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Zeitarbeitsfirmen - Beschäftigungsform der Zukunft?

Der Arbeitsmarkt ist flexibler geworden und die Beschäftigungsdauer bei einem Arbeitgeber hat sich enorm verkürzt. Zeitarbeitsfirmen geben Angestellten die Möglichkeit, viel Erfahrung in kurzer Zeit zu sammeln.

Die Zeiten, in denen Zeitarbeitsfirmen als Arbeitgeber zweiter Klasse angesehen worden sind, scheinen endgültig vorbei. Mittlerweile haben sich komplett neue Modelle von Arbeitgebern entwickelt, die eine Beschäftigung in der Arbeitnehmerüberlassung attraktiv machen. Klassisch wird ein Angestellter einer Zeitarbeitsfirmen zu einem Kunden dieser gesendet, um ein zeitlich begrenztes Engagement zu erfüllen. Dabei werden die Arbeitszeiten abzüglich Pausen genau aufgezeichnet und vom vorgesetzten Mitarbeiter der Einsatzfirma abgenommen und unterzeichnet. Diese Arbeitszeiterfassung dient als Grundlage zur monatlichen Entlohnung des Arbeitnehmers der Zeitarbeitsfirmen.

Besonders Büroarbeiten wie Sekretariat oder einfache Tätigkeiten in der Buchhaltung, die nach kurzer Einlernzeit selbstständig übernommen werden können, eignen sich besonders gut für den Einsatz von Zeitarbeitsfirmen. Meistens ist der Einsatz eines Leiharbeiters auf einige Monate bis hin zu zwei Jahren begrenzt. Ein weiteres klassisches Tätigkeitsgebiet von Zeitarbeitsfirmen ist die Baubranche. Auch hier werden oft Mitarbeiter auf Zeit in Beschäftigungsspitzen benötigt, ohne dass eine konstante Beschäftigung des Mitarbeiters garantiert werden kann.

Die Zeitarbeitsfirmen selbst haben sich in den letzten 10 Jahren selbst erheblich verändert. Anfang des Jahrzehnts war es noch üblich, einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit einer Zeitarbeitsfirma abzuschließen, die auch ein Grundgehalt garantierte, wenn über einen kurzen Zeitraum kein Einsatz bei einem Kunden erfolgte. Heute hingegen erhält ein Mitarbeiter häufig nur einen befristeten Arbeitsvertrag, der ausschließlich über einen Einsatz lautet. Dadurch schützen sich Zeitarbeitsfirmen vor Gehaltszahlungen, wenn der Angestellte bei keinem Einsatz angestellt ist. Es liegt bei diesem Beschäftigungsmodell in der Verantwortung von Zeitarbeitsfirmen, neue Aufträge und Kunden zu akquirieren.

Eine weitere Möglichkeit für Zeitarbeitsfirmen ist der Einsatz von fachlichen Spezialisten in Form von Interimsmanagement. Hierbei wird ein Auftrag beispielsweise an einen selbstständigen Experten vergeben, der als Subcontractor bei dem Einsatzunternehmen auftritt. Auch hier wird die stündliche Arbeitsleistung abgerechnet. Der Stundensatz ist allerdings sehr viel höher als bei der klassischen Arbeitnehmerüberlassung. Dieses Modell ist hervorragend für Projektarbeit, also für einen begrenzten Zeitraum geeignet.