DAX-0,62 % EUR/USD+0,18 % Gold+0,18 % Öl (Brent)+2,27 %

Erwachsenenbildung: Weiterbildung gestern und heute

Es ist nie zu spät für berufliche Chancen: Die Erwachsenenbildung ermöglicht eine Weiterbildung neben dem Job. Die Geschichte der Erwachsenenbildung und das aktuelle Angebot an Fortbildungen für Erwachsene im Überblick.

Mit dem Begriff Erwachsenenbildung wird die Wiederaufnahme des Lernens nach der Schul-, Ausbildungs- und Studienphase verstanden. Die Idee zur Weiterbildung für Erwachsene wurde bereits im 18. Jahrhundert entwickelt und geht in Deutschland auf Arbeitervereine im 19. Jahrhundert zurück. Als Vorläufer der Erwachsenenbildung etablierten sich Lesezirkel und später Volksbildungsvereine. Im 19. Jahrhundert nutzten vor allem Arbeiter die Möglichkeit, sich weiter zu bilden und höhere Bildungsziele zu erreichen.

Aus der Bewegung der Arbeiterbildung entwickelten sich in Deutschland die ersten Volkshochschulen. Die erste Volkshochschule etablierte sich bereits 1844 und ging auf ein dänisches Vorbild zurück. Im 20. Jahrhundert gewann die Erwachsenenbildung weiter an Bedeutung, als immer mehr Menschen Lesen und Schreiben lernten und sich auch die Frauen zunehmend in der Gesellschaft und Arbeitswelt etablierten.

Heute hat sich das Konzept des lebenslangen Lernens durchgesetzt. In Deutschland haben etwa die Hälfte der Männer und Frauen ab 19 Jahren schon einmal an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen. Zu den meist verbreiteten Weiterbildungsmaßnahmen gehören heute Fernunterricht in Fernakademien, das Lernen am Computer und berufsgestützte Lernmaßnahmen. Weiterbildungen für Erwachsene werden mit Programmen der Bundesländer, steuerlichen Erleichterungen und Bildungsgutscheinen der Bundesagentur für Arbeit gefördert.

Zu den beliebtesten Weiterbildungsangeboten zählen heute die Kurse der Fernakademien wie der Studiengemeinschaft Darmstadt oder ILS. Die bekanntesten Fernakademien auf dem deutschen Markt gehören zur Klett-Gruppe. Die Fernakademien haben ein Angebot von bis zu 200 verschiedenen Kursen vom Schulabschluss bis zum Fachwirt. Neben dem Haupt- und Realschulabschluss können auch das Abitur und die Fachhochschulreife im Fernstudium nachgeholt werden. Die Schulabschlüsse sind staatlich anerkannt. Weitere Fernkurse werden mit einem internen Zertifikat abgeschlossen, berechtigen jedoch zur weiteren Qualifizierung bei den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern. Die meisten Kursteilnehmer entscheiden sich heute für das virtuelle E-Learning.