Verborgenen

      Weiterlesen ... http://www.finanzen.net/euro/euro_news.asp?pkNewsNr=891824&i…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 21:19:36
      Beitrag Nr. 5.070 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.935.913 von Maraho am 07.04.09 18:23:19Jetzt ist es von der HV beschlossen (s.o. 07.04.09 18:23:19).

      Landesbank
      HSH Nordbank bekommt drei Milliarden Euro

      Die HSH Norbank galt einst als bedeutender Schiffsfinanzierer - in der Finanzkrise aber hat sich die Bank kräftig verspekuliert
      20. Mai 2009 Die Hauptversammlung der krisengeschüttelten HSH Nordbank hat am Mittwoch eine Kapitalerhöhung beschlossen. Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein pumpen drei Milliarden Euro in die Landesbank, die wegen ihres Engagements in riskante Kredit- und Wertpapiere ins Straucheln geraten ist. Ohne frisches Eigenkapital hätte die Finanzaufsicht die Bank dicht gemacht.

      Weiterlesen ... http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 21:26:36
      Beitrag Nr. 5.071 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.222.030 von Maraho am 20.05.09 19:44:34Ergänzend.

      Bundesagentur für Arbeit
      Das Milliardenloch

      Leere Kassen, auf Jahre hinaus: Die Bundesagentur für Arbeit rechnet bis 2013 mit Schulden in Höhe von 55 Milliarden Euro beim Bund.


      Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet einem Zeitungsbericht zufolge bis zum Jahr 2013 mit einer Verschuldung in Höhe von 55 Milliarden Euro beim Bund.

      Das geht aus dem BA-Bericht zur Finanzentwicklung 2009-2013 hervor, wie die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post aus einer Vorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestages berichtet.

      Demnach summiere sich das Bundesdarlehen an die BA in den kommenden vier Jahren auf 55 Milliarden Euro. Dem Bericht zufolge sind die Finanzrücklagen der BA im ersten Quartal 2009 auf zehn Milliarden Euro zurückgegangen. Das Defizit der BA nach vier Monaten liege bei 5,8 Milliarden Euro.

      Auswirkungen der Rezession

      Die Ausgaben für das Kurzarbeitergeld im laufenden Jahr schätzen die BA-Experten dem Bericht zufolge auf 3,4 Milliarden Euro.

      Unterdessen werden die Auswirkungen der Rezession am Arbeitsmarkt sichtbar: Die Zahl der Erwerbstätigen sank im ersten Vierteljahr 2009 erstmals seit drei Quartalen wieder unter die Marke von 40 Millionen, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen in Wiesbaden mitteilte.

      Mit 39,9 Millionen Erwerbstätigen waren aber immer noch 48.000 oder 0,1 Prozent mehr beschäftigt als ein Jahr zuvor.

      Quelle: http://www.sueddeutsche.de/,ra3l1/wirtschaft/733/469291/t…
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 22:30:13
      Beitrag Nr. 5.072 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.202.970 von Maraho am 18.05.09 20:51:40Um der Seriosität dieses Threads keinen Abbruch zu tun, zum Abschluß (meinerseits) noch etwas hierzu.

      Am 18.05. (s.o.) wurde von mir eine Ausführung aus einem Blog zu Bilderberg 2009 reingestellt. Dort wurde unter anderem erwähnt, daß Cem Özdemir von den "Grünen" auch teilgenommen haben soll. Allerdings stand er nur auf der von einer griechischen Zeitung veröffentlichten Einladungsliste und nicht auf der Teilnehmerliste, wie irrtümlich dort behauptet. Er soll also "nur" eingeladen gewesen sein, ist jedoch nicht erschienen.

      Aber lest selbst ...

      Das Alibi von Cem
      http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/05/das-alibi-v…

      Interessant auch der am 18.05. auf der Seite der "Grünen" eröffnete Thread zu besagter, angeblicher Reise des Herrn Özdemir, der mittlerweile jedoch geschlossen wurde. Die Diskussion sowie die Begründung für die Schließung ist unter folgendem Link zu finden.
      Der Titel desselben (Bilderberg - Tradition der Gruenen / Erst Fischer jetzt Cem Özdemir) wurde übrigens auch gelöscht.

      Dafür steht jetzt (und dort könnt ihr es n o c h finden):

      Thread geschlossen
      geschrieben von AskaWinterkalt


      http://www.gruene-bundestag.de/cms/diskussion/dok/38/38883.o…


      Da geht es bei w:o hier und da ja recht großzügig zu.
      Das muß man schon mal sagen!
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 22:34:38
      Beitrag Nr. 5.073 ()
      So, das war`s für heute meinerseits.

      Mal wieder ganz herzlichen Dank euch allen für das Interesse und die Gewogenheit an diesem Mittwoch.

      Ich wünsche nun allerseits eine angenehme Nachtruhe!

      Maraho
      Avatar
      schrieb am 20.05.09 22:48:50
      Beitrag Nr. 5.074 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.223.520 von Maraho am 20.05.09 22:34:38Nachschlag.
      Dies hier war (ist) der Grund für rot in USA.

      Fed-Protokoll: Erholung möglich, aber unsicher

      Washington (BoerseGo.de) – Wie aus den Protokollen der letzten April-Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank hervorgeht, teilten die Mitglieder des geldpolitischen Gremiums die Aussicht, dass das Bruttoinlandsprodukt BIP dieses Jahr schrumpfen werde. Gleichwohl sieht der Ausschuss Anzeichen dafür, dass die Geschwindigkeit des Abschwungs der Wirtschaft sich zu verlangsamen beginne. Sie fügten aber hinzu, dass diese Anzeichen ihrer Natur nach überwiegend Schwankungen unterworfen seien. Einigkeit besteht auch in der Ansicht, dass die Arbeitslosenquote in den nächsten Quartalen zunehmen werde und dass die Inflation in diesem Jahr geringer ausfallen werde als in den letzten Jahren. Alle Mitglieder waren sich darin einig, dass sich die Aussicht für die wirtschaftlichen Aktivitäten in der nahen Zukunft verdüstert habe im Vergleich zu den Vorstellungen, die noch zur Zeit der Januar-Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank geherrscht hatten.

      Gleichwohl besteht weiterhin die Erwartung, dass mit Beginn der zweiten Jahreshälfte 2009 eine Erholung bei Verkauf und Produktion eintreten werde. Die Erholung werde aber langsam voranschreiten und könnte fünf oder mehr Jahre dauern, ehe die Arbeitslosenquote wieder unter fünf Prozent falle. Alle FOMC-Mitglieder prognostizierten, dass die Arbeitslosigkeit, auch wenn sie in den nächsten Jahren abnehme, am Ende des Jahres 2011 noch deutlich über dem auf lange Sicht vertretbarem Maß liegen werde. Für dieses Jahr wird eine Arbeitslosenquote von zehn Prozent oder knapp darunter erwartet. Die Mitglieder des geldpolitischen Gremiums gehen davon aus, dass sich das Bruttoinlandsprodukt BIP in diesem Jahr im Negativbereich von 2,0 bis 1,3 Prozent bewegen werde, was unterhalb der Annahme von der Januar-Prognose von minus 1,3 bis minus 0,5 Prozent liegt.

      Quelle: http://www.boerse-go.de/nachricht/Fed-Protokoll-Erholung-…

      Gute Nacht!
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 06:33:27
      Beitrag Nr. 5.075 ()
      Guten Morgen liebe Sorgen.;)



      Nachtragsetat
      Steinbrück bricht Deutschlands Schuldenrekord
      20. Mai 2009, 19:58 Uhr
      Angesichts dramatischer Steuerausfälle will die Bundesregierung die Neuverschuldung in diesem Jahr um weitere 10,7 Milliarden auf 47,6 Milliarden Euro erhöhen. Damit würde Finanzminister Peer Steinbrück den bisherigen Schuldenrekord von 1996 brechen. Damals hatte Theo Waigel 40 Milliarden Euro an frischen Krediten aufgenommen.

      Angesichts dramatischer Steuerausfälle will die Bundesregierung die Neuverschuldung in diesem Jahr um weitere 10,7 Milliarden auf 47,6 Milliarden Euro erhöhen. Das geht aus dem Entwurf für einen zweiten Nachtragshaushalt hervor, den das Bundesfinanzministerium verbreitete.

      Damit würde Finanzminister Peer Steinbrück den bisherigen Schuldenrekord von 1996 brechen. Der damalige Finanzminister Theo Waigel (CSU) hatte gut 40 Milliarden Euro an frischen Krediten aufgenommen. In der kommenden Woche soll der Nachtragshaushalt vom Kabinett verabschiedet werden.

      „Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik macht eine nochmalige Erhöhung der Nettokreditaufnahme unvermeidlich“, begründete Ministeriumssprecher Stefan Olbermann die Rekordverschuldung. „Einnahmeverluste und zusätzliche Ausgaben für den Arbeitsmarkt können nicht durch Kürzungen an anderer Stelle kompensiert werden. Das wäre in der jetzigen Situation konjunkturpolitisches Gift.“

      Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte den Nachtragshaushalt bereits in der vergangenen Woche nach der Veröffentlichung der verheerenden Ergebnisse der Steuerschätzung angekündigt. Danach müssen Bund, Länder und Kommunen bis 2013 mit 316 Milliarden Euro weniger auskommen als noch im November angenommen.

      Allein für das laufende Jahr korrigierten die Schätzer die Einnahmeprognose um 45 Milliarden Euro nach unten. Für den Bund beträgt das Minus 21,5 Milliarden Euro. Die Länder müssen mit Gesamteinbußen von 16,5 Milliarden Euro rechnen, die Gemeinden mit 7,6 Milliarden Euro weniger.

      Finanzministerium Peer Steinbrück Berlin Steinbrück hatte erwartet, dass die Neuverschuldung sogar die 50-Milliarden-Marke reißen würde. Nach dem jetzigen Entwurf bleibt sie nun mit 47,6 Milliarden doch knapp darunter.

      http://www.welt.de/wirtschaft/article3777036/Steinbrueck-bri…
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      Avatar
      schrieb am 21.05.09 07:19:07
      Beitrag Nr. 5.076 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.224.289 von maeusefaenger am 21.05.09 06:33:27Guten Morgen maeusefaenger,

      danke Dir, aber siehe Beitrag #5061 (1. Beitrag auf Seite 507).

      Die Blätter sind schon clever gemacht. Ab und an eine neue Schlagzeile über einen schon bekannten Text. Standardisierung eben. Darin dürfte auch eine Ursache für deren zunehmende wirtschaftliche Schwierigkeiten liegen. Die Leser werden zunehmend gelangweilt.

      Dir einen schönen Tag!
      Gruß von Maraho
      10 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 07:46:32
      Beitrag Nr. 5.077 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.223.615 von Maraho am 20.05.09 22:48:50Guten Morgen zusammen,
      ein erholsamer Feiertag sei euch gewünscht!

      Noch einmal etwas hierzu.
      Ich frage mich ernsthaft, wie lange diese Spielchen noch funktionieren. Aber es läßt sich feststellen, daß man mit diesem kranken Programm tatsächlich noch immer Geld verdienen kann.
      Nach dieser Meldung anscheinend aber nicht mehr lange.

      Interessant wird auch jetzt wieder zu beobachten sein, wie die Medien dies verkaufen werden. Nachdem ja bereits "grüne Sprösslinge", "Aufhellungen", "Lichtblicke" und ähnliches angekündigt wurden.


      Sitzungsprotokoll
      Fed dämpft Erwartung an zeitige Erholung

      Anfang des Jahres erwartete die US-Notenbank ein Schrumpfen der US-Wirtschaft um über ein Prozent - daraus könnten nun zwei werden. Falls nötig, will sie mit erhöhten Anleihekäufen gegensteuern. Die Märkte reagierten verschreckt.


      Noch Anfang des Jahres hatte die US-Notenbank Fed ein Schrumpfen der US-Wirtschaft um maximal 1,3 Prozent vorhergesagt. Nun rechnet die Fed mit einem deutlich kräftigeren Konjunktureinbruch in diesem Jahr: Die Zentralbank geht für 2009 von einem Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 bis 2 Prozent aus und will den Kampf gegen die Rezession notfalls forcieren. Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Zinssitzung von Ende April hervor.

      Die Indizes in New York drehten nach der Veröffentlichung der Fed-Protokolle ins Minus. Zur Schlussglocke verlor der Dow Jones 0,6 % auf 8422 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,5 % nach auf 903 Zähler. Der Nasdaq notierte 0,4 % im Minus bei 1727 Punkten. Einige Börsianer hatten sich von der Fed offenbar optimistischere Töne versprochen.

      In der Sitzung beschloss die Notenbank, dass sie die in den vergangenen Monaten begonnenen Programme zum Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen ständig hinsichtlich Umfang und Zeitplan überprüfen wird. Laut den Protokollen wurde bereits über ein Aufstocken des Programms diskutiert.

      "Einige Mitglieder bemerkten, dass eine weitere Erhöhung der gesamten Ankäufe zu einem gewissen Zeitpunkt durchaus gefordert sein könnte, um die Erholung der Wirtschaft zu beschleunigen", heißt es in dem Sitzungsprotokoll. Alle seien sich aber einig gewesen, dass zunächst die Wirkung der bisher getroffenen Maßnahmen abgewartet werden sollte.

      Im März hatte Notenbankchef Ben Bernanke den Ankauf von Staatsanleihen im Volumen von bis zu 300 Mrd. $ und zusätzliche Käufe anderer Wertpapiere von rund 1000 Mrd. $ für die nächsten Monate angekündigt. Finanziert werden sollen die Programme de facto durch ein Anwerfen der Notenpresse. Durch die vergrößerte Geldbasis soll die Kreditklemme gelöst und die lahmende Wirtschaft angekurbelt werden. "Wenn die Fed weitere Staatsanleihen kauft, kann das den Rentenmarkt stützen. Es funktioniert. Womöglich muss sie noch nachlegen", sagte Michael Pond von Barclays Capital in New York.

      Anzeichen für Verlangsamung des Abschwungs

      Die Notenbanker erklärten in der Sitzung zugleich, dass sie Anzeichen für eine Verlangsamung des Abschwungs erkennen. Gleichwohl wird der prognostizierte Aufschwung im nächsten Jahr nach Ansicht der Notenbanker möglicherweise etwas schwächer ausfallen als bislang erhofft. Einigen Notenbankern zufolge könne es bis zu fünf Jahre dauern, bevor die Arbeitslosigkeit in den USA wieder unter die Rate von fünf Prozent fällt.

      Zuletzt hatten sich die Hoffnungszeichen für eine allmähliche Erholung der Wirtschaft gemehrt: Das Vertrauen der Amerikaner in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes festigte sich überraschend stark. Auch die Talfahrt der US-Industrie hat sich verlangsamt. Im ersten Quartal brach die US-Wirtschaftsleistung jedoch um aufs Jahr hochgerechnet 6,1 Prozent ein, was für die Wachstumsrate des Gesamtjahres eine enorme Hypothek bedeutet.

      Quelle: http://www.ftd.de/boersen_maerkte/:Sitzungsprotokoll-Fed-…


      P.S.: Da wereden die Jungs von leap 2020 anscheinend doch recht behalten.

      Siehe Seite 502:
      Die umfassende weltweite Krise: Juni 2009 – Die Welt verläßt endültig ihren die letzten 60 Jahre gültigen Bezugsrahmen

      Damit ihr nicht lange suchen müßt, hier noch einmal der Link:
      http://www.leap2020.eu/GEAB-N-35-ist-angekommen!-Die-umfasse…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 07:54:02
      Beitrag Nr. 5.078 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.224.339 von Maraho am 21.05.09 07:46:32The national debt of the United States
      http://oddhammer.com/tutorials/debt_clock/
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 08:05:58
      Beitrag Nr. 5.079 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.222.411 von Maraho am 20.05.09 20:29:24In gewissem Bezug.
      Konkursverschleppung?

      ANFRAGE IM BUNDESTAG
      Finanzaufsicht prüfte deutsche Banken 53-mal
      Von Severin Weiland

      Bereits zu Zeiten der rot-grünen Koalition kam es zu einer ernsten Bankenkrise. Ein Gipfel im Kanzleramt beriet damals Maßnahmen. Wie jetzt eine Anfrage der FDP im Bundestag ergab, wurden seit 2003 drei deutsche Großbanken von der Bankenaufsicht in 53 Fällen geprüft.


      Berlin - Das Treffen am 16. Februar 2003 war streng vertraulich, denn was an diesem Sonntag in Berlin besprochen wurde, war sensibel: die Lage der deutschen Banken. Die Runde war folglich hochrangig. Kanzler Gerhard Schröder, Finanzminister Hans Eichel und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement trafen sich mit den Spitzen der deutschen Kreditwirtschaft - darunter auch Deutsche-Bank -Chef Josef Ackermann.

      Der Hintergrund waren zunehmend desolate Zahlen in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld - im Jahr zuvor hatten mehrere Institute erstmals in ihrer Geschichte Verluste gemacht. Vor allem Commerzbank und HypoVereinsbank waren angeschlagen - letztere trennte sich im Herbst 2003 von Teilen ihres Immobiliengeschäfts und lagerte diese in der Hypo Real Estate (HRE) aus. Die HRE ist mittlerweile ein bekanntes Institut: durch die negativen Schlagzeilen in der aktuellen Krise.

      Die in München beheimatete Immobilienbank konnte im Herbst 2008 nur durch 87 Milliarden Euro an Staatsgarantien gerettet werden. Ein von der Opposition beantragter Untersuchungsausschusses im Bundestag beschäftigt sich derzeit mit der HRE.

      Der FDP-Obmann im HRE-Ausschuss, Volker Wissing, hat nun jüngst eine Kleine Anfrage gestellt. Er wollte wissen, wie der Umgang der damaligen Bundesregierung während der Finanzmarktkrise 2003 war. Die Antwort aus dem Bundesfinanzministerium, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, bringt immerhin eine Erkenntnis - eine Parallele zur jetzigen Lage sieht die Regierung nicht. "In den Jahren 2002/2003 handelte es sich um einen durch Gerüchte hervorgerufene, nur deutsche Institute betreffende Krise", heißt es in der Antwort.

      Anlass für das Treffen am 16. Februar 2003 im Kanzleramt war nicht nur die Lage der Konjunktur und des Mittelstands, sondern "auch die schwache Ertragslage bei den privaten deutschen Großbanken". Danach habe die Eigenkapitalquote Ende 2001 bei 4,6 Prozent gelegen. Zwischenberichte der Banken hätten eine "Fortsetzung der Verschlechterung" auch für 2002 angekündigt, so die Regierung.

      Was in der Antwort auf die FDP-Anfrage explizit nicht steht - vor allem die Commerzbank war damals durch Pleitegerüchte in Turbulenzen geraten. Übernahmegerüchte machten die Runde. Die Commerzbank gehört heute mit der HRE ebenfalls zu den Krisenbanken - der Bund erwarb jüngst 25 Prozent der Aktien und stützt sie damit. Zur Krise 2002/2003 ist die Antwort der Bundesregierung allgemeiner Natur: Eine "angelsächsische Investmentbank" habe diese durch ein "unzutreffendes Gerücht über eine angebliche Illiquidität einer großen deutschen Geschäftsbank" ausgelöst.

      Die Folge sei gewesen, dass sich die Refinanzierungssituation aller deutschen privaten Großbanken "stark verschlechterte, da ein unbegründetes Misstrauen gegenüber diesen Instituten an den internationalen Finanzmärkten herrschte und den Banken die Refinanzierungslinien zeitweilig stark gekürzt oder gar vollständig gestrichen wurden".

      Heute dagegen, so die parlamentarische Staatssekretärin Nicolette Kressl (SPD) in ihrer sechsseitigen Antwort, sei der Auslöser nicht ein Liquiditätsproblem von Banken gewesen. Diese seien vielmehr die Folge des Zusammenbruchs der US-Bank Lehman Brothers und der "Vermögensminderungen" bei strukturierten Papieren, in die einzelne Banken inner- und außerhalb Deutschlands direkt und indirekt investiert hätten.

      Auch seien die Risiken aus "strukturierten Finanzierungen" im Jahr 2003 noch nicht sichtbar gewesen. Der Boom des Verbriefungsmarktes bei US-Immobilien sei erst später erfolgt, gleiches gelte für die verstärkte Nutzung von Risikoabsicherungen.

      Details unterliegen der Verschwiegenheit

      Bereits 2003 geisterte das Schreckensbild vom Zusammenbruch deutscher Institute um. Auch ein Bad-Bank-Modell, wie es kürzlich vom Kabinett für sogenannte Schrottpapiere verabschiedet wurde, wurde von Bundeswirtschaftsminister Clement in die Überlegungen mit eingebracht - so berichteten es damals Medien.

      Dazu kam es dann aber nicht. In der Antwort der Bundesregierung wird festgehalten, dass von der Bundesbank und Bankenaufsicht BaFin die Maßnahmen der Institute zur "Risikoreduzierung eng begleitet und erforderlichenfalls aufsichtliche Maßnahmen ergriffen" wurden.

