Kontoeröffnung im Ausland ist meist unkompliziert

Wer mehrere Monate im Ausland lebt, sollte sich überlegen, ob er dort ein Konto eröffnet. Das macht die meisten Bankgeschäfte billiger und ist oft auch ohne größeren Aufwand möglich.

Eine Zeitlang im Ausland arbeiten, ein Austauschsemester oder ein Au-Pair-Job ist für viele Menschen eine wertvolle Erfahrung. Bevor aber die Koffer gepackt werden können, muss der Auslandsaufenthalt geplant werden. Dazu gehört auch die Eröffnung eines Kontos. Zwar ist im Zeitalter des Online-Bankings das einheimische Girokonto jederzeit im Internet verfügbar. Barabhebungen am Bankautomaten im Ausland oder Überweisungen auf ein ausländisches Konto können aber mit erheblichen Gebühren verbunden sein. Deshalb ist es ratsam, ein Konto im Zielland einzurichten. Manche Vermieter oder Arbeitgeber im Ausland erwarten sogar ein solches. Auch Gaststudenten an ausländischen Universitäten brauchen häufig ein Konto vor Ort. Zum Beispiel, wenn Studien- und Semestergebühren über eine Einzugsermächtigung abgebucht werden sollen.

Das ausländische Konto kann schon von Deutschland aus eröffnet werden. Möglich ist das über das Internet ebenso wie per Telefon. In der Regel muss der neue Bankkunde dann eine beglaubigte Kopie seines Personalausweises an die Bank schicken. Damit weist er seine Identität nach. Bevor man sich für eine Bank entscheidet, sollte man sich über die verschiedenen Angebote informieren. Die Banken erheben unterschiedliche Kontoführungsgebühren und auch die Zinssätze variieren. Außerdem lohnt es sich, rechtzeitig damit anzufangen. Denn in manchen Ländern kann es bis zu zwei Monate dauern, bis ein Konto eröffnet ist. Einige Banken verlangen, dass der neue Bankkunde einen Wohnsitz im betreffenden Land nachweist. Das kann zum Beispiel über eine Rechnung geschehen, die auf den Namen und auf eine einheimische Adresse des Kunden ausgestellt ist. An solche Regelungen sollten vor allem Studenten denken, wenn sie ein Zimmer zur Untermiete suchen. Damit es keine Probleme gibt, sollten sie immer darauf achten, dass ihr Hauptmieter sie offiziell bei sich wohnen lässt. Denn dann kann man sich in der Regel beim Einwohnermeldeamt am neuen Wohnsitz anmelden.

Innerhalb der Europäischen Union ist die Eröffnung eines Girokontos meist relativ unkompliziert möglich. In Ländern außerhalb der EU wird jedoch manchmal überprüft, ob Ausländer, die ein Konto eröffnen wollen, eine Einwanderung planen. Hier sollten sich künftige Bankkunden auf einige Fragen vorbereiten, damit die Kontoeröffnung kein Misstrauen erzeugt. Misstrauen sollte man auch nicht dadurch erwecken, indem man größere Summen in bar einzahlt. Es könnte der Verdacht der Geldwäsche aufkommen. Besser ist es, Überweisungen zu tätigen, wenn man das Konto vor Antritt des Auslandsaufenthaltes füllen möchte.

Es kann sich durchaus lohnen, ein Konto schon einige Zeit vor Beginn eines Auslandsaufenthaltes zu eröffnen. Jedenfalls dann, man in ein Land gehen möchte, das nicht in der Eurozone liegt. So kann man etwa immer dann, wenn der Wechselkurs günstig ist, Beträge überweisen. Studenten, die im Ausland studieren, können auch ihre Eltern bitten, Unterhalt, Bafög oder andere Zahlungseingänge immer dann zu transferieren, wenn der Eurokurs hoch ist. Damit das möglich ist, muss der Kontoinhaber eine Vollmacht für das deutsche Konto ausstellen. Eine Vollmacht ist auch für das ausländische Konto sinnvoll. Andernfalls kann es passieren, dass niemand mehr an das Geld auf dem Konto herankommt, falls der Inhaber zeitweise verhindert ist oder ihm gar etwas zustößt.

Inhalt

Rubriken