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Indexzertifikate - Investition in einen ganzen Markt

Wer vor 50 Jahren in deutsche Aktien investiert hätte, hätte sein Vermögen bis zum heutigen Zeitpunkt verzehnfacht. Derivative Anlageformen machen es möglich, in einen gesamten Markt zu investieren.

So begeben Kreditinstitute Zertifikate, die von der Wertentwicklung an einen Index gekoppelt sind, auf einen Aktienindex oder einen Rohstoffindex. Es handelt sich dabei um eine Anleihe, die an der Börse gehandelt wird. Der Emittent des Wertpapiers holt sich auf diese Weise Gelder von den Anlegern, um entsprechende Investitionen in bestimmte Aktien eines bestimmten Aktienindex zu tätigen. Ein Aktienindex ist die Darstellung des Marktwertes eines Bündels an Aktien. Der Dax beispielsweise umfasst die Aktien der wichtigsten Aktiengesellschaften Deutschlands in einer bestimmten Gewichtung. Er repräsentiert die Wertentwicklung der wichtigsten deutschen Industrieunternehmen und ist ein Indikator für Stimmung in der Wirtschaft und die gesamtwirtschaftliche Lage.

Ein Wertpapier, das von der Wertentwicklung an einen Index gebunden ist, berücksichtigt die Bedürfnisse der Anleger auf sehr spezifische Weise. Jeder Anleger hat den Wunsch, sein Geld mit möglichst geringem Risiko Gewinn bringend anzulegen. Die Theorie der Risikodiversifikation sagt, dass die Anlage umso sicherer ist, je mehr Aktien die Anlage umfasst. Wenn ein Anleger davon ausgeht, dass alle Unternehmen aus dem Dax beispielsweise eine interessante Anlage wären, müsste er quasi Aktien aller Dax-Unternehmen in sein Aktiendepot kaufen. Dies würde eine sehr hohe Anlagesumme einerseits erfordern, andererseits hohe Transaktionskosten mit sich bringen, denn beim Kauf jeder einzelnen Aktie fallen entsprechende Kaufgebühren an.

Diese Problematik umgehen indexgebundene Wertpapiere. Der Anleger kann mit einem geringen Betrag in einen kompletten Markt investieren, seien es Aktien aus einem bestimmten Index, wie den DAX, den TecDax oder den Eurostoxx, seien es Rohstoffe oder gar Staatsanleihen bestimmter Staaten. Kauft beispielsweise ein Anleger ein Dax-Zertifikat im Verhältnis 1:100 bei einem Stand des Dax von 5000, dann bezahlt er 50 Euro für dieses Wertpapier. Steigt der Dax im weiteren Verlauf auf den Wert von 6000, so steigt der Wert des Papiers auf 60 Euro. So kann auch ein Kleinanleger von der Wertentwicklung eines bestimmten Marktsegmentes profitieren. Allerdings ist zu beachten, dass diese Anleihen nur eine bestimmte Laufzeit haben, und somit hochspekulativ sind.

Vom Risikoaspekt sind diese Wertpapiere für den Anleger daher differenziert zu beurteilen. So sind indexgebunden Wertpapiere für den Anleger nur dann von Interesse, wenn er davon ausgehen kann, dass sich der Markt immer positiv entwickelt und der Index des betreffenden Marktes immer steigt. Dies ist in wirtschaftlich turbulenten Zeiten nicht immer der Fall und antizyklisches Anlageverhalten ist mit solchen Anlageformen nicht möglich. Wer also vom Timing her falsch agiert und in einem Börsenhoch eine indexgebunden Anlage tätigt, verliert im Marktabschwung möglicherweise viel Geld. Des weiteren hängt das Risiko für den Anleger nicht nur von der Marktentwicklung selbst ab, sondern auch von der Bonität des Emittenten. Geht das Kreditinstitut Pleite, das die indexgebundene Anleihe ausgibt, dann verliert der Anleger sein gesamtes in die Anlage investiertes Kapital und hat Pech gehabt. Daher müssen Kreditinstitute beim Verkauf indexgebundener Anlagen bestimmte Vorschriften beachten, den Anleger auf das Risiko der Anlage hinweisen, weil sie sonst im schlimmsten Fall von den Anlegern in Regress genommen werden können.

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