Diverse Kosten lassen sich steuerlich absetzen

Sowohl Arbeitnehmer als auch Selbstständige haben die Möglichkeit, verschiedene Ausgaben steuerlich geltend zu machen, um eine Rückerstattung zu erhalten beziehungsweise die Zahlung an das Finanzamt zu verringern.

Wer ein Einkommen oberhalb einer gewissen Freigrenze erzielt, muss dieses versteuern, und zwar unabhängig davon, ob es durch eine abhängige Beschäftigung, eine selbstständige Tätigkeit, durch Mieteinnahmen oder auf andere Weise erzielt wird. Die Erhebungsform ist bei den einzelnen Einkommensarten jedoch unterschiedlich. Arbeitnehmer müssen ihre Lohnsteuer nicht selbst an das Finanzamt abführen, sie wird stattdessen direkt vom Bruttogehalt abgezogen und somit von vornherein erst gar nicht an den Beschäftigten ausbezahlt. Selbstständige müssen hingegen zwingend eine Steuererklärung einreichen und erhalten anschließend einen Bescheid über die Höhe der Steuerlast. Außerdem verlangt das Finanzamt unter Umständen regelmäßige Vorauszahlungen – allerdings nur, wenn das Einkommen und somit die Höhe der Steuern gewisse Grenzen überschreiten. Wer als Arbeitnehmer neben seinem Gehalt noch über weitere Einkünfte verfügt, ist ebenfalls verpflichtet, eine Steuererklärung einzureichen. Auch für andere Personen kann sich dies unter Umständen lohnen, da einige Ausgaben steuerlich geltend gemacht werden können.

Dazu gehören unter anderem die sogenannten Werbungskosten, worunter man Ausgaben versteht, die in direktem Zusammenhang mit der Berufsausübung stehen. Neben der Kilometerpauschale für Fahrten vom Wohnort zum Arbeitsplatz können auch Fortbildungskosten inklusive Abfahrt und Übernachtungen in der Steuererklärung angegeben werden. Auch Aufwendungen für Arbeitskleidung oder Fachliteratur berücksichtigt das Finanzamt. Selbstständige können zwar keine Werbungs-, dafür aber Betriebskosten absetzen. Diese umfassen ebenfalls alle Aufwendungen, die mit der Berufstätigkeit, also dem eigenen Betrieb, in Verbindung stehen. Größere Investitionen können allerdings nicht in einem Betrag abgesetzt, sondern müssen über mehrere Jahre hinweg abgeschrieben werden. Die genauen Vorgaben sollte man mit dem Steuerberater abklären oder beim Finanzamt erfragen, da es je nach Art der Investition unterschiedliche Abschreibungsfristen gibt.

Sonderausgaben können sowohl von Arbeitnehmern als auch von Selbstständigen geltend gemacht werden. Dazu gehören beispielsweise Kosten für einen Ausbildungs- oder Studiengang, der nicht in Zusammenhang mit dem ausgeübten Beruf steht. Ein Bankkaufmann kann beispielsweise ein betriebswirtschaftliches Studium als Werbungskosten angeben, da er damit eine berufliche Zusatzqualifikation in seinem Bereich erwirbt. Studiert er stattdessen nebenberuflich Pädagogik, Literatur oder ein anderes Fach, das nicht mit seinem Beruf zu tun hat, kann er die Kosten bis zu einer gewissen Grenze eventuell als Sonderausgaben angeben. Auch Aufwendungen für die private Altersvorsorge, die Mitgliedsbeiträge zur gesetzlichen oder privaten Kranken- und Pflegeversicherung und die Kirchensteuer können in diesem Bereich angegeben werden. Des Weiteren sind Spenden steuerlich absetzbar, sofern eine Quittung als Nachweis vorgelegt wird. Dabei gelten Sonderregelungen für Aufwendungen für politische Parteien. Sowohl für die Mitgliedsbeiträge als auch für Spenden kann der Steuerzahler in diesem Fall bis zu einem festen Höchstbetrag eine Erstattung von fünfzig Prozent der tatsächlichen Kosten erhalten, da die politische Teilhabe der Bürger durch den Gesetzgeber gefördert wird.