Tolle Tipps zum Tapezieren von Wänden

Tapetenreste an der Wand, dünnflüssiger Kleister oder Übergangsnähte? Viele Mieter und Hausbesitzer verzweifeln bei der Renovierung ihres Wohnraums an kleinen Tapezierfallen. Dabei liegen schöne Wände voll im Trend. Hier ein paar Tipps, wie das Tapezieren ohne blankliegende Nerven gelingt.

Der Traum vieler Mieter und Hausbesitzer: Schöne Wände, die den Wohnraum ganz nach dem eigenen Geschmack betonen. Individuelle Tapeten sorgen für Gemütlichkeit im Heim und staunende Blicke bei Besuchern. Ob eine schlichte, cremefarbene Raufaser, eine knallbunte Vliestapete oder eine gestreifte aus Papier: Das Gestalten mit Tapeten liegt voll im Trend. Viele hat das Renovierungsfieber ergriffen. Nach der Auswahl und dem Kauf der perfekten Tapete folgt jedoch meist die Verzweiflung: Wie kommt das gute Stück an die Wand?

[b]Schritt 1: Möbel schützen[/b]

Bevor mit dem Tapezieren begonnen werden kann, müssen Möbel und Boden vor Dreck und Schäden geschützt werden. Hierzu verlegt man am besten Zeitungspapier auf dem Boden und deckt die Möbelstücke mit Planen ab.

[b]Schritt 2: Die alte Tapete muss runter[/b]

Um die neue Traumtapete an die Wand bringen zu können, muss erst einmal die alte Tapete verschwinden, um ein rundes Endergebnis zu erzielen. Dies klappt meist nicht ohne kleine Hilfsmittel. Mit Tapetenlöser und Spachtel geht es an die schweißtreibende Arbeit, die alten Tapetenschichten abzulösen. Wer keinen Tapetenlöser zur Hand hat, kann alternativ Wasser mit Spülmittel mischen und es mehrfach mit einem Schwamm oder einer Sprühflasche auf die Wand auftragen. Ist die Tapete nach einer kurzen Einwirkzeit feucht genug, lässt sie sich leicht mit einem Spachtel ablösen. Besonders hartnäckige Tapetenreste lassen sich besser abtragen, wenn man sie zunächst mittels Nadelwalze, Tapeten-Tiger, Stachel- oder Perforierwalze vor dem Einweichen bearbeitet. Wenn gar nichts mehr geht, hilft Wasserdampf beim Ablösen.

[b]Schritt 3: Wände glätten und grundieren[/b]

Damit der Kleister guten Halt an der Wand findet, muss diese entsprechend vorbereitet werden. Hierfür ist es zunächst notwendig, die Wände genau zu inspizieren. Feuchte Wände sollten auf die Ursache hin untersucht und anschließend durch Lüften oder Heizen getrocknet werden. Staubige Wände bedürfen einer Grundierung. Tipp: Reiben Sie mit einem kantigen Gegenstand an der Wand. Falls Staub- oder Kreidereste abfallen, muss die Wand entsprechend bearbeitet werden. Löcher in der Wand sollten mit Spachtelmasse, Risse mit Acryl geschlossen werden, damit diese weder durch die neue Tapete sichtbar sind, noch Schaden unter oder an ihr, z.B. ein weiteres Einreißen, anrichten können. Wichtig ist es zudem, die Saugfähigkeit der Wände zu überprüfen. Befeuchten Sie die Wand hierzu mit Wasser. Färbt sich die entsprechende Stelle dunkel, ist die Wand zu saugfähig. Hier sollte eine Grundierung erfolgen. Stößt die Wand hingegen das Wasser ab, ist sie zu trocken und muss leicht angeschliffen werden, damit sie den Kleister anschließend aufnehmen kann. Eine Haftbrücke erzielt hier eine identische Wirkung.

Beim Tapezieren mit Vliestapeten muss der Untergrund glatt sein, da sonst Tapetenreste, Löcher oder kleine Unebenheiten durch die Struktur der dünnen Tapetenschicht dringen und unansehnliche Dellen und Schönheitsmängel zum Vorschein bringen. Hierzu müssen Unebenheiten im Putz mit Spachtelmasse ausgeglichen und geglättet sowie die Wand komplett abgeschliffen werden.

[b]Schritt 4: Einkleistern[/b]

Für die meisten Tapetenarten genügt ein einfacher Tapetenkleister. Für Struktur-, Vlies- , Vinyl- oder Textiltapeten muss ein spezieller Kleister verwendet werden. Der Kleister stabilisiert die Tapetenbahnen an der Wand. Hierbei ist immer zu beachten, dass sich Tapeten beim Trocknen an der Wand zusammenziehen. Richtig eingekleistert bleiben die Bahnen jedoch in dem Zustand, in dem man sie angebracht hat. Das Kleisterpulver wird in kaltes Wasser gerührt, nach zwei bis drei Minuten noch einmal umgerührt und nach rund 20 Minuten mit einem Rührholz noch einmal kräftig durchgeschlagen. Das Mischverhältnis richtet sich nach Herstellerangaben, Verwendungszweck und Tapetenart. Kleister sollte satt auf den Quast und von der Mitte zu den Kanten auf die Tapetenbahn aufgetragen werden. Im Anschluss die Bahn zum Weichen zusammenfalten.Dazu schlägt man das obere Ende der Bahn zu zwei Dritteln, das untere zu einem Drittel um. Die Kanten sollten gut übereinander liegen, damit sie nicht antrocknen. Hierbei sind jeweils die Angaben des Herstellers zur Einwirkzeit zu beachten. Am besten nicht zu viele Bahnen auf einmal einkleistern, damit man noch Zeit findet, diese präzise an die Wand zu skalieren, ohne in Stress zu geraten.

Bei der Verarbeitung einer Vliestapete wird der Kleister direkt auf der Wand verteilt und die Tapete anschließend trocken aufgesetzt. Dies ermöglicht eine einfache Ausrichtung der Tapetenbahnen an der Wand. Die Tapetenvariante ist teurer in der Anschaffung, dafür aber wesentlich leichter in der Verarbeitung.

[b]Schritt 5: Die Wand verschönern[/b]

Begonnen wird in der Raumecke und stets vom Licht weg tapeziert, damit die Übergänge nicht sofort in den Blickpunkt fallen. Bei Mustertapeten sollte man in der Mitte beginnen und sich zu den Rändern nach links und rechts fortarbeiten. Ein Ausloten mit einer Wasserwaage und eine Markierung an der Wand können bei der Skalierung der Tapete an der Wand helfen. Sitzt sie an der richtigen Stelle, wird sie mit einer weichen Bürste von oben nach unten und von der Mitte zu den Rändern glatt gestrichen. Anschließend wird das untere Ende ausgeklappt und ebenso glatt gebürstet. Mit einem Cutter können überstehende Reste entfernt werden. Stoß an Stoß erfolgt das weitere Tapezieren. Zum Trocknen der Bahnen empfiehlt sich eine Raumtemperatur um die 20 Grad. Durch starkes Heizen oder Durchzug können die Tapeten austrockenen oder sich so kräftig zusammenziehen, dass die Übergangsnähte deutlich sichtbar werden.