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Mit etwas Geduld negative Schufaeinträge löschen

Wer bei der Schufa mit einer unbezahlten Rechnung oder einem gekündigten Konto registriert ist, hat es schwer, einen Kredit zu günstigen Bedingungen zu erhalten. Die Kreditwürdigkeit lässt sich aber wieder herstellen.

schufaeinträge löschen
Foto: © HAUK MEDIEN ARCHIV / www.bayernnachrichten.de

Mit einem Schufa-Eintrag gilt man bei den meisten Banken als nicht kreditwürdig. Das Risiko, dass die Bank ihr Geld nicht mehr zurückerhält, scheint zu groß zu sein. Doch nicht jeder Schufa-Eintrag ist gerechtfertigt. Manchmal geschieht es auch aus Unachtsamkeit, dass ein Konto überzogen wird, weil man die falsche Kontonummer belasten ließ. Obwohl das Geld da ist, wird man zum Schuldner, weil die verschiedenen Konten, die man unterhält, nicht untereinander ausgeglichen werden. Wenn die betreffende Bank das Konto kündigt und dies bei der Schufa meldet, gilt man für mindestens drei Jahre als unzuverlässiger Kunde - auch bei anderen Banken. Die automatische Löschung eines Schufa-Eintrages erfolgt drei Jahre, nachdem die Schuld beglichen wurde. Es ist aber möglich, auch vor dieser Löschfrist die eigene Kreditwürdigkeit wieder herzustellen.

Zuerst sollte man alle Schulden, die man noch hat, begleichen, damit man bei dem Antrag auf Löschung Schuldenfreiheit vorweisen kann. Zwar wird jeder Eintrag gesondert behandelt, das heißt, der Eintrag der einen Bank kann gelöscht werden, auch wenn bei einer anderen Bank noch Schulden bestehen, doch in den Verhandlungen hat man einen sichereren Standpunkt, wenn man auch bei anderen Banken und Versandhäusern schuldenfrei ist. Dann kann man mit der betreffenden Bank Kontakt aufnehmen und die Lage erklären. Wenn es sich nur um ein Versehen gehandelt hat, das man mithilfe von Kontoauszügen nachweisen kann, kann die Bank den Eintrag zurückziehen. Die Schufa-Datei weist dann sofort keinen Eintrag mehr auf. Man hat allerdings keinen Rechtsanspruch auf eine vorzeitige Löschung vonseiten der Bank. Wenn man allerdings davon überzeugt ist, dass der Eintrag nicht gerechtfertigt ist, kann man auch vor Gericht eine Löschung beantragen. Damit bis zur endgültigen Entscheidung der Eintrag keine negativen Auswirkungen haben kann, muss er gesperrt werden. Dies bedeutet, dass die Informationen nicht weitergegeben werden dürfen, denn bei uns gilt vor Gericht die Unschuldsvermutung. Erst wenn die Schuld nachgewiesen wurde, darf der Eintrag wieder öffentlich gemacht werden.

Einfacher ist die Löschung kleinerer Beträge unter 1000 Euro. Für diese gibt es Widerspruchsfristen, innerhalb derer man eine sofortige Löschung beantragen kann. Dieser Einspruch wird auch relativ problemlos akzeptiert, aber die Fristen sind kurz. Meist erfährt man von den Einträgen erst, wenn man einen Kredit beantragt, dann sind die Einträge meist zu alt für die Widerspruchslösung. Wichtig ist vor allem, dass man alle Formalitäten korrekt einhält und sich an die Musterschreiben hält, die man bei einem Anwalt erhalten kann. Wer ohne Rechtsbeistand versucht, einen gerechtfertigten Eintrag in der Schufa löschen zu lassen, kann dabei viele Fehler machen.

Von Angeboten aus dem Internet, die gerechtfertigte Einträge gegen Gebühr löschen lassen, sollte man besser Abstand nehmen. Es gibt Berichte über Eintragslöschungen, die mit entsprechenden Vermerken versehen wurden, die den Weg der Löschung erkennen lassen. In solchen Fällen ist die Kreditwürdigkeit noch geringer als mit einem Eintrag, der nach drei Jahren wieder verschwinden würde. Oft ist ein wenig Geduld doch die bessere Methode, denn die Banken sehen es nicht gerne, wenn die Kunden versuchen, eine Kreditwürdigkeit mit dubiosen Mitteln vorzutäuschen.