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Daytrading ist nur für wenige Privatleute geeignet

Manche Menschen verdienen an der Börse scheinbar im Schlaf ihr Geld. Allerdings steckt dahinter viel Konzentration, Geduld und Ruhe. Erfolg an der Börse setzt viele persönliche Eigenschaften voraus.

Spekulationsarten börslicher oder außerbörslicher Art, die Kursschwankungen kurzfristiger Natur ausnutzen, sind sogenannte Tagesgeschäfte. Diese basieren hauptsächlich auf dem Handel mit den Schwankungen von Finanzinstrumenten. Das bedeutet, es werden Devisen, Derivate, Wertpapiere oder auch Waren die vertretbar sind, in sehr kurzen Zeitabständen gekauft und wieder verkauft. Hierbei muss man das Trading von Privatpersonen von dem professioneller Händler unterscheiden. Mit dem Aufkommen des Börsenhandels über das Internet entstand auch das Handeln über kurzfristige Kursschwankungen. Ab 1985 wurde dieses Trading-System auch durch die Einführung des Kleinordersystems gefördert.

Seit 1996 ist dieses System des Trading auch in den USA erlaubt und hat sich seither weltweit zu einem wachsenden Segment entwickelt. Schon im Jahr 2000 betrug der prozentuale Anteil an Daytradern im Aktiengeschäft bereits 15 Prozent. Studien zufolge machen Dreiviertel der privatanlegenden Daytrader Verluste. Es ist wichtig, dass ein Daytrader verschiedene persönliche Eigenschaften nicht besitzt wie zum Beispiel impulsives Handeln oder Angst vor Verlusten. Er sollte möglichst diszipliniert und nach einem täglichen Stundenplan vorgehen. Ebenso ist es ein Irrglaube, man könnte auch nebenbei, also neben einem anderen Job, daytraden. Wenn man sich entschließt, an der Börse im täglichen Handelsgeschäft erfolgreich zu sein, muss man sich ausreichend Zeit nehmen und diese Tätigkeit als eine andere Art Job betrachten, die man sehr ernst nehmen muss. Seit 1998 gibt es in Deutschland auch spezielle Center, in denen Kunden ihre Daytrades durchführen können. Im Jahr 2000 existierten bereits ungefähr 50 solcher Center. Doch die größte Gruppe der Daytrader wird immer noch im direkten Handel vermutet, d. h. sie handeln meist über Discount-Banken, ganz unmittelbar und ohne Umwege.

Beim Verlauf des Dax-Kurses sollte einem Daytrader auch immer die Existenz von drei verschiedenen Wendepunkten klar sein. Das sind zum einen Korrekturphasen, in denen ein Abwärtstrend des Kurses über einige Monate ein wenig nach oben "korrigiert" wird, bevor er wieder abfällt. Als Umkehrphase werden diejenigen Verläufe in einem mehrjährigen Dax-Kursverlauf bezeichnet, die den Kurs entweder von einer Abwärtsphase in eine Aufwärtsphase oder umgekehrt von einer Aufwärtsphase in eine Abwärtsphase lenken. Seitwärtsphasen stellen für die Daytrader die ungünstigste Variante dar, da in dieser Zeit so gut wie keine Kursschwankungen spürbar sind. Wesentlich für einen Daytrade ist es, dass er immer nur zwischen diesen Phasen handelt - also entweder bei einem Abwärtstrend oder während eines Aufwärtstrends. Hierbei muss er sich entscheiden, ob er sogenannte Long- oder Short-Tradings durchführen möchte. Dies hängt aber je nach Vorliebe vom jeweiligen Trader und seiner Persönlichkeit ab. Daytrader, die ihre Profession wirklich ernsthaft und erfolgreich ausführen, haben den großen Vorteil, dass sie von überall auf der Welt ihr Geld verdienen können - lediglich mit Hilfe eines Internetanschlusses. Dabei können sie auch entscheiden, wie viel und an welchen Tagen sie am liebsten arbeiten möchten. Das klingt zwar sehr verlockend, birgt aber auch Gefahren.

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