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Sozialhilfe: Wer erhält Beihilfe zum Lebensunterhalt?

Personen, die keinen Anspruch auf Hartz 4 und Rente bei Erwerbsminderung haben, können eine Beihilfe zum Lebensunterhalt beantragen. Alle Fakten zur bedarfsorientierten Sozialleistung HLU in der Kurzübersicht.

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Menschen am Rande der Gesellschaft: Die Hilfe zum Lebensunterhalt, auch als HLU oder HzL abgekürzt, garantiert zusammen mit dem Arbeitslosengeld II und der Grundsicherung im Alter bei Erwerbsminderung die soziale Sicherheit in Deutschland. Vor Inkrafttreten von Hartz 4 wurden noch fast 40 Prozent der Sozialausgaben für die Hilfe zum Lebensunterhalt aufgewendet – heute deckt die HLU nur noch etwa fünf Prozent der Ausgaben ab. Mit der Einführung des SGB II, besser bekannt unter dem Namen Hartz 4, fallen nur noch wenige Menschen unter die Sozialleistung Hilfe zum Lebensunterhalt. Ein Großteil der erwerbsfähigen Leistungsbezieher erhält heute Hartz 4 und keine Beihilfe zum Lebensunterhalt mehr.

Die Beihilfe zum Lebensunterhalt ist nicht mit Hartz 4 zu verwechseln. Die Hilfe greift für Personen, die keinen Anspruch auf ALG II und die Grundsicherung im Alter bei Erwerbsminderung haben. Die Sozialleistung richtet sich an Empfänger einer befristeten Rente wegen Erwerbsminderung, die keinen Anspruch auf Hartz 4 und eine Rente erworben haben. Weiterhin wird HLU an Personen ausgezahlt, die wegen eines stationären Aufenthalts keinen Anspruch auf Sozialleistungen nach SGB II haben, sowie an Kinder unter 15 Jahren, die in einer Bedarfsgemeinschaft leben und ihren Unterhalt aufstocken müssen. Die Beihilfe zum Lebensunterhalt erfasst zudem Personen, deren die Grundsicherung verwehrt wurde und Bewohner stationärer Einrichtungen für Behinderte, alte Menschen und Pflegebedürftige. Auch Ausländer mit Asylanspruch können die Hilfe zum Lebensunterhalt beantragen.

Der Regelsatz liegt für HLU-Leistungen bei 351 Euro und damit auf Hartz 4-Niveau. Ein Anspruch auf Beihilfe zum Lebensunterhalt besteht nur dann, wenn kein eigenes Vermögen oder Einkommen vorhanden ist. Hilfe zum Lebensunterhalt kann einfach telefonisch beantragt werden - auch durch dritte Personen. Der Sozialhilfeträger ist verpflichtet, den Bedarf nach erfolgter Meldung zu ermitteln. Zur schriftlichen Beantragung stehen Formulare zur Verfügung. Über den Regelsatz hinaus fallen unter HLU auch Leistungen wie Unterkunft, Heizkosten, Haushaltsausstattungen, Bekleidung und Krankenversicherung.