      Eine Maßnahme: Bei der Commerzbank, der (mittlerweile von ihr übernommenen) Dresdner Bank und der HypoVereinsbank wurden seit 2003 durch die Finanzaufsicht "insgesamt 53 Prüfungen" durchgeführt oder angeordnet, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Diese schließe von den Banken "antragsgetriebene Modellprüfungen ihrer Risikomesssysteme ein". Bankenaufsicht und Bundesministerium der Finanzen hätten nach 2003 ihre Ablaufpläne für Entscheidungsprozesse überprüft und an die gegebene Situation angepasst. "Weiter wurden die Voraussetzungen für schnelle Entscheidungen zur Bereitstellung von Zentralbankliquidität verbessert."

      Für den FDP-Abgeordneten Wissing zu wenig. "Die Bundesregierung hat aus der Finanzkrise 2003 keine Konsequenzen gezogen und damit einen Beitrag zur Finanzkrise 2008 geleistet", sagt er zu SPIEGEL ONLINE.

      Und bei den Banken selbst? Konkrete Angaben - etwa zur HypoVereinsbank - gibt die Antwort der Regierung nicht. Sie unterlägen der "Verschwiegenheitspflicht".

      Ganz allgemein heißt es lediglich: Die Lehren aus der Krise 2002/2003 hätten die betroffenen Institute gezogen. Sie hätten auf das verschlechterte Umfeld mit "starken Kostensenkungen" reagiert und in der Folge "wechselseitige Verflechtungen abgebaut".

      Auch bei der Frage, ob es einen Zusammenhang der damaligen Krise mit den aktuellen Problemen bei der HRE und der Commerzbank gibt, fällt die Antwort knapp aus: Das sei vor dem Hintergrund nicht vergleichbarer Ausgangslagen "nicht erkennbar".

      Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,625919,…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 09:17:40
      Beitrag Nr. 5.080 ()
      Quelle:mmnews.de

      Steinbrück will Rekordverschuldung

      Mittwoch, 20. Mai 2009
      Steinbrück macht sich für Rekordverschuldung stark. In diesem Jahr über 47 Milliarden Euro neue Schulden. "Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik macht eine nochmalige Erhöhung der Nettokreditaufnahme unvermeidlich".



      Die Wirtschaftskrise frisst immer größere Löcher in den Bundeshaushalt: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) will in diesem Jahr 47,6 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen - so viel wie noch kein Finanzminister vor ihm.

      Das geht aus dem Gesetzentwurf für den zweiten Nachtragshaushalt hervor, der SPIEGEL ONLINE vorliegt. Bislang hatte Steinbrück eine Neuverschuldung von 36,9 Milliarden Euro angepeilt.

      Mit dem zweiten Nachtragsetat will sich der Finanzminister nu noch einmal einen zusätzlichen Kreditrahmen von 10,7 Milliarden Euro vom Bundestag genehmigen lassen.

      Notwendig wird der Nachschlag, weil wegen der Wirtschaftskrise die Steuereinnahmen wegbrechen und die Ausgaben für höhere Arbeitslosenzahlen steigen.

      Der Nachtragsetat sieht nach Informationen von SPIEGEL ONLINE vor, die Mittel für das Arbeitslosengeld II um 1,4 Milliarden Euro aufzustocken. Die Erstattungen für Kosten der Unterkunft und Heizung, die der Bund für Langzeitarbeitslose übernimmt, legen demnach um 200 Millionen Euro zu.

      Zusätzlich gewährt der Bund dem Gesundheitsfonds ein Darlehen über vier Milliarden Euro. Im Fonds fehlen Einnahmen, weil in der Krise weniger Beitragszahlungen einlaufen als geplant.

      "Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik macht eine nochmalige Erhöhung der Nettokreditaufnahme unvermeidlich", rechtfertigte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums gegenüber SPIEGEL ONLINE die Maßnahme. Einnahmeausfälle und zusätzliche Ausgaben könnten nicht durch Kürzungen aufgefangen werden. "Das wäre in der jetzigen Situation konjunkturpolitisches Gift."
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 09:41:20
      Beitrag Nr. 5.081 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.224.339 von Maraho am 21.05.09 07:46:32Guten Morgen Maraho. Schlechte Nachrichten aus den USA:

      http://isht.comdirect.de/html/news/actual/main.html?sNewsId=…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 09:53:55
      Beitrag Nr. 5.082 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.224.818 von Dorfrichter am 21.05.09 09:41:20Guten Morgen Dorfrichter,
      wieso schlecht? Das ist die Realität. Wenn auch in den vergangenen Wochen ein anderer Eindruck erweckt wurde. Gelungen ist es hier und da! Ich persönlich traue dem Programm seit geraumer Zeit nicht mehr.

      Gruß von Maraho
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 10:25:41
      Beitrag Nr. 5.083 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.007.578 von Maraho am 21.04.09 10:28:52Ein Bericht über die Situation in ...

      Rumänien
      Die einsame Fabrik auf der grünen Wiese
      Von Nadine Oberhuber

      Die Gummistiefel können Besucher nun zu Hause lassen. Die brauchen sie im Industriegebiet von Cluj nicht mehr. Denn inzwischen liegt Asphalt, und es ist viel Gras über die Sache gewachsen. Über die Vision vom großen Aufschwung. Und über die Äcker, die einmal das erfolgreichste Industriegebiet Osteuropas werden sollten.

      Noch vor einem guten Jahr blieben Besucher hier im knöcheltiefen Schlamm stecken, und sie konnten in den dichten Nebelschwaden, die über den Äckern hingen, kaum ausmachen, wo die fahlgraue Fabrik in die Höhe wuchs. Die Fabrik, die alles ändern sollte. Denn vor einem Jahr schloss der Handyhersteller Nokia sein Werk in Bochum und ging stattdessen nach Cluj. Das sollte der Anfang sein, vom Aufschwung Rumäniens. Vom Beginn des Wirtschaftswunders in Osteuropa (siehe Erst Nokia, nun Mercedes: Alle zieht es nach Rumänien).

      So jedenfalls hatten es sich hier alle gewünscht. Zum Beispiel Bürgermeister Emil Boc, der dem Industriegebiet Tetarom im Dörfchen Jucu, 20 Kilometer vor den Toren der Stadt Cluj, den Weg bereitete. Bis er kam, war das ehemalige Klausenburg eine graue Stadt am nordwestlichen Rand des Landes und die letzte Hauptstadt der Pferdefuhrwerke. Mitten in Transsilvanien und so abgelegen von allem, dass viele noch fabulierten, in der 300.000-Einwohner-Stadt mit ihren grünen Hügeln und sanft ansteigenden Bergen wohnten doch bestimmt noch die Nachfahren Graf Draculas. Aber ein Industriestandort? Mit modernsten Fabrikhallen und Laboren, die Hightech-Geräte für den Weltmarkt entwickeln?

      „Nokia ist der Wendepunkt für uns“

      Der Bürgermeister konnte sich das vorstellen und sah nicht nur große Fabriken aus den Äckern um Cluj sprießen, sondern auch seine eigene Karriere. Auch die Landesregierung im fernen Bukarest war begeistert und plante, Cluj endlich besser an das Straßen- und Schienennetz Rumäniens anzuschließen.

      Arbeitsamtsdirektor Daniel Don, der smarte Anzugträger mit den Gesichtszügen, die ein bisschen an den jungen Kojak erinnern, wurde einer der gefragtesten Männer der Region. Er hätte fast eine Standleitung zum Arbeitsminister in Bukarest legen können. Denn der rief oft mehrmals täglich bei ihm an. Die drei Universitäten der Stadt Cluj mit ihren 100.000 Studenten spülten jedes Jahr Zehntausende gut ausgebildete Absolventen auf den Jobmarkt. "Wir haben das beste Arbeitskräftepotential, dass sich westliche Firmen vorstellen können - und billig sind sie auch", so warb Don Anfang 2008 um große Investoren. Dann kam Nokia.

      "Nokia ist der Wendepunkt für uns", frohlockte nicht nur Daniel Don, "jetzt kommen auch die anderen." Der Logistikkonzern UPS lotete seine Chancen auf den Äckern von Cluj aus, General Motors überlegte den Gang nach Rumänien, und wenn man Stadtmanager Sorin Apostu glaubte, hatte Mercedes die Verträge schon so gut wie unterschrieben. Auch ein Cluster kleiner Handy-Zulieferfirmen sollte sich neben Nokia im Industriepark Tetarom III ansiedeln.

      Die Kultur kam in Fahrt - die Wirtschaft nicht

      Seitdem ist auch die Stadt förmlich explodiert. An jeder zweiten Straßenecke stehen Baukräne. Immer weiter kriechen die Neubauviertel mit Einfamilienhäuser die Hügel der Stadt hinauf. Mediterrane Knallfarben sind der letzte Schrei bei den jungen Bauherren, egal ob an Fassaden oder auf Dächern. Die grellen Farben lassen die Häuser aussehen, als habe sie jemand direkt aus Legoland importiert. Auch die Innenstadt hat frische Farbe aufgelegt. Was vor einem Jahr grau und trostlos wirkte, sieht nun aus, als habe es sich einer Verjüngungskur unterzogen.

      "Wir haben zwei Theater, zwei Opern, wir haben einen Fußballclub in der Champions League, wir können den jungen Leuten jetzt viel mehr bieten", sagt Mircea Corches und kurvt mit seinem Geländewagen stolz an den gotischen und neoklassischen Prachtbauten vorbei. "Die Stadt hat sich sehr geändert, sie ist urbaner geworden und viel sauberer", schwärmt er. Dummerweise ist es aber nicht Corches' Job, die Kultur in Fahrt zu bringen, sondern die Wirtschaft. Er ist Geschäftsführer von Tetarom. Und da gebe es "punktuelle Probleme", sagt er. Andere in Cluj bringen es so auf den Punkt: "Es gibt hier Nokia. Sonst nichts."

      Wieso die anderen Firmen nicht kamen? "Die Krise", sagt Corches, "die Wirtschaftskrise hat uns voll erfasst." Am Management von Tetarom liege es jedenfalls nicht. Das arbeite mit Hochdruck. Und so, als müsse er das beweisen, legt er selbst beim Autofahren kaum eine Minute das Handy aus der Hand. Auch die Regierung habe ihre Versprechen erfüllt, sagt er und deutet auf die fast fertige Autobahnbrücke, während sein Toyota über die ausgefranste Teerpiste Richtung Jucu rumpelt.

      Hier soll einmal die Landstraße zum Industriegebiet an die neue Autobahn andocken. In ein paar Jahren. Wenn die Autobahn denn irgendwann fertig wird, die die Stadtoberen der Firma Nokia zugesagt hatten. Denn noch blockieren die Bauern den Bau. Seit sie spitzgekriegt haben, wie viel Politiker und Immobilienhändler verdient haben, weil die Preise für das Ackerland um Cluj mit Nokias Eintreffen von einem Euro auf 40 Euro schossen, prozessieren sie gern. Und blockieren den Bau.

      Gut ausgebildete Rumänen gehen lieber ins Ausland

      Schon jetzt ist klar, dass die neue Autobahn eher vier als zwei Milliarden Euro kostet und vor 2012 nicht fertig wird. Wie lange sie hält? Vielleicht ein Jahr, vielleicht auch zwei, sagt der deutsche Ingenieur Ludger Thol, dessen Firma Gewerbeimmobilien in Cluj baut. "Weil die Rumänen anders bauen als wir: Die Asphaltdecke hat keinen Unterbau, die platzt beim nächsten Frost auf." Ohne gute Straßen aber werden kaum neue Investoren kommen.

      Da hilft auch der flugs vergrößerte Flughafen nicht, der jetzt etwa doppelt so viele Gäste abfertigen kann wie 2008. Der aber bei 300 Wartenden immer noch aus allen Nähten platzt. Er ist viel zu klein, um wirklich ein "international airport" zu sein. Und Mercedes, so heißt es hier, zog wegen der fehlenden Straßen letztlich nicht nach Cluj. Wie hätte der Autobauer auch seine Wagen von hier aus in die Welt geschafft?

      Ohne den gefederten Geländewagen von Mircea Corches wird man mächtig durchgerüttelt und braucht eine knappe Stunde von der Stadt ins Industriegebiet. Pferdekarren brauchen länger. Die geplante Buslinie und Zuganbindung ins Zentrum steht noch nicht. Das ist auch vielen Arbeitern zu beschwerlich. Jobs "da draußen" waren bisher nicht zu begehrt. Zumal die internationalen Firmen auch nur Mindestlöhne zahlen.

      Gut ausgebildete Rumänen gehen schon lange lieber ins Ausland, als in der transsilvanischen Industriesteppe zu verdörren. "Hier verdiene ich 400 Euro", erzählt eine Tetarom-Verwaltungsangestellte, "ich heuere bald als Stewardess bei einer arabischen Airline an. Da kriege ich das Vierfache."

      Für Steuernachlässe ist kein Geld mehr da

      Mit der Krise sind die Zeiten noch härter geworden für die, die bleiben - und andere zum Kommen bewegen wollen, so wie Corches. Denn die Investoren machen sich rar. Wo er früher 20 Gespräche im Monat führte, mit Interessenten, die sich das Gebiet um Cluj ansehen wollten, kommen heute sechs. Aber das Tetarom-Management tue "alles Erdenkliche, um Investoren anzuwerben", beharrt der Geschäftsführer. "Im Rahmen der Gesetze natürlich", das betont er mehrfach.

      Es ist wohl ein bisschen oft spekuliert worden, ob sich die Stadtoberen am Ausbau des kommunal verwalteten Industrieparks nicht auch reichlich selbst bereichert haben. Von Grundstücksspekulationen ist die Rede. Die Villen der Mächtigen sind zu besichtigen.

      Dass Firmen wie Nokia außerdem nur kamen, weil die Stadtmanager mit millionenschweren Steuernachlässen lockten, ist dagegen ein offenes Geheimnis. Doch dafür ist jetzt kein Geld mehr da.

      „Rumänien ist kein Niedrigsteuerland mehr“

      Die Stadt hat nach den Millionen, die sie in Äcker, Straßen und Brücken pumpte, nichts mehr zu verschenken. Ganz Rumänien ist so hoch verschuldet, dass es den Internationalen Währungsfonds um einen Milliardenkredit bitten musste. Nun dreht die Regierung den Spieß um: Sie hat über 100 Notverordnungen erlassen, Sondersteuern und Mindestabgaben erhoben. Sie prüft strikt die Gewinnverrechnung zwischen ausländischen Firmen und rumänischen Töchtern und hat die Sozialversicherungsbeiträge erhöht. Sie presst die Firmen aus, stöhnen Investoren. Rund 70 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen werden das Jahr 2009 wohl nicht überleben.

      "Wenn man das alles zusammenrechnet, ist Rumänien längst kein Niedrigsteuerland mehr", sagt auch Rechtsanwalt Gisbert Stalfort, einer der bekannteren Anwälte im Land. Für ihn ist längst klar, dass aus den blühenden Landschaften im Industriepark Tetarom nichts wird. Zumal auch die Löhne und Immobilienpreise pro Jahr um 30 bis 40 Prozent zulegten. In Bukarest kostet der Quadratmeter fast so viel wie in deutschen Großstädten. Stalfort zieht gerade mit einer Vortragsreihe durchs Land: Er redet über Krisenstrategien, Insolvenz und darüber, wie man Massenentlassungen organisiert. Und die Firmenchefs rennen ihm die Bude ein. "Es ist beängstigend."

      Auch in Cluj hören ihm Dutzende zu. Jeder hat eine Geschichte zu erzählen. Jeder eine andere, aber am Ende klingen sie alle gleich: Die Umsätze sind weggebrochen. Viele Firmen haben gar keine Aufträge mehr und nichts mehr zu tun. Einige schickten die Belegschaft in Zwangsurlaub, viele entließen. Die Arbeitslosigkeit in Cluj stieg von 1,7 auf 10 Prozent. Und das war noch nicht alles.

      Denn ein anderes Problem drückt auch alle: Vier Jahr ging es ihnen so gut, dass die Firmen wuchsen, neue Hallen und Lager bauten. Sie finanzierten das auf Kredit - mit Krediten in Euro. Dann brach die rumänische Währung Lei innerhalb weniger Monate brutal ein. Es traf fast jeden. Denn auch die allermeisten Privatleute finanzierten ihre Neubauten mit Fremdwährungskrediten. Viele Häuser stehen schon wieder zum Verkauf. Oder sind schon Bauruinen. Selbst die gigantischen, glänzenden Shoppingmalls im Zentrum sind fast leer. Vor einem Jahr strömte ganz Cluj hierher zum Einkaufen. Jetzt langweilen sich die Verkäuferinnen. Die Arbeitslosen haben kein Geld, der Rest spart, und die Inflation von sieben Prozent tut ihr Übriges.

      Der Aufschwung Ost hat aufgehört, bevor er richtig anfing. Oder, wie Stalfort es sagt: "Die Zeit der Investments auf der grünen Wiese hat nicht mit Nokia begonnen. Sie war mit Nokia vorbei."

      Quelle: http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C8…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 10:44:11
      Beitrag Nr. 5.084 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.196.095 von Maraho am 18.05.09 05:26:22Etwas weiteres hierzu ...

      Großbritannien: Spesenaffäre
      "Bestraft die Schweine!"

      Von Michael König

      Die britischen Euroskeptiker haben dank des Spesenskandals beste Chancen, wieder ins Europaparlament einzuziehen. Ihre Absicht: die EU von innen bekämpfen und Großbritannien unabhängig machen.


      Vergleiche mit Wassermassen bieten sich an im verregneten London. Und so fragen sich derzeit viele Experten, wie die Parteienlandschaft wohl aussehen mag, wenn sich die Flutwelle des Spesenskandals wieder zurückgezogen hat. Der größte Schaden ist bei der Labour-Partei von Regierungschef Gordon Brown zu erwarten. Und auch zwei Kandidaten für den Titel des Krisengewinnlers gibt es schon.

      Sie heißen British National Party (BNP) und UK Independence Party (UKIP) und reiten auf der Welle wie morsches Treibholz - so dass sich aus kontinentaler Sicht die Frage stellt, ob mit solch einem Material am Haus Europa weitergebaut werden kann, ohne einen Einsturz zu provozieren.

      Die rechtsextreme BNP stellt im Europawahlkampf Mitarbeiter in Schweinskostümen auf die Bühne, die sich in Geldscheinen suhlen. Damit sind die Abgeordneten der etablierten Parteien gemeint, die Tag für Tag mit zittrigen Fingern den Daily Telegraph durchblättern, seit die Zeitung begonnen hat, die Spesenrechnungen von Angehörigen des Unterhauses zu veröffentlichen.

      "Uns alle betrogen"

      Stereoanlagen, Swimmingpool-Reinigungen und Gartenarbeiten haben die Parlamentarier vom Steuerzahler bezahlen lassen - größtenteils auf legalem Weg, aber immer mit dem modrigen Beigeschmack der persönlichen Bereicherung. In einer Umfrage, im Auftrag des Revolverblattes Sun, sagten 60 Prozent der Befragten, die Abgeordneten hätten das Spesensystem vorsätzlich missbraucht und "uns alle betrogen".

      Die BNP bietet sich den Wählern nun als Korruptionspolizei an, sie schickt Männer in grellbunten Westen auf die Bühne, die so tun, als würden sie die Schweinsköpfe verprügeln. Der Wahlkampfslogan lautet: "Bestraft die Schweine!" In ihrem Programm verlangt die Partei den sofortigen Stopp der Einwanderung nach Großbritannien. Bezogen auf Europa heißt es: "Wir stehen für den sofortigen Rückzug aus der EU."

      Die bizarren Auftritte der BNP finden auf der Straße angeblich ein positives Echo, berichten Korrespondenten. Allein, in Umfragen kann die BNP nicht zulegen. In der aktuellen Umfrage der Sun kommen die Rechtsextremen auf drei Prozent.

      Kein Grund zur Beruhigung

      Das klingt wie eine gute Nachricht, und weil die gerade rar sind in den Politikspalten britischer Medien, wird sie entsprechend groß verkauft. Für pro-europäische Kräfte ist die Nachricht jedoch kein Grund zur Beruhigung: statt der BNP scheint eher die UKIP von der Krise zu profitieren. "Es ist gut zu sehen, dass die Politiker uns als die Stimme des Protests betrachten und nicht die BNP", wird Paul Nuttall von der UKIP in einem Bericht im Guardian zitiert.

      Die Aussage der UKIP-Wahlplakate ist nicht viel komplexer als jene von der BNP, statt Schweinen ist dort Winston Churchill zu sehen, und der Slogan lautet: "Say No to European Union." In ihrem Wahlprogramm fordert die Partei, Großbritannien solle nicht länger von "gesichtslosen Bürokraten" regiert werden: "Eine Stimme für UKIP ist eine Stimme, die laut und deutlich ‚Nein’ sagt."

