Grundsteuer ist eine Gemeindeabgabe, die es in sich hat

Grundsteuer müssen Grundstücks- und Hauseigentümer an die jeweilige Gemeinde zahlen. Sie wird mit den jährlichen Abgaberechnungen quartalsweise erhoben.

Wer Grundsteuer zahlen muss, der hat auch Grundeigentum. Die Grundsteuer ist eine der wenigen Steuern, die den Kommunen direkt zu Gute kommen. Diese Abgaben werden in der Regel quartalsweise erhoben und gemeinsam mit den Kosten für Wasser, Abwasser und Müllabfuhr erhoben. Die Grundsteuersätze können dabei von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sein. Die Höhe wird von den jeweiligen Gemeindeparlamenten festgelegt und ist in der Abgabenordnung beziehungsweise in der Gemeindesatzung niedergelegt.

Womit kann eine Gemeinde heute überhaupt noch Geld verdienen? Da ist zum einen die bekannte Gewerbesteuer. Die Politiker trachten zur Zeit danach, diese abzuschaffen. Doch dann müsste den Kommunen auch Ersatz geschaffen werden. Denn häufig gehen dann siebenstellige Summen als Einnahme verloren. Es wird schon darüber nachgedacht, ob nicht im Zuge der geplanten Mehrwertsteuererhöhung, den Gemeinden ein fester Anteil an der Umsatzsteuer zukommen soll. Trotzdem wäre ein Abschaffen der Gewerbesteuer nicht im Interesse der Gemeinden. Häufig wurde in die Erschließung von Gewerbegebieten investiert. Diese Investitionen rechnen sich erst mittel- oder langfristig, nämlich dann, wenn auch die Grundstücke verkauft sind und sich dort auch Unternehmen angesiedelt haben.

Die Grundsteuer ist zusammen mit den gemeindlichen Abgaben eine weitere Einnahmequelle. Ebenso wie bei der Gewerbesteuer kann die Gemeinde hier frei über die Höhe entscheiden. Doch Vorsicht, in der Zwischenzeit ist auch unter den Gemeinden ein Wettbewerb nicht nur um Unternehmen, sondern auch um Einwohner entstanden. Wer den Bogen überspannt, um den machen dann die Unternehmen und Einwohner einen Bogen.

Warum sind die Gemeinden so an zusätzlichen Einwohnern interessiert? Das liegt am Anteil an der Lohn- und Einkommensteuer, der den Gemeinden zufließt. Dieser übersteigt häufig das Volumen der Gewerbesteuer beträchtlich. Außerdem sind die Zahlungen zuverlässig kalkulierbar. Besonders in Kommunen mit einem hohen Beamtenanteil können die Bürgermeister gut planen.

Wer auf eine Erhöhung der Einwohnerzahl setzt, der darf die zukünftigen Bürger nicht mit zu hohen Grundsteuern abschrecken. Es ist besser, hier eher moderat vorzugehen. Denn der demografische Faktor wird den Wettbewerb unter den Gemeinden noch weiter verschärfen. Die Zahl der Deutschen sinkt ständig.