DAX-1,61 % EUR/USD-0,64 % Gold+0,28 % Öl (Brent)+0,57 %

Dolmetscher

Der Beruf des Konferenzdolmetschers

Dolmetscher ermöglichen die mündliche Kommunikation über Sprachgrenzen hinweg. Sie übertragen das gesprochene Wort mündlich in die Sprache ihrer Zuhörer. Inhalt und Absicht müssen dabei der Aussage in der Originalsprache entsprechen. Eine Ausbildung zum Dolmetscher ist in Deutschland an Fachakademien oder in Diplom- sowie Bachelor- und Masterstudiengängen an Fachhochschulen und Universitäten möglich. Entsprechende Institute gibt es zum Beispiel in Heidelberg, Saarbrücken, Köln oder Berlin. Dolmetscher können nach abgeschlossener Ausbildung als abhängig Beschäftigte oder Freiberufler („Freelance“) arbeiten. Sie arbeiten vor allem für Wirtschaftsunternehmen, auf Kongressen und Konferenzen, aber auch für Behörden und Organisationen, bei Anhörungen vor Gericht und Interviews im Radio und Fernsehen. Konferenzdolmetscher müssen sehr viel reisen und häufig ihren Arbeitsort wechseln. Daher sind vor allem bei Freiberuflern auch die Arbeitszeiten nicht geregelt und die Arbeit am Wochenende oder späten Abend ist durchaus üblich. Dolmetscher müssen sehr flexibel sein und in der Lage, sich innerhalb kürzester Zeit in unterschiedliche Bereiche einzuarbeiten. Fachkenntnisse in Recht und Wirtschaft, Technik oder Wissenschaft sind in jedem Fall von Vorteil.


Für freiberufliche Dolmetscher sind auch Kenntnisse über die Kostenkalkulation, Auftragsakquise und auch Grundlagen des Vertragsrechts sowie die Fähigkeit, in Netzwerken zu arbeiten und Aufträge an Land zu ziehen von großer Bedeutung, um als Unternehmer auf dem freien Markt zu bestehen.


Abgesehen von der umfassenden Kenntnis der Ausgangssprache, brauchen Dolmetscher eine ausgeprägte Fähigkeit zur Analyse, eine herausragende mündliche Ausdrucksfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Reaktionsschnelligkeit. Ein umfangreiches Allgemeinwissen, dass immer auf dem neusten Stand ist, stellt eine weitere notwendige Voraussetzung für die Ausübung des Berufs dar.


Dolmetscher müssen darüber hinaus auch die Kultur und Geschichte der Länder kennen, deren Sprache sie anbieten.


Auch wenn es zunehmend intensivere Wirtschaftsbeziehungen zu asiatischen oder osteuropäischen Ländern gibt, sind Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch nach wie vor die meistgefragten Sprachen.


Sie können professionelle Dolmetscher finden, indem Sie z. B. einen Konferenzdolmetscher fragen, den Sie bereits kennen. Auch wenn dieser Ihnen auf Grund einer anderen Sprachkombination oder bereits zugesagter Aufträge nicht weiterhelfen kann, wird er Ihnen sicherlich qualifizierte Kollegen weiter empfehlen.


Auch nationale oder internationale Übersetzer- und Dolmetscherverbände können geeignete Dolmetscher nennen.


Im Vorfeld Ihrer Veranstaltung ist es wichtig, dass Sie den Dolmetschern im Voraus alle relevanten Unterlagen und nützliche Informationen zu Verfügung stellen. Nur ausreichend informierte Konferenzdolmetscher können eine qualitativ hochwertige Leistung erbringen. Machen Sie bitte auch die Beteiligten Ihrer Veranstaltung darauf aufmerksam, dass diese verdolmetscht wird und daher bestimmte Rahmenbedingungen berücksichtigt werden sollten.


Verschiedene Arten des Dolmetschens werden von Konferenzdolmetschern angeboten:


Beim Konsekutivdolmetschen macht sich der Dolmetscher während der Redebeiträge Notizen und gibt das Gesagte anschließend wieder.


Arbeitet der Dolmetscher in einer verglasten schalldichten Kabine mit mindestens einem Kollegen, und spricht der Redner in ein Mikrofon während das Gesagte praktisch ohne Verzögerung vom Dolmetscher wiedergegeben wird, so spricht man vom Simultandolmetschen. Die Konferenzteilnehmer hören die gewünschte Sprache über einen Kopfhörer.


Das Flüsterdolmetschen ist eine Art des Simultandolmetschens, nur ohne die Technik. Der Dolmetscher flüstert seiner kleinen Gruppe von Zuhörern die Verdolmetschung ins Ohr.