Veräußerungsgewinne sind steuerpflichtiges Einkommen

Auch eine Geschäftsaufgabe kann mit einer Verpflichtung zur Zahlung von Einkommenssteuer verbunden sein - nämlich dann, wenn beim Unternehmensverkauf Veräußerungsgewinne anfallen!

Wer sein Geschäft, seine Praxis oder seine Sozietät aufgibt oder teilweise verkauft, um sich zur Ruhe zu setzen oder einen Partner mit in das Geschäft zu nehmen, kann dadurch unter Umständen steuerpflichtiges Einkommen erzielen. Das ist immer dann der Fall, wenn durch den Verkauf oder den teilweisen Verkauf sogenannte Veräußerungsgewinne anfallen. So regeln es die Paragraphen 18 und 16 des Einkommenssteuergesetzes. Betroffen von den Veräußerungsgewinnen sind nur Selbstständige, also Geschäftsinhaber. Das System, nach dem die Versteuerung der Veräußerungsgewinne erfolgt, ist, wie so vieles im deutschen Steuerrecht, relativ kompliziert und für Laien nicht leicht zu durchschauen. Im Gegensatz zu anderen Einkünften aus selbstständiger Arbeit besteht nämlich bei der Versteuerung der Veräußerungsgewinne die Möglichkeit einer ermäßigten Besteuerung.

Veräußerungsgewinne sind nicht immer leicht zu ermitteln, da sie die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem eigentlichen Vermögen, das in dem Geschäft steckt, sowie den Veräußerungskosten, bilden. Zum Vermögen der Praxis oder des Unternehmens zählen nicht nur alle geldwerten dinglichen Vermögensteile wie Maschinen, Geräte, Büroeinrichtungen oder Rohstoffe, sondern auch ein Patienten-, Mandanten- oder Kundenstamm. Die Bewertung dieses Vermögens ist nicht ganz einfach und ohne Hilfe eines Steuerberaters wohl kaum möglich.

Um in den Genuss von Steuererleichterungen für Veräußerungsgewinne zu kommen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Die Praxis oder die Firma muss vollständig, in einem einheitlichen Vorgang und entgeltlich auf einen fremden Erwerber übertragen werden, und der Verkäufer muss seine Tätigkeit zumindest vorübergehend einstellen. Veräußerungsgewinne bis zu 136.000 Euro können in diesen Fällen begünstigt werden. Die Besteuerung beschränkt sich dann auf ein Fünftel des Veräußerungsgewinns. Anders verhält es sich, wenn Anteile von Kapitalgesellschaften, insbesondere Aktiengesellschaften, verkauft werden. Eine steuerliche Begünstigung von Aktienpaketen ist prinzipiell nicht möglich. Die daraus entstehenden Veräußerungsgewinne werden nach dem Halbeinkünfteverfahren besteuert.

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