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Es gibt keine gesetzliche Arbeitsunfähigkeitsversicherung mehr

Alle Menschen, die berufsunfähig werden, bekommen nur noch eine niedrige „Erwerbsminderungsrente“ und keine Arbeitsunfähigkeitsversicherung ausgezahlt

Eines der größten Probleme ist heutzutage die Arbeitslosigkeit. Wer seinen Job verliert steht oft vor einem riesengroßen Nichts, auf einmal scheint jegliche Perspektive abhanden gekommen zu sein. Die meisten Leute wissen mit ihrer freien Zeit nichts mehr anzufangen, verfallen in Trostlosigkeit und Schwermut, werden Depressiv und können keine Freude mehr am Leben empfinden, viele werden auch Alkoholiker und über das Geld, das an allen Ecken und Enden fehlt, wollen wir gar nicht reden. Ungleich schlimmer trifft es die, die ihren Job nicht einfach verlieren sondern durch Krankheit oder Unfall gar nicht mehr in der Lage sind zu arbeiten. Meist passiert so etwas nicht ein mal durch eigenes verschulden, so dass es oft als ungerechter Schlag des Schicksals angesehen wird. Viele Menschen die davon betroffen sind, stehen schon bald vor dem Ruin, da die Mittel die der Staat zur Verfügung stellt, kaum genügen um den gewohnten und liebgewonnenen Lebensstandart zu halten. Besonders hart trifft es die, die das große Pech hatten, nach dem 1. Januar 1961 geboren wurde zu sein, denn für sie ist im Falle einer Arbeitsunfähigkeit kein gesetzlicher Versicherungsschutz vorgesehen.

Seit dem 1. Januar 2001 ist eine gesetzliche Regelung in Kraft getreten, laut der die bisherige Berufsunfähigkeitsrente, die eine Art Arbeitsunfähigkeitsversicherung darstellte, durch die Erwerbsminderungsrente (nenn man auch „EM-Rente“) ersetzt wurde. Das Ungerechte an dieser Erwerbsminderungsrente ist, dass es vollkommen egal ist, welchen Beruf man vorher ausgeübt hat. Nur derjenige, der nicht mehr in der Lage ist, mehr als drei Stunden täglich zu arbeiten, hat Anspruch auf die volle Rente. Wenn die berufsunfähige Person mehr als drei, aber nicht mehr als sechs Stunden arbeiten kann, dann bekommt sie nur die halbe Rente. So kann es dann auch dazu kommen, dass jemand der erst als Arzt gearbeitet hat, schließlich zum Beispiel auch einen Job als Pförtner oder Reinigungskraft ausüben muss.

Wen man sich einmal überlegt, dass heute immerhin jeder vierte Arbeitnehmer durch einen Unfall oder eine Krankheit arbeitsunfähig wird, dann fängt man schon an zu überlegen, ob man sich nicht, insofern man überhaupt eine Arbeit hat, eine private Arbeitsunfähigkeitsversicherung zulegen sollte. Selbst die „Stiftung Warentest“ ist der Meinung "Wer nicht am Hungertuch nagen will, muss zwangsläufig selbst vorsorgen" (FINANZtest 10/2000).