      Mit dieser Botschaft kommt die Unabhängigkeitspartei in der aktuellen Umfrage der Sun auf 15 Prozent. Nimmt man nur diejenigen Befragten als Grundlage, die sicher zur Wahl gehen wollen, sind es sogar 19 Prozent - damit wäre die kleine UKIP mit der großen Labour-Partei und den Liberaldemokraten gleichauf. Kein Wunder, dass Labour-Regierungschef Gordon Brown nun ankündigte, die Wahlen des britischen Unterhauses nicht vorziehen zu wollen. Die nächste Parlamentswahl muss spätestens Mitte 2010 stattfinden.

      Das britische Paradoxon

      Die Ursprünge der UKIP gehen zurück auf einen Familienstreit der Konservativen über den Vertrag von Maastricht Anfang der neunziger Jahre. Bei den Europawahlen 1999 erreichte die 1993 gegründete Partei sieben Prozent, 2004 waren es 16 Prozent. Bestätigen sich die Umfragewerte nun am 7. Juli, wäre die Erfolgsgeschichte der UKIP um ein Kapitel reicher. Und Großbritannien bliebe ein europäisches Paradoxon - im EU-Parlament vertreten durch Abgeordnete, die nichts lieber täten, als ihr Land schnellstmöglich aus der EU auszugliedern.

      Entsprechend krawallig führt sich der Vorsitzende der UKIP, Nigel Farage, im Europaparlament auf: 2005 stellte er einen Misstrauensantrag gegen EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, weil dieser 2004 eine Einladung eines griechischen Reeders zu einer Kreuzfahrt angenommen hatte. Zum Zeitpunkt der Reise hatte Barroso sein Amt allerdings noch nicht angetreten - der Antrag scheiterte kläglich: 589 der 732 Abgeordneten lehnten ihn ab.

      Den Vertrag von Lissabon bezeichnete Farage als "Lügenwerk". Nachdem die Volksabstimmung in Irland zu Ungunsten des Vertrags ausgefallen war, nutzte er seine Redezeit im Parlament, um laut "Gut gemacht, Iren!" zu rufen. Der Plenarsaal war zu diesem Zeitpunkt allerdings beinahe leer.

      Quelle: http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/politik/710/469268/text…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 10:53:47
      Beitrag Nr. 5.085 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.222.898 von Maraho am 20.05.09 21:26:36In Bezug.
      Was für eine Erkenntnis ...

      Banken erwarten längere Durststrecke der Wirtschaft

      Berlin (AP) Trotz erster Hoffnungszeichen ist es aus Sicht des Deutschen Bankenverbands noch entschieden zu früh, das Ende des Konjunktureinbruchs auszurufen. Zudem werde der Aufschwung nach der Rezession nur schleppend verlaufen, erklärte der Verband am Donnerstag in Berlin in seinem Konjunkturbericht für Mai. Globale Wachstumsraten von fünf Prozent - wie in den Jahren 2004 bis 2007 - seien wohl «für längere Zeit nicht mehr erreichbar».

      Aus Sicht des Bankenverbands ist es zudem unausweichlich, dass sich die Lage am deutschen Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten weiter eintrübt. «Um in etwa wieder ein Beschäftigungsvolumen wie im vergangenen Jahr zu erreichen, wären nach einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von sechs Prozent in diesem Jahr drei Jahre lang Wachstumsraten von gut zwei Prozent erforderlich.» Die Kurzarbeit sei angesichts dessen als Instrument gegen nur vorübergehende Auslastungsschwankungen überfordert.


      © 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved
      Quelle: http://de.biz.yahoo.com/21052009/12/banken-erwarten-laen…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 10:59:00
      Beitrag Nr. 5.086 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.964.385 von Maraho am 14.04.09 13:28:28Weiterführend ...

      Heidelberger Druck soll staatliche Hilfe bekommen

      Berlin (dpa) - Der Maschinenbauer Heidelberger Druck soll staatliche Hilfe bekommen. Der Lenkungsausschuss habe den Antrag positiv bewertet, teilte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mit. Ein Sprecher wollte allerdings keine Details nennen. Medienberichten zufolge hofft die Heidelberger Druckmaschinen AG auf einen Kredit der staatlichen KfW-Bankengruppe über 300 Millionen Euro und eine Bürgschaft über 400 Millionen Euro. Welche Art von Hilfe befürwortet wurde, wollte der Ministeriumssprecher nicht sagen.

      Quelle: http://de.biz.yahoo.com/21052009/3/heidelberger-druc…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 11:08:28
      Beitrag Nr. 5.087 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.962.117 von Maraho am 14.04.09 06:17:27Wieder einmal etwas dazu ...
      Da der Text sehr ausführlich ist, bei Interesse einfach anklicken ...

      Zukunft
      Uns geht’s noch gold
      Von Elisabeth Niejahr

      Jahrelang haben sich Politiker aller Parteien der Generationengerechtigkeit verpflichtet. Jetzt geben sie die Rentenformel und alle guten Vorsätze preis – ohne Not

      Weiterlesen ... http://www.zeit.de/2009/22/Schuldenanstieg?page=1
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 11:16:50
      Beitrag Nr. 5.088 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.136.553 von Maraho am 09.05.09 13:48:21Dies fordert nicht nur er ...

      Adenauer fordert Änderungen
      von Patrick Adenauer

      Den Bundespräsidenten direkt wählen, alle Wahltermine zusammenlegen, ein Insolvenzrecht für Länder und Gemeinden – das fordert Patrick Adenauer. Der Enkel von Konrad Adenauer spricht für den deutschen Mittelstand und will eine umfassende Grundgesetzänderung.


      Sechzig Jahre nach Verabschiedung unseres Grundgesetzes ist eine erneute Einberufung des Parlamentarischen Rates dringend nötig. Die Mitglieder des Parlamentarischen Rates, zu dem auch mein Großvater gehörte, hatten 1949 nach den traumatischen Erfahrungen des Nationalsozialismus ein Grundgesetz geschaffen, das den Missbrauch der Macht verhindern sollte. Dank dieses Grundgesetzes und der sozialen Marktwirtschaft leben wir heute in einem der freiesten und gerechtesten Länder weltweit. Damit dies so bleibt, sind jedoch Korrekturen im Grundgesetz erforderlich. Denn es gibt inzwischen spürbare Fehlentwicklungen. Ohne Korrekturen droht unserem bewährten Gesellschaftsmodell durch Misswirtschaft und Nichtwähler der finanzielle Ruin und moralische Bankrott.

      Wir Familienunternehmer – das sind rund 80 Prozent aller Unternehmen in Deutschland mit mehr als 20 Millionen Mitarbeitern – sind eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Wir fühlen uns nicht nur unseren Familien, sondern auch unseren Mitarbeitern verpflichtet. Wir denken daher nicht in Zeiträumen von Quartalsberichten oder einer Legislaturperiode – sondern möglichst eine Generation voraus. Wir haften auch langfristig für unser Handeln.

      Wir sehen, dass in der Politik Handeln und Verantwortung nicht mehr selbstverständlich zusammengehören. Über Jahrzehnte hat unsere Gesellschaft weggeschaut, als unsere Abgeordneten eine Verschuldung auftürmten, die gegenüber jungen Menschen unverantwortlich ist. Das Wegschauen haben viele Wähler so verinnerlicht, dass die grassierende Politikverdrossenheit unsere Demokratie von innen heraus gefährdet. Unsere demokratische Gesellschaftsordnung ist finanziell und moralisch schwer angeschlagen. Die Therapie für beides: Änderungen im Grundgesetz.

      Deshalb fordern wir Korrekturen, die allen Wählern mehr Verantwortung zurückgeben. Denn alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Derzeit haben die Wähler keinen Einfluss mehr auf die wirtschaftlichen Grundsatzentscheidungen in den Kommunen oder in den Bundesländern. Diese organisierte Verantwortungslosigkeit muss das Grundgesetz dringend neu regeln: So sollte sich jede Gebietskörperschaft aus Steuern und Abgaben finanzieren, die in seiner ausschließlichen Entscheidungsgewalt liegen. Dasselbe gilt für die Ausgaben: Kein Parlament sollte Ausgaben beschließen, die andere Gebietskörperschaften finanzieren müssen. Wir brauchen eine komplette Finanzautonomie. Wenn Handeln und Verantwortung zusammenbleiben, dann haben wir Wähler in unseren Kommunen, in unseren Bundesländern und im Bund wieder mit jeder Wahl die Möglichkeit, korrigierend einzugreifen. Das süße Gift von Mischfinanzierungen, mit seiner langfristig zerstörerischen Wirkung, kann so vermieden werden.

      Die Verantwortung der Gebietskörperschaften für Einnahmen und Ausgaben wurde über die Jahre völlig verwischt. Die bisherige Regelung im Grundgesetz zur Verschuldungsbegrenzung wurde systematisch ausgehebelt. Inzwischen zahlt allein der Bund rund 40 Milliarden Euro pro Jahr nur an Zinsen. Das ist eine gigantische Umverteilung von uns Steuerzahlern hin zu den Bankaktionären. Ein völliges Verschuldungsverbot ist jedoch unrealistisch, weil es immer Fälle geben wird, die nur mit neuen Schulden zu lösen sind. Da aber solche Ausnahmen von denselben Parlamentariern zu genehmigen wären, die auch den Haushalt aufstellen, würde immer der Bock zugleich der Gärtner sein. Viel wirkungsvoller ist ein Insolvenzrecht für Gebietskörperschaften. Unter der Voraussetzung, dass jede Gebietskörperschaft allein über ihre Einnahmen und Ausgaben entscheiden kann, sollte sie als letzte Konsequenz auch insolvent werden können. Zunächst haften die Gläubiger der öffentlichen Schulden, aber warum nicht danach auch die Einwohner der jeweiligen Gebietskörperschaft? Wählen oder Nichtwählen wird damit zu einer Frage der wirtschaftlichen Vernunft.

      Und wenn eine Kommune dennoch nicht von der Droge weiterer Kredite lassen kann? Damit sie nicht wie bisher ungefragt der jungen Generation aufgehalst werden, sollten Eltern für jedes ihrer Kinder ein Familienwahlrecht erhalten. Und um die Eigenverantwortung eines jeden zu stärken und der staatlichen Einnahmefantasie Grenzen zu setzen, darf jeder Bürger mit Steuern und Abgaben der gesamten öffentlichen Hand maximal bis zur Hälfte seines Einkommens belastet werden.
      Da inzwischen fast jede Landtagswahl zu einer Protestwahl gegen die Bundesregierung stilisiert wird, ist jede Bundesregierung gewissermaßen im Dauerwahlkampf. Für das eigentliche Regieren bleiben viel zu kleine Zeitfenster, die keine großen Entwürfe zulassen. Daher sollten alle Wahltermine auf einen Tag zusammengelegt werden. Dafür bietet sich der Tag des Grundgesetzes an: der 23.Mai. Sollten in einer Gebietskörperschaft vorzeitig Wahlen nötig werden, ergibt sich eine verkürzte Legislaturperiode bis zum nächsten allgemeinen Wahltag.

      Um uns Wählern Korrekturmöglichkeiten an der vom Parlament beschlossenen Politik zu ermöglichen beziehungsweise um Themen zur Entscheidung zu bringen, die von den Politikern nicht aufgegriffen werden, sollten Volksabstimmungen in jeder Gebietskörperschaft, also auch im Bund, ermöglicht werden. Außerdem sollte der Bundespräsident, um dem wachsenden Einfluss der Parteien ein Gegengewicht zu geben, direkt von den Wählern gewählt werden.

      All das wird unsere Demokratie kräftig beleben. Unsere Gesellschaft wird zugleich aufhören, immer mehr auf Kosten der jungen Generation zu leben. Rufen wir also wieder den Parlamentarischen Rat ein, um unser Grundgesetz zukunftsfähig zu machen. Die Großväter unseres Grundgesetzes hatten das ohnehin vorgesehen: Nach der Wiedervereinigung sollte es eine Überarbeitung des Grundgesetzes geben. Packen wir es an!

      Quelle: http://www.cicero.de/97.php?ress_id=4&item=3791
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 11:21:33
      Beitrag Nr. 5.089 ()
      Probleme werden erkannt--aber es gibt keine Idee zu deren Lösung...ich finde das dramatisch--die Folgen,Geldentwertung und "Steuerpresse",Altersarmut und Leben auf Kosten unserer Kinder--tragen wir!!:mad::mad::mad::mad::mad::mad:



      Steinbrück: Weitere Entlastungen müssen gegenfinanziert sein
      Mi, 20.05.2009

      Mit der "Zeit" sprach Bundesfinanzminister Peer Steinbrück über Milliardenschulden und Generationengerechtigkeit sowie über fehlende Mittel für Zukunftsinvestitionen


      Das Interview im Wortlaut:

      ZEIT: Herr Steinbrück, Sie haben drei erwachsene Kinder. Wie erklären Sie ihnen, dass sie ihr Leben lang für die Schulden aufkommen müssen, die in dieser Krise gemacht wurden?

      Peer Steinbrück: Ich rate ihnen, dagegen zu demonstrieren.

      ZEIT: Drei Personen sind für eine Demonstration ein bisschen wenig.

      Steinbrück: Ich saß neulich mit Schülerzeitungsredakteuren zusammen. Denen habe ich dasselbe geraten. Die nachfolgenden Generationen haben mit dem Kapitaldienst eine zentnerschwere Last im Rucksack. Die Leichtfüßigkeit, mit der Mehrausgaben und Mindereinnahmen - also Steuersenkungen - vertreten werden, entspricht nicht dem Gebot der Generationengerechtigkeit. Andererseits: In dieser Krise sind wir zu kredit- finanzierten Impulsen verdammt.

      ZEIT: Und gegen wen sollen sie demonstrieren? Gegen die aktuelle Regierung? Immerhin hat diese Koalition gerade eine gesetzliche Rentengarantie gegeben. Das geht eindeutig gegen die nachfolgenden Generationen.

      Steinbrück: Das war eine schwere Entscheidung. Ich kann jedenfalls alle verstehen, die fragen, ob das wirklich nötig war. Zumal eine Rentenkürzung nicht im Raum stand und die auch künftig keiner will.

      ZEIT: Seltsam ist doch, dass die Kanzlerin die Krise immer damit erklärt, wir alle hätten über unsere Verhältnisse gelebt. Wie erklären Sie diesen Satz einem Arbeitslosen? Oder einer allein erziehenden Mutter?

      Steinbrück: Bei einer auf vielleicht 1,9 Billionen Euro anwachsenden Staatsverschuldung haben wir erkennbar mehr ausgegeben, als wir vorher erwirtschaftet haben. Es stimmt wohl, dass nicht jeder einzelne Bürger über seine Verhältnisse gelebt hat. Aber als Gesellschaft haben wir, gemessen an dem, was wir vorher erwirtschaftet haben, zu viel konsumiert und zu wenig investiert.

      ZEIT: In dieser Krise bleibt eines immer gleich: Ihre Wendungen geschehen schneller und rabiater als erwartet. Im Moment gilt das auch für die vorläufige Wendung zum Besseren. Bedeutet das, dass die Inflationsgefahr viel schneller als gedacht auf uns zukommen kann?

      Steinbrück:. Wenn die weltweite Konjunktur wieder anspringt, kann das Problem der Ich halte die mittelfristige Inflationsgefahr jedenfalls für ernst zu nehmender als die Warnungen vor einer kurzfristigen DeflationInflation schneller aktuell werden, als wir es uns bisher vorstellen — zumal einige Staaten diesen Weg als bequeme Entschuldung in Kauf nehmen könnten.


      ZEIT: Bundesbankpräsident Weber sagt, zwischen Inflationsrisiko und Inflation stehe noch die Europäische Zentralbank, die dann die Zinsen erhöhe.

      Steinbrück: Richtig. Aber stellen wir uns mal vor, dass wir den Hintern der Konjunktur einigermaßen wieder hochkriegen und es 2010 und 2011 langsam aufwärts geht. Einige werden wieder von Normalität und Entspannung reden. Und dann verlangen wir von den Zentralbanken, dass sie die Liquidität durch Zinserhöhungen wieder aus dem Markt holen? Was glauben Sie, ist hier los, wenn in einer sich langsam erholenden Konjunktur Zinserhöhungen anstehen? Das erfordert viel Mut, große Souveränität, viel Unabhängigkeit der Zentralbank — die ich respektiere und unterstütze. Aber es dürfte eine heftige Debatte geben.

      ZEIT: Und es geht ja nicht nur um Zinserhöhungen. Die Zentralbank muss auch das Geld zurückholen, das sie derzeit durch Kauf von Wertpapieren und anderes in den Kreislauf pumpt.

      Steinbrück: Da wird förmlich Geld gedruckt, und man weiß gar nicht genau, wie man die Liquidität zurückholen kann. Das ist eine Herausforderung.

      ZEIT: Im vergangenen Aufschwung prägten Sie das Wort von der gestaltenden Finanzpolitik. Wie gestaltet man, wenn es weniger zu verteilen gibt?

      Steinbrück: Der investive Anteil zugunsten von Bildung, Infrastruktur und Kinderbetreuung wird nur erhöht werden können, wenn andere Ausgabeposten zurückgedrängt werden. Wir haben im Bundeshaushalt auch ein Strukturproblem: Die Zinsbelastungen, der Zuschuss an die Rentenversicherung, die gesetzlichen Verpflichtungen und Betriebskosten des Bundes werden größer: die Mittel aber, aus denen Zukunftsinvestitionen zu finanzieren sind, schrumpfen. Das zu thematisieren stellt automatisch die kitzelige Frage nach Umschichtungen innerhalb des Haushaltes, und die sind mit den schärfsten Verteilungskonflikten verbunden, die man sich vorstellen kann.

      ZEIT: Wer wird verzichten müssen?

      Steinbrück: Ich werde das vor der Bundestagswahl nicht hochziehen können und wollen
      . Diejenigen, die für solche Prioritätensetzungen bei den Investitionen sind, äußern sich kaum, wohl aber Gegner, die einen umzingeln und gefangen nehmen, weil man darüber angeblich den Sozialstaat schwächen wolle. Das Motto sollte generell sein: Traut den Politikern nicht, die vor der Bundestagswahl zusätzliche Leistungen oder Entlastungen versprechen, die nicht gegenfinanziert sind. Deshalb mein ewiger Satz: Ich verspreche nichts.

      ZEIT: In der Bundesrepublik wurden Konflikte 60 Jahre lang dadurch gelöst, dass man aufgrund des Wachstums mehr Geld verteilen konnte. Wofür ist künftig kein Geld mehr da?

      Steinbrück: Ich bezweifle, dass sich viele in den Parteien diese Frage stellen. Die augenblickliche Debatte jedenfalls, kurz vor Toresschluss dieser Legislaturperiode im Bundestag, berechtigt zu jedem Verdacht. Wir wollen ein Bürgerentlastungsgesetz zur steuerlichen Absetzbarkeit der Krankenversicherungsbeiträge beschließen, und viele Abgeordnete tun nichts anderes, als das Ding weiter aufzubohren. Mein Entlastungsvorschlag umfasst 9,3 Milliarden Euro. Wenn es nach den Vorstellungen der Union geht, sollten noch einmal rund zwei Milliarden draufgelegt werden. Die Forderungen aus der SPD belaufen sich zwar »nur« auf 600 bis 800 Millionen: aber die Tendenz ist ja nicht anders.

      ZEIT: Auch die meisten Kabinettskollegen fordern in den Verhandlungen zum Haushalt 2010 mehr.

      Steinbrück: Das überrascht keinen mehr, weil es dem Ritual entspricht.
      Ein bisschen verwundert bin ich aber doch darüber, dass im Lichte der neuen Steuerschätzung offenbar einige den Eindruck haben, man könne weitermachen wie bisher. Meine Linie ist es, dass die Kabinettskollegen nicht mehr Geld bekommen, wohl aber den Spielraum haben, in ihren Einzelhaushalten Mittel umzuschichten.

      ZEIT: Und nach der Bundestagswahl?

      Steinbrück: Wird der Haushaltsplanentwurf dieses Kabinetts, der Anfang Juli beraten wird, nicht mehr die entscheidende Grundlage sein.

      ZEIT: In den kommenden vier Jahren werden dem Staat nach neuen Schätzungen rund 316 Milliarden Euro Steuereinnahmen wegbrechen. Das ließe sich besser aushalten, wenn Sie bereits seit 2005 Prioritäten gesetzt hätten, statt den Haushalt vor allem über höhere Einnahmen zu konsolidieren.

      Steinbrück: Das ist nicht zutreffend. Wir haben konsolidiert und investiert. Nur beides zusammen macht kluge Politik aus. Wir haben ein Wachstums- und Impulsprogramm aufgelegt, das gezielt Forschung und Entwicklung unterstützte. Wir haben in Infrastruktur investiert. Wir haben das Vier-Milliarden-Programm für die Unter-Dreijährigen-Betreuung aufgelegt. Im Parlament sagt die Opposition: Steinbrück, du hättest alle Spielräume zur Absenkung der Nettoneuverschuldung ausschöpfen müssen. Ach ja? Wir hätten also nicht mehr Geld in die Infrastruktur, nicht mehr Geld in die Bildung, nicht mehr Geld in Forschung und Entwicklung und in die Mittelstandsförderung stecken sollen? Auf diese Frage erhalte ich keine Antwort.

