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Alte Aktien - nur Dekoration oder wahre Goldgrube?

Das Sammeln ist eine weit verbreitete Leidenschaft vieler Menschen. Gesammelt wird alles Erdenkliche, sogar Aktien aus dem 16., 17. und anderen Jahrhunderten. Als Dekorationsartikel sind sie sehr beliebt.

Aktien sind Wertpapiere, die dem Inhaber einen Anteil am Grundkapital einer Firma oder einem Unternehmen zusichern. Wer eine Aktie einer solchen Gesellschaft erworben hat, finanziert diese durch den Kauf des Wertpapiers, hat aber im Gegenzug auch das Recht, am finanziellen Erfolg des Unternehmens beteiligt zu sein.

Der Gedanke hinter der Aktie, nämlich die Teilung der Kosten zur einfacheren Finanzierung, ist älter als man denkt. Schon im römischen Zeitalter schlossen sich Händler zu Gesellschaften zusammen, die sich lange Handelsreisen so leichter finanzieren konnten. Der Gewinn wurde natürlich geteilt. Die erste „echte“ Aktiengesellschaft, die mit Wertpapieren Anteile an ihrem Grundkapital zusicherte, entstand um 1600 in den Niederlanden.

Seit dieser Zeit sind Unmengen an Aktiengesellschaften entstanden, deren Wertpapiere die Zeit überdauerten und heute begehrte Sammlerstücke sind. Je nach Zustand und Seltenheit des Schriftstückes beläuft sich ihr Wert zwar meist nur auf wenige Euro, doch sind sie als Dekoration der eigenen Wohnung sehr beliebt. So ist es nicht verwunderlich, dass der Handel mit alten Wertpapieren stetig steigt. Musste man aber früher noch unzählige Flohmärkte aufsuchen, um auf solch ein Schriftstück zu stoßen, reicht heute ein Blick ins Internet. Dort sind etliche Onlineshops entstanden, die sich auf den Verkauf dieser Dokumente spezialisiert haben. Ist man aber selbst im Besitz einiger Aktien aus vergangenen Zeiten und möchte diese verkaufen, empfiehlt sich doch der Gang zum örtlichen Antiquitätenhändler, um den Wert des Schriftstückes bestens einschätzen zu lassen. Nicht selten kommt es vor, dass ein vermeintlich wertloses Dokument auf dem Flohmarkt für weniger als einen Euro angeboten wird. Und das, obwohl es in Fachkreisen für mehrere Tausend Euro gehandelt wird, da es als einzigstes Stück einer, bis dato unbekannten Gesellschaft übrig geblieben ist. So geschehen mit einer Aktie einer Bergwerksgesellschaft aus dem 15. Jahrhundert, die aus mehreren Betrieben bestand und zur Kostenreduzierung ihr Kapital zusammengelegt hat. Von den anfänglich acht Wertpapieren sind nur noch zwei erhalten und befinden sich in deutschen Museen.