Anlageberatung: Stets genügend Zeit mitbringen

Wenn es um die Entscheidung geht, in welchen Finanztiteln am besten eine Geldanlage erfolgen soll, dann ist es vorteilhaft, wenn man zur Beratung und Abwägung ausreichend Zeit einplant.

Nicht jeder kennt sich mit Finanzgeschäften gleich gut aus und kann mit einem Blick erkennen, ob eine Geldanlage eher sinnvoll oder eher problematisch ist. Gerade für den Laien ist eine Finanzberatung daher häufig anzuraten. Doch auch für die Bewertung der Empfehlungen des Beraters sollte man sich etwas Bedenkzeit lassen. Im guten Beratungsgespräch wird eventuell nicht die eine optimale Lösung vorgestellt, sondern es werden die Vor- und Nachteile mehrerer variabler Angebote einander gegenübergestellt. Welcher Vorteil für die Finanzentscheidung dann stärkeres Gewicht enthält, gilt es erst noch abzuklären. Da jeder Anlageberater eigene Schwerpunkte in der Spezialisierung hat und sich mit diesem oder jenem Finanzsegment vielleicht besonders auskennt, ist es zudem förderlich, wenn man mehr als eine Informationsquelle heranzieht.

Auch mit einem professionellen Anlageberater ist die Vermögensbildung und Finanzverwaltung also keine Angelegenheit, die sich in ein paar Minuten erledigen lässt. Anleger sollten sich insbesondere bei langfristigen Planungen und bei höheren Beträgen die nötige Zeit für die Auswahl auch wirklich nehmen. Denn nicht nur bei der Frage der Rendite können schon geringfügige Abweichungen in der Zusammenstellung mehrere Tausend Euro Unterschied bedeuten. Auch wie sicher eine Geldanlage ist und wie flexibel auf kurzfristige Änderungen in der persönlichen Ausgangssituation eingegangen werden kann, ist von Finanztitel zu Finanztitel sehr verschieden. Damit man nicht im ungünstigsten Falle an verbindliche Verträge gebunden ist, obwohl man dafür eigentlich nicht die erforderliche Finanzausstattung hat (keine Spielräume bei unvermutet auftretenden Liquiditätsengpässen), oder eine negative Rendite-Entwicklung nicht beeinflussen kann, obwohl es viel bessere Anlage-Optionen gäbe, sollte beispielsweise die Möglichkeit zu Anpassungen im Zeitverlauf im Zuge einer Beratung mit angesprochen werden.

Nützlich ist hierbei auch, wenn sich der Anleger parallel über eine einschlägige Lektüre möglichst vielseitige Hintergrundinformationen anliest. Dann kann er nicht nur die Tipps und Ratschläge aus der Beratung besser einschätzen, gleichzeitig wird er auch eher in der Lage sein, die richtigen weiterführenden Fragen im Gespräch zu stellen. Nur wer weiß, wo eventuelle Risiken und alternative Chancen vorhanden sind, kann im Blick auf die eigene Situation auch die besten und passenden Finanzmodelle erkennen. Dabei spielt es dann auch eine Rolle, ob man eher ein risikofreudiger Anlegertyp ist oder lieber konservative Strategien verfolgen will.

Nicht zuletzt die Frage, ob es um die Alterssicherung und um Vermögenswerte zur Grundsicherung geht oder um eher kurzfristige Geldanlagen und möglichst hohe Gewinnchancen, ist natürlich ein wichtiges Kriterium für die Analyse der empfehlenswerten Anlagestrategie. Ob Aktien, Fondspakete oder Währungsspekulationen, ob Sparbriefe, Festgeldkonten oder Tagesgeld, das Anlage-Spektrum bietet heute auch für den Privatanleger eine vielseitige Auswahl an. Mit Pfandbriefen, Direktinvestitionen oder Staatsanleihen, um nur einige zu nennen, lässt sich die lange Liste geradewegs fortsetzen und könnte noch um ein Vielfaches verlängert werden. Schon diese kleine Aufzählung zeigt, dass ein Mix aus Eigeninformation und Expertenrat sehr angeraten ist. Für beides braucht es aber besonders eines: reichlich Zeit.

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