      ZEIT: Hat diese Regierung es verpasst, verzichtbare Ausgaben zu benennen?

      Steinbrück: In den ersten Haushalten 2005 und 2006 hat es einige dieser Nachrangigkeiten gegeben. Aber Sie haben recht: Vor allem ging es darum, die Vorrangigkeit zu bedienen. Immerhin ist es uns gelungen, einen großen Teil der Mehreinnahmen eben in die Konsolidierung zu stecken. Nur so sind wir in drei Jahren von fast 40 Milliarden Euro Neuverschuldung auf 12 Milliarden heruntergekommen — und hätten in zwei Jahren die schwarze Null zum ersten Mal seit 1969 erreichen können, wenn, ja wenn, diese Krise nicht alles ausgehebelt hätte.

      ZEIT: Wie verhindert man, dass im nächsten Aufschwung das gleiche Muster wieder einsetzt?

      Steinbrück: Beharrlichkeit! Ich kann keinen Urknall organisieren. Es gibt keinen blitzartigen Bewusstseinswandel. Letztes Jahr habe ich blaue Briefe geschrieben, nachdem man uns vorher an der Nase herumgeführt hat. Aber so etwas kann man auch nicht inflationär handhaben. Wenn ein Vater das fünfte Mal zur Standpauke anhebt, fängt der Sohn an zu lachen, weil er die Tonlage kennt.

      ZEIT: Wirtschaftsminister zu Guttenberg sagt, die Steuerschätzung sei »kein Grund für finanzpolitische Verzagtheit«. Hat er recht?

      Steinbrück: Nein, denn er will damit wohl sagen, große Steuersenkungen sind möglich. Ich glaube, dass sein Kopf zwar richtig aufgeräumt ist, aber die Telefonleitung nach München etwas anderes nicht zulässt. Dort sitzt Herr Seehofer, der zu Hause ein riesiges Landesbankendesaster hat — und trotzdem munter die großen Erleichterungen verspricht. Unglaublich.

      ZEIT: Die SPD will am unteren Ende auch Steuern senken. Laut OECD ist in Deutschland die Abgabenlast für untere und mittlere Einkommen tatsächlich hoch, was aber weniger an Steuern als vielmehr an überdimensionierten Sozialabgaben liegt.

      Steinbrück: Sie vergessen unsere erheblichen Absenkungen bei den Sozialversicherungsabgaben: Der Arbeitslosenversicherungsbeitrag wurde von 6,5 auf 2,8 Prozent gesenkt, was einer Entlastung von 30 Milliarden Euro entspricht. Bestandteil des ersten Konjunkturpaketes war eine Absenkung des Krankenversicherungsbeitrages von 0,6 Prozent, was im Jahr sechs Milliarden bedeutet. Dann die Absetzbarkeit der Beiträge zur Krankenversicherung, die bald verabschiedet wird. Jede weitere Reduzierung wird sehr teuer. Ein Zehntel Prozentpunkt bei der Krankenversicherung kostet eine Milliarde. Da verspreche ich nichts, weil es nicht zu halten sein wird. Im Übrigen werden wir erleben, dass der Bundeshaushalt Darlehen — ich werde Zuschüsse ablehnen - an den Gesundheitsfonds und an die Bundesagentur für Arbeit wird geben müssen. Ich rechne damit, dass allein für die Bundesagentur in den nächsten vier Jahren eine Größenordnung von 40 bis 50 Milliarden Euro nötig sein könnte.

      ZEIT: Noch vor einem Jahr wollten Sie das Sozialsystem umbauen, um es mehr über Steuern zu finanzieren. Warum jetzt nicht mehr?

      Steinbrück: Das ist eine Aufgabe für Jahrzehnte. Im Übrigen: Wenn ich dieses Thema jetzt vor der Bundestagswahl auf die Tagesordnung setze, werden Sie mich zu Recht fragen: Über welche Steuer redest du eigentlich? Willst du an der Umsatzsteuer drehen — oder bei der Progression der Einkommensteuer? Gute Reise!

      ZEIT: Werden wir in der nächsten Legislaturperiode um Steuererhöhungen herumkommen?

      Steinbrück: Nach den Erfahrungen, die beide Volksparteien 2005 mit der Erhöhung der Mehrweitsteuer gemacht haben, wird es keiner wagen, eine Steuererhöhung vorzuschlagen, erst recht nicht bei der Umsatzsteuer.

      ZEIT: Die demografische Entwicklung wird das Wachstumsproblem noch verschärfen. Warum nur bis 67 arbeiten und nicht die Möglichkeit einräumen, es noch länger zu tun?

      Steinbrück: Seinerzeit, im Zuge der Agenda 2010, wiesen wir auf drei Prozesse hin, die der Sozialversicherung zusetzen: erstens das höhere Berufseintrittsalter, zweitens die geringere Lebensarbeitszeit und drittens das zunehmende Lebensalter. Viele haben nicht mitbekommen, dass dadurch schon arithmetisch ausgeschlossen ist, die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme im 21. Jahrhundert so fortzusetzen wie Ende des 20. Jahrhunderts. Der Erkenntnisgewinn aus diesen Tendenzen ist, wie ich zugebe, politisch unzureichend.

      ZEIT: Gerade in Ihrer Partei?

      Steinbrück: Auch in meiner Partei.

      ZEIT: Bedrückt es Sie, dass viel mehr Bürger es gut fänden, Opel zu retten, als der Commerzbank Geld zu geben?

      Steinbrück: Das sind Reaktionen, die man verstehen kann, die ich mir aber nicht zu eigen machen kann nach dem Motto: Mir sind die Banken egal.

      ZEIT: Bundesbankpräsident Weber prognostiziert weitere Abschreibungsrunden bei den deutschen Banken. Was kommt finanziell auf den Bund zu?

      Steinbrück: Von den 80 Milliarden, die für die Kapitalunterlegung zur Verfügung stehen, sind erst 25 Prozent abgerufen.

      ZEIT: Und wenn mehr notwendig wird?

      Steinbrück: Glauben Sie wirklich, ich könnte kurzfristig vor den Bundestag treten und mehr beantragen — und dafür eine Mehrheit bekommen?

      ZEIT: Commerzbank-Chef Blessing sagt, seine Bank sehe vorerst keine Notwendigkeit, toxische Wertpapiere in eine Bad Bank auszulagern. Damit wird ihr Bad-Bank-Gesetz doch ad absurdum geführt. Wieso setzen sie nicht einfach auf eine Zwangslösung, wie es Parlamentarier Ihrer Partei fordern?

      Steinbrück: Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Vorstand vorsätzlich gegen das Wohl seines Unternehmens entscheidet. Jeder wird mit Vernunft abzuwägen haben, wie er die gesetzlichen Regelungen nutzt. Herr Blessing hat das bisher eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

      ZEIT: Sie und Ihre Kollegen haben es geschafft, die Kernschmelze des Finanzsystems abzuwenden. Deshalb gibt es ein großes Aufatmen. Doch die Bürger reden nur noch negativ über teure Bankenrettungen. Hätten Sie nicht ein paar Monate länger der Held sein wollen?

      Steinbrück: Nein, obwohl ich Heldenfilme ganz gerne sehe. Ich würde mir nur eine etwas größere Stetigkeit in der Bewertung wünschen. Man kann immer sagen: Es war zu schnell, es war zu langsam, es war zu viel, es war zu wenig. Es gerade so schieben, wie es passt. Und viele Professoren erreichen nur Aufmerksamkeit, wenn sie Kontrapositionen zuspitzen. Es gibt in Deutschland eine nicht seltene Neigung, ins Scheitern und nicht ins Gelingen verliebt zu sein.

      ZEIT: Einer Ihrer Lieblingsfilme ist "The Good, the Bad and the Ugly”. Sie wären schon gern ein wenig länger der Gute geblieben.

      Steinbrück: Aber nur deswegen, weil Clint Eastwood den Guten gespielt hat.

      ZEIT: Haben Sie es genossen, dass Sie als Politiker den Managern, die lange die Politik hinderlich fanden und nichts forderten außer Deregulierung, mal sagen konnten, wo es langgeht?

      Steinbrück: Genossen nicht. Aber unter einigen Managern war schon, wenn sie unter sich waren, die Haltung verbreitet, auf die Politik als unfähig, ineffektiv oder immer nur halbherzig herabzusehen. Da ist es gut, sich mal wieder auf Augenhöhe zu begegnen.

      ZEIT: Um beim Western zu bleiben: Wie kann es sein, dass Ihnen sprachlich manchmal der Gaul durchgeht? Ist das Taktik oder Emotion?

      Steinbrück: Beides.

      ZEIT: Haben Sie sich hinterher geärgert, dass Sie bei Steueroasen von Ouagadougou gesprochen haben und nicht von Taka-Tuka-Land?

      Steinbrück: Ich fand dieses Wort sehr lautmalerisch. Manche Empörung, die es danach gab, war ja auch eher geschauspielert. Vor allem von solchen, die sich anlässlich ihrer Kontakte und Auftritte etwa in der Schweiz noch nie hervorgetan haben, um unfaire oder kriminelle Praktiken zu bekämpfen. Aber vielleicht haben sich einige tatsächlich so betroffen gefühlt, dass ich das ernst nehmen muss. Der positive Effekt ist: Mit manchen auch überspitzten Formulierungen schafft man einen Flugzeugträger für wichtige Themen. Ich will das nicht überschätzen, aber in den normalen öffentlichen Veranstaltungen, so sie nicht gerade grenznah sind, ist der Effekt positiv gewesen.

      ZEIT: Es macht Ihnen nicht viel aus, in der Schweiz gehasst zu werden?

      Steinbrück: Es geht mir um die Bekämpfung deutscher Steuerkriminalität, nicht spezifisch um die Schweiz. Ich will keine Antipathien auslösen. Ich will es zum Gegenstand der öffentlichen Debatte und damit zum Druckpunkt machen, dass systematisch Kanäle offen gehalten und genutzt werden, um Kapital in der Absicht der Steuerhinterziehung an solche Standorte zu transferieren. Das ist kriminell. Plausible Schätzungen besagen, dass der deutsche Fiskus pro Jahr an die 100 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung und Steuerbetrug verliert, also in vier Jahren 400 Milliarden. Und betragen die nun prognostizierten Einnahmeverluste der nächsten vier Jahre durch die Finanzkrise nicht 316 Milliarden Euro? Das ist die Dimension, um die es geht. Und darüber lächele ich nun nicht diplomatisch hinweg.

      Das Gespräch führten Marc Brobt und Uwe Jean Heuser
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      Avatar
      schrieb am 21.05.09 11:38:56
      Beitrag Nr. 5.090 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.225.446 von Birgit.Tersteegen am 21.05.09 11:21:33Guten Tag Birgit,

      der Steinbrück ist ein Heuchler. Siehe SoFFin etc. .
      Nicht aufregen. Ist sowieso unumkehrbar.
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 11:49:30
      Beitrag Nr. 5.091 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.225.446 von Birgit.Tersteegen am 21.05.09 11:21:33"Probleme werden erkannt--aber es gibt keine Idee zu deren Lösung...ich finde das dramatisch--die Folgen,Geldentwertung und "Steuerpresse",Altersarmut und Leben auf Kosten unserer Kinder--tragen wir!!"

      Ich hege schon seit längerer zeit den Verdacht, daß wir nicht "Herr im eigenen Hause" sind.

      Vielmehr denke ich, daß wir gezwungen werden mitzumachen bei der ganz großen Geldverbrennaktion!

      Ich fürchte, WIR ALLE haben ein großes Informationsdefizit.

      Ich hole nochmals was nach vorne.
      481 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 11:53:10
      Beitrag Nr. 5.092 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.225.638 von Dorfrichter am 21.05.09 11:49:30Quelle: mmnews.de

      Willi Brandt wollte „Unterwerfungsbrief” nicht unterschreiben
      Donnerstag, 14. Mai 2009
      Willy Brandt wollte ein Schreiben an die drei westlichen Siegermächte zunächst nicht unterschreiben, in dem er die eingeschränkte Souveränität der Bundesrepublik Deutschland ausdrücklich bestätigen sollte.



      Zu Beginn seiner Amtszeit im Herbst 1969 wollte der frisch gewählte Bundeskanzler
      Willy Brandt ein Schreiben an die drei westlichen Siegermächte zunächst nicht unter-
      schreiben, in dem er die eingeschränkte Souveränität der Bundesrepublik Deutschland
      ausdrücklich bestätigen sollte. Dies berichtet Egon Bahr, unter Brandt Staatssekretär
      im Kanzleramt, in einem Beitrag für die ZEIT.
      An einem der ersten Abende im Palais Schaumburg, so schildert Egon Bahr die bisher
      unbekannte Episode, habe ein hoher Beamter dem neuen Bundeskanzler drei Briefe
      an die Botschafter der Vereinigten Staaten, Frankreichs und Großbritanniens zur Un-
      terschrift vorgelegt. Darin sollte Brandt zustimmend bestätigen, was die Militärgouver-
      neure in ihrem Genehmigungschreiben zum Grundgesetz vom 12. Mai 1949 an ver-
      bindlichen Vorbehalten gemacht hatten. Als Inhaber der Siegerrechte für Deutschland
      als Ganzes und Berlin hatten sie diejenigen Artikel des Grundgesetzes suspendiert, die
      sie als Einschränkung ihrer Verfügungshoheit verstanden. Das galt auch für den Artikel
      146, der nach der deutschen Einheit eine Verfassung anstelle des Grundgesetzes vor-
      sah.
      Brandt, so schreibt Bahr, sei empört gewesen, dass man von ihm verlangte, „einen
      solchen Unterwerfungsbrief” zu unterschreiben. Er musste sich belehren lassen, dass
      vor ihm schon Konrad Adenauer, Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger diese Briefe
      unterschrieben hätten.
      „Also habe ich auch unterschrieben”, habe Willy Brandt ihm
      gesagt, schreibt Bahr – und sei nie wieder auf das Thema zurückgekommen.
      Schon Adenauer, fährt Egon Bahr fort, habe seine Anerkennung der alliierten Oberho-
      heit wie ein Staatsgeheimnis behandelt. Die Briefe der Bundeskanzler an die Vertreter
      der Siegermächte seien bis heute unbekannt geblieben. Als Bahr die Kanzlerbriefe
      einmal gegenüber dem ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker er-
      wähnte, habe dieser erstaunt reagiert. „Er hatte von ihnen nichts gewusst”, schreibt
      Egon Bahr.

      Ende
      ________________________

      Ich hab´s hier ja schonmal reingestellt, jedoch was das zu bedeuten hätte, wenn´s Heute noch so ist, diese Phantasie tattet Ihr wohl nicht.:(
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      Avatar
      schrieb am 21.05.09 11:58:46
      Beitrag Nr. 5.093 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.136.553 von Maraho am 09.05.09 13:48:21Und nochmals etwas hierzu ...

      Die doppelten Deutschen

      Das Grundgesetz wurde den hurtig angeschlossenen Ostdeutschen selbstbestimmungsfrei übergestülpt. Ohne eine neue Verfassung werden sie immer Anschlussbürger bleiben


      Am Wochenende möchte er wiedergewählt werden, und er hat die besten Chancen, noch einmal unser Bundespräsident zu werden. Wessen Bundespräsident? Der Ostdeutschen oder der Westdeutschen? Keine Frage. Horst Köhler wird, falls er gewählt wird, wieder der Präsident aller richtigen Deutschen sein, wie es sein Grundgesetz vorsieht.

      Köhlers Grundgesetz ist von besonderer Art. Es kennt nur den Artikel 23 und sonst nichts auf der Welt. Dieser Artikel 23 sieht vor, dass das Grundgesetz „in anderen Teilen Deutschlands nach deren Beitritt in Kraft zu setzen ist“ – gemeint war etwa das Saargebiet. Für eine „Wiedervereinigung“ von West- und Ostdeutschland sind die Präambel und der Artikel 146 des Grundgesetzes bindend. Danach gilt das Grundgesetz nur für eine „Übergangszeit“, bis das „gesamte Deutsche Volk“ in „freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands“ vollendet habe. Und damit verliert das Grundgesetz seine Gültigkeit „an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Selbstbestimmung beschlossen worden“ ist.

      „Kobra, übernehmen Sie“

      Das ist bis heute nicht geschehen. Aber das war die Gefahr 1989/90. Im Osten arbeitete der Runde Tisch bereits an einer neuen Verfassung für die DDR und bald auch für den Fall einer Vereinigung. Allerdings wurde der Runde Tisch während des Anschlussprozesses so gründlich geschreddert, dass von der Bürgerbewegung nur ideologisch einwandfreie Schnipsel übrig blieben, die sich in Westparteien integrieren ließen. Der Rest ist längst verbrannt.

      Denn wenn Gefahr droht, wächst das Rettende ganz schnell. Was vom Osten unserem Grundgesetz drohte, hatte der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel längst kommen sehen. „Kobra, übernehmen Sie“, das war die Anordnung, die er nach eigenem Geständnis Anfang 1990 seinem Finanzstaatssekretär Horst Köhler erteilte. Die Kobra ist eine gefährliche Schlange, die ihrem Gegner auch aus weiter Entfernung zunächst Gift in die Augen spritzt, um ihn wehrlos zu machen. Dann beißt sie zu und lähmt das Atemzentrum, bis Herzstillstand eintritt. Oder etwa so: Man macht die Ostdeutschen mit dem Angebot der D-Mark wehrlos und vernichtet dann ihre Industrie.

      Zum Kobra-Team Horst Köhlers gehörte der nunmehrige Staatssekretär im Bundespräsidialamt Gert Haller. Der plauderte später aus, wie klandestin das Kobra-Team vorging: „Die weitreichenden Überlegungen, den Anschluss der DDR über den Artikel 23 des Grundgesetzes herzustellen, durfte man überhaupt nicht in den Mund nehmen. Das Wort ‚Anschluss’ war tabu, weil man befürchtete, mit solchen Vokabeln würde die Aufbruchstimmung in der DDR massiv beeinträchtigt.“

      Doch dank Köhlers Kobra-Team kam schnell die Währungsunion – er selber nannte sie später eine „Sturzgeburt“. Der Anschluss fuhr sodann die DDR rasant gegen die Wand. Dafür sorgte Köhlers fähigster Mitarbeiter, der spätere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin – eben der mit den Menüvorschlägen für Hartz-IV-Menschen. Sarrazin rechnete für Köhler aus, dass mit dem Anschluss „ca. 35 bis 40 v. H. der Industriebeschäftigten“ in der DDR auf die Straße müssten, damit „der in der Bundesrepublik übliche Anteil der Industriebeschäftigten an der Wohnbevölkerung erreicht“ werde. Für die Übererfüllung dieser Planzahl durch Vernichtung der ostdeutschen Industrielandschaft sorgte Horst Köhler selbst, als der im Finanzministerium zuständige Mann für die Treuhand.

      Anschlussdeutsche, Unterdeutsche, Oberdeutsche

      Das Grundgesetz, das den hurtig angeschlossenen Ostdeutschen selbstbestimmungsfrei übergestülpt wurde, sieht jedoch nach Artikel 72 die „Wahrung der Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse“ in allen Ländern der Bundesrepublik vor.

      So verfassungsradikal wollte Köhler nicht sein, als er erst einmal Bundespräsident war. Und darum mahnte er die durch den Anschluss hinzugekommenen Ostdeutschen, sich damit abzufinden, dass es „überall in der Republik große Unterschiede in den Lebensverhältnissen“ gegeben habe und gebe. Wer das ignoriere, lege – eine Begründung, die jeden Verfassungsartikel obsolet macht – „der jungen Generation eine untragbare Schuldenlast auf“.

      Ganz vergessen kann dieser Bundespräsident freilich nicht, wie sehr das Grundgesetz versprochen hat, sich selbst in einer neuen gesamtdeutschen Verfassung aufzuheben. Auf einer Geburtstagsfeier für den „Kanzler der Einheit“ erinnerte Köhler, was Kohl noch 1987 Honecker in Bonn gesagt hatte: „Die Präambel unseres Grundgesetzes steht nicht zur Disposition. Sie fordert das gesamte deutsche Volk auf, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden… Und wir haben keinen Zweifel, dass dies dem Wunsch und Willen, ja der Sehnsucht der Menschen in Deutschland entspricht.“

      Seit Honecker weg ist, müssen die im Osten dazulernen, dass ihre Lebensverhältisse dem Artikel 72 widersprechen dürfen: Anschlussdeutsche sind Unterdeutsche. Sie haben aber durchaus die Chance, sich durch unermüdliche Anpassung zu Oberdeutschen im Sinne des Artikels 23 Grundgesetz zu entwickeln. Wenn alle diese Stufe der Zivilisation durchlaufen haben, dann ist der Kommunismus in Deutschland besiegt und die Einheit der Nation – endlich – wiederhergestellt.

