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Die gekündigte Lebensversicherung und die Alternativen

Viele Menschen denken über eine Kündigung der eigenen Lebensversicherung nach. Jedoch birgt diese eine Menge Nachteile in sich. Deshalb sollte man sich vorab über Alternativen beraten lassen.

Mit einer Lebensversicherung wird der Todesfall oder der Erlebensfall eines Versicherten abgesichert. Im Falle des Todes erhalten die Hinterbliebenen eine festgesetzte Summe. Diese soll die Angehörigen eines Versicherten absichern und die Kosten für die Beerdigung decken. Von einem Erlebensfall spricht man, wenn der Versicherte das Vertragsendalter, meist 65 Jahre, erreicht hat. In diesem Fall erhält er von der Versicherung den vereinbarten Betrag entweder als Einmalzahlung oder in monatlichen Raten ausgezahlt. In diesem Fall dient eine Lebensversicherung der Absicherung des Altersruhestands. Da sich diese Art der Versicherung ausschließlich mit Personen und nicht mit Sachwerten befasst, nennt man sie auch Personenversicherung. In die einzelnen Policen können andere Lebenssituationen mit eingeschlossen werden. Dazu zählen die Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit und schwere Erkrankungen. Im Falle der Berufsunfähigkeit erhält der Versicherte eine monatliche Frührente bei gleichzeitiger Beitragsbefreiung. Die Versicherung läuft aber in der Regel weiter bis zum Vertragsende. Das Gleiche gilt auch bei Krankheit. Hier beschränken sich die Zahlungen auf den Zeitraum, in dem der Versicherte krank ist.

Immer mehr Versicherte denken über eine Kündigung nach, da es auf dem Finanzmarkt mittlerweile sehr viele Möglichkeiten gibt, um den Altersruhestand abzusichern. Einige Beispiele sind Immobilienfonds oder auch staatlich geförderte Renten. Jedoch bringt eine Kündigung viele Nachteile für den Versicherten mit sich. Neben dem Wegfall des Todesfallschutzes kommt es zu hohen Bearbeitungsgebühren. Außerdem werden 25 % Kapitalerwerbssteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag sofort fällig und von der Summe abgezogen. Des Weiteren sind die Rückkaufswerte wesentlich niedriger als die Beitragssätze. Aus diesem Grund entstehen dem Versicherten bei einer Kündigung auch finanzielle Verluste. Wer nach Alternativen zur Kündigung sucht, der findet verschiedene Möglichkeiten. Dazu zählt die Beitragsfreistellung, die Beitragsstundung, eine Änderung der Zahlweise, die Verringerung der Versicherungssumme, die Aussetzung der vereinbarten Dynamik, die Verrechnung von Überschussanteilen oder die Kündigung von Zusatzversicherungen. Eine Beitragsbefreiung ist jederzeit möglich. Diese hat Auswirkungen auf die Versicherungssumme, jedoch läuft der Vertrag weiter. Die Stundung der Beiträge kann man auch jederzeit beantragen und dann werden die Beitragszahlungen für eine bestimmte Zeit ausgesetzt. Bei der Änderung der Zahlweise kann man Bearbeitungsgebühren sparen, dadurch fallen die Beiträge jährlich geringer aus. Mit der Minderung der Versicherung werden die Beiträge neu berechnet und führen so ebenso zu einer Ersparnis. Durch eine vereinbarte Dynamik werden jährlich die Leistungen und Beiträge erhöht. Dem kann man aber widersprechen und dann wird die Dynamik für das kommende Jahr ausgesetzt. Überschussanteile können nur bei bereits lang andauernden Verträgen verrechnet werden. Auch dies wirkt sich auf die Versicherungssumme aus. Zusatzversicherungen können jederzeit gekündigt werden. Sollte dennoch eine Kündigung unabwendbar sein, dann sollte sich der Betroffene im Vorfeld von seinem Versicherungsberater informieren lassen, wie hoch der Rückkaufswert derzeit ist. Der Berater rechnet auch aus, welche Abgaben gezahlt werden müssen und wie hoch diese sind.