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Musik Tauschbörsen - Wie Napster & Co funktionieren

Immer mehr Musik wird illegal aus dem Internet "gedownloadet". Das meiste davon über sogenannte Musik Tauschbörsen.

musik tauschbörsen
Foto: © Gerd Altmann / http://www.pixelio.de

Der Großteil aller Raubkopien kommt aus sogenannten Musik Tauschbörsen. Die kostenlosen Dienste haben unterschiedliche Namen, wie "Emule", "Bearshare", "Kazaa" oder "Bittorrent", funktionieren aber alle nach dem selben Prinzip.

Jeder Nutzer lädt ein Programm auf seinen Computer, das sofort nach der Installation versucht, sich mit einem anderen Computer, der ebenfalls dieses Programm hat, zu verbinden. Von diesem anderen Computer lädt es eine Liste mit noch mehr Teilnehmern und nimmt kurz Kontakt auf, um zu deklarieren, dass es jetzt auch Teil des Netzwerks ist. Dann erstellt das Tauschbörsenprogramm (Client) einen Index des Freigabe-Ordners und informiert andere auf Anfrage, welche Dateien zum Download zur Verfügung stehen.

Jetzt reicht es, dass ein einziger Teilnehmer zum Beispiel die neue CD einer Band in den Freigabe-Ordner verschiebt. Sobald ein anderer Nutzer nach ihr sucht, schickt sein Client die Anfrage: "Der Teilnehmer mit der IP Adresse xyz.xyz.xyz.xyz, also ich suche nach der CD XYZ", an alle Computer des Netzwerks, die er kennt. Diese wiederum schicken die Anfrage immer weiter. Irgendwann, in der Regel bereits nach wenigen Sekunden, gelangt sie zu eben demjenigen, der sie soeben in den Freigabe-Ordner verschoben hat. Der Computer schickt dann "Hallo xyz.xyz.xyz.xyz, ich habe die CD, nach der du suchst" und schickt xyz.xyz.xyz.xyz das Lied. Gleichzeitig gibt der Client das soeben gedownloadete Lied ebenfalls frei, sodass der nächste von zwei Quellen gleichzeitig downloaden kann.

Das Tauschen von urheberrechtlich geschütztem Material ist in Deutschland natürlich verboten, sodass sich viele Anwaltsbüros im Auftrag der Musikindustrie darauf spezialisiert haben, die Raubkopierer aufzuspüren, indem sie ein Lied downloaden, die IP-Adresse des freigebenden Computers aufschreiben und diese an die Polizei weiterleiteten. Es folgte eine Welle von Abmahnungen und die Tausch-Netzwerke schrumpften sichtlich. Manch einer kündigte bereits ihr Ende an, bis die Client-Programme auf raffinierte Art und Weise verbessert wurden.

Verbesserte Client-Programme beziehen die Daten nicht direkt von anderen Teilnehmern, sondern leiten Pakete nach den Zufallsprinzip über andere Computer um. So kommt ein Lied Stückweise von tausenden Quellen, aber nicht dem eigentlichen Versender und wird am Ende wieder zusammengesetzt. Die Musik Tauschbörsen an sich, sind nicht illegal, weil man damit auch legal Dateien tauschen kann, die nicht urheberrechtlich geschützt sind.

Dem entgegen verfügt die Musiktauschbörse Napster für ihren zentralen digitalen Musikkatalog über Lizenzverträge mit den großen Musiklabels sowie hunderten unabhängiger Labels. Das Tochterunternehmen der US-amerikanischen Elektronik- Einzelhandelskette Best Buy agiert in den USA, in Kanada, Deutschland und Großbritannien und bietet eine kostenpflichtige Download-Variante sowie ein Music- Flatrate an.