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Umlaufrendite: Wichtiger Indikator für das Zinsniveau

Die Umlaufrendite ist ein Durchschnittswert der Rendite aller besonders sicheren Anlageformen in festverzinslichen Wertpapieren im Inland.

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Umlaufrendite ist ein Begriff, der häufig in den Wirtschafts-Berichterstattungen zu hören ist. Jeder kennt ihn, aber so ganz genau weiß man als wirtschaftspolitischer Laie nicht, was dieser Begriff beschreibt. Eine andere Bezeichnung für diese Art von Rendite lautet Sekundärmarktrendite. Sie misst lediglich die Erfolge von Wertpapieren mit erstklassiger Bonität. Solche Wertpapiere bringen ein geringes bis gar kein Anlagerisiko mit sich. Die bekanntesten und sichersten Wertpapiere dieser Art sind festverzinsliche Anleihen in Form von Staatsanleihen. Der Staat garantiert eine feste Verzinsung für diese Wertpapiere, die unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung immer gezahlt wird.

Neben den Staatsanleihen bieten auch einige andere Anlageformen, wie zum Beispiel Pfandbriefe als Bankschuldverschreibungen oder Unternehmensanleihen mit fester Renditezusage dieselbe Gewähr. Da Umlaufrenditen nur die Werte inländischer Anleihen in Euro darstellt, bildet sie nur einen begrenzten Teil des Kapitalmarktes, der insbesondere seit der Bildung des Europäischen Wirtschaftsraumes ansonsten globaler betrachtet wird, ab. Die Ermittlung der Rendite erfolgt durch die Deutsche Bundesbank, also die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland, die als juristische Person des öffentlichen Rechts mit einer Behörde gleichzusetzen ist. Neben der allgemeinen Umlaufrenditen ermittelt die Deutsche Bundesbank nach Emittenten getrennte Umlaufrenditen. Emittenten sind die Herausgeber der Wertpapiere. Der Wert der Umlaufrenditen kann je nach Herausgeber variieren und ist an den Einzelwerten deutlich ablesbar.

Darüber hinaus erfolgt die Ermittlung von Umlaufrenditen getrennt nach den Restlaufzeiten der Wertpapiere. Nicht getrennt erhoben werden die Werte der neu emittierten Wertpapiere und der Anleihen, die vom ersten Inhaber weiter veräußert werden. Dieser Wert wird von der getrennt ermittelten Emissionsrendite dargestellt. Als Maßstab ist die Rendite ein wichtiger Indikator in der Wirtschaftspolitik, denn sie gibt ein klares Abbild des Zinsniveaus auf dem Kapitalmarkt. Während die Durchschnittsrendite am risikofreudigeren Aktienmarkt durch den DAX, den Deutschen Aktienindex, dargestellt wird, ist werden die Umlaufrenditen als Gegenstück des DAX für den Rentenmarkt anzusehen. Die Umlaufrenditen werden täglich ermittelt, um allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, ohne unnötige Zeitverzögerung auf Veränderungen zu reagieren.