      Quelle: http://www.freitag.de/positionen/0921-einheit-verfassung…

      Interessant übrigens immer wieder die Bezeichnung "Ostdeutschland".
      Das Gebiet der sogenannten "DDR" wurde bis 1945 als Mitteldeutschland, die Gebiete östlich davon als Ostdeutschland bezeichnet. Ostdeutschland bestand einst aus Schlesien, Hinterpommern, Ostbrandenburg, Westpreußen, Ostpreußen, Danzig sowie Posen.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Ostdeutschland
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 12:07:47
      Beitrag Nr. 5.094 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.222.586 von Maraho am 20.05.09 20:51:07Wirtschaftsrechtler Schwintowski sprach von einem problematischen Vergabeverfahren. Für kleinere Beträge sei es wohl ausreichend, wenn der Finanzminister selbst oder ein Gremium wie der Lenkungsausschuss entscheide. „Von bestimmten Größenordnungen an, nach meiner Meinung ab einer Milliarde Euro, müsste es aber einen Zustimmungsvorbehalt des Parlamentes geben, ähnlich den Zustimmungsvorbehalten im Aktiengesetz für Aufsichtsräte.“ Schwintowski hält daher gesetzgeberische Konsequenzen für unausweichlich: „Im Minimum müsste man über ein Einspruchsrecht des Parlamentes für die Fälle nachdenken, in denen Beträge zur Unterstützung einer einzelnen Bank zur Verfügung gestellt werden, deren Höhe dem Volumen nach dem Haushalt einer mittelgroßen deutschen Stadt entsprechen, also etwa ab fünf Milliarden Euro.“

      Das wird auch Zeit, dass dieses Thema mal aufs Tableau kommt!

      Dir und allen Lesern einen schönen Vatertag...:)
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 12:29:59
      Beitrag Nr. 5.095 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.225.664 von Dorfrichter am 21.05.09 11:53:10Ich hab´s hier ja schonmal reingestellt, jedoch was das zu bedeuten hätte, wenn´s Heute noch so ist, diese Phantasie hattet Ihr wohl nicht.

      Dorfrichter, nicht verzweifeln. Ohne hier jemandem auf die Füße treten zu wollen, sie werden es erst verstehen, wenn sie es "Schwarz auf Weiß" präsentiert bekommen. Und das dürfte so lange nicht mehr dauern!
      Alles die Folgen von „Reeducation“ http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland_1945_bis_1949#.E2.8…

      Noch einmal: Das Grundgesetz wurde vom Volk, das es nicht kannte und nicht begreifen konnte, weder diskutiert noch beschlossen, sondern nur durch das Parlament bestätigt.

      Karl Jaspers
      "Wohin treibt die Bundesrepublik?"
      Piper-Verlag 1966

      Aber das hatten wir schon alles (Siehe sämtliche Beiträge über diese Thema in diesem Thread). Ich möchte mich damit auch nicht mehr beschäftigen. Jeder wie er kann und mag!

      P.S.: Daß die Gebilde "BRD" und "DDR" jemals wiedervereinigt würden, konnte sich selbst Mitte der 1980er auch keiner vorstellen!
      Die USA werden uns bald freigeben (müssen). Und dann beginnt der Zahlungsreigen für das "neue" Deutschland (nach Insolvenz der "BRD") von vorne.
      Meine Prognose!

      Die Neigung, sich für fremde Nationalitäten
      und Nationalbestrebungen zu begeistern,
      auch dann, wenn dieselben nur auf Kosten des
      eignen Vaterlandes verwirklicht werden können,
      ist eine politische Krankheitsform,
      deren geographische Verbreitung
      leider auf Deutschland beschränkt ist.

      Otto v. Bismarck (1815 - 1898)
      492 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 12:32:16
      Beitrag Nr. 5.096 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.225.788 von kevine1 am 21.05.09 12:07:47Guten Tag kevine,
      danke Dir!

      Gruß von Maraho
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 12:40:44
      Beitrag Nr. 5.097 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.225.919 von Maraho am 21.05.09 12:29:59Dorfrichter, nicht verzweifeln.
      Ach wo denkst Du hin.

      Mich stört nur diese "geschäftige Scheinheiligkeit" von Politikern, die uns tagtäglich ein Schmierenstück vorführen!

      Ich schriebs ja schon vor Jahren. Wir brauchen nur eine Koordinierungsstelle, eine "Regierung" müssen wir uns bestimmt nicht leisten. Wozu auch- nur wegen des "schönen Scheins?"

      Wir brauchen auch keine Parteien, meinetwegen stellen wir Daimler oder BMW zur Wahl! Und Porsche erklären wir zu den Radikalen, damit sich etwas rührt!
      495 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 12:55:42
      Beitrag Nr. 5.098 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.225.919 von Maraho am 21.05.09 12:29:59Ausverkauf!

      Avatar
      schrieb am 21.05.09 13:06:44
      Beitrag Nr. 5.099 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.225.994 von Dorfrichter am 21.05.09 12:40:44Mich stört nur diese "geschäftige Scheinheiligkeit" von Politikern, die uns tagtäglich ein Schmierenstück vorführen!

      Du mußt davon ausgehen, daß die Mehrheit der Bevölkerung in diesem, unserem Lande sich in der ihr, seit Jahrzenhnten, täglich vorgeführten Scheinwelt recht gut eingerichtet hat. Insofern sind die Protagonisten in gewisser Weise "Moderatoren" zur Aufrechterhaltung des Status quo.
      500 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 13:28:22
      Beitrag Nr. 5.100 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.226.115 von Maraho am 21.05.09 13:06:44Ich habe noch einmal gekramt und eine Seite gefunden, die "unsere" gegenwärtige Situation folgendermaßen sieht.

      Bitte wertfrei reflektieren bzw. sich eine eigene Meinung bilden!

      Die BRD ein Souveräner Staat?
      http://der-runde-tisch-berlin.info/brdsouveraenerstaat.ht…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 13:40:09
      Beitrag Nr. 5.101 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.224.339 von Maraho am 21.05.09 07:46:32Den gibt es ja auch noch ...

      Greenspan: Banken noch vor hohem Kapitalbedarf, weiter Gefahr durch Finanzkrise

      Washington (BoerseGo.de) - Der frühere Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan erhebt die Warnung, dass die Finanzkrise trotz des deutlichen Rückgangs der Kreditkosten noch nicht vorüber ist, zumal sich die amerikanischen Banken noch große Geldbeträge beschaffen müssten. Es gebe noch einen sehr hohen ungedeckten Kapitalbedarf im Bankensystem in den USA. Hiefür sei noch keine ausreichende Finanzierung erfolgt. Bis sich der Fall der Hauspreise verflacht habe die Hypothekenkrise noch ein enormes Gefahrenpotenzial zu bewältigen. Millionen Kreditnehmer seien dadurch bedroht. Er sehe weiters einen größeren Kapitalbedarf für die Banken als es die behördlichen Stresstests für die 19 größten Kreditinstitute des Landes zum Ausdruck brachten. „Wir stehen an einer Schwelle. Falls die Probleme nicht rasch gelöst werden bin ich besorgt. Die Hauspreise werden sich erst dann stabilisieren, wenn die Liquidierung von Einfamilienhäusern auf eine Spitze stößt. Ich glaube nicht, dass dies bereits der Fall gewesen ist“.

      Greenspan anerkannte weiters in einem Interview in Washington, dass sich die breite Wirtschaft und die Verfassung der Finanzmärkte zuletzt unzweifelhaft verbesserte. Auf der gesamten Welt sehe es nun besser aus. Dies sei beachtenswert. Den deutlichen Rückgang der Zinsen am Interbankenmarkt schätzt der ehemalige Notenbankchef als außerordentliche Verbesserung ein. Die US-Wirtschaft sieht Greenspan im zweiten Quartal um annualisiert 1 Prozent schrumpfen.

      Quelle: http://www.boerse-go.de/nachricht/Greenspan-Banken-noch-vor…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 13:53:56
      Beitrag Nr. 5.102 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.224.309 von Maraho am 21.05.09 07:19:07Noch etwas in Zusammenhang und dann ...

      Die Verantwortung der Medien

      Haben die Medien rechtzeitig vor der Finanzkrise gewarnt? Dieser Frage ging Columbia Journalism Review nach und hat in den letzten Jahren über 700 Artikel in den wichtigsten amerikanischen Zeitungen aufgespürt. Die Rede war von Hypothekenbetrug, Derivat-Bomben oder Trauen Sie keiner Ratingagentur. Weshalb kam dann die Finanzkrise dennoch so unvorbereitet?

      Tatsächlich gab es in den Medien laufend Artikel, welche vor einer Immobilienkrise gigantischen Ausmasses warnten. Ich hatte selbst oft darauf hingewiesen. Nur angekommen sind diese Berichte weder in der Politk, den Behörden, den Investoren oder den Bankvorständen. Wie konnte das nur passieren?

      Es lag nicht am Mangel an Warnungen, nur erschienen diese Warnungen nie in den Schlagzeilen. Oefters hatte ich auch den Eindruck, dass selbst die Chefredaktoren die Artikel ihrer eigenen Zeitung nicht gelesen hatten. Wie sonst waren Kolumnen noch im Jahr 2008 erklärbar, welche die Krise verniedlichten? Und weshalb wurden den Cheftrommlern wie Greenspan und Bernanke soviel Platz eingeräumt, ihre Propaganda zu verbreiten, obwohl die gleichen Zeitungen an anderer Stelle diese Propaganda längst widerlegt hatten? Und vorallem, weshalb hat sich bis heute nichts daran geändert, obwohl auch jetzt vielen Journalisten klar sein müsste, dass die Stresstests unter Absprache mit den Banken entstanden sind?

      Bei den Banken selbst sah die Situation anders aus. Sie hatten ihre Risikomodelle vollständig auf die Ratingagenturen abgestützt. Obwohl viele Banker zu den Lesern des Wall Street Journals, Fortune und anderen Finanzmedien gehören, konnten sie dieses Wissen nicht umsetzen. Der Markt bestimmte, wohin die Reise ging und solange die Investoren kauften, sorgten die Banken für einen reibungslosen Markt. Was zählte, war der nächste Abschluss. Wer warnte, wurde als Geschäftsverhinderer ignoriert.

      Die grösste Verantwortung gehört hier ganz klar dem Top-Management. Ihre Aufgabe wäre es gewesen, ihre Risikomodelle zu hinterfragen. An mangelnden Presseberichten hat es wie die Liste zeigt tatsächlich nicht gefehlt. Wieso haben sie diese Verantwortung nicht angenommen, obwohl sie zuvor immer diese Verantwortung als Begründung der Topsaläre hinzuzogen? Wie konnten sie inmitten der Krise behaupten, dass man diese nicht habe kommen sehen können, wenn selbst Journalisten darauf aufmerksam machten? Journalisten, die viel weniger Einsicht in die Geschäftsabläufe hatten als die Banken selbst?

      Weshalb haben die Behörden, welche die nötigen Daten hatten, nicht auf die Presseberichte reagiert? Fragen über Fragen, nur beantworten möchte sie keiner. Zu gross waren die Versäumnisse. Doch das wirklich Beängstigende ist, dass sich bis heute nichts daran geändert hat. Zugängliche Informationen haben schlicht keinen Einfluss auf das Geschehen, während es eine verhältnismässig lächerliche Schweinegrippe schafft, über Wochen die Schlagzeilen zu dominieren.

      Gibt es also noch einen Grund eine Zeitung zu abonnieren, wenn der grösste Teil des Inhalts von den Presseagenturen dominiert wird und die wirklich interessanten Informationen von den Presseagenturen nicht verbreitet werden?

      Brauche ich noch eine Tageszeitung, wenn sich die Schlagzeilen unabhängig vom Printprodukt wie ein Ei dem anderen gleichen und man sich getrost diese Informationen schnell und kostenlos im Internet holen kann?

      Eine Frage, die nicht nur ich mir stelle. Den Bezahl-Medien laufen die Leser in Scharen davon. Sie konnten sich im Vorfeld der Krise nicht als 4. Macht etablieren und werden auch jetzt dieser Verantwortung nicht gerecht. Die in der folgenden Liste aufgeführten Artikel waren leider nur die Ausnahmen, die die Regel bestätigte.

      Um keine dieser Ausnahmen zu verpassen, hätte man ein Dutzend Zeitungen abonnieren müssen in der Hoffnung, nicht über diese Perlen zu stolpern. Ein Ding der Unmöglichkeit. Es wäre die Aufgabe der Medien selbst gewesen, diese Selektion zu machen und deren Inhalte weiter zu verbreiten. Versagt haben sie offenbar, weil ihnen die Experten in den eigenen Reihen fehlten. Der aktuelle Stellenabbau deutet nicht darauf hin, dass sich daran etwas ändern wird. Wenn das so weiter geht, dann werden sie sich noch selbst abschaffen.

      Hier die Liste:

      The List
      What the business press did (and didn’t do) while the financial crisis was brewing

      http://www.cjr.org/the_audit/the_list.php


      Quelle: http://www.be24.at/blog/entry/623343/die-verantwortung-de…


      ... mache ich mal Pause!
      Bis dann ...
      10 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 15:06:06
      Beitrag Nr. 5.103 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.909.215 von Maraho am 02.04.09 19:37:52In Bezug.

      US: Zahl der Arbeitslosenempfänger erreicht erneuten Rekord

      Washington (BoerseGo.de) - In den USA sind in der per 16. Mai ausgelaufenen Woche die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gegenüber der vorangegangenen Woche um 12.000 auf saisonbereinigt angepasst 631.000 gesunken. Dies meldete das Arbeitsministerium. Der Konsens sieht 625.000 Erstanträge vor. Die Erstanträge der vorangegangenen Woche wurden von ursprünglich 637.000 auf 643.000 nach oben revidiert. Der gleitende Vierwochenschnitt fiel um 3.500 auf 628.500.

      Die Zahl der Arbeitslosengeldempfängern ist um 75.000 auf saisonbereinigt angepasst 6,66 Millionen gestiegen. Damit stellte sich die 16. Woche in Folge ein Rekordniveau ein. Ebenso legte der gleitende Vierwochenschnitt zu den Arbeitslosengeldempfängern auf ein weiteres Rekordniveau von 6,48 Millionen zu.

      Quelle: http://www.boerse-go.de/nachricht/US-Zahl-der-Arbeitslosenem…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 15:45:55
      Beitrag Nr. 5.104 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.081.941 von Maraho am 02.05.09 09:27:37Böse Überraschung
      Kurzarbeiter müssen Steuernachzahlung fürchten

      Inzwischen gibt es in Deutschland mehr als eine Million Kurzarbeiter. Es könnte sein, dass einige bis zu 1000 Euro Steuern nachzahlen müssen. Ein Experte der Lohnsteuerhilfevereine rät, die Kurzarbeiter sollten für die drohenden Nachzahlungen jetzt schon mal "einen Teil ihres Einkommens zurücklegen".


      Gerade erst hat die Bundesregierung die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes von 18 auf 24 Monate beschlossen. Ab dem siebten Monat Kurzarbeit erstattet zudem die Bundesagentur für Arbeit den Firmen die kompletten Sozialversicherungsbeiträge. Das gesamte Paket wurde allgemein als Verbesserung der Bedingungen für Kurzarbeit begrüßt.

      Doch für die Betroffenen kann Kurzarbeit teuer werden. Hunderttausende müssen sich auf teils hohe Steuernachzahlungen für dieses Jahr einstellen. Vielen drohen Nachzahlungen von mehreren Hundert Euro oder entsprechend geringere Erstattungen der Finanzämter. Das sagt der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BdL) vorher.

      Die Höhe sei abhängig von der Höhe des Einkommens und der Dauer der Kurzarbeit; in Einzelfällen drohten Nachzahlungen von mehr als 1000 Euro. Betroffen seien vorwiegend verheiratete Arbeitnehmer. Die Zahl der Betroffenen könnte in die hunderttausende gehen: Nach Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit sind derzeit rund 1,4 Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit.

      Ursache ist der sogenannte Progressionsvorbehalt im Steuerrecht, wie das Bundesfinanzministerium erläuterte: Danach ist das Kurzarbeitergeld zwar steuerfrei; wenn verheiratete Arbeitnehmer aber zusammen veranlagt werden, wird das Kurzarbeitergeld am Jahresende zum zu versteuernden Einkommen des Partners hinzugerechnet. Dadurch ergibt sich ein höherer Steuersatz. Zahlungen an das Finanzamt drohten allerdings nur bei ganzjährigem Bezug von Kurzarbeitergeld.

      „Viele Kurzarbeiter wissen gar nicht, dass Nachzahlungen drohen“, sagte BdL-Geschäftsführer Erich Nöll der „Bild“-Zeitung. Betroffene sollten schon heute einen Teil des Einkommens dafür zur Seite legen.

      Gleichzeitig riet der Verbandschef Ehepaaren, alternativ eine getrennte Steuerveranlagung zu prüfen. Infrage kommen könnte dies laut Nöll vor allem für Paare, die in etwa gleich viel verdienen.

      Mit der beschlossenen Verlängerung des Kurzarbeitergeldes will die Regierung drohende Massenentlassungen verhindern. Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) lobte den Beschluss als wichtige und wirksame Hilfe im Kampf gegen mögliche Jobverluste.

      Der FDP-Wirtschaftsexperte Rainer Brüderle hält die Verlängerung dagegen für nicht sinnvoll. Im MDR sagte er, es werde eine Sicherheit suggeriert, die nicht gegeben sei. Er warnte zugleich vor einem Missbrauch der Neuregelung vor allem durch Großbetriebe, die sich Kurzarbeit lange leisten könnten. Die Gefahr sei, dass es so zur „Wiedereinführung der Frühverrentung durch die Hintertür“ komme.

      Quelle: http://www.welt.de/politik/article3779891/Kurzarbeiter-mu…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 16:22:52
      Beitrag Nr. 5.105 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.214.758 von Maraho am 20.05.09 06:20:27Wieder einmal etwas hierzu ...

      "Europa könnte zum Schlachtfeld werden"

      US-russische Studie: Raketenabwehr wäre gegen Angriffe aus dem Iran wirkungslos, Russlands Bedenken teilweise berechtigt


      Eine am Dienstag veröffentlichte Studie des renommierten EastWest Institute über mögliche Bedrohungen aus dem Iran kommt zu dem Ergebnis, dass das in Polen und Tschechien geplante Raketenabwehrsystem gegen einen Angriff aus dem Golfstaat weitgehend wirkungslos wäre. An dem auf ein Jahr angelegten Projekt waren russische und amerikanische Wissenschafter und Militärs, darunter der ehemalige US-Verteidigungsminister William J. Perry, beteiligt.

      Bedenken Russlands, dass das System das atomare Gleichgewicht gefährde, seien hingegen teilweise berechtigt: wenn das eine Milliarde Dollar teure Radar in Tschechien in Betrieb geht, sei es relativ einfach, damit nicht nur die zehn in Polen stationierten, sondern eine größere Anzahl von Abfangraketen zu steuern.

      Außerdem sei es viel leichter, Raketen abzuschießen, die das X-Band-Radar in Mitteleuropa noch während der Aufstiegsphase überfliegen. Sie bieten zu diesem Zeitpunkt nämlich ein relativ großes Ziel und sind so vom Radar leicht zu orten. Im Gegensatz dazu ist ein Flugkörper, der (bei einem angenommenen Angriff des Iran auf Ziele in Europa) auf das Radar zufliegt, kaum zu erkennen, weil die Raketenspitze nur einen Querschnitt von 0,3 Quadratmeter hat.

      Hat sich der Sprengkopf einmal von der Rakete getrennt, ist er viel schwieriger zu erfassen. Laut einem CIA-Bericht aus dem Jahr 1999 kann er beim Abwurf der letzten Raketentreibstufe relativ einfach so gedreht werden, dass seine Spitze auf das Radar zeigt. Somit wäre das System auch bei einem Angriff auf die USA weitgehend wirkungslos.

      Außerdem geht General Henry A. Obering, Chef der US-Missile Defense Agency, davon aus, dass pro angreifender Rakete fünf Abwehrraketen gestartet werden. Rüstungsexperte Heinz Gärtner, der zwei Jahre lang für das EastWest Institute tätig war, sieht in der begrenzten Kapazität eines der Hauptprobleme des Systems: "Wenn man drei, vier oder fünf Raketen abfeuert, wird wohl eine durchkommen". Außerdem sei die Abwehr mit Zielattrappen relativ leicht zu überlisten.

      Schlachtfeld Europa

      "Was die Studie nicht erwähnt", merkt Gärtner im Gespräch mit derStandard.at an, "ist, dass wenn das System erweitert würde und es zu einem nuklearen Schlagabtausch käme, Europa wieder einmal das Schlachtfeld wäre. Die ersten Atomraketen wären auf das Abwehrsystem gerichtet, um dieses auszuschalten und die Zerstörung der dahinter stationierten Offensivraketen zu ermöglichen." Gärtner, der dieses Szenario allerdings unter den derzeitigen politischen Vorraussetzungen nicht für wahrscheinlich hält, fühlt sich dabei an die Debatte über die Stationierung von Mittelstreckenraketen in den 80er Jahren erinnert.

