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Arbeiten in Norwegen - nicht nur für Skandinavienfans

Viele Deutsche haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten das Land verlassen, um ihr Glück in der Fremde zu suchen. Ein Land, das für viele zum neuen Zuhause geworden ist, war dabei Norwegen.

Mit einer sehr geringen Arbeitslosenquote (beispielsweise nur 3,5% im März 2010 und nur 2,3% im Jahr 2008) herrschen in Norwegen nach Angabe der Deutschen Bundesagentur für Arbeit geradezu "paradiesische" Zustände für Arbeitnehmer. Die EU-Arbeitslosenquote lag im Jahr 2010 durchschnittlich bei 9,6%. Infolge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise haben sich auch in Norwegen die Verhältnisse ein wenig verschlechtert, sind aber im Vergleich zu den anderen europäischen Staaten nach wie vor äußerst positiv. Das gilt auch für die Verdienstmöglichkeiten, die mit einem durchschnittlichen Monatslohn von 4.500 Euro an der Spitze der europäischen Union liegen. Der allgemeine Steuersatz liegt bei rund 28%. Die Sozial- und Rentenversicherung beträgt 7,8% des Bruttolohnes. Wie in Deutschland ist auch in Norwegen eine sechsmonatige Probezeit üblich. Die gesetzlich festgelegte Arbeitshöchstzeit beträgt 9 Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche.

Norwegen ist dünn besiedelt. Auf einer Gesamtfläche von rund 385.200 Quadratkilometern leben nur rund 4,8 Millionen Menschen. Vor allem das Erdöl- und das Gasgeschäft sichert den Norwegern gute Exportumsätze. Das Land ist seit 1905 unabhängig von Schweden. Es besteht seitdem eine konstitutionelle Monarchie. In Norwegen gehören die meisten Bewohner (über 82%) zur evangelisch-lutherischen Kirche.

Aufgrund der äußerst positiven Verhältnisse ist Norwegen auch für viele Deutsche in den vergangenen Jahren zu einem attraktiven Auswanderungsland geworden. Vor allem in handwerklichen und pflegerischen Berufen sind die Voraussetzungen gut, und es besteht nach wie vor ein großer Bedarf an Arbeitskräften. Wer sich für eine Tätigkeit in Norwegen interessiert, hat mehrere Anlaufstellen in Deutschland. Neben privaten Arbeitsvermittlern und den diplomatischen Vertretungen Norwegens bietet auch die Bundesagentur für Arbeit unter anderem auf ihrer Homepage umfangreiche Informationen.

Auch wenn man in vielen Arbeitsbereichen mit dem Englischen gut über die Runden kommt, ist in den meisten Arbeitsverträgen das Erlernen der norwegischen Sprache innerhalb eines bestimmten Zeitraumes festgelegt. Wem es gelungen ist, auf private Initiative oder durch eine Arbeitsvermittlung an einen Job zu kommen, muss in der Folge drei Schritte bei seinem Umzug nach Norwegen berücksichtigen. Grundsätzlich ist es für EU-Bürger kein Problem, in Norwegen zu leben und zu arbeiten. Gleichwohl muss der norwegische Neubürger über eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung (wenn er länger als drei Monate bleiben will) verfügen. Diese ist unter Vorlage eines gültigen Personalausweises bzw. eines Reisepasses und des Arbeitsvertrages bei den polizeilichen Behörden zu erhalten. Im zweiten Schritt muss sich der Zuzügler beim Einwohnermeldeamt vorstellen. Nicht zuletzt um eine Lohnsteuerkarte zu erhalten, denn Einwohnermeldeamt und Finanzamt befinden sich in Norwegen meistens im selben Gebäude und arbeiten verwaltungstechnisch Hand in Hand. An dritter Stelle ist die Meldung beim Nationalen Sozialversicherungsamt nötig. Dieses erfolgt in der Regel automatisch über den Arbeitgeber. Sind alle drei Schritte eingehalten worden, kann es losgehen mit dem neuen (Arbeits-)Leben in Norwegen. Ein ähnliches Procedere muss natürlich auch eingehalten werden, wenn die Familie nach Norwegen nachkommen soll.