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Navigation fürs Handy - Wie die Technik funktioniert

Im Zuge der Miniaturisierung ist auch Navigation fürs Handy möglich geworden. Das althergebrachte Navi ist vom Aussterben bedroht.

Handy als reines Telefon war gestern. Heutige Smartphones sind Telefon, mp3-Player, Video-Player, Spielekonsole, PDA, Organizer, Festplatte und eben Navigationsgerät in einem. Doch die Navifunktionen der kleinen Allrounder unterscheiden sich beträchtlich.

Die Navigation fürs Handy arbeitet meist mit dem Satellitensystem GPS. Über zwanzig Satelliten kreisen auf festen Bahnen um die Erde und senden jede Sekunde die Uhrzeit ihrer mitgeführten Atomuhren. Sie werden von der Nasa gewartet, erneuert und der Zivilbevölkerung kostenlos zur Verfügung gestellt. Wenn das Handy mindestens vier Signale von vier verschiedenen Satelliten empfangen kann, ist es möglich, daraus zu berechnen, wie lange die Funkwellen jeweils bis zum Gerät gebraucht haben. Daraus lässt sich wiederrum ermitteln, wie weit die Satelliten entfernt sind, weil Funksignale sich immer mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten und die Laufzeit ja bekannt ist. Aus dieser Entfernung errechnet das Programm auf wenige Meter genau die eigene Position.

Das zweite - weniger verbreitete - Verfahren nutzt die Sendemasten der Mobilfunkanbieter. Dafür fragt das Telefon, bei welchem Sendemast es gerade eingeloggt ist. Weil jede Funkstation in einer digitalen Landkarte eingetragen ist, kann auch hier die Position ermittelt werden. Das System ist allerdings stark von der Dichte der Sender abhängig, sodass auf dem Lande Abweichungen von 500 Metern und mehr durchaus üblich sind. Auch in Großstädten lassen sich kaum Genauigkeiten jenseits der 50-Meter-Marke erzielen, sodass wirkliche Navigation allenfalls auf der Autobahn möglich ist. Für eine ungefähre Orientierung reicht das.

Das Kartematerial ist mindestens genauso wichtig wie die Messung, um zum Ziel zu finden. Auch hier kommen zwei Möglichkeiten zum Einsatz.

Meistens hat das Handy ein Kartenpaket auf dem lokalen Speicherplatz und nutzt es zur Navigation. Dafür wird der Weg auf dem Handy berechnet und der Fahrer gelotst. Die Vorteile sind, dass keine laufenden Kosten entstehen, man vom Empfang unabhängig ist und dass es auch außerhalb Deutschlands uneingeschränkt funktioniert.

Die Alternative hat nur den Empfänger an Bord und lädt das benötigte Kartenmaterial aus dem Internet, sobald es gebraucht wird. Das hat den Vorteil, dass die Karten immer aktuell sind und dass vorübergehende Behinderungen wie Baustellen berücksichtigt werden. Bei dieser Art der Navigation fürs Handy kann der Weg auch besser berechnet werden, weil im Internet mehr Rechenleistung verfügbar ist.