      Durch eine funktionierende Raketenabwehr würde laut Gärtner Russlands Zweitschlagsfähigkeit ausgeschaltet, auf der das System der nuklearen Abschreckung basiert. Dass sich Russland dadurch bedroht fühlen könne, belastet laut Gärtner auch die derzeit laufenden Abrüstungsverhandlungen: "Russland kann in dieser Situation argumentieren, dass es angesichts der Bedrohung durch das US-Projekt eine gewisse Anzahl strategischer Sprengköpfe benötigt, um das Abwehrsystem überwinden zu können". Mit einer raschen Einigung auf einen Nachfolgeabkommen für den im Dezember auslaufenden START-Vertrag rechnet Gärtner nicht.

      Für die Regierungen Polens und Tschechiens, wo die Parlamentsabstimmung über den Bau des Radar übrigens auf den Herbst verschoben wurde, stellt die Verzögerung beim Bau des Raketenschilds laut Gärtner ein anderes Problem dar: "Den Tschechen und den Polen ist die Bedrohung durch den Iran völlig gleichgültig. Es ging vielmehr darum, die USA an sich zu binden, und da diese Rechnung unter der Regierung Präsident Obamas offensichtlich nicht aufgeht, müssen sie sich wohl eine neue Taktik überlegen".

      (Berthold Eder/derStandard.at, 20.5.2009)
      http://derstandard.at/?id=1242316346838
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 16:59:30
      Beitrag Nr. 5.106 ()
      21.05.2009 11:48 Uhr
      Trennlinie
      Ökonom Johnson
      "Wir müssen die Macht der Wall Street brechen"

      Der frühere IWF-Chefökonom Simon Johnson über das Schwellenland Amerika, zögerliche US-Politiker und ignorante Europäer.
      Interview: Moritz Koch

      Simon Johnson: "Alle Finanzkrisen der jüngeren Geschichte wurden dadurch ausgelöst, dass eine wirtschaftliche Elite zu viel Macht bekam."

      SZ: Professor Johnson, Sie behaupten, in den USA habe sich ein stiller Coup ereignet. Die Wall Street habe Washington gekapert. Das klingt eher nach einer Verschwörungstheorie als nach ökonomischer Analyse.

      Simon Johnson: Überhaupt nicht. Alle Finanzkrisen der jüngeren Geschichte wurden dadurch ausgelöst, dass eine wirtschaftliche Elite zu viel Macht bekam. Die USA unterscheiden sich in dieser Hinsicht nicht von Schwellenländern wie Südkorea oder Indonesien. Lesen Sie das Wall Street Journal?

      SZ: Wieso fragen Sie?

      Johnson: Da gab es kürzlich eine interessante Grafik. Sie zeigte den massiven Anstieg der Gehälter in der Finanzbranche. Der Grund dafür ist die Deregulierung. Es ist ein Fakt, dass die Wall Street mit Millionensummen Wahlkämpfer unterstützt hat, während sich Politiker für den Abbau gesetzlicher Vorschriften stark machten.

      SZ: Sie meinen, die Großbanken hätten sich politischen Einfluss gekauft, um immer größere Profite einzufahren?

      Johnson: Nun ja, ich würde es so ausdrücken: Der Wall Street ist es gelungen, Washington weiszumachen, dass alles, was gut für den Finanzsektor ist, auch gut fürs Land ist. Viele Beamte im Finanzministerium haben ja zunächst an der Wall Street Karriere gemacht. Die Großbanken bilden einen wichtigen Teil der politischen Klasse aus. So brauchen sie sich des Instruments der Bestechung gar nicht zu bedienen.

      SZ: Angenommen, Sie haben recht, die Wall Street hat Washington in der Tasche. Warum holen sich Banken vom Staat dann nicht das Geld, das sie brauchen, um wieder solvent zu werden?

      Johnson: Sie verschweigen das Ausmaß ihrer Not, um nicht verstaatlicht zu werden. Sie wollen gerade so viel Geld, wie sie zum Überleben benötigen. Das Problem ist, dass ihre Anlagen ihre Verbindlichkeiten nicht mehr decken, sie praktisch insolvent sind und sie daher kaum noch Kredite vergeben. Sie hoffen, dass ein Aufschwung sie rettet. Nur wird es keinen Aufschwung geben, wenn nicht zuerst der Kreditstrom wieder in Gang kommt.

      SZ: Präsident Obama will neue Regeln für Gehälter im Finanzsektor und die Aufsicht über den Handel mit Derivaten verschärfen. Es scheint, als befreie sich Washington aus dem Klammergriff der Wall Street.

      Johnson: Zumindest wird sich Washington seiner Verwicklung bewusst. Doch die Verbindung zu trennen, wird schwer. Nach meiner Meinung geht das, was die Regierung tut, nicht weit genug. Wir müssten schärfer regulieren, als es die bisherigen Pläne vorsehen. Wir müssten Banken, die zu groß zum Scheitern sind, mit Kartellgesetzen zerschlagen. Und wir müssten mehr tun, um die mit Schrottkrediten verseuchten Bilanzen zu säubern.

      Lesen Sie auf der zweiten Seite, warum Simon Johnson die Verstaatlichung der insolventen Banken für den besten Weg aus der Krise hält.


      Johnson: Nicht des gesamten Systems, nur der insolventen Banken. Das wäre der beste Weg aus der Krise. Wir hätten die Pleiteinstitute über- und ihnen ihre faulen Kredite abnehmen sollen. Den gesunden Rest hätten wir dann reprivatisieren können. Leider hat sich die Regierung diesen Weg verbaut.

      SZ: Erklären Sie das.

      Johnson: Mit den Stresstests hat sie den Märkten signalisiert: Dem Finanzsystem geht es den Umständen entsprechend gut, wir brauchen keine Verstaatlichung. Nun kann sie nicht auf einmal das Gegenteil behaupten, um eine Übernahme zu rechtfertigen. Sie würde all ihre Glaubwürdigkeit zerstören - mit schlimmen Folgen. Also bleibt uns nichts anderes übrig als zu hoffen, dass die Annahme der Regierung stimmt, die Banken könnten ihre alten Verluste mit neuen Gewinnen ausgleichen. Ich habe meine Zweifel.

      SZ: Immerhin: In Asien und Amerika gibt es erste Anzeichen einer Stabilisierung, in Europa kaum. Was machen die Europäer falsch?

      Johnson: Sie verhalten sich arrogant, fast ignorant. Sie behaupten, die Amerikaner hätten die Krise ausgelöst, daher müssten sie sie auch bereinigen. Abgesehen davon, dass diese These falsch ist, weil die europäischen Banken begeistert mitgemischt haben bei den Kreditexzessen der Wall Street, begründet die These eine gefährliche Passivität. Die Rezession hat Europa mit voller Wucht getroffen. Europa braucht eine entschlossene Krisenpolitik. Davon fehlt jede Spur. Dabei sind Bankkredite für europäische Firmen viel wichtiger als für amerikanische Unternehmen, die viel stärker auch auf andere Kapitalquellen zurückgreifen können.

      SZ: Deutschland will eine Bad Bank einrichten, bei der Kreditinstitute faule Papiere deponieren. Eine gute Idee?

      Johnson: Ich kenne die Details nicht. Aber nach allem, was der deutschen Regierung bisher zur Krise eingefallen ist, glaube ich nicht, dass sie zu einer vernünftigen Lösung in der Lage ist.

      SZ: Welche Lehren sollte der Westen aus dem Finanznotstand ziehen? Teilen sie die Auffassung ihres Kollegen Paul Krugman, dass Bankgeschäfte wieder langweilig werden müssen?

      Johnson: Das ist ein richtiger Ansatz. Die Zockerei auf fremde Kosten muss ein Ende haben. Die wichtigste Lehre der Krise sollte aber sein, dass wir Banken keinen großen politischen Einfluss mehr geben dürfen. Wir müssen die Macht der Wall Street brechen.
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      (SZ vom 20.05.2009/pak)
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 17:20:27
      Beitrag Nr. 5.107 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.227.494 von Birgit.Tersteegen am 21.05.09 16:59:30Danke Birgit!

      Fakt ist, daß genug Lösungsvorschläge auf dem Tisch sind.
      Auch hier in diesem Thread.

      Die Vorhaben sind aber offensichtlich andere.
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 18:55:50
      Beitrag Nr. 5.108 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.113.224 von Maraho am 06.05.09 21:21:23In Bezug.
      Das war`s dann auch ...

      ARABISCHE WÄHRUNGSUNION
      Aus dem "Golfo" wird kein Euro

      Von Bernhard Zand, Dubai

      Verärgert über die Dominanz der Saudis und sauer, weil sie die Zentralbank nicht kriegen, ziehen sich die Vereinigten Arabischen Emirate aus dem Projekt einer gemeinsamen Währung am Golf zurück. Die Konsens-Kultur der Araber stößt an ihre Grenzen.


      Der Kommentar, der aus dem Außenministerium in Abu Dhabi kam, ist von so zeitloser Schönheit und Unaufrichtigkeit, dass sich noch Generationen von Diplomaten daran erfreuen werden: "Die Vereinigten Arabischen Emirate gratulieren den Staaten, die der Währungsunion beitreten werden, und wünschen ihnen viel Erfolg." Aber wir, so steht zwischen den gedrechselten Zeilen, sind da nicht mehr dabei.

      Vor sieben Jahren beschlossen die sechs Staaten des Golf-Kooperationsrates - Saudi-Arabien, Kuweit, Bahrain, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Oman -, es der EU gleichzutun und eine gemeinsame Währung zu gründen. Im Januar 2010 sollte es soweit sein, doch am Mittwoch verabschiedeten sich die Emirate von der Idee. Aus dem "Chalidschi", der im Westen bereits als "Golfi" und "Golfo" von sich reden machte, wird jetzt vorläufig nichts - wenn er überhaupt je das Licht der Welt erblickt.

      Die geplante Währungsunion der Golfstaaten hatte vor allem in den vergangenen Jahren des hohen Ölpreises die Fantasie der Ökonomen angeregt: Sollte dem schwachen Dollar da womöglich eine Konkurrenzwährung erwachsen? Wie weit geht der Ehrgeiz dieser Scheichs, die mehr als ein Fünftel des täglichen Ölbedarfs der Welt decken? Könnte es sein, dass eines Tages auch Irak und Iran bei dem Projekt mitmachen? Welchen wirtschaftlichen Sog können die in den Staatsfonds der Ölstaaten angehäuften Vermögen entfalten?

      "Ausstieg eine Frage des Prinzips"

      Tatsächlich hat Saudi-Arabien, der mit Abstand größte und stärkste der Golfstaaten, nie im Ernst daran gedacht, sich mit den USA oder der Leitwährung des Ölmarkts, dem Dollar, anzulegen. Wohl aber sieht sich das Königreich als natürliche Großmacht am Golf, das bekommen seine kleineren Nachbarn immer wieder zu spüren, ob es um Grenzstreitigkeiten oder um politische Fragen wie das Verhältnis zum Iran, um Terrorbekämpfung oder gemeinsame Pipeline-Projekte geht.

      Wie selbstverständlich holten sich die Saudis 1981 das Generalsekretariat des Golfkooperationsrates in ihre Hauptstadt Riad; dass sie jetzt aber auch noch die Zentralbank der gemeinsamen Währung haben wollten, war den Emiratis offenbar zu viel. Sie hatten sich 2004 selbst um die Zentralbank beworben und waren ziemlich sicher, dass sie sie auch bekommen. "Das ist eine Sache des Prinzips", erläuterte ein hoher Beamter in Abu Dhabi der "Financial Times" den Ausstieg der Emirate; damit werde das gemeinsame Projekt "definitiv" geschwächt, denn mit den Emiraten gehe den Golfstaaten ein Drittel ihrer gesamten Wirtschaftskraft verloren.

      Der kleine Oman hatte sich schon 2007 aus dem Golfo-Projekt verabschiedet. Die verbliebenen fünf Staaten zusammenzubringen, galt unter Ökonomen als eine durchaus lösbare Aufgabe. Im Gegensatz etwa zu den EU-Staaten sind ihre Volkswirtschaften sehr ähnlich, nämlich an Öl und Gas ausgerichtet. Die Währungen sind, mit Ausnahme des kuweitischen Dinars, alle an den Dollar gekoppelt. Schon heute macht es kaum Umstände, aus einem der Golfstaaten in einen anderen zu reisen: Die Wechselkurse sind, bis auf ein paar Stellen hinterm Komma, stabil, in manchen Ländern kann man sogar mit der Währung des Nachbarn bezahlen.

      Dass es die Scheichs und Emire trotz ihres Reichtums, ihrer gemeinsamen Sprache und Kultur offenbar nicht schaffen, sich auf eine gemeinsame Währung zu einigen, lässt für die großen politischen Fragen, vor denen sie stehen, nichts Gutes erwarten: Es sei zwar denkbar, sagt Eckart Woertz, der Chefökonom des Gulf Research Center in Dubai, dass die Emirate nur pokern, um am Ende wenigstens einen der Ihren als Chef der gemeinsamen Zentralbank durchzusetzen. "Doch ihr öffentlicher Rückzug aus diesem Projekt hat viel Porzellan zerschlagen. In der Konsens-Kultur, die am Golf dominiert, wird es für beide Seiten schwer sein, ihr Gesicht zu wahren."

      Bleiben nach dem kleinen Währungs-Debakel also mindestens drei große Fragen: Wie sollen sich die Golf-Araber je darauf einigen, den armen, vom Terrorismus und schweren politischen Problemen geplagten Jemen in ihren exklusiven Club aufzunehmen? Werden sie je zu einer gemeinsamen Haltung gegenüber dem Irak und dem mächtigen Nachbarn Iran finden? Und was haben sie und ihre arabischen Brüder Barack Obama zu bieten, wenn der nun darangeht, Frieden zwischen Israel und den Palästinensern zu stiften?

      Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,626156,00.html …
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 19:15:14
      Beitrag Nr. 5.109 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.219.789 von kiska am 20.05.09 16:04:43Ergänzend ...

      Wirtschaftskrise
      Für Immobilien-Makler ist die Party vorbei
      Von Richard Haimann

      Katerstimmung auf dem Immobilienmarkt: Nach mehreren Boomjahren ist das Vermittlungsgeschäft mit Gewerbeimmobilien eingebrochen – um bis zu 79 Prozent. Nun stehen viele Firmen vor dem Ruin. Und Tausende Makler werden sich wohl bald bei der Bundesagentur für Arbeit melden müssen.


      In den vorangegangenen Boomjahren verdienten Makler Millionen Euro an Provisionen, genossen Champagner, fuhren schnelle Autos. Jetzt hat die Finanzkrise die einstige Boombranche voll erfasst. Mit der DB Immobilien ist jetzt das erste große Beratungshaus in Deutschland in die Insolvenz gegangen. Andere Unternehmen bauen zugleich massiv Stellen ab. Dem Höhenflug folgt das Tal der Tränen, denn weltweit lähmt die Rezession die Immobilienmärkte. Unternehmen mieten kaum noch Flächen an, Investoren schrecken vor Käufen zurück. Allein in Deutschland schrumpfte das Transaktionsvolumen an den Gewerbeimmobiliemärkten im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 79 Prozent auf nur noch 1,7 Mrd. Euro. „Niemand hat diesen rapiden Einbruch der Märkte erwartet“, sagt Martin Drummer, Chef des Maklerhauses CB Richard Ellis (CBRE) in Deutschland.

      Weiterlesen ... http://www.welt.de/finanzen/article3780260/Fuer-Immobili…
      5 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 19:28:58
      Beitrag Nr. 5.110 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.638.670 von Maraho am 24.02.09 06:18:44Etwas zu Estland ...

      Zu links: Estland wechselt drei Minister aus

      Weil sie sich nicht auf Kürzungen im Staatshaushalt einlassen, trennt sich Estlands Ministerpräsident Andrus Ansip von seinen Koalitionspartnern.


      Der liberale Regierungschef von der Reformpartei kündigte am Donnerstag in Tallinn die Entlassung von drei sozialdemokratischen Ministern an. Vorausgegangen war die Weigerung des bisherigen Koalitionspartners, von Ansip geplanten Kürzungen beim Arbeitslosengeld sowie bei Renten und anderen drastischen Spassmassnahmen zuzustimmen.

      Wenige Stunden vor dem Koalitionsbruch stritten sich Ansip und der sozialdemokratische Finanzminister Ivari Padar öffentlich bei einer Pressekonferenz über Estlands Strategie bei der Krisenbekämpfung.

      Stattdessen kommt die Volksunion

      Als weitgehend sicher gilt in Tallinn der Eintritt der bäuerlichen Volksunion in eine Koalition mit Ansips Reformpartei und der nationalkonservativen «Res Publika».

      Estland ist massiv von der internationalen Finanzkrise betroffen und muss für Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) harte Auflagen erfüllen. Die Wirtschaftsleistung des seit 2004 zur EU gehörenden baltischen Landes mit 1,3 Millionen Einwohnern ist zum Jahresbeginn um über 15 Prozent gesunken.

      IWF verlangt Ausgabenkürzungen

      Zur Bewilligung von dringend benötigten Krediten für Estland verlangt der Internationale Währungsfonds (IWF) radikale Ausgabenkürzungen im Staatshaushalt bei gleichzeitigen Steuererhöhungen.

      Die Regierung will über 3,3 Milliarden Kroonen (330 Millionen Franken) sparen. Im benachbarten Lettland brach im Februar eine Regierung im Gefolge der Finanzkrise auseinander.

      Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Zu-links-Estl…
      43 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 19:39:36
      Beitrag Nr. 5.111 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.203.268 von Maraho am 18.05.09 21:21:08Da war ja noch was ...

      Großbritannien – Jetzt auch mit angeschossenem Rating

      Als ob es uns wundern würde… Großbritanniens Rating wackelt. Standard & Poor's hat die Bonitätsbewertung der Staatsanleihen zwar vorerst bestätigt, den Ausblick jedoch erstmals gesenkt, wegen der Verschlechterung der öffentlichen Finanzen…

      Ich traue den Ratingagenturen nicht. Zufälligerweise sitzen sie alle in den USA. Dort schlugen sie sich recht profitabel durch in den ganzen Jahre, ohne überhaupt zu bemerken, dass hier und dort Rauch aufsteigt, schon gar nicht im eigenen Land. Ich traue ihnen nicht, denn sonst hätten sie der USA längst ihr höchstes Rating weggenommen. Amerika ist für die Agenturen bislang einer der besten Schuldner der Welt - bei 11,2 Billionen (11.260.000.000.000 USD) Schulden...

      Weiterlesen (mit Grafiken) ... http://frank-meyer.eu/blog/index.php?p=764&more=1&c=1&tb=…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 19:49:27
      Beitrag Nr. 5.112 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.936.934 von Maraho am 07.04.09 20:44:34In Bezug.
      Die "bösen" Russen besingen unsere Energieabhängigkeit (mit englischen Untertiteln) ...

      Russians mock the gas-dependence of Europe and Ukraine
      http://www.youtube.com/watch?v=A7RD5ONjv8M&eurl=http%3A%2F%2…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 19:55:43
      Beitrag Nr. 5.113 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.228.616 von Maraho am 21.05.09 19:39:36Hier noch eine "offizielle" Meldung dazu ...

      S&P move adds to UK's woes
      http://www.marketwatch.com/story/sp-move-adds-to-uks-woes?si…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 20:30:26
      Beitrag Nr. 5.114 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.042.896 von Maraho am 26.04.09 19:01:59In Bezug.
      Es wird immer doller ...

      Autobahn Privatisierung: Wehret den Anfängen
      Die Bundesregierung privatisiert 370 Kilometer Autobahn

      Die Lkw-Maut sorgt für ein umweltfeindliches neues Gewinnmodell: Einige Unternehmen und Konzerne wollen über privatisierte Autobahnen Milliarden aus der Straßengebühr für Lastwagen verdienen. Sechs Projekte sind (für den Anfang!) in Planung. Ein erstes Projekt wurde im Mai 2009 am Oberrhein angegangen. Während die Privatisierung der Bahn bundesweit ein wichtiges und umstrittenes Thema ist, läuft die beginnende Autobahnprivatisierung noch ohne große öffentliche Debatten.

      Weiterlesen ... http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/autobahn-privati…
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      schrieb am 21.05.09 20:47:43
      Beitrag Nr. 5.115 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.228.460 von Maraho am 21.05.09 19:15:14Beitrag Ausgebrannt in Spanien-----tragisch!

      Der Fernseh-Beitrag im Auslandsjournal von gestern
      http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/759614
      1 Antwort?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 20:53:21
      Beitrag Nr. 5.116 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.229.118 von Birgit.Tersteegen am 21.05.09 20:47:43Geht übrigens auch einigen Deutschen so!
      Auch wenn zynisch klingen mag: "Bleibe im Land und nähre dich redlich!"
      1 Antwort?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 20:58:21
      Beitrag Nr. 5.117 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.229.158 von Maraho am 21.05.09 20:53:21oder : schweife in die Ferne....doch nur mit Moos (und ohne Schulden!)ist da was los...;);););)
      1 Antwort?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 21:03:35
      Beitrag Nr. 5.118 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.673.164 von Maraho am 28.02.09 12:12:48Noch dies in Bezug und dann ...

      Ist nur merkwürdig, daß der Preis nicht in die Puschen kommt.
      Aber darüber wird ja schon lange umfassend diskutiert.

      Anleger flüchten ins Gold: Platzprobleme im ZKB-Tresor

      Weil die Finanzkrise das Vertrauen in Aktien erschüttert hat, suchen die Anleger Sicherheit bei den Edelmetallen: In der Schweiz ist die Nachfrage von Privatanlegern nach Goldbarren und Goldmünzen im ersten Quartal 2009 markant gestiegen.


      Die Käufe von Goldbarren und -münzen legten gegenüber dem Vorjahr um mehr als das Fünffache auf 39 Tonnen zu. Damit war die Schweiz hinter Deutschland mit einer Nachfrage von 59 Tonnen weltweit der zweitgrösste Goldmarkt, wie der Industrieverband führender Goldminen, der World Gold Council (WGC), am Mittwoch mitteilte.

      Dahinter folgen die USA mit einer Nachfrage von 27,4 Tonnen. Auch Deutschland und die USA haben sehr hohe Zuwachsraten verzeichnet.

      Die Käufe seien in erster Linie von Inflationsängsten getrieben worden, teilte der WGC mit. Weltweit stieg die Nachfrage nach Gold gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent auf 1016 Tonnen. Wertmässig ergab dies ein Plus von 36 Prozent auf 29,7 Mrd. Dollar.

      Gestiegen ist gemäss WGC auch die Nachfrage nach Goldanlagen, die nebst den Barren und Münzen auch die börsengehandelten Fonds (Exchange Traded Funds) umfasst: um 248 Prozent auf 596 Tonnen.

      Platzprobleme im ZKB-Tresor

      So hatte beispielsweise bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) der Run der Anleger auf diese börsengehandelten Fonds (ETF) zeitweise für Platzprobleme im Tresor gesorgt. Denn die Bank muss für diese Wertpapiere, deren Wert mit dem Edelmetallpreis steigt und fällt, den entsprechenden Gegenwert in Gold, Silber, Platin und Palladium im Tresor lagern.

      Mittlerweile sei das Platzproblem behoben, die Goldbarren würden nun anders gelagert, sagte ZKB-Sprecher Diego Wider auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

      Gemäss jüngsten Zahlen hatte am 15. Mai die grösste Schweizer Kantonalbank 142,6 Tonnen Gold im Tresor. Das ist rund ein Drittel mehr als zu Jahresbeginn. Der Haufen Goldbarren hat einen Wert von 4,7 Mrd. Franken.

      Zudem bunkerte die ZKB 1464 Tonnen Silber mit einem Wert von 732 Millionen Franken, 17,3 Tonnen Palladium (139 Millionen Fr. Wert) und 5295 Tonnen Platin mit einem Wert von 209,6 Millionen Franken. Insgesamt hatten die vier Edelmetallbestände einen Wert von 5,8 Mrd. Franken.

      Industrienachfrage gesunken

      Dagegen ging wegen der Rezession und den deswegen geringeren Budgets der Konsumenten die Schmuck- und Industrienachfrage nach Gold dagegen um knapp ein Viertel zurück. Einzig China habe sich mit einem Plus von 2 Prozent in diesem Bereich dem Trend widersetzt.

      Das Angebot an Gold legte im ersten Quartal um 34 Prozent auf insgesamt 1144 Tonnen zu, wobei der verstärkte Einsatz von Altgold (&55 Prozent auf 558 Tonnen) der Treiber war.

      Quelle: http://bazonline.ch/wirtschaft/konjunktur/Anleger-fluechten…
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 21:06:00
      Beitrag Nr. 5.119 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.229.200 von Birgit.Tersteegen am 21.05.09 20:58:21... doch nur mit Moos ...

      Aber davon reichlich! ;)
      Avatar
      schrieb am 21.05.09 21:08:32
      Beitrag Nr. 5.120 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.229.230 von Maraho am 21.05.09 21:03:35... ziehe ich mich für heute zurück.

      Vielen herzlichen Dank für eure Anwesenheit sowie das Interesse an diesem Donnerstag!

      Einen noch schönen Abend wünscht euch allen nun
      Maraho
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 00:59:19
      Beitrag Nr. 5.121 ()
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 06:27:02
      Beitrag Nr. 5.122 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.226.663 von Maraho am 21.05.09 15:06:06Guten Morgen,
      ein angenehmer Tag sei euch gewünscht.

      Diese Meldung von gestern noch einmal etwas genauer reflektiert ...

      "Continued Claims Hit Record"

      Die Anzahl der Arbeitslosen in den USA, die dauerhaft Arbeitslosenunterstützung erhalten, stieg nach dem heutigen wöchentlichen Bericht des U.S. Department of Labor auf ein neues Rekordhoch seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1967!

      Weiterlesen ... http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/05/contin…
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 06:48:24
      Beitrag Nr. 5.123 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.226.060 von Maraho am 21.05.09 12:55:42Etwas hierzu.

      Staatshaushalt
      Noch mehr neue Schulden folgen nach der Wahl
      Von Jan Dams

      Bundesfinanzminister Steinbrück braucht elf Milliarden Euro neue Kredite, um Löcher im Staatshaushalt zu stopfen. Insgesamt wächst der Schuldenberg um 47,6 Milliarden Euro. Doch nach der Bundestagswahl 2009 wird dieser Nachtragshaushalt Geschichte sein – wegen teurer Wahlversprechen.


      Steigende Staatsausgaben und gleichzeitig wegbrechende Steuereinnahmen wegen der schlechten Konjunktur treiben den Bund in eine höhere Staatsverschuldung. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) muss weitere knapp elf Milliarden Euro an neuen Krediten aufnehmen, um die Ausgaben finanzieren zu können. Insgesamt steigt die Neuverschuldung 2009 damit auf 47,6 Milliarden Euro, wie aus dem Nachtragshaushalt hervorgeht, der am 27. Mai im Kabinett verabschiedet werden soll.

      Damit wird Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) den bisherigen Schuldenrekord von 1996 brechen. Der damalige Finanzminister Theo Waigel (CSU) hatte gut 40 Milliarden Euro an frischen Krediten aufgenommen.

      Allerdings dürfte sich der Bund bald sogar noch höher verschulden. Vier Monate sind es noch bis zur Bundestagswahl. „Danach ist der Haushalt ohnehin Makulatur“, hieß es in Regierungskreisen. „Die neue Regierung – egal in welcher Koalitionsaufstellung – wird das Zahlenwerk ändern.“

      Weitere Ausgaben kommen auf den Bund zu: Kommt es etwa zu einer Koalition aus Union und FDP, müssten die Folgen einer Steuerreform in den Haushalt eingearbeitet werden. 15 Milliarden Euro allein dürfte es kosten, wenn die kalte Progression gemindert wird. Dabei handelt es sich um jenen Effekt, bei dem selbst geringfügige Lohnerhöhungen durch progressiv steigende Steuertarife überproportional besteuert werden. In einer großen Koalition wiederum dürften nach der Wahl weitere Konjunkturmaßnahmen anstehen, die den Haushalt mit Milliardenkosten belasten werden.

      Dabei hat die Bundesregierung in diesem Jahr schon einmal nachgelegt. Ende Februar legten die Koalition aus CDU, CSU und SPD einen ersten Nachtragshaushalt von 36,9 Milliarden Euro vor. Jetzt stockt der Bund ein zweites Mal auf: „Einnahmeverluste und zusätzliche Ausgaben für den Arbeitsmarkt können nicht durch Kürzungen an anderer Stelle kompensiert werden. Dies wäre in der jetzigen Situation konjunkturpolitisches Gift“, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Daher mache die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik eine nochmalige Erhöhung der Nettokreditaufnahme unvermeidlich.

      Allein die Steuerschätzung bringt die Planung der Bundesregierung erheblich durcheinander. In der Mai-Prognose rechnen die Steuerschätzer mit Ausfällen von rund 25 Milliarden Euro. An Steuereinnahmen veranschlagt der Bund insgesamt gut 225 Milliarden Euro und an sonstigen Einnahmen gut 30 Milliarden Euro. Bis 2013 könnten sich die Steuerausfälle auf mehr als 300 Milliarden Euro addieren. Das Minus in der Planung kommt durch den starken Einbruch der Wirtschaftsleistung zustande. Die Regierung erwartet ein Minus beim Bruttoinlandsprodukt von sechs Prozent.

      Wegen der beiden Konjunkturpakete steigen gleichzeitig die Ausgaben des Bundes auf Rekordniveau. Insgesamt dürften sie sich auf 303 Milliarden Euro belaufen. Das ist ein Plus von mehr als sieben Prozent im Jahresvergleich. Die Investitionen liegen mit dem zweiten Nachtrag bei 33 Milliarden Euro. Damit liegt die Nettokreditaufnahme für das gesamte Jahr fast 15 Milliarden über den Investitionen. Die Regierung stellt daher eine „ernsthafte und nachhaltige Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts“ fest. Nur in einem solchen Fall darf laut Gesetz die Nettokreditaufnahme die Investitionen übersteigen.

      Gleichzeitig streitet die große Koalition um die Steuerpolitik nach der Bundestagswahl. FDP und Teile der Union wollen die Steuern deutlich senken. Die SPD stellt das bestenfalls Geringverdienern in Aussicht und kritisiert Versprechen für tief greifende Senkungen.

      Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article3781137/Noch-mehr-n…
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 07:05:36
      Beitrag Nr. 5.124 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.136.477 von Maraho am 09.05.09 13:26:44Weiterführend ...

      ROHSTOFFSTREIT
      Wer im Arktis-Monopoly gewinnt - und wer verliert
      Von Christoph Seidler

      Fünf Staaten wetteifern um Öl und Gas in der Nordpol-Region - vor allem Russland schafft Fakten, drängt mit Macht nach Norden. Können die USA mithalten? Welche Chancen haben die anderen Länder? Ein Blick auf Gewinner und Verlierer im "Großen Spiel" um die Eiswelt.

      Weiterlesen ... http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,622752,00…
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 07:14:40
      Beitrag Nr. 5.125 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.858.301 von Maraho am 26.03.09 19:59:49So ist es um Taiwan bestellt ...

      Taiwan: Zweistelliger Rekordrückgang beim Bruttoinlandsprodukt

      Taipei (BoerseGo.de) - In Taiwan ist das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres mit dem Rekordtempo von 10,2 Prozent geschrumpft. Dies berichtete das statistische Büro in Taipei. Der von Bloomberg erhobene Konsens sieht einen Rückgang von 9,26 Prozent vor. Im vorangegangenen vierten Quartal schrumpfte die Wirtschaft um 8,61 Prozent.

      Die Regierung hat ihre Prognose für das laufende Jahr auf ein negatives Wachstum von 4,25 Prozent nach unten revidiert. Vergangenen Februar wurde für 2009 von einer Schrumpfung von 2,97 Prozent ausgegangen.

      Quelle: http://www.boerse-go.de/nachricht/Taiwan-Zweistelliger-R…
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 07:22:32
      Beitrag Nr. 5.126 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.203.268 von Maraho am 18.05.09 21:21:08Japan ...

      Japans Zentralbank belässt Leitzins bei 0,1 Prozent

      TOKIO (dpa-AFX) - Die japanische Zentralbank hat den Leitzins unverändert bei 0,l Prozent belassen. Das beschloss der geldpolitische Rat der Bank von Japan (BoJ) am Freitag einstimmig. Der Zinsbeschluss war erwartet worden. Um der Wirtschaft aus der schwersten Rezession der Nachkriegszeit zu verhelfen, soll die Versorgung der Finanzinstitute des Landes mit Liquidität weiter erleichtert werden. Zugleich hob die japanische Zentralbank angesichts erster positiver Anzeichen für eine Verbesserung der Lage ihre Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage in Japan an./ln/DP/js

      Quelle: http://de.biz.yahoo.com/22052009/36/japans-zentralbank-b…
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 07:28:53
      Beitrag Nr. 5.127 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.082.264 von Maraho am 02.05.09 11:49:12Und weiter fallen sie ...

      USA: Erneut Bankenpleite

      Die Bankenlandschaft in den USA muss die schwerste Pleite seit Jahresbeginn verkraften. Wie der Einlagensicherungsfonds FDIC mitteilte, wurde die BankUnited FSB mit Sitz in Coral Gables in Florida gteschlossen. Die BankUnited FSB verfügte über Aktiva in Höhe von 12,8 Milliarden Dollar (9,3 Milliarden Euro) und verwaltete Einlagen in Höhe von 8,6 Milliarden Dollar. Ein Nachfolgeinstitut soll laut FDIC alle 86 Filialen übernehmen. Es war die 34. Pleite eines FDIC-versicherten Bankinstituts in den USA in diesem Jahr. Anfang Mai waren die in Atlanta ansässige Silverton Bank sowie zwei kleinere Institute Bankrott gegangen.

      Quelle: http://www.bild.de/BILD/Newsticker/news-ticker/2009/05/22/…
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 08:50:39
      Beitrag Nr. 5.128 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.216.218 von windei am 20.05.09 10:16:26windei, dies dürfte Dich wahrscheinlich interessieren ...

      Deutschland muss sich von den Vorgaben aus Washington und London befreien

      von Karl Müller

      Willy Wimmer, ehemaliger Staatssekretär im deutschen Verteidigungsministerium und langjähriger Bundestagsabgeordneter der CDU/CSU-Fraktion, hat einen bemerkenswerten Artikel* über die aktuelle politische Landschaft in Deutschland geschrieben. Die Kernaussage des Artikels ist folgende: Unter den deutschen Bundestagsabgeordneten gibt es nun endlich eine sehr ernsthafte und ehrliche Debatte über die Weltfinanz- und Weltwirtschaftskrise und deren Folgen für Deutschland – Wimmer spricht zum Beispiel mit Blick auf eine Sitzung seiner Fraktion von «einer der seltenen parlamentarischen Sternstunden», in der «einer nach dem anderen» aufgestanden sei und etwas zu sagen hatte, «und was gesagt wurde, hatte Gewicht».
      Aber: Die aussen- und sicherheitspolitische Debatte in Deutschland liege weiterhin brach. Wimmer erwähnt, dass es kaum noch möglich sei, ausreichend Bewerber für die zuständigen Bundestagsausschüsse und Arbeitskreise der Fraktionen zu finden, und folgert: «Man muss fast den Eindruck gewinnen, dass viele aus diesen Ausschüssen und noch viel mehr jene, die dem Parlament angehören, sich in einer inneren Emigration befinden, um nur ja nicht an der Summe unangenehmer, weil Kriegs- und Kampfentscheidungen, beteiligt zu sein. Wenn man mit diesen für unser Land so zentralen Gebieten persönlich nichts zu tun hat, kann man um so leichter – Augen zu und durch – den mit dem Bündnis [USA und Nato] begründeten Ansichten der Bundesregierung folgen.»
      In der Tat: Deutschland wäre sehr schlecht beraten, wenn es auch in seinen Antworten auf die Weltfinanz- und Weltwirtschaftskrise der von Washington und London vorgegebenen Linie folgen würde. Ganz offensichtlich ist ein massives Ringen im Gange: Soll Deutschland wieder an das kontinental­europäische Modell der sozialen Marktwirtschaft der Nachkriegsjahrzehnte anknüpfen, das Deutschland und Europa Wohlstand und sozialen Frieden gebracht hat? Soll es endlich auch redlich mit dem umgehen, was es in der DDR an Leistungen und Errungenschaften gegeben hat, und diese in die Pläne für die Zukunft einbeziehen? Oder soll es so wie in den vergangenen 20 Jahren dem Modell des angelsächsischen Kapitalismus folgen – gegen die Interessen des Landes und auch gegen die Anliegen Europas?
      Folgt man Willy Wimmer, so sind immer weniger Verantwortliche in Deutschland dazu bereit, künftig dem angelsächsischen Weg in den Untergang zu folgen.
      Das ist allerdings kein Grund, die nach wie vor mächtige «fünfte Kolonne» Washingtons und Londons zu unterschätzen.
      In diesem Zusammenhang muss wohl das Ringen um die deutschen Angriffe auf Länder wie die Schweiz, Luxemburg und Österreich betrachtet werden. Der Einsatz für diese Länder und einen gleichberechtigten und fairen diplomatischen Umgang untereinander ist deshalb auch ein Kampf um die künftige Linie der deutschen und der europäischen Politik.
      Also: Will die deutsche Politik das Verhältnis zu Nachbarländern, zu denen es in den Jahrzehnten nach dem Krieg Schritt für Schritt gutnachbarschaftliche Beziehungen zum grossen Vorteil beider Seiten aufgebaut hat, nachhaltig ruinieren, nur um den Herren in Washington (bzw. New York) und London zu dienen? Oder befreit sich Deutschland endlich von diesen fremden Herren und findet so zu einem wirklich guten Miteinander in Europa zurück?
      Dass es bei den Angriffen auf die Schweiz und andere kleine europäische Staaten nicht um Steuergerechtigkeit geht und dass mit Zahlen herumspekuliert wird, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben, zeigte sich erneut in den vergangenen Tagen. Noch am 7. Mai hatte Steinbrück im Deutschen Bundestag gesagt, in Deutschland verlören die öffentlichen Haushalte jährlich «durch Steuerhinterziehung und Steuerbetrug wahrscheinlich weit über 100 Milliarden Euro». Nun ist plötzlich nur noch die Rede davon, dass die gesamten deutschen Vermögenswerte, die in der Welt verstreut lägen, 100 Milliarden Euro betragen und dem deutschen Fiskus lediglich 1 Milliarde Steuern hinterzogen würden, allerdings weltweit. Keine Rede also mehr davon, dass allein Deutsche mit Konten in der Schweiz dem deutschen Staat 2 Milliarden Euro Steuern schuldig bleiben würden für von Steinbrück noch vor kurzem öffentlich spekulierte 200 Milliarden deutsche Euro, die allein in der Schweiz lagern sollen. Nun soll sich selbst von den weltweit 100 Milliarden nur noch ein kleiner Teil in der Schweiz befinden.
      Berücksichtigt man die grösseren Zusammenhänge, so war der noch vor 10 Tagen in der «Süddeutschen Zeitung» (7. Mai) gestartete massive Angriff von Hans Eichel, Vorgänger in Steinbrücks Amt und Parteigenosse, eben auch entlarvend. Da war nochmals eine Steigerung der Schärfe zu erkennen, indem die Schweiz insgesamt als Förderer eines «kriminellen Systems» bezeichnet wurde. Dann war der Text aber auch wieder für jeden, der zu lesen versteht, klar; denn Eichel fügte hinzu, Deutschland müsse sich «wehren», «vor allem gemeinsam mit den USA».
      Es ist ein Lichtblick, dass es so viele europäische und auch deutsche Stimmen von Gewicht gibt, die nicht mehr bereit sind, diesem fatalen Weg zu folgen.
      Indes: Es wäre ein fataler Irrtum, wenn man in Deutschland glaubt, man könne sich im Bereich der Finanz- und Wirtschafts­politik von Washington und London emanzipieren und sich zugleich in der Aussen- und Sicherheitspolitik weiterhin wie ein Vasall verhalten. Das wird die Welt nicht akzeptieren, und schliesslich wird Deutschland insgesamt den Nachteil haben. Es wird also höchste Zeit, dass Deutschland auch hier beginnt umzudenken und erkennt, dass allein die Hoffnung auf neue US-Regierungen keine Lösung ist.
      Noch hat sich Deutschland nicht von seiner über 20 Jahre aufgebauten und unerträglich herrisch gewordenen Grossmachtpolitik verabschiedet. Noch rüstet Deutschland massiv auf, und noch stellt seine Wirtschaft in immer mehr Bereichen auf Rüstungsproduktion um; noch will Deutschland die Grundlagen seines bisherigen Rechtsstaates und die Verpflichtung auf das Völkerrecht über den Haufen werfen.
      Der deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) nennt das «Klarstellung des Grundgesetzes» («Frankfurter Rundschau» vom 12. Mai) und fügt hinzu: «Es darf meines Erachtens keine Hindernisse für einen Einsatz der Bundeswehr im Inland geben, um einer Terrorgefahr zu begegnen, die die Fähigkeiten der Polizei übersteigt. Und bei Auslandmissionen müssen wir klarstellen, dass beide Elitetruppen [der Polizei und des Militärs] gemeinsam eingesetzt werden können, auch wenn wir ohne Mandat von UN oder EU handeln.» Man beachte: ohne Mandat von UN oder EU.
      Der russische Präsident Medwedew sprach bei der diesjährigen Parade in Moskau zum Jahrestag des Weltkriegsendes am 9. Mai von der Verantwortung Russlands, auch heute auf Bedrohungen angemessen reagieren zu können, die von denjenigen ausgehen, die nicht aufhören, den Frieden zu bedrohen. Auf der Webseite www.globalresearch.ca war am 14. Mai zu lesen: «Pentagon preparing for war with the enemy: Russia». Mehr als 3000 deutsche Soldaten probten vor wenigen Tagen ein georgisches Kriegsszenario («European Endeavour 2009»; vgl. Combat ready», www.german-foreign-policy.com vom 15. Mai). Der ehemalige sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow äusserte am 14. Mai in einem Interview mit dem Deutschlandfunk zur Rolle der deutschen Medien in der Kampagne gegen Russland: «Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Europa beginnt, Russland zu verstehen. Das verhindern übrigens Sie und Ihre Kollegen. Die deutsche Presse ist die bösartigste überhaupt.»
      Willy Wimmer schreibt am Ende seines Artikels, die Beziehungen zwischen den Staaten müssten sich nicht(!) «nach dem seit 1990 bekannten Muster» weiterentwickeln. Und er erinnert an den zentralen Punkt: «Die USA haben seit 1990 die internationale Rechtsordnung auf jede nur denkbare Weise untergepflügt und sich dabei auch der Nato bedient. Wird uns die Zukunft nicht zeigen, dass die Rückkehr zum Völkerrecht zwingend ist und die Beziehungen ‹demokratischer› werden müssen?»

      Quelle: http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2009/nr20-vom-185200…
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 08:56:36
      Beitrag Nr. 5.129 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 36.882.013 von Maraho am 30.03.09 18:31:56Aus derselben Quelle.
      Wen es interessiert ...

      Russland wird durch die Finanzkrise nicht aus der Bahn geworfen
      Ungebrochener Erneuerungswille des Tandems Medwedew-Putin


      von Hans-Jörg Rudloff
      Der Autor ist Verwaltungsratspräsident von ­Barclays Capital und bekleidet unter anderem ein Verwaltungsratsmandat bei der russischen Erdöl­gesellschaft Rosneft.

      zf. Im Gegensatz zu der Flut an diffamierenden Artikeln über Russland, die in den letzten Jahren durch die deutschsprachigen Medien ging, zeigt der nachstehende Artikel eines profunden Russ­land-Kenners ein anderes Bild: Russland stellt sich den Schwierigkeiten der heutigen Welt weit besser als Merkel-Deutschland dies tut. Vielleicht könnten wir einiges davon lernen.

      Weiterlesen ... http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2009/nr20-vom-1852009/rus…
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 09:04:58
      Beitrag Nr. 5.130 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.225.221 von Maraho am 21.05.09 10:44:11Wieder etwas zu Großbritannien. Diesmal aus der Schweiz ...

      Jetzt fliegen die ersten Steine gegen britische Parlamentarier
      Von Peter Nonnenmacher, London.

      In Grossbritannien begehren die Wähler gegen die Gewählten auf. Der Spesenskandal hat zu einer gefährlichen Stimmung geführt. Selbst die Königin sorgt sich um den sozialen Frieden.


      Wen auch immer man anspricht in diesen Tagen auf der Insel: Die Ansichten über «das nutzlose Pack in Westminster» sind fast überall dieselben. Binnen zweier Wochen hat sich das Image der Parlamentarier drastisch gewandelt: Aus hart arbeitenden Volksvertretern sind Halunken geworden, die sich auf Kosten braver Steuerzahler schamlos bereichern.

      «Was die sich da erlauben, ist doch echt abscheulich», meint eine junge Kassiererin im Tesco-Supermarkt von Hammersmith, im Westen Londons. «Die führen ein Luxusleben, während wir hier ums Nötigste kämpfen müssen.» Und eine Mutter mit Kinderwagen sagt: «Ich bin wirklich wütend. Das ist der reinste Betrug. Die schieben sich Zehntausende zu, für Landgüter und Gärten und riesige Apartments in London. Und uns sagen sie, wir müssten den Gürtel enger schnallen.»

      «Wer mäht mein Gras?»

      Ein Rentnerpaar, mit seinem Spaniel auf dem Weg zum nahen Ravenscourt Park, beharrt zwar darauf, «dass nicht alle die Finger im Spesentopf haben». Einige Parlamentarier seien «ganz anständige Leute, die sich wirklich einsetzen». Was den Rest betreffe, sei allerdings wahr, dass die sich «beschämend» verhalten hätten. Vor allem der regierenden Labour Party, die einmal soziale Gerechtigkeit versprochen hat, wird das übel genommen. «Das letzte Mal habe ich noch Labour gewählt», sagt die Frau mit dem Kinderwagen, «aber jetzt nicht mehr.»

      Eine Momentaufnahme nur, doch sie ist durchaus typisch für die Stimmung im Lande. Dass sich ein Gutteil der 646 britischen Unterhaus-Abgeordneten Antiquitäten und Kronleuchter, Weihnachtsbäume, Wimperntusche und feinstes Rasierwasser aus der parlamentarischen Spesenkasse bewilligt hat, empört deren Wähler gründlich.

      Keine Spur von Reue

      Einigen Abgeordneten ist der Zorn auch nach zwei turbulenten Wochen nur schwer verständlich. Wenn sie als Parlamentarierin schon unter der Woche in Westminster leben müsse, brauche sie eben jemanden, der sich in ihrer Abwesenheit daheim um den Garten kümmere, meint etwa die Tory-Abgeordnete Ann Widdecombe: «Wer sonst soll mir das Gras mähen? Die Katze vielleicht?»

      Verzweifelte Bemühungen der Staatssekretärin Margaret Beckett, vor einem Fernsehpublikum die eigenen Vergünstigungen zu rechtfertigen, endeten mit Buhrufen und einer Empörung im Saal, wie man sie seit Jahrzehnten nicht erlebt hat. Ihr «heuchlerisches Gehabe» könne sie sich schenken, wurde ihr zugerufen.

      Beispiellose Krise

      Mittlerweile sehen sich die Abgeordneten von allen Seiten angefeindet. «Eine Kultur des Missbrauchs» hat ihnen der frühere Erzbischof von Canterbury, Lord Carey, vorgeworfen: «Die moralische Autorität unseres Parlaments ist auf dem niedrigsten Stand seit Menschengedenken angekommen.» Nachdem in der Kreditkrise das Finanzsystem in Verruf geraten sei, und jüngst auch das Vertrauen in die britische Polizei schwer gelitten habe, komme nun mit dem Unterhaus der Rest des Establishments gefährlich ins Schleudern, schrieb der liberale «Observer».

      Professor Vernon Bogdanor, ein prominenter Verfassungsexperte, sieht schon «eine für britische Verhältnisse beispiellose Krise» am Horizont aufziehen, die ihn «an die Skandale der dritten und vierten französischen Republik» erinnere. Derweil ist den Parlamentariern selbst ganz und gar nicht geheuer, was ihnen aus der Bevölkerung entgegenschlägt. Wüste Beschimpfungen hat es in dieser Woche schon gegeben. Einer konservativen Abgeordneten sind Steine durchs Fenster geworfen worden. Ein anderer hat Polizeischutz angefordert. Weitere sind für ein paar Tage «abgetaucht», um der Volksseele Zeit zu geben, sich zu beruhigen.

      Aber ob sich die Leute so schnell beruhigen werden, weiss niemand zu sagen. Die Labour-Hinterbänklerin Diane Abbott befürchtet, dass es «nicht genügen» werde, sich zu entschuldigen oder Geld zurückzuzahlen: «Die Leute wollen Abgeordnete tot am Laternenpfahl baumeln sehen.» Das mag etwas weit gegriffen sein, aber die Stimmung ist so unwägbar geworden, dass selbst Königin Elizabeth II. sich bei Premier Gordon Brown erkundigt hat, wie ernst man im Regierungsviertel diese fatale Krise «ihres» Parlaments nehme.

      Weisse Ritter rüsten zum Kampf

      Ernst nimmt man sie zweifellos, im Parlament wie in Downing Street. Nicht nur droht der Labour Party bei den Europa- und Lokalwahlen Anfang Juni ein katastrophaler Einbruch. Die beiden grossen Parteien müssen gleichermassen fürchten, dass ihnen kleine Protestparteien das Wasser abgraben werden. Und für die Unterhauswahlen, die bis Mai 2010 ausgeschrieben werden müssen, rüsten schon jetzt allerlei «weisse Ritter», verbitterte Gewerkschafter und Anti-Korruptions-Aktivisten zum Kampf gegen die etablierten Mächte. Möglicherweise werden sich Labour- und Tory-Kandidaten im ganzen Land parteilosen Herausforderern gegenübersehen, die den Volkszorn in eine Parlamentsbesetzung ganz neuer Art umwandeln wollen.

      Quelle: http://bazonline.ch/ausland/europa/Jetzt-fliegen-die-ers…
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      schrieb am 22.05.09 09:33:27
      Beitrag Nr. 5.131 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.228.616 von Maraho am 21.05.09 19:39:36In Bezug.

      Bill Gross: USA steht möglicherweise vor Verlust von Top-Bonität

      New York (BoerseGo.de) - Der Manager des weltgrößten Anleihenfonds, Bill Gross erhebt die Warnung, dass die USA mittelfristig die höchstmögliche „AAA“-Bonität verliert. Eine Abstufung sei in drei bis vier Jahren vorstellbar. Die Märkte dürften diese Probleme jedoch bereits vorher anerkennen und den Ratingagenturen vorauseilen, führte Gross gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters weiter aus.

      Das Interview erhält im Zusammenhang mit der vortägigen Ausblickssenkung für das „AAA“-Rating Großbritanniens durch Standard & Poor`s besondere Bedeutung. Wegen der Ausblickssenkung entstand an den Finanzmärkten die Sorge, dass die USA ihre Top-Bonität verlieren könnte.

      Den Ausblick Großbritanniens hat S&P wegen der ständig steigenden Staatsschulden von „negativ“ auf „stabil“ abgestuft. Das „AAA“-Top-Rating für das Land wurde jedoch bestätigt. Die Staatsverschuldung Großbritanniens könne unter Zugrundelegung der errechneten Staatsverschuldung bis 2013 bald 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen, heißt es weiter von S&P.

      Quelle: http://www.boerse-go.de/nachricht/Bill-Gross-USA-steht-…

      http://www.reuters.com/article/usDollarRpt/idUSN212650452009…
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      schrieb am 22.05.09 09:37:37
      Beitrag Nr. 5.132 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.226.115 von Maraho am 21.05.09 13:06:44#5095
      "Du mußt davon ausgehen, daß die Mehrheit der Bevölkerung in diesem, unserem Lande sich in der ihr, seit Jahrzenhnten, täglich vorgeführten Scheinwelt recht gut eingerichtet hat. Insofern sind die Protagonisten in gewisser Weise "Moderatoren" zur Aufrechterhaltung des Status quo."

      Wie recht Du doch hast. So hab ich´s überhaupt noch nicht gesehen.
      505 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 10:18:25
      Beitrag Nr. 5.133 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.231.092 von Dorfrichter am 22.05.09 09:37:37Guten Morgen Dorfrichter,
      leider ist es tatsächlich so!

      Dir einen schönen Tag!
      Gruß von Maraho
      510 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 10:40:33
      Beitrag Nr. 5.134 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.231.426 von Maraho am 22.05.09 10:18:25Vieles deutet tatsächlich darauf hin. Ich denke aber, es gibt dennoch so etwas wie einen "Leitfaden"- auch in der Politik. Und dieser Leitfaden sollte sich erst an den Bedürfnissen der lebenden Kreaturen und des Globus orientieren.

      Verlassen wir diese Richtschnur, gehen wir irr.
      517 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 10:49:23
      Beitrag Nr. 5.135 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.188.616 von Maraho am 15.05.09 20:52:11In Bezug.
      Mir fällt dazu langsam wirklich nichts mehr ein ...

      Finanzkrise
      Sozialkassen legten Millionen bei Hypo Real an

      Obwohl der Immobilienfinanzierer in der Finanzkrise zeitweilig von der Pleite bedroht war, haben deutsche Sozialversicherungen immer noch rund 750 Millionen Euro bei der Hypo Real Estate (HRE) angelegt – zu einem geringen Teil sogar in einer ungedeckten Inhaberschuldverschreibung.


      Die Sozialversicherungen haben trotz der akuten Finanzkrise der Hypo Real Estate (HRE) noch immer rund 750 Millionen Euro bei der Immobilienbank angelegt.

      Krankenversicherungen haben bei der HRE 411 Millionen Euro angelegt und die Unfallversicherung 106 Millionen Euro. Das berichtet die „Bild“-Zeitung in einem Bericht unter Berufung auf Angaben des Bundesfinanzministerium.

      Zum größten Teil wurden die Gelder der Beitragszahler in Schuldscheindarlehen oder Termingeldern angelegt, zu einem geringen Teil auch in Pfandbriefen oder in einem Fall sogar in einer ungedeckten Inhaberschuldverschreibung.

      Die Bundesagentur für Arbeit hat dem Bericht zufolge 230 Millionen Euro ihres Versorgungsfonds für ihre Beamten in Form von gedeckten Schuldverschreibungen beim HRE-Konzern investiert.

      Der Finanzexperte der FDP-Bundestagsafraktion, Frank Schäffler, kritisierte die Anlagepolitik der Sozialversicherungen. Sie müssten dringend ihr Risikomanagement überprüfen. Der Zeitung sagte er, es sei „unglaublich, dass Sozialkassen dort Gelder anlegen, obwohl die HRE-Finanzprobleme lange bekannt sind.“

      Quelle: http://www.welt.de/politik/article3782756/Sozialkassen-le…


      Bis später ....
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 10:56:05
      Beitrag Nr. 5.136 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.231.615 von Dorfrichter am 22.05.09 10:40:33Ich denke aber, es gibt dennoch so etwas wie einen "Leitfaden"- auch in der Politik.

      Dein Idealismus ehrt Dich. Ich jedoch bin davon überzeugt, daß wir die "Richtschnur" schon lange aus den Augen verloren haben.

      Wie sonst ließe sich der zunehmende "Irrsinn" erklären ...
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      schrieb am 22.05.09 11:07:09
      Beitrag Nr. 5.137 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.231.765 von Maraho am 22.05.09 10:56:05Ich denke, es verhält sich wie beim Börsenkurs. Die "Benchmark" ist die Vernunft. Ausschläge nach oben und unten bezeichnen wir als "Irrsinn".
      529 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 12:03:39
      Beitrag Nr. 5.138 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.231.842 von Dorfrichter am 22.05.09 11:07:09So bekommst Du Deinen Kopf nicht aus der Schlinge! :laugh:

      Die "Benchmark" ist die Vernunft. Ausschläge nach oben und unten bezeichnen wir als "Irrsinn".

      In früheren Zeiten ... . Das mag sein.

      Dir dürfte aber bekannt sein, daß die Bewertungen der Märkte schon seit geraumer Zeit nichts mehr mit der Realität zu tun hat.

      Also insofern ... ;)
      532 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 12:19:56
      Beitrag Nr. 5.139 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.231.061 von Maraho am 22.05.09 09:33:27Noch etwas auf die Schnelle ...


      S&P droht Großbritannien
      "Alle Mann in die Boote"
      Von Grit Beecken

      Über die Kreditwürdigkeit der Industriestaaten orakeln Analysten und Medien seit Monaten. Nun wird es auch für Großbritannien ernst. Die erste Ratingagentur senkte den Ausblick für die Insel auf "negativ". Marktexperten zufolge müssen jetzt vor allem die USA um ihr Rating bangen - für sie kommt die Diskussion zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt.


      Hamburg - "Alle Mann in die Boote", war Thomas Kochs erster Gedanke, als er am Morgen die Kursverläufe der wichtigen Anlageklassen betrachtete. Der HSH-Nordbank-Analyst sah das Britische Pfund abtauchen, den US-Staatsanleihenmarkt unter Druck und die Aktienmärkte fallen.

      Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte am Donnerstag den Ausblick für Großbritannien von "stabil" auf "negativ" gesetzt. Die Begründung: die hohen britischen Staatsschulden. Somit zweifelt zum ersten Mal seit Ausbruch der Finanzkrise eine Ratingagentur öffentlich an der uneingeschränkten Bonität der Insel.

      Eugen Keller von Bankhaus Metzler erklärt, was genau passiert ist: "Die Veränderung des Ausblicks bedeutet, dass UK mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 30 Prozent seine Spitzenbewertung als Staatsschuldner verlieren könnte." Denn inzwischen steige die Staatsschuld schneller als noch im Januar vermutet.

      Damals nahm die Ratingagentur an, die britische Gesamtstaatsschuld werde in den kommenden vier Jahren von derzeit 53 Prozent bis auf 83 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen. Mittlerweile geht S&P nach eigenen Angaben jedoch davon aus, dass die Staatsschulden in diesem Zeitraum wegen der Kosten für Bankenrettungen, Fiskalpakete und niedrigerer Steuereinnahmen auf nahezu 100 Prozent steigen werde.

      Staatsanleihen in UK und USA unter Druck

      Der britische Finanzminister Alistair Darling hatte bereits Ende April mit Vorlage des Haushaltes angekündigt, dass das diesjährige Haushaltsdefizit wegen sinkender Steuereinnahmen auf 12,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts klettern wird.

      Mit dem vernichtenden S&P-Urteil droht den Briten der Verlust der besten Ratingnote und damit dürfte die Neuverschuldung teurer werden. Denn die Risikoaufschläge, die Investoren für den Kauf einer Staatsanleihe verlangen, hängen maßgeblich vom Rating des Emittenten ab.

      So stiegen in einer der ersten Marktreaktionen dann auch die Kosten von Kreditausfallversicherungen (Credit Defaul Swaps - CDS) auf britische Staatsanleihen. Doch die Reaktion beschränkte sich nicht auf die Insel. Auch der US-Staatsanleihemarkt stand am Donnerstag unter starkem Verkaufsdruck.

      Für den Rekordschuldner USA kommt die Diskussion um die Kreditwürdigkeit von Industriestaaten zu einem ungünstigen Zeitpunkt. US-Präsident Barack Obama dürfte die Neuverschuldung allein im laufenden Jahr auf 15 Prozent des BIP steigern. Angesichts dieser Zahlen - in den kommenden Wochen sollen US-Staatsanleihen in Höhe von 101 Milliarden Dollar emittiert werden - bekamen es einige Marktteilnehmer anscheinend mit der Angst um ihr Kapital zu tun.

      Zumal selbst die Ikonen warnen. Bill Gross, Manager des größten Anleihenfonds der Welt, orakelte in einem Interview, die USA könnten mittelfristig ihr "AAA"-Rating verlieren. In drei bis vier Jahren, so Gross, könnten den USA eine Abstufung bevorstehen, allerdings dürften die Märkte die Probleme früher erkennen als die Ratingagenturen, sagte der Manager des Rentenfonds Pimco Total Return, der rund 154 Milliarden Dollar verwaltet, der Nachrichtenagentur Reuters.

      Diese Warnung hatte Gross bereits im März im Gespräch mit manager magazin ausgesprochen, ihn dürfte der S&P-Vorstoß somit nicht überraschen. Der Großteil der Marktteilnehmer hingegen scheint den negativen Ausblick nicht erwartet zu haben: "Die heftigen Kursreaktionen zeigen, dass der Schritt überraschend war", sagt HSH-Analyst Koch. Insbesondere für Investoren in langlaufenden US-Staatsanleihen.

      Die verkauften prompt, die Kurse 30-Jähriger US-Papiere brachen laut Koch um 3 Punkte ein - " eine wirklich markante Kursreaktion".

      Wo floss das Geld hin? Zunächst die Papiere der Bundesbank, beobachtete der Volkswirt. Doch auch dieser Trend war nicht von Dauer, stattdessen stiegen die Kurse von Rohstoffen - insbesondere Gold - sowie die Preise von kurzlaufenden Staatsanleihen. Dort fühle man sich sicherer.

      Es bleibe abzuwarten, so Koch, welchen "Safe Heaven" - also welche vermeintlich sichere Anlageklasse - Investoren jetzt ausmachen.

      Quelle: http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,626224,…


      Bis denn ...
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 12:39:26
      Beitrag Nr. 5.140 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.232.375 von Maraho am 22.05.09 12:03:39Dir dürfte aber bekannt sein, daß die Bewertungen der Märkte schon seit geraumer Zeit nichts mehr mit der Realität zu tun hat.
      Das ist richtig und deshalb gehen wir aktuell gerade ins andere Extrem- wobei wir die "Benchmark" nach meiner Meinung noch nichtmal gekreuzt haben.

      Was soviel zu sagen hat wie- wir stehen vor einer langen "Korrekturphase". Und solch eine Korrektur kann diesmal (pessimistisch geschätzt) bis zu 20 Jahre andauern, da die Demographie diesmal zusätzlich extremst belastet.
      535 Antworten?Die Baumansicht ist in diesem Thread nicht möglich.
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 12:43:32
      Beitrag Nr. 5.141 ()
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 12:56:59
      Beitrag Nr. 5.142 ()
      Antwort auf Beitrag Nr.: 37.232.634 von Dorfrichter am 22.05.09 12:39:26Was soviel zu sagen hat wie- wir stehen vor einer langen "Korrekturphase". Und solch eine Korrektur kann diesmal (pessimistisch geschätzt) bis zu 20 Jahre andauern, da die Demographie diesmal zusätzlich extremst belastet.

      Wenn denn das uns hinlänglich bekannte System die Kurve bekommt!

      In diesem Sinne ...
      Avatar
      schrieb am 22.05.09 12:58:14
      Beitrag Nr. 